{"id":375785,"date":"2025-08-27T00:10:10","date_gmt":"2025-08-27T00:10:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/375785\/"},"modified":"2025-08-27T00:10:10","modified_gmt":"2025-08-27T00:10:10","slug":"mehr-antibiotika-resistenzen-durch-gaengige-schmerzmittel-ibuprofen-und-paracetamol-foerdern-mutationen-und-resistenzbildung-bei-bakterien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/375785\/","title":{"rendered":"Mehr Antibiotika-Resistenzen durch g\u00e4ngige Schmerzmittel? &#8211; Ibuprofen und Paracetamol f\u00f6rdern Mutationen und Resistenzbildung bei Bakterien"},"content":{"rendered":"<p>Schmerzmittel f\u00f6rdern die Resistenz von Bakterien<\/p>\n<p>Die Experimente ergaben: In Gegenwart von Ibuprofen oder Paracetamol wuchsen die Bakterien trotz Antibiotikum unvermindert weiter. Der normalerweise hemmende Effekt blieb weitgehend aus. Im Test mit der vollen Dosis Ciprofloxacin konnte das Antibiotikum viele dieser Darmkeime dann nicht mehr abt\u00f6ten. \u201eBedenklich ist zudem, dass die Bakterien hinterher nicht nur gegen Ciprofloxacin resistent waren, sondern auch gegen mehrere andere Antibiotika\u201c, sagt Seniorautorin Henrietta Venter von der University of South Australia.<\/p>\n<p>Noch deutlicher fiel dieser Effekt aus, wenn diese Schmerzmittel zusammen oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln zu den Bakterienkulturen gegeben wurden. Die Tests zeigen beispielsweise eine 64-fache Erh\u00f6hung der Resistenz f\u00fcr die mit Kombination Ibuprofen und Diclofenac und eine 32-fache Erh\u00f6hung der Widerstandsf\u00e4higkeit nach Gabe von Ibuprofen mit Paracetamol oder Metformin.\n<\/p>\n<p>Damit best\u00e4tigen die Ergebnisse, dass auch einige g\u00e4ngige Schmerzmittel Antibiotika-Resistenzen f\u00f6rdern k\u00f6nnen \u2013 obwohl diese Medikamente selbst nicht antibiotisch wirken. \u201eAntibiotika-Resistenz beruht heute nicht mehr nur auf den Antibiotika selbst\u201c, sagt Venter.\n<\/p>\n<p>Mutationen machen bakterielle Zellpumpen \u00fcberaktiv<\/p>\n<p>Den Grund f\u00fcr diese Resistenz-f\u00f6rdernde Wirkung vor allem von Ibuprofen und Paracetamol entdeckte das Team, als es sich das Genom der Bakterien n\u00e4her ansah: Die Pr\u00e4senz der Schmerzmittel hatte die Mutationsrate von Escherichia coli deutlich erh\u00f6ht. \u201eHatten die Bakterien zus\u00e4tzlich zum Antibiotikum auch Kontakt mit Ibuprofen oder Paracetamol, entwickelten sie mehr genetische Ver\u00e4nderungen als nur mit dem Antibiotikum allein\u201c, berichtet Venter. \u201eDies half ihnen dabei, schneller zu wachsen und hochgradig resistent zu werden.\u201c\n<\/p>\n<p>Konkret bewirkten die Mutationen dies, weil sie auch in den Genen entstehen, die die sogenannten Efflux-Pumpen der Bakterienzellen kontrollieren, wie das Team herausfand. Diese in der Zellwand sitzenden Pumpen k\u00f6nnen eingedrungene Antibiotika-Molek\u00fcle aktiv wieder aus der Zelle hinausbef\u00f6rdern. \u201cDiese Pumpen agieren schnell und nichtspezifisch, das macht sie zu einer der ersten Verteidigungslinien der Erreger\u201c, schreiben die Forschenden.<\/p>\n<p>Die durch die Schmerzmittel gef\u00f6rderten Mutationen f\u00fchren dazu, dass diese Pumpen \u00fcberaktiv sind. Sie bef\u00f6rdern die Antibiotika-Molek\u00fcle dadurch aus der Zelle, bevor diese ihre Wirkung entfalten k\u00f6nnen, wie Venter erkl\u00e4rt.\n<\/p>\n<p>Relevant vor allem f\u00fcr \u00c4ltere und chronisch Kranke<\/p>\n<p>Nach Ansicht des Forschungsteams ist dies eine alarmierende Erkenntnis. Denn gerade chronische kranke oder \u00e4ltere Menschen m\u00fcssen oft dauerhaft mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen. Kommt dann noch ein Antibiotikum dazu, kann dies das Risiko f\u00fcr Antibiotika-Resistenzen signifikant erh\u00f6hen. \u201eDies gilt besonders f\u00fcr Menschen in Pflegeheimen, die h\u00e4ufig zahlreiche Arzneimittel erhalten \u2013 das macht sie zur idealen Brutst\u00e4tte f\u00fcr neue Antibiotika-Resistenzen\u201c, sagt Venter.\n<\/p>\n<p>Das bedeute nicht, dass man aufh\u00f6ren m\u00fcsse, diese Arzneimittel zu verwenden. \u201eAber wir m\u00fcssen mehr darauf achten, wie sie mit Antibiotika interagieren\u201c, sagt Venter. Das Forschungsteam pl\u00e4diert daf\u00fcr, solche Medikamenten-Wechselwirkungen st\u00e4rker zu erforschen \u2013 und auch genau zu pr\u00fcfen, welche Arzneimittel grade bei \u00e4lteren Menschen wirklich n\u00f6tig seien. Tats\u00e4chlich haben andere Studien bereits gezeigt, dass viele Senioren mehr Mittel einnehmen als sie eigentlich br\u00e4uchten. (npj Antimicrobials and Resistance, 2025; <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s44259-025-00144-w\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">doi: 10.1038\/s44259-025-00144-w<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: University of South Australia<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>27. August 2025\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Schmerzmittel f\u00f6rdern die Resistenz von Bakterien Die Experimente ergaben: In Gegenwart von Ibuprofen oder Paracetamol wuchsen die Bakterien&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":375786,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[46982,102089,1668,29,30,141,232,46984,26275,96113,69551,81834],"class_list":{"0":"post-375785","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-antibiotika","9":"tag-antiviotikum","10":"tag-bakterien","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-gesundheit","14":"tag-health","15":"tag-ibuprofen","16":"tag-mutation","17":"tag-paracetamol","18":"tag-resistenz","19":"tag-schmerzmittel"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115097831022420816","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/375785","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=375785"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/375785\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/375786"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=375785"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=375785"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=375785"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}