{"id":374262,"date":"2025-08-26T10:24:13","date_gmt":"2025-08-26T10:24:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/374262\/"},"modified":"2025-08-26T10:24:13","modified_gmt":"2025-08-26T10:24:13","slug":"neue-gesichter-im-schauspiel-koeln-steffen-siegmund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/374262\/","title":{"rendered":"Neue Gesichter im Schauspiel K\u00f6ln: Steffen Siegmund"},"content":{"rendered":"<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"0\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Das Japanische Kulturinstitut am <a href=\"https:\/\/www.rundschau-online.de\/so-schoen-ist-junkersdorf-alt-und-neu-wechseln-sich-ab-im-koelner-westen-1088596\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Aachener Weiher<\/a> und das benachbarte <a href=\"https:\/\/www.rundschau-online.de\/kultur\/museum-fuer-ostasiatische-kunst-ausstellung-mit-jianfeng-pan-998584\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Museum f\u00fcr Ostasiatische Kunst<\/a> sind ganz neu f\u00fcr Steffen Siegmund, wie  noch  so ziemlich alles in K\u00f6ln. Aber zur japanischen Kultur hat er seit seiner Zusammenarbeit mit dem Regisseur Toshiki Okada am Thalia Theater eine ganz besondere Beziehung.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"1\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Dessen Herangehensweise, bei der es um die N\u00e4he zum Ritual, zur Folklore gehe, hatte der Schauspieler sch\u00e4tzen gelernt. \u201eIn Japan gibt es zum Beispiel diesen Shinto-Schrein, der alle 20 Jahre ab- und wieder neu aufgebaut wird\u201c, erkl\u00e4rt Siegmund. \u201eAm Theater l\u00e4uft es im Grunde \u00e4hnlich: Wir bringen immer wieder Klassiker auf die B\u00fchne, aber nat\u00fcrlich ver\u00e4ndern wir sie dabei auch.\u201c<\/p>\n<p>Kein Platz f\u00fcr eine \u201ewei\u00dfe Kartoffel\u201c<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"3\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Steffen Siegmund geh\u00f6rt zu den vielen neuen Gesichtern im Ensemble des Schauspiel K\u00f6ln, die mit dem <a href=\"https:\/\/www.rundschau-online.de\/kultur\/kulturetat-von-der-instandhaltung-trennen-kay-voges-will-fuer-das-koelner-schauspiel-kaempfen-1091246\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Intendanten Kay Voges<\/a>  in die Spielzeit 2025\/2026 starten. Nach 13 Jahren am Thalia Theater in Hamburg sei es f\u00fcr ihn an der Zeit gewesen, das Engagement zu wechseln, so Siegmund. Weil dort ebenfalls eine neue Intendantin die Leitung \u00fcbernimmt, sei ihm auch kaum etwas anderes \u00fcbrig geblieben, erkl\u00e4rt der 33-J\u00e4hrige lachend: \u201eDas Ensemble soll diverser werden, was ich sehr richtig finde. F\u00fcr noch eine m\u00e4nnliche wei\u00dfe Kartoffel ist dann folgerichtig kein Platz.\u201c<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"4\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Vor allem aber h\u00e4lt Siegmund Kay Voges f\u00fcr \u201eeinen der spannendsten Theatermacher\u201c hierzulande. Aber auch K\u00f6ln selbst habe einen guten Ruf in Theaterkreisen. \u201eWenn es darum geht, Intendanzen an gro\u00dfen Theatern neu zu besetzen, werden immer wieder Namen aus K\u00f6ln genannt, das f\u00e4llt schon auf.\u201c<\/p>\n<blockquote class=\"dm-blockquote__quote-text\" data-v-3a231a3f=\"\"><p>\u201eAls Schauspieler sterben wir und stehen im Anschluss direkt wieder auf, nur um in der n\u00e4chsten Vorstellung wieder zu sterben. Wir lernen, damit umzugehen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Steffen Siegmund<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"6\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">In seinen ersten Wochen in der Domstadt habe er jedenfalls eine \u201egro\u00dfe Liebe zum Schauspiel\u201c gesp\u00fcrt: \u201eDie erkennt man auch daran, dass die K\u00f6lner so viel Geduld mit der Sanierung ihrer B\u00fchnen haben.\u201c Damit erntet er allerdings verwunderte Blicke in der n\u00e4heren Umgebung.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"7\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Steffen Siegmund hat k\u00fcrzlich nach langer Suche mit seiner Partnerin eine Wohnung in Buchheim gefunden. K\u00f6ln gefalle ihm auch, weil es eine \u201eStadt in Bewegung\u201c sei, eine junge, queere Hochburg, die offen ist: \u201eHamburg dagegen ist schon sehr gesetzt.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rundschau-online.de\/kultur\/kulturetat-von-der-instandhaltung-trennen-kay-voges-will-fuer-das-koelner-schauspiel-kaempfen-1091246\" class=\"dm-imagefeat__imagecontainer dm-imagefeat relative\" aria-label=\"\" tabindex=\"-1\" data-v-d81621e6=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" width=\"4000\" height=\"2668\" alt=\"Kay Voges zu Gast bei der K\u00f6lnischen Rundschau.\" loading=\"lazy\" onerror=\"this.setAttribute('data-error', 1)\" class=\"dm-imagefeat__image w-full aspect-square sm:aspect-auto aspect-video\" style=\"aspect-ratio:1;\" data-nuxt-pic=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1ec9c221-8e9a-45b6-a0ee-23a737e424c2.jpeg\"  \/><\/a><\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"9\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Diese Neugier, die Bereitschaft zur \u00d6ffnung, passe zum Konzept von Kay Voges, das werde man schon beim Auftakt mit \u201eImagine\u201c am 26. September sp\u00fcren, einem St\u00fcck, in dem es um Krieg und Frieden gehe und das fast ohne Dialog auskomme: \u201eEin Gro\u00dfteil des neuen Ensembles macht mit. So k\u00f6nnen wir uns als Truppe dem Publikum vorstellen, das ist eine gute Idee.\u201c<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"10\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Siegmund verr\u00e4t auch, dass er ab Ende Oktober bei einem St\u00fcck mit ganz anderem Charakter auf der B\u00fchne stehen wird, \u201eRabatz!\u201c unter der Regie von Thomas Fritsch. Es ist als \u201eein Krawall, ein Donnerhall der Unvernunft, ein Orkan der hemmungslosen Ausrastkunst\u201c angek\u00fcndigt und hat seine Wurzeln im Dadaismus. \u201eSo ist man als Schauspieler nicht so festgelegt, man kann ganz unterschiedliche Dinge anzapfen. Aber ich wei\u00df noch gar nicht, was Herbert Fritsch so vorhat. Das wird spannend.\u201c<\/p>\n<p>Spannender Schwerpunkt: \u201eTheater und Journalismus\u201c<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"12\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Diese M\u00f6glichkeit haben die Mitglieder des Ensembles auch, weil Kay Voges und Dramaturg Alexander Kerlin die geplanten Inszenierungen Anfang des Jahres auf einer Zoom-Sitzung grob vorstellten. Die Schauspieler konnten angeben, bei welchen St\u00fccken sie gern mitmachen w\u00fcrden, darauf soll nun nach M\u00f6glichkeit R\u00fccksicht genommen werden. \u201eDas ist ein Vertrauensvorschuss, echte Partizipation\u201c, lobt Siegmund die Vorgehensweise.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"13\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Wie seine Kollegen, aber auch das Publikum, ist er gespannt auf die Umsetzung des Schwerpunkts \u201eTheater und Journalismus\u201c. 2015 etwa habe es in vielen Theatern den Reflex gegeben, die Gefl\u00fcchteten einfach auf die B\u00fchne zu stellen und erz\u00e4hlen zu lassen: \u201eDas war gut gemeint und als symbolischer Akt sicher richtig. Aber sie waren mit der Situation oft v\u00f6llig \u00fcberfordert, das sollte man nicht so Eins zu Eins machen. Vielleicht w\u00e4ren wir da heute schlauer.\u201c<\/p>\n<p>Theater mit Haltung<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"15\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Da m\u00fcsse man sich andere Formen der Vermittlung \u00fcberlegen. Angesichts der L\u00fcgen, die der \u201eorangene Irre\u201c und viele andere derzeit verbreiteten, sei es aber dringend notwendig, dass sich das Theater dieser Herausforderung stelle und Haltung zeige: \u201eBei mir \u00fcberwiegt jedenfalls die Vorfreude, dass man sich das traut.\u201c<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"16\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Das hat auch mit seinen ganz fr\u00fchen Theater-Erfahrungen zu tun: Als elfj\u00e4hriger Knirps hatte Steffen Siegmund, der sp\u00e4ter ein Schauspielstudium in Leipzig absolvierte und 2017 den Boy-Gobert-Preis f\u00fcr herausragende Nachwuchsschauspieler erhielt, bei einer Auff\u00fchrung des Mecklenburgischen Staatstheaters in Parchim mitgewirkt und dabei eine andere Welt kennengelernt. Einen Gegenentwurf zu seinem Umfeld: eine Gesellschaft, in der damals gef\u00fchlt 90 Prozent der Menschen mit der NPD sympathisierten und Hass, Angst und L\u00fcgen verbreiteten.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"17\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Diese andere Welt, die Utopie, so Siegmund, erschaffe man in magischen Momenten beim gemeinsamen Spiel auf der B\u00fchne und k\u00f6nne dabei sogar dem Tod ein Schnippchen schlagen: \u201eAls Schauspieler sterben wir und stehen im Anschluss direkt wieder auf, nur um in der n\u00e4chsten Vorstellung wieder zu sterben. Wir lernen, damit umzugehen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Japanische Kulturinstitut am Aachener Weiher und das benachbarte Museum f\u00fcr Ostasiatische Kunst sind ganz neu f\u00fcr Steffen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":374263,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1828],"tags":[29,30,1420,1209],"class_list":{"0":"post-374262","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-koeln","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-koeln","11":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115094583096624575","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/374262","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=374262"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/374262\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/374263"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=374262"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=374262"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=374262"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}