{"id":37450,"date":"2025-04-16T21:12:12","date_gmt":"2025-04-16T21:12:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/37450\/"},"modified":"2025-04-16T21:12:12","modified_gmt":"2025-04-16T21:12:12","slug":"meloni-versteht-sich-mit-trump-eine-chance-im-handelskrieg-zwischen-den-usa-und-der-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/37450\/","title":{"rendered":"Meloni versteht sich mit Trump: Eine Chance im Handelskrieg zwischen den USA und der EU"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die EU tappt \u00fcber die Gr\u00fcnde f\u00fcr Trumps Zollpolitik im Dunkeln. Nun setzt Br\u00fcssel auf Meloni. Auf ihrer Reise nach Br\u00fcssel soll Italiens Regierungschefin herausfinden, was der US-Pr\u00e4sident erreichen will. Und Meloni hat ein Ass im \u00c4rmel.<\/strong><\/p>\n<p>Italiens Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni und US-Pr\u00e4sident Donald Trump verstehen sich blendend. Das ist ein entscheidender Vorteil, wenn Meloni am Donnerstag nach Washington reist, um die Wogen zwischen den Europ\u00e4ern und den USA zu gl\u00e4tten. Etwas \u00c4hnliches dachte sich offenbar auch Ursula von der Leyen. Die EU-Kommissionspr\u00e4sidentin soll im Vorfeld der Reise mehrmals mit Meloni telefoniert haben. F\u00fcr Br\u00fcssel soll die italienische Regierungschefin den Verhandlungsspielraum im Zollstreit mit dem Wei\u00dfen Haus ausloten.<\/p>\n<p>Einige gemeinsame Erinnerungen verbinden Meloni und Trump. Sie hatte Trumps Golf-Club in Mar-a-Lago bereits vor dessen Einzug ins Wei\u00dfe Haus einen Besuch abgestattet. Anschlie\u00dfend durfte Meloni an Trumps Amtseinf\u00fchrung teilnehmen &#8211; als einzige europ\u00e4ische Regierungschefin. Einige Wochen sp\u00e4ter sprach sie auf der CPAC-Konferenz, einem Treffen amerikanischer Rechtspopulisten. Trumps Anh\u00e4nger jubelten ihr zu, als sie dort gegen das &#8222;Virus der Cancel Culture und der Woke-Ideologie&#8220; wetterte.<\/p>\n<p>Dass Trump bislang Lobeshymnen \u00fcber Meloni singt, ist also kein Wunder. Meloni sei eine &#8222;fantastische Person&#8220;, sagte er. An anderer Stelle nannte Trump sie &#8222;ein echtes Energieb\u00fcndel&#8220; &#8211; und jemanden, mit dem er zusammenarbeiten k\u00f6nne, &#8222;um die Welt ein wenig in Ordnung zu bringen&#8220;. Wenn die beiden sich schmeicheln, steckt anscheinend keine Heuchelei dahinter, sondern \u00dcberzeugung.<\/p>\n<p>Kein Erfolg f\u00fcr EU-Handelskommissar in Washington<\/p>\n<p>Zwar hat Trump im Handelskrieg mit den Europ\u00e4ern einen 90-t\u00e4gigen Waffenstillstand ausgerufen, dabei allerdings nur einige Z\u00f6lle vorerst zur\u00fcckgenommen. Der Basis-Zoll von 10 Prozent auf alle Waren aus der EU bleibt, zus\u00e4tzliche Einfuhrbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr Aluminium, Stahl und Autos ebenfalls. Jetzt will Trump auch noch pr\u00fcfen, ob er Z\u00f6lle auf Halbleiter, Pharmaerzeugnisse und Seltene Erden erhebt. Angesichts dieser Drohkulisse betonte die EU, ihre Vergeltungsz\u00f6lle gegen die USA blieben nur in der Zeit ausgesetzt, in der sich Trump verhandlungsbereit zeige.<\/p>\n<p>Die Aussichten auf eine L\u00f6sung d\u00fcrften nicht schlecht sein: Rezessions\u00e4ngste und wirtschaftliche Turbulenzen in den USA, ausgel\u00f6st durch seine chaotische Zollpolitik, haben den US-Pr\u00e4sidenten in die Ecke gedr\u00e4ngt. Dabei lie\u00df Trump es jedoch an konkreten Angeboten gegen\u00fcber seinen Handelspartnern vermissen. Auch in Br\u00fcssel wei\u00df bislang niemand, was Trump eigentlich erreichen will. <\/p>\n<p>Am Montag scheiterte der Versuch des EU-Handelskommissars Maro\u0161 \u0160efcovic, in Washington mit US-Handelsminister Howard Lutnick eine \u00dcbereinkunft zu erzielen. \u0160efcovic habe das Treffen nach zwei Stunden mit einem Gef\u00fchl der Ohnmacht verlassen &#8211; und M\u00fche gehabt, die Ziele der amerikanischen Seite zu definieren, wie Bloomberg berichtete.<\/p>\n<p>Zuvor hatte eine Delegation des EU-Parlaments ihr Gl\u00fcck versucht. Doch auch die Gespr\u00e4chspartner der EU-Abgeordneten, darunter republikanische Senatoren und hochrangige US-Beamte, sind bislang \u00fcber Trumps Ziele in der Handelspolitik im Unklaren gelassen worden. Au\u00dfer Trump und einige seiner engsten Berater &#8211; wie der Direktor f\u00fcr Handel und Industriepolitik, Peter Navarro &#8211; sei niemand eingeweiht, <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Trump-hasst-die-EU-und-nutzt-die-Zoelle-als-politische-Waffe-article25699542.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">sagten die EU-Vertreter ntv.de.<\/a><\/p>\n<p>Trump nimmt China ins Visier<\/p>\n<p>Einen Plan hat Trump laut Medienberichten inzwischen. Er werde von seinen Handelspartnern einen sch\u00e4rferen Kurs gegen\u00fcber China zur Bedingung f\u00fcr Verhandlungen machen, berichtet unter anderem das &#8222;Wall Street Journal&#8220;. Die US-Regierung beabsichtigt demnach, die L\u00e4nder dazu bewegen, China den Transport von Waren durch ihr Territorium zu verbieten. Washington wolle zudem chinesischen Unternehmen die Niederlassung in diesen L\u00e4ndern verbieten, um US-Z\u00f6lle zu umgehen und den Markteintritt billiger chinesischer Industrieg\u00fcter zu verhindern.<\/p>\n<p>Meloni bietet sich hierbei als ideale Gespr\u00e4chspartnerin f\u00fcr Trump an. In der EU warb sie nicht nur daf\u00fcr, die transatlantischen Beziehungen trotz aller Zerw\u00fcrfnisse aufrechtzuerhalten. Sie stellte sich auch gegen den spanischen Ministerpr\u00e4sidenten Pedro S\u00e1nchez, der sich angesichts des Handelskonflikts mit den USA bei einem Besuch in Peking f\u00fcr ein Zusammenr\u00fccken der EU und Chinas ausgesprochen hatte.<\/p>\n<p>Frankreich warnte zun\u00e4chst vor einem Alleingang Melonis; aus der Vermutung heraus, die italienische Regierungschefin d\u00fcrfte nur auf den eigenen Vorteil bedacht sein. Doch auch in Paris weicht die Angst anscheinend allm\u00e4hlich der Hoffnung, Meloni k\u00f6nne zu Trump durchdringen. Dass der US-Pr\u00e4sident sagte, er wolle in der Zollpolitik am Ende auch mit der EU als Block verhandeln, d\u00fcrfte zur Beruhigung beigetragen haben. Zuvor bestand die Sorge, der Anti-EU-P\u00f6bler Trump k\u00f6nne ernsthaft versuchen, die Europ\u00e4ische Union zu spalten und nur mit den Regierungen der einzelnen Mitgliedstaaten sprechen.<\/p>\n<p>JD Vance besucht Meloni in Rom<\/p>\n<p>Obwohl das schlimmste Szenario vorerst vom Tisch ist, kennen die Europ\u00e4er noch immer nicht Trumps Motive. Geht es Trump tats\u00e4chlich um einen h\u00e4rteren Kurs der EU gegen\u00fcber Peking? Wenn der US-Pr\u00e4sident jemandem aus Europa vertraut, dann wahrscheinlich nur einer Regierungschefin, die das rechtspopulistische Gedankengut mit ihm teilt. Ein weiterer Beweis f\u00fcr das gute Verh\u00e4ltnis der beiden ist der Besuch von Trumps US-Vizepr\u00e4sident JD Vance in Rom &#8211; nur einen Tag nach Melonis R\u00fcckkehr aus Washington. Auch mit Trumps Berater f\u00fcr Regierungseffizienz, dem Tesla-Chef Elon Musk, pflegt Meloni ein enges Verh\u00e4ltnis. Meloni traf sich mehrmals mit Musk und bezeichnete ihn als &#8222;brillanten Mann&#8220;.<\/p>\n<p>F\u00fcr Meloni wird das Gespr\u00e4ch mit Trump trotz aller Schmeicheleien ein Drahtseilakt. Wirtschaftlich und politisch ist Italien sowohl auf die EU als auch auf die USA angewiesen. Rom ist stark abh\u00e4ngig von Washington, wenn es um Verteidigung und Handel geht. Beides kann Meloni im Oval Office auf die F\u00fc\u00dfe fallen. Schlie\u00dflich hasst Trump nach eigener Aussage nichts mehr als &#8222;europ\u00e4ische Schnorrer&#8220;, die ein Handelsbilanzdefizit mit den USA aufweisen und seiner Ansicht nach zu wenig Geld in die Nato-Kasse einzahlen. <\/p>\n<p>Italien investiert nicht einmal 1,5 Prozent seiner Wirtschaftskraft in Verteidigung. Damit bleibt es weit von Trumps Forderungen entfernt, der jetzt 5 Prozent des Bruttoinlandprodukts von den Nato-Partnern verlangt. Und mit fast 40 Milliarden Euro ist Italiens Handels\u00fcberschuss mit den USA beim Warenverkehr der drittgr\u00f6\u00dfte unter den EU-L\u00e4ndern &#8211; nach Deutschland und Irland.<\/p>\n<p>Von der Leyen wird wohl als Erste erfahren, wie weit Meloni in Washington gekommen sein wird. Die Kommissionspr\u00e4sidentin wird laut Medienberichten mit der italienischen Regierungschefin nach deren R\u00fcckkehr erneut telefonieren. F\u00fcr Meloni bietet sich eine gro\u00dfe Chance: Sie k\u00f6nnte in Br\u00fcssel beweisen, die einzig wahre Trump-Fl\u00fcsterin unter den europ\u00e4ischen Regierungschefs zu sein. Oder aber sie kommt mit leeren H\u00e4nden zur\u00fcck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die EU tappt \u00fcber die Gr\u00fcnde f\u00fcr Trumps Zollpolitik im Dunkeln. Nun setzt Br\u00fcssel auf Meloni. 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