{"id":375893,"date":"2025-08-27T01:10:10","date_gmt":"2025-08-27T01:10:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/375893\/"},"modified":"2025-08-27T01:10:10","modified_gmt":"2025-08-27T01:10:10","slug":"postmigrantische-perspektiven-im-wkv-stuttgart-zweites-zuhause-max-eyth-see","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/375893\/","title":{"rendered":"Postmigrantische Perspektiven im WKV Stuttgart: Zweites Zuhause Max-Eyth-See"},"content":{"rendered":"<p>Wer geh\u00f6rt dazu? Dar\u00fcber bestimmen Aufenthaltsgenehmigungen, Visa und Gesetze. Wer f\u00fchlt sich zugeh\u00f6rig: zu einer bestimmten Gemeinschaft etwa oder zu einer Stadt? Das ist eine zentrale Frage der Ausstellung im WKV. Oftmals werden Menschen als zugeh\u00f6rig zu bestimmten Herkunfts- oder Religionsgemeinschaften beschrieben. Aber Zugeh\u00f6rigkeit l\u00e4sst sich auch ganz anders definieren: unabh\u00e4ngig von Herkunft und Religion als Verbundenheit mit einer Nachbarschaft.<\/p>\n<p>Nejad und Fitui beschlossen, der Geschichte der Migration nachzugehen, ausgehend von einzelnen Quartieren in Stuttgart. Nejad gab ein Seminar am Institut f\u00fcr St\u00e4dtebau. &#8222;Obwohl Stuttgart eine f\u00fcr die Stadt bedeutende Einwanderungsgeschichte auszeichnet&#8220;, hie\u00df es in der Ank\u00fcndigung, &#8222;steht die Auseinandersetzung damit, wie Migration die Stadt pr\u00e4gt und gepr\u00e4gt hat, noch in den Anf\u00e4ngen.&#8220; Die Studierenden erarbeiteten Dossiers zu einzelnen Orten, die nun in der Ausstellung auf einem Tisch ausliegen.<\/p>\n<p>Starre Zuschreibungen \u00fcberwinden<\/p>\n<p>Sie wollten zum Beispiel herausfinden, wie sich seit der Er\u00f6ffnung des t\u00fcrkischen Konsulats am Kernerplatz 1978 das Quartier ver\u00e4ndert hat. Wo es keine schriftlichen Unterlagen gab, befragten sie Zeitzeugen und zogen Adressb\u00fccher zu Rate. Damals entstanden viele kleine B\u00fcros und L\u00e4den: \u00dcbersetzungs- und Reiseb\u00fcros, Anwaltskanzleien, bis hin zu Einzelhandel und Restaurants, die das Viertel bis heute pr\u00e4gen.<\/p>\n<p>An der Mauserstra\u00dfe in Stuttgart-Feuerbach, auf der vom Ortszentrum abgewandten Seite der Bahngleise, hat sich eine Art Parallelgesellschaft entwickelt, gepr\u00e4gt von der gr\u00f6\u00dften Moschee des Verbands Ditib und einer t\u00fcrkischen Gro\u00dfb\u00e4ckerei. Der Besitzer verdient richtig viel Geld, erkl\u00e4rt Nejad. Er k\u00f6nnte sich auch R\u00e4ume im Stadtzentrum leisten. Aber keiner will an ihn vermieten. So ist die Entstehung des sehr stark t\u00fcrkisch gepr\u00e4gten Viertels letztlich auf Ausgrenzung seitens der Mehrheitsgesellschaft zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Zwischen den Studierendenarbeiten liegen in der Ausstellung B\u00fccher aus, Titel wie: &#8222;Wozu Rassismus?&#8220;, &#8222;Das Integrationsparadox&#8220; oder &#8222;Die postmigrantische Gesellschaft: Ein Versprechen der pluralen Demokratie&#8220;. Der Begriff postmigrantisch, gepr\u00e4gt durch das postmigrantische Theater der Berliner Intendantin \u015eermin Langhoff, bezeichnet eine Gesellschaft, die von Migration gepr\u00e4gt ist, vor allem aber von den Nachfahren der Migrant:innen: denjenigen, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind und zunehmend ihre Stimmen erheben.<\/p>\n<p>Der Begriff &#8222;steht f\u00fcr das \u00dcberwinden starrer Zuschreibungen&#8220;, definiert der Ausstellungsflyer, &#8222;die Entwicklung neuer Formen von Zugeh\u00f6rigkeit, Erinnerung und Sichtbarkeit sowie die kritische Auseinandersetzung mit rassistischen und ausschlie\u00dfenden Strukturen&#8220;. Letztere hat der WKV immer wieder angesprochen: von den eigenen Beobachtungen im Zuge der Black-Lives-Matter-Proteste bis hin zu den Morden von Hanau. Solche negativen Erfahrungen haben Fitui und Nejad aber bewusst weggelassen, weil es ihnen auf die allt\u00e4glichen, positiven Erfahrungen der postmigrantischen Gesellschaft ankommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wer geh\u00f6rt dazu? Dar\u00fcber bestimmen Aufenthaltsgenehmigungen, Visa und Gesetze. 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