{"id":374372,"date":"2025-08-26T11:21:31","date_gmt":"2025-08-26T11:21:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/374372\/"},"modified":"2025-08-26T11:21:31","modified_gmt":"2025-08-26T11:21:31","slug":"integrationsraete-wenig-bekannt-aber-demokratisch-wichtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/374372\/","title":{"rendered":"Integrationsr\u00e4te: Wenig bekannt, aber demokratisch wichtig"},"content":{"rendered":"<p class=\"date\">26.08.2025 \u2013 10:58<\/p>\n<p class=\"customer\">\n                        <a class=\"story-customer\" title=\"weiter zum newsroom von Universit\u00e4t Duisburg-Essen\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/nr\/62259\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Universit\u00e4t Duisburg-Essen<\/a>\n                    <\/p>\n<p><b>Integrationsr\u00e4te:<\/b><\/p>\n<p>Wenig bekannt, aber demokratisch wichtig <\/p>\n<p><b>Mit den Kommunalwahlen 2025 in Nordrhein-Westfalen stehen auch die Wahlen zu den Integrationsr\u00e4ten an. Doch das Interesse h\u00e4lt sich in Grenzen \u2013 sowohl bei den Wahlberechtigten selbst als auch in der breiten \u00d6ffentlichkeit. Prof. Dr. Conrad Ziller, Politikwissenschaftler an der Universit\u00e4t Duisburg-Essen, hat untersucht, warum die Beteiligung so niedrig ist.<\/b><\/p>\n<p>In Deutschland haben rund 14 Prozent der Menschen keinen deutschen Pass. W\u00e4hrend EU-Staatsangeh\u00f6rige bei Kommunalwahlen mitstimmen k\u00f6nnen, bleibt Nicht-EU-B\u00fcrger:innen nur die Wahl zum Integrationsrat. Diese Gremien sollen ihre Interessen vertreten, besitzen aber lediglich beratende Funktion \u2013 etwa bei Fragen der Mehrsprachigkeit in der Verwaltung oder bei Programmen gegen Diskriminierung. \u201eIntegrationsr\u00e4te sind eine Art demokratisches Schaufenster, aber ohne echte Entscheidungskompetenzen. Das ist ein Grund, warum die Wahlbeteiligung oft bei nur 10 bis 15 Prozent liegt, obwohl Wahlbenachrichtigungen verschickt werden\u201c, erkl\u00e4rt Politikwissenschaftler  <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/www.uni-due.de\/politik\/ziller.php\">Prof. Dr. Conrad Ziller<\/a> von der Universit\u00e4t Duisburg-Essen (UDE).  <\/p>\n<p>Ziller hat Daten der zweiten Befragungswelle der  <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/www.uni-due.de\/liv\/\">LiV-Studie<\/a> ausgewertet, bei dem Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in zehn deutschen St\u00e4dten interviewt wurden. Demnach wussten nur 41 Prozent der Befragten \u00fcberhaupt, dass es Integrationsr\u00e4te gibt. Unter Nicht-EU-B\u00fcrger:innen, also der Zielgruppe, ist die Bekanntheit sogar am geringsten. \u201eDas ist ein Problem f\u00fcr die Demokratie\u201c, sagt Ziller. \u201eDie Institution, die eigentlich Partizipation erm\u00f6glichen soll, bleibt f\u00fcr viele Betroffene unsichtbar.\u201c  <\/p>\n<p><b>Streitpunkt Wahlrecht <\/b><\/p>\n<p>Umstritten bleibt das kommunale Wahlrecht f\u00fcr Nicht-EU-B\u00fcrger:innen: 69 Prozent dieser Gruppe bef\u00fcrworten, wenn es eingef\u00fchrt w\u00fcrde, bei Deutschen ohne Migrationserfahrung sind es 51 Prozent. \u201eDie Spaltung verl\u00e4uft nicht entlang von Herkunft allein, sondern vor allem entlang politischer \u00dcberzeugungen\u201c, so Ziller. <\/p>\n<p>Seine Analyse zeigt: H\u00f6here Bildung, Interesse an Politik und eine eher linke Orientierung gehen mit mehr Unterst\u00fctzung f\u00fcr Integrationsr\u00e4te und das kommunale Wahlrecht einher. Wer hingegen die AfD w\u00e4hlt oder ein skeptisches Klima gegen\u00fcber Migration vertritt, steht den Gremien deutlich kritischer gegen\u00fcber. Auff\u00e4llig ist auch, dass in St\u00e4dten, in denen Integrationsr\u00e4te gew\u00e4hlt werden, die Bekanntheit und Akzeptanz h\u00f6her ist als dort, wo die R\u00e4te nur berufen werden. \u201eWahlk\u00e4mpfe machen sie pr\u00e4senter und verleihen ihnen mehr Legitimit\u00e4t\u201c, sagt Ziller. <\/p>\n<p>Er empfiehlt, die Gremien bekannter zu machen \u2013 durch gezielte \u00d6ffentlichkeitsarbeit in mehreren Sprachen, durch Wahlkampagnen oder eine st\u00e4rkere Einbindung der Parteien. \u201eDamit Integrationsr\u00e4te mehr als symbolische Teilhabe sind, braucht es mehr Aufkl\u00e4rung und Sichtbarkeit,\u201c betont Ziller. \u201eLetztlich geht es darum, wie offen unsere Demokratie sein will.\u201c <\/p>\n<p><b>Zur Studie:<\/b><\/p>\n<p>Ziller, Conrad and Hummler, Teresa and Vierus, Paul (2025): Between Consultation and Suffrage: Understanding Public Support for Integration Councils and Non-Citizen Voting Rights in Germany. Arbeitspapier verf\u00fcgbar unter  <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=5401424\">https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=5401424<\/a><\/p>\n<p><b>Weitere Informationen:<\/b><\/p>\n<p>Prof. Dr. Conrad Ziller, Empirische Politikwissenschaft, Tel. 0203\/37-9 2285,  <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/62259\/mailto:fax:conrad.ziller@uni-due.de\">conrad.ziller@uni-due.de<\/a><\/p>\n<p><b>Universit\u00e4t Duisburg-Essen<\/b><\/p>\n<p>Stabsstelle des Rektorats Hochschulmanagement und Kommunikation<br \/>\nRessort Presse<br \/>\nForsthausweg 2 \u25cf 47057 Duisburg<br \/>\nRessortleitung, Pressesprecherin: Astrid Bergmeister<br \/>\n0203\/ 37 9-2430 \u25cf <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/62259\/mailto: astrid.bergmeister@uni-due.de\" class=\"uri-mailto\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> astrid.bergmeister@uni-due.de<\/a>  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"26.08.2025 \u2013 10:58 Universit\u00e4t Duisburg-Essen Integrationsr\u00e4te: Wenig bekannt, aber demokratisch wichtig Mit den Kommunalwahlen 2025 in Nordrhein-Westfalen stehen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":320445,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1838],"tags":[3364,29,3715,30,1209,178,180,179,181],"class_list":{"0":"post-374372","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duisburg","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-duisburg","11":"tag-germany","12":"tag-nordrhein-westfalen","13":"tag-presse","14":"tag-pressemeldung","15":"tag-pressemitteilung","16":"tag-pressemitteilungen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115094807180544211","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/374372","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=374372"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/374372\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/320445"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=374372"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=374372"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=374372"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}