{"id":374101,"date":"2025-08-26T08:52:12","date_gmt":"2025-08-26T08:52:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/374101\/"},"modified":"2025-08-26T08:52:12","modified_gmt":"2025-08-26T08:52:12","slug":"mit-dem-forschungsflugzeug-halo-wolken-ueber-neuseeland-erforschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/374101\/","title":{"rendered":"Mit dem Forschungsflugzeug HALO Wolken \u00fcber Neuseeland erforschen"},"content":{"rendered":"<p> https:\/\/www.uni-leipzig.de\/newsdetail\/artikel\/mit-dem-forschungsflugzeug-halo-wolken-ueber-neuseeland-erforschen-2025-08-26 <\/p>\n<p>In Sachen Wolken ist die Region im \u00e4u\u00dfersten S\u00fcden Neuseelands (Aotearoa) weltweit einzigartig: Es ist eine der unber\u00fchrtesten, saubersten und dennoch zug\u00e4nglichen Regionen der Welt. Ein internationales Konsortium mit Beteiligung des Leibniz-Instituts f\u00fcr Troposph\u00e4renforschung (TROPOS) und der Universit\u00e4t Leipzig wird deshalb die Wolken in dieser Region w\u00e4hrend der Kampagne \u201egoSouth-2\u201c eineinhalb Jahre lang detailliert untersuchen. Eingebettet in goSouth-2 wird das von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gef\u00f6rderte Project ACADIA insbesondere den Einfluss von kleinen \u00c4nderungen in der Luftqualit\u00e4t auf die Wolkenbildung untersuchen. Das deutsche Forschungsflugzeug HALO wird aktuell an seiner Heimatbasis beim Deutschen Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen f\u00fcr den Einsatz in Neuseeland vorbereitet.<\/p>\n<p class=\"text-justify\">W\u00e4hrend der Mission <a href=\"https:\/\/www.tropos.de\/institut\/abteilungen\/experimentelle-aerosol-und-wolkenmikrophysik\/aerosol-wolken-wechselwirkungen\/halo-south\" target=\"_blank\" class=\"textlink\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">\u201eHALO-South\u201c<\/a> wollen die Forschenden ab September das Zusammenspiel von Wolken, Aerosolen und Strahlung \u00fcber dem S\u00fcdlichen Ozean untersuchen. Dazu wird HALO f\u00fcnf Wochen lang von Christchurch aus Messfl\u00fcge \u00fcber den Ozeanen der sauberen S\u00fcdhemisph\u00e4re unternehmen. \u201eWir hoffen, dass wir mit der gro\u00df angelegten Messkampagne HALO-South einen wichtigen Beitrag liefern k\u00f6nnen, um diese L\u00fccke zu schlie\u00dfen\u201c, erkl\u00e4rt Kampagnenleiterin Prof. Mira P\u00f6hlker vom TROPOS und der Universit\u00e4t Leipzig. \u201eWir sind sehr froh, dass wir sehr viele erfahrene Expertinnen und Experten an Bord haben, um zusammen Fragen zu kl\u00e4ren wie: Welche Aerosole gibt es im S\u00fcdlichen Ozean? Woher kommen sie? Wie ver\u00e4ndern sie die Wolken?\u201c, so P\u00f6hlker. Von den Messungen erhoffen sich die Forschenden nicht nur wichtige Daten, um Wettervorhersagen und Klimamodelle im wenig erforschten S\u00fcden optimieren zu k\u00f6nnen, sondern auch ein besseres Grundlagenverst\u00e4ndnis wie die Atmosph\u00e4re und die Wolken auf einen R\u00fcckgang der Emissionen in den kommenden Jahrzehnten reagieren werden. Die Flugzeugmessungen w\u00e4hrend \u201eHALO-South\u201c werden haupts\u00e4chlich von der DFG finanziert, mit Beteiligungen vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Chemie (MPIC) und dem Deutschen Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR). Sie sind der Auftakt zu intensiven Forschungskooperationen zwischen Deutschland und Neuseeland.<\/p>\n<p class=\"text-justify\"><strong>Saubere Luft des S\u00fcdens als Herausforderung f\u00fcr Klimamodelle<\/strong><\/p>\n<p class=\"text-justify\">Die Fernerkundungsbeobachtungen vom Boden aus sind eine wichtige Verbindung zwischen der Flugzeug-Mission \u201eHALO-South\u201c des <a href=\"https:\/\/www.tropos.de\/forschung\/grossprojekte-infrastruktur-technologie\/verbundprojekte\/halo\" target=\"_blank\" class=\"textlink\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Forschungsflugzeugs HALO<\/a> im September und Oktober 2025 sowie den f\u00fcr 2027\/28 geplanten Expeditionen der deutschen Forschungsschiffe Sonne und Polarstern, die alle die Atmosph\u00e4re des S\u00fcdlichen Ozeans am Rande der Antarktis untersuchen werden. Ma\u00dfgeblich an den Projekten beteiligt sind auch der Wetterdienst MetService New Zealand und die University of Canterbury in Christchurch (\u014ctautahi).<\/p>\n<p class=\"text-justify\">Die Wolken \u00fcber der S\u00fcdspitze der S\u00fcdinsel Neuseelands sind haupts\u00e4chlich vom Meer beeinflusst, wenn die Luftmassen aus dem S\u00fcden von der Antarktis und dem S\u00fcdlichen Ozean in Richtung Neuseeland ziehen. Gro\u00dfe kontinentale Emissionsquellen wie Mineralstaub, Waldbrandrauch oder menschengemachte Beitr\u00e4ge aus Industrie und Verkehr existieren entlang dieser Zugbahn nicht. Andererseits gibt es aber auch Episoden mit staubhaltiger und durch Menschen verschmutzter Luft, wenn sich die Luftmassen \u00fcber Australien nach Neuseeland bewegen oder in gro\u00dfen H\u00f6hen Waldbrandrauch aus Afrika oder gar aus S\u00fcdamerika herantransportiert wird. Es sind vermutlich die gro\u00dfen Kontraste in der Luftbelastung, die Wetter- und Klimamodelle vor bisher ungel\u00f6ste Herausforderungen stellen. Nach wie vor ist die Qualit\u00e4t der Bew\u00f6lkungsvorhersagen \u00fcber der S\u00fcdhalbkugel der Erde schlechter als f\u00fcr die n\u00f6rdliche Hemisph\u00e4re. Im Verdacht steht die dort vorherrschende saubere Luft mit einem Mangel an Aerosolpartikeln, die als sogenannte Nukleationskeime f\u00fcr Wolkentropfen oder Eiskristalle ben\u00f6tigt werden.\u00a0<\/p>\n<p class=\"text-justify\"><strong>Sieben Jahre Vorbereitung f\u00fcr gro\u00dfe Messkampagnen am Rande des S\u00fcdlichen Ozeans<\/strong><\/p>\n<p class=\"text-justify\">Seit 2018 laufen die Vorbereitungen f\u00fcr das gro\u00dfe Atmosph\u00e4renforschungsprojekt, mit dem in den kommenden Monaten detaillierte Daten von Aerosolen, Wolken und Niederschl\u00e4gen gesammelt werden, die die globale Klimamodellierungsgemeinschaft dringend ben\u00f6tigt. Die Kampagne tr\u00e4gt den Namen \u201egoSouth-2\u201c, weil es 2022 bereits eine erste Testkampagne \u201egoSouth\u201c zusammen mit dem National Institute of Water and Atmospheric Research (NIWA) in Neuseeland gegeben hat.\u00a0<\/p>\n<p class=\"text-justify\">\u201eWir tasten mehrmals pro Minute die Verteilung und die Bewegung von Aerosol- und Wolkenpartikeln in der Atmosph\u00e4re \u00fcber uns mit einer Genauigkeit von wenigen Metern ab. Dadurch k\u00f6nnen wir die verschiedenen Bestandteile wie Eiskristalle, Wolkentropfen oder die verschiedenen Aerosoltypen voneinander unterscheiden. Das bildet die Grundlage aller nachfolgenden Untersuchungen zu den Wechselwirkungen zwischen Aerosolen und Wolken\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Patric Seifert vom TROPOS. \u201eDa die eingesetzten Radare auch Profile von Niederschlagspartikeln erfassen, l\u00e4sst sich zudem der Einfluss der unterschiedlichen Luftmassen auf die Regenbildung untersuchen\u201c, so Prof. Heike Kalesse-Los von der Universit\u00e4t Leipzig.\u00a0<\/p>\n<p class=\"text-justify\">Der Ort an der S\u00fcdspitze der S\u00fcdinsel ist ideal, um die urspr\u00fcngliche saubere Luft aus der Antarktis und vom s\u00fcdlichen Ozean zu charakterisieren. Trotzdem rechnen die Forschenden in etwa 25 Prozent der Zeit mit Luftmassen aus Australien, die st\u00e4rker mit Aerosolpartikeln belastet sind. \u201eDieser Kontrast wird uns detaillierte Vergleiche erlauben wie bereits eine erste Analyse von Langzeit-Lidarmessungen aus Lauder, Neuseeland zeigen konnte\u201c, erkl\u00e4rt Patric Seifert. Ziel von \u201egoSouth-2\u201c ist eine detaillierte Kontraststudie der Wolkeneigenschaften in sauberer antarktischer Luft gegen\u00fcber Wolken in aerosolbelasteter australischer Luft. Eine derartige Untersuchung ist der Schl\u00fcssel zu einem besseren Verst\u00e4ndnis der m\u00f6glichen Variabilit\u00e4t von Wolken unter wechselnden Aerosolbedingungen. Dazu hat das Team um Patric Seifert und Heike Kalesse-Los von der Universit\u00e4t Leipzig eine F\u00f6rderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) f\u00fcr das Projekt \u201eACADIA\u201c erhalten.<\/p>\n<p class=\"text-justify\"><strong>Begleitende Bodenmessungen der Universit\u00e4t Leipzig\u00a0<\/strong><\/p>\n<p class=\"text-justify\">Die Forschenden der Universit\u00e4t Leipzig werden neben der Zusammenarbeit im ACADIA-Projekt w\u00e4hrend der kommenden Monate die \u201eHALO-South\u201c-Flugkampagne mit zus\u00e4tzlichen Messungen am T\u0101whaki National Aerospace Centre auf der \u00f6stlichen Seite der S\u00fcdinsel von Neuseeland begleiten. Das Wolkenradar LIMRAD94 der Universit\u00e4t Leipzig wurde mit den TROPOS-Containern nach Neuseeland verschifft. Au\u00dferdem werden an jedem Flugtag von HALO mehrere Radiosonden (Wetterballons) von T\u0101whaki aus gestartet. Die Bodenmessungen am Flughafen Invercargill (Waih\u014dpai) und am T\u0101whaki National Aerospace Centre sind zudem auch Teil des EU-Projekts CleanCloud, das die Wechselwirkungen zwischen Aerosolen und Wolken untersucht, um das Verst\u00e4ndnis der Klimadynamik in einer sich st\u00e4ndig ver\u00e4ndernden Welt zu verbessern.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"https:\/\/www.uni-leipzig.de\/newsdetail\/artikel\/mit-dem-forschungsflugzeug-halo-wolken-ueber-neuseeland-erforschen-2025-08-26 In Sachen Wolken ist die Region im \u00e4u\u00dfersten S\u00fcden Neuseelands (Aotearoa) weltweit einzigartig: Es ist eine der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":374102,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[3364,29,30,71,859],"class_list":{"0":"post-374101","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-leipzig","12":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115094224952187073","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/374101","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=374101"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/374101\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/374102"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=374101"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=374101"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=374101"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}