{"id":375627,"date":"2025-08-26T22:41:19","date_gmt":"2025-08-26T22:41:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/375627\/"},"modified":"2025-08-26T22:41:19","modified_gmt":"2025-08-26T22:41:19","slug":"nazi-raubkunst-in-argentinien-entdeckt-streit-um-gemaelde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/375627\/","title":{"rendered":"Nazi-Raubkunst in Argentinien entdeckt \u2013 Streit um Gem\u00e4lde"},"content":{"rendered":"<p class=\"\">\n                    Seit Jahrzehnten war das Gem\u00e4lde \u201ePortr\u00e4t einer Dame (Contessa Colleoni)\u201c des italienischen Malers Giuseppe Ghislandi verschwunden. Das Gem\u00e4lde war Teil der aus mehr als 1100 Werken bestehenden Sammlung der international renommierten Kunsthandlung Goudstikker. Nun wurde es in Argentinien entdeckt.\n            <\/p>\n<p class=\"\">Lesen Sie auch: <a href=\"https:\/\/www.noz.de\/deutschland-welt\/kultur\/artikel\/oskar-schindler-der-kunst-wie-willy-kurth-die-nazis-narrte-46680659\" class=\"link underline-blue\" title=\"\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Oskar Schindler der Kunst: Wie Willy Kurth die Moderne vor den Nazis rettete<\/a><\/p>\n<p class=\"\">\n                    Dem j\u00fcdischen Amsterdamer Kunsth\u00e4ndler Jacques Goudstikker wurde 1940 auf Anordnung der Nationalsozialisten die Kunstsammlung entzogen und diese wiederum zu viel zu niedrigen Preisen von hochrangigen Nazis aufgekauft oder einfach ohne Bezahlung \u201emitgenommen\u201c.\u00a0Auch Reichsmarschall und Kunstsammler Hermann G\u00f6ring \u201ekaufte\u201c Gem\u00e4lde aus der Goudstikker-Sammlung.\n            <\/p>\n<p>\n                                Bereits vor Ausbruch des Krieges besuchte Hermann G\u00f6ring die Kunstsammlung Goudstikker.<br \/>\n                            Archivfoto: dpa\/GEMEENTE_ARCHIef<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/goudstikker-herman-goering.jpg\" title=\"Bereits vor Ausbruch des Krieges besuchte Hermann G\u00f6ring die Kunstsammlung Goudstikker.\" alt=\"Bereits vor Ausbruch des Krieges besuchte Hermann G\u00f6ring die Kunstsammlung Goudstikker.\" class=\"lightbox__single-image__content__image-wrapper__img\" loading=\"lazy\" width=\"375\" height=\"226\"\/>Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize<\/p>\n<p>SchliessenX ZeichenKleines Zeichen welches ein X symbolisiert<\/p>\n<p><img class=\"lightbox--enabled__container__image-wrapper__img\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>            Jacques Goudstikker endete tragisch <\/p>\n<p class=\"\">\n                    Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und nach dem Entzug seiner Sammlung musste der niederl\u00e4ndische Jude Jacques Goudstikker\u00a0aus den Niederlanden fliehen. Doch auf dem Schiff, das ihn in den USA in Sicherheit bringen sollte, st\u00fcrzte er in einen Laderaum. Er starb an seinen schweren Verletzungen.\n            <\/p>\n<p>\n                                Ein Portr\u00e4t von Jacques Goudstikker aus den 1930er-Jahren.<br \/>\n                            Archivfoto: dpa\/epa anp Gemeente Archief<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/jacques-goudstikker.jpg\" title=\"Ein Portr\u00e4t von Jacques Goudstikker aus den 1930er-Jahren.\" alt=\"Ein Portr\u00e4t von Jacques Goudstikker aus den 1930er-Jahren.\" class=\"lightbox__single-image__content__image-wrapper__img\" loading=\"lazy\" width=\"375\" height=\"600\"\/>Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize<\/p>\n<p>SchliessenX ZeichenKleines Zeichen welches ein X symbolisiert<\/p>\n<p><img class=\"lightbox--enabled__container__image-wrapper__img\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p class=\"\">\n                    Seine Frau und ihr einziger Sohn erreichten jedoch die Vereinigten Staaten. In ihrem Gep\u00e4ck hatten sie ein B\u00fcchlein, in dem Jacques\u00a0Goudstikker alle Kunstwerke verzeichnet hatte, die sich im Besitz seiner Kunsthandlung in Amsterdam befanden.\n            <\/p>\n<p class=\"\">\n                    \u201eMeine Suche nach den Kunstwerken meines Schwiegervaters Jacques Goudstikker begann Ende der 1990er Jahre und ich habe sie bis heute nicht aufgegeben\u201c, erkl\u00e4rt die 81-j\u00e4hrige Schwiegertochter Marei von Saher. \u201eDas Ziel meiner Familie ist es, jedes Kunstwerk, das aus der Goudstikker-Sammlung geraubt wurde, zur\u00fcckzufinden und Jacques\u2019 Verm\u00e4chtnis wiederherzustellen.\u201c\n            <\/p>\n<p class=\"\">Auch interessant: <a href=\"https:\/\/www.noz.de\/deutschland-welt\/kultur\/artikel\/-21123648\" class=\"link underline-blue\" title=\"\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Nazi-Raubkunst: Belgien gibt Gem\u00e4lde an Besitzer zur\u00fcck<\/a><\/p>\n<p>            Gem\u00e4lde wohl von G\u00f6rings rechter Hand geraubt<\/p>\n<p class=\"\">\n                    Nachdem die Sammlung geraubt wurde, wanderte das jetzt gefundene Gem\u00e4lde wohl in den Besitz des Nazi-Beamten Friedrich Kadgien. Dieser war die rechte Hand von Hermann G\u00f6ring und mitverantwortlich f\u00fcr die \u201eVierjahrespl\u00e4ne\u201c, die die deutsche Kriegsindustrie finanzieren sollten. Dazu z\u00e4hlte unter anderem die systematische Auspl\u00fcnderung j\u00fcdischer Diamantenh\u00e4ndler in Amsterdam. Zudem war er auch Mitglied der Waffen-SS.\n            <\/p>\n<p class=\"\">\n                    Als sich 1945 die deutsche Niederlage abzeichnete, floh Kadgien zun\u00e4chst in die Schweiz. In seinem Gep\u00e4ck: Ein Teil der erpressten Diamanten und einige Gem\u00e4lde. Offiziellen Dokumenten zufolge hatte der hohe deutsche Nazi-Beamte 1946 mindestens zwei Gem\u00e4lde aus der Goudstikker-Sammlung in seinem Besitz.\n            <\/p>\n<p class=\"\">\n                    Aus der Schweiz setzte sich Kadgien dann nach S\u00fcdamerika ab. Zun\u00e4chst floh er nach Brasilien, lie\u00df sich aber sp\u00e4ter in Argentinien nieder. Dort gr\u00fcndete er ein Unternehmen, lebte unter dem hispanisierten Namen Federico Kadgien, gr\u00fcndete eine Familie und starb 1978 in Buenos Aires.\n            <\/p>\n<p class=\"\">Auch interessant: <a href=\"https:\/\/www.noz.de\/deutschland-welt\/panorama\/artikel\/spur-fuehrt-nach-solingen-nazi-fund-in-buenos-aires-sonderanfertigung-fuer-ns-groessen-23214961\" class=\"link underline-blue\" title=\"\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Nazi-Fund in Buenos Aires: Sonderanfertigung f\u00fcr NS-Gr\u00f6\u00dfen?<\/a><\/p>\n<p>            Durch Zufall auf Gem\u00e4lde gesto\u00dfen<\/p>\n<p class=\"\">\n                    Nach Voruntersuchungen des pensionierten Niederl\u00e4nders Paul Post und durch einen bizarren Zufall ermittelte das \u201eAlgemeen Dagblad\u201c jetzt den Ort, an dem das geraubte Gem\u00e4lde vermutlich seit Jahren h\u00e4ngt. Ein arglos ver\u00f6ffentlichtes Foto verriet den Verbleib des Gem\u00e4ldes.\n            <\/p>\n<p class=\"\">\n                    Eine der T\u00f6chter des verstorbenen Federico Kadgien (ehemals: Friedrich) bot ihr Haus in einer argentinischen K\u00fcstenstadt zum Verkauf an und l\u00f6ste damit unabsichtlich die Frage nach dem Verbleib des Gem\u00e4ldes. Auf den Innenaufnahmen des Hauses auf einer argentinischen Makler-Website ist zu sehen, was mit dem geraubten Gem\u00e4lde geschehen ist: Es h\u00e4ngt \u00fcber einem Sofa. M\u00f6glicherweise schon 80 Jahre lang.\n            <\/p>\n<p>            Wie geht es jetzt weiter?<\/p>\n<p class=\"\">\n                    \u201eDie Erben von Jacques Goudstikker wollen das Gem\u00e4lde nun zur\u00fcck. Es steht auf einer <a href=\"https:\/\/www.lostart.de\/de\/Verlust\/584759\" class=\"link underline-blue\" title=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">internationalen Fahndungsliste f\u00fcr verschwundene Kunst<\/a>. Auch die niederl\u00e4ndische Rijksdienst voor Cultureel Erfgoed (RCE), die sich mit von den Nazis geraubten Kunstwerken befasst, f\u00fchrt das Gem\u00e4lde auf ihrer Website als vermisst\u201c, berichtet das \u201eAlgemeen Dagblad\u201c.\n            <\/p>\n<p class=\"\">\n                    Unklar ist, ob die Goudstikker-Nachfahren das Bild der Gr\u00e4fin Colleoni jedoch wirklich zur\u00fcckbekommen werden. Kunstexperten rechnen mit einem langen Rechtsstreit zu dem Verbleib des Gem\u00e4ldes, falls die jetzige Besitzerin nicht kooperieren will.\n            <\/p>\n<p>\n                                Im Jahr 2006 erhielten die Erben von Goudstikkers, Schwiegertochter Marei von Saher (r.) und ihre Tochter Charlene, 202 geraubte Gem\u00e4lde aus der nationalen Kunstgalerie der Niederlande.<br \/>\n                            Archivfoto: dpa\/dpaweb\/epa anp Ed Oudenaarden<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/goudstikker.jpg\" title=\"Im Jahr 2006 erhielten die Erben von Goudstikkers, Schwiegertochter Marei von Saher (r.) und ihre Tochter Charlene, 202 geraubte Gem\u00e4lde aus der nationalen Kunstgalerie der Niederlande.\" alt=\"Im Jahr 2006 erhielten die Erben von Goudstikkers, Schwiegertochter Marei von Saher (r.) und ihre Tochter Charlene, 202 geraubte Gem\u00e4lde aus der nationalen Kunstgalerie der Niederlande.\" class=\"lightbox__single-image__content__image-wrapper__img\" loading=\"lazy\" width=\"375\" height=\"269\"\/>Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize<\/p>\n<p>SchliessenX ZeichenKleines Zeichen welches ein X symbolisiert<\/p>\n<p><img class=\"lightbox--enabled__container__image-wrapper__img\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p class=\"\">\n                    Denn wenn sich ein Gem\u00e4lde in Privatbesitz befindet und der Eigent\u00fcmer es nicht zur\u00fcckgeben will, kann es nach all den Jahren sehr schwierig sein, es zur\u00fcckzuerhalten. Noch ist unklar, wie genau das Gem\u00e4lde in den Besitz des Nazi-Beamten Kadgien kam. Seine beiden T\u00f6chter wollen dar\u00fcber jedenfalls keine Auskunft erteilen.\n            <\/p>\n<p class=\"\">Weiterlesen: <a href=\"https:\/\/www.noz.de\/deutschland-welt\/kultur\/artikel\/aus-fuer-limbach-kommission-wer-kuemmert-sich-um-nazi-raubkunst-47317271\" class=\"link underline-blue\" title=\"\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Aus f\u00fcr Limbach-Kommission: Wer k\u00fcmmert sich nun um Kunst, die die Nazis raubten?<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit Jahrzehnten war das Gem\u00e4lde \u201ePortr\u00e4t einer Dame (Contessa Colleoni)\u201c des italienischen Malers Giuseppe Ghislandi verschwunden. 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