{"id":374989,"date":"2025-08-26T16:56:17","date_gmt":"2025-08-26T16:56:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/374989\/"},"modified":"2025-08-26T16:56:17","modified_gmt":"2025-08-26T16:56:17","slug":"containerdorf-und-nachtcafe-wie-die-stadt-mit-obdachlosigkeit-und-drogenkonsum-umgeht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/374989\/","title":{"rendered":"Containerdorf und Nachtcaf\u00e9: Wie die Stadt mit Obdachlosigkeit und Drogenkonsum umgeht"},"content":{"rendered":"<p>Wer h\u00e4ufiger am Hauptbahnhof unterwegs ist, wei\u00df, dass sich in den letzten Jahren etwas am Bild des Vorplatzes ver\u00e4ndert hat. Etwa 25 Menschen verbringen hier regelm\u00e4\u00dfig die Nacht. Um ihnen ein Angebot zu machen, das sich von der M\u00e4nner- und Frauen\u00fcbernachtungsstelle sowie der Notschlafstelle am Schwanenwall unterscheidet, will die Stadt nun ein Containerdorf an der Nordseite des Bahnhofs errichten. Das ist eine der Ma\u00dfnahmen, die der Sonderstab \u201eOrdnung und Stadtleben\u201c momentan umsetzt und die Ordnungsamt, Gesundheitsamt und der OB am Dienstagvormittag im Rahmen einer Pressekonferenz pr\u00e4sentierten.<\/p>\n<p><strong>Containerdorf hinter dem Hauptbahnhof<br \/><\/strong>Bereits im September sollen die Container hinter dem Hauptbahnhof, die mit Betten, Tischen und St\u00fchlen eingerichtet sind, bezugsfertig sein. Maximal drei Personen finden in einem Container Platz, k\u00f6nnen aber auch von Einzelpersonen genutzt werden, sodass insgesamt bis zu 30 Menschen an der Treibstra\u00dfe unterkommen k\u00f6nnen. Den Weg hierher soll die Zielgruppe unterst\u00fctzt durch Street Worker*innen finden. Diese stehen in regelm\u00e4\u00dfigem Kontakt zu den Menschen, die die bestehenden \u00dcbernachtungsangebote \u201eh\u00f6chst ungern oder gar nicht\u201c nutzen, wie Oberb\u00fcrgermeister Westphal beschreibt. Einen Sicherheitsdienst aber gibt es auch hier, der belegte Container jedoch nicht betreten soll.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-286155\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"Containerdorf und Nachtcaf\u00e9: Wie die Stadt mit Obdachlosigkeit und Drogenkonsum umgeht\" width=\"2560\" height=\"1707\" title=\"Containerdorf und Nachtcaf\u00e9: Wie die Stadt mit Obdachlosigkeit und Drogenkonsum umgeht\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/08-2025-Sonderstab-Ordnung-Stadtleben-PS-8-scaled.jpg\"\/>Ordnungsdezernent Norbert Dahmen (r.) sieht in aggressiven Betteln eine Bel\u00e4stigung.<\/p>\n<p><strong>Zwangsgeld bei \u201eaggressiven Bel\u00e4stigungen\u201c<br \/><\/strong>Auf diese Weise bem\u00fcht sich die Stadt sowohl den Bedarfen der Betroffenen zu entsprechen als auch das Verbot umzusetzen, im \u00f6ffentlichen Raum zu \u201ecampieren\u201c. Diese Doppelstrategie f\u00e4hrt sie auch, was \u201eaggressive Bel\u00e4stigungen\u201c in der Innenstadt betrifft. Wer mehrfach beim Betteln oder bei anderen St\u00f6rungen des \u201eEinkaufserlebnisses\u201c oder der \u201eAufenthaltsqualit\u00e4t\u201c erwischt werde, so Ordnungsdezernent Norbert Dahmen, k\u00f6nne mit einem Zwangsgeld von 250 Euro belegt werden. Werde dies nicht gezahlt, greife die Stadt nun gegebenenfalls auch zu Ersatzwanghaft von 12 bis 25 Tagen.<\/p>\n<p>Die Menschen aber lediglich dazu zu bewegen, nicht erneut auff\u00e4llig zu werden, ist laut Dahmen \u201ezu kurz gesprungen\u201c. Aus diesem Grund erfolge mit jeder Verwarnung auch eine Meldung an das Gesundheitsamt \u201emit der Hoffnung, dass ihnen geholfen werden kann\u201c, so\u00a0 OB Westphal.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-286158\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"Containerdorf und Nachtcaf\u00e9: Wie die Stadt mit Obdachlosigkeit und Drogenkonsum umgeht\" width=\"2560\" height=\"1707\" title=\"Containerdorf und Nachtcaf\u00e9: Wie die Stadt mit Obdachlosigkeit und Drogenkonsum umgeht\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/02-2025-Drogenkonsumraum-PS-6-scaled.jpg\"\/>Im Februar brachten u. a. (v. l.) Gesundheitsamtsleiter Holger Ke\u00dfling, Michael Schneider vom Gesundheitsamt und Robert Litschke vom Kommunalen Lagerzentrum die Freifl\u00e4che am Drogenkonsumraum an den Start. (Archivfoto: Wir in Dortmund)<\/p>\n<p><strong>Nachtcaf\u00e9 und Drogenkonsumraum<br \/><\/strong>Aus dieser Haltung heraus ist \u00fcber den Containerstandort hinaus ein weiteres Angebot an den Start gegangen. Momentan nur mittwochs und donnerstags, ab September aber auch dienstags und perspektivisch das ganze Jahr \u00fcber \u00f6ffnet seit kurzem das Nachtcaf\u00e9 am Schwanenwall 42, wo sich auch das Caf\u00e9 Flash und die Notschlafstelle befinden. Von 22 bis 6 Uhr erhalten hier bis zu 30 von Obdachlosigkeit Betroffene eine Aufenthaltsm\u00f6glichkeit, eine Toilette sowie kostenlose Speisen und alkoholfreie Getr\u00e4nke. Allzu restriktiv geht es hier aber nicht zu, wie Michael Schneider vom Gesundheitsamt erkl\u00e4rt: \u201eEin Bier ist gestattet.\u201c Au\u00dferdem gibt es eine Kabine, in der geraucht werden darf. Auch Kondome und saubere Spritzen sind hier zu haben.<\/p>\n<p>Der Konsum harter Drogen jedoch ist im Nachtcaf\u00e9 nicht gestattet. Daf\u00fcr gibt es den Drogenkonsumraum am Grafenhof und ab Dezember den Interimsstandort an der Rheinischen Stra\u00dfe. Die Wirkung der Freifl\u00e4che, die die Stadt im Februar in der Innenstadt eingerichtet hat, bewertet Schneider durchweg positiv. Bis zu 45 Menschen f\u00e4nden \u201ezu Spitzenzeiten\u201c den Weg hierher und er beobachte, auch im Austausch mit Anwohnenden, Gewerbetreibenden sowie dem Hilfesystem, eine \u201edeutliche Entlastung des Umfeldes\u201c. Auch die Polizei sei hier intensiv involviert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-286166\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"Containerdorf und Nachtcaf\u00e9: Wie die Stadt mit Obdachlosigkeit und Drogenkonsum umgeht\" width=\"2560\" height=\"1707\" title=\"Containerdorf und Nachtcaf\u00e9: Wie die Stadt mit Obdachlosigkeit und Drogenkonsum umgeht\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/08-2025-Sonderstab-Ordnung-Stadtleben-PS-16-scaled.jpg\"\/>Polizeipr\u00e4sident Gregor Lange (l.) ist davon \u00fcberzeugt, dass die Dortmunder Innenstadt sicher ist.<\/p>\n<p><strong>Kriminalit\u00e4t gesunken<br \/><\/strong>F\u00fcr Polizeipr\u00e4sident Gregor Lange war es \u201eeine sehr gute Idee, dass wir die Kr\u00e4fte b\u00fcndeln\u201c. Die Zahlen, die er in die Pressekonferenz mitbrachte, sprechen f\u00fcr sich. So verzeichnet die Polizei in der Innenstadt im Zeitraum Januar bis Juli 2025 eine um \u00fcber 13 Prozent gesunkene Kriminalit\u00e4tsrate im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum im Jahr 2024. Dabei greift Lange die Straftaten mit Messern heraus, die f\u00fcr sich betrachtet um knapp 9 Prozent zur\u00fcckgegangen sind, was der Polizeipr\u00e4sident auch auf individuell ausgesprochene Trageverbote und Gef\u00e4hrderansprachen zur\u00fcckf\u00fchrt. M\u00f6glich seien dieser und andere Erfolge mithilfe der Hundertschaft der Bereitschaftspolizei, die Lange im Rahmen der Gr\u00fcndung des Sonderstabs vor zwei Jahren beim Innenministerium angefordert habe. Zus\u00e4tzlich soll am 1. Oktober ein Gewaltkommissariat an den Start gehen. \u201eDie Dortmunder City ist eine sichere City\u201c, ist der Polizeipr\u00e4sident \u00fcberzeugt. Damit schl\u00e4gt er in eine wichtige Kerbe des Sonderstabs \u201eOrdnung und Stadtleben\u201c, der nach eigenen Angaben stets das Wohlbefinden der Menschen in der Innenstadt im Blick hat.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-286176\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"Containerdorf und Nachtcaf\u00e9: Wie die Stadt mit Obdachlosigkeit und Drogenkonsum umgeht\" width=\"2560\" height=\"1707\" title=\"Containerdorf und Nachtcaf\u00e9: Wie die Stadt mit Obdachlosigkeit und Drogenkonsum umgeht\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/08-2025-Sonderstab-Ordnung-Stadtleben-PS-4-scaled.jpg\"\/>Oberb\u00fcrgermeister Thomas Westphal best\u00e4tigt die Wirkung der Reinigungsma\u00dfnahmen in der Innenstadt.<\/p>\n<p><strong>Reinigung und Rattenbek\u00e4mpfung<br \/><\/strong>In diesem Zusammenhang ging Oberb\u00fcrgermeister Westphal zum Ende der Pressekonferenz hin noch auf ein weiteres Arbeitsfeld des Sonderstabs ein. Dass die EDG n\u00e4mlich ihre Reiningungsschichten in der Innenstadt und der Nordstadt verst\u00e4rkt habe, habe zu verschiedenen R\u00fcckmeldungen gef\u00fchrt, \u201edass es deutlich, deutlich sauberer geworden ist\u201c. Inzwischen habe auch eine Fachkraft f\u00fcr Rattenbek\u00e4mpfung ihre Arbeit in der Stadtverwaltung aufgenommen, die im st\u00e4ndigen Austausch mit den Geb\u00e4udeeigent\u00fcmer*innen stehe. So sei es beispielsweise an vielen Stellen notwendig, die Gr\u00f6\u00dfe der Abfallbeh\u00e4lter zu steigern.<\/p>\n<p><strong>Dynamische Entwicklungen<br \/><\/strong>Nach zwei Jahren Arbeit zeigt die Einrichtung des Sonderstabs \u201eOrdnung und Stadtleben\u201c offenbar Wirkung. Aber \u201edie Entwicklung ist nat\u00fcrlich dynamisch\u201c, wie Oberb\u00fcrgermeister Westphal einr\u00e4umt. Beispielsweise habe man auf den steigenden Trend, Lachgas zu konsumieren, reagieren m\u00fcssen. So hat die Stadt Kioskbesitzer*innen kontaktiert, um ihnen klar zu machen: Wer Lachgas an Kinder oder Jugendliche verkauft, \u201eder muss mit einem ordentlichen Bu\u00dfgeld rechnen\u201c, erkl\u00e4rt Ordnungsdezernent Dahmen. Gleichzeitig aber laufen Aufkl\u00e4rungskampagnen an Schulen und Jugendeinrichtungen, die stets auch die Eltern in den Blick nehmen.<\/p>\n<p>Auf diese Weise will der Sonderstab stets Augen und Ohren offenhalten und entstehende Probleme unter den Pr\u00e4missen Pr\u00e4vention, Hilfe und Repression angehen. Und die Tendenz, die H\u00e4nde in den Scho\u00df zu legen, zeigte zumindest bei der Pressekonferenz im Rathaus niemand.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wer h\u00e4ufiger am Hauptbahnhof unterwegs ist, wei\u00df, dass sich in den letzten Jahren etwas am Bild des Vorplatzes&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":374990,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1833],"tags":[3364,29,217,30,1209],"class_list":{"0":"post-374989","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-dortmund","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-dortmund","11":"tag-germany","12":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115096124322536563","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/374989","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=374989"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/374989\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/374990"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=374989"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=374989"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=374989"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}