{"id":376041,"date":"2025-08-27T02:33:10","date_gmt":"2025-08-27T02:33:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/376041\/"},"modified":"2025-08-27T02:33:10","modified_gmt":"2025-08-27T02:33:10","slug":"wohnungsleerstand-im-stuttgarter-sueden-der-stadt-reichts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/376041\/","title":{"rendered":"Wohnungsleerstand im Stuttgarter S\u00fcden: Der Stadt reicht&#8217;s"},"content":{"rendered":"<p>Die Besetzer:innen erfuhren eine Welle an Solidarit\u00e4t, nicht nur in der Nachbarschaft. Beim M\u00f6belschleppen halfen auch die Stadtr\u00e4te Thomas Adler (Linke), Hannes Rockenbauch (S\u00d6S) und Luigi Pantisano (Linke), letzterer inzwischen im Bundestag. Weil sie eine Dreiviertelstunde im besetzten Haus waren, mussten sie insgesamt 2.400 Euro wegen Hausfriedensbruch zahlen. Deutlich teurer wurde es f\u00fcr die Besetzer:innen. Die w\u00e4ren eigentlich bereit gewesen, Miete zu zahlen, auch die Eigent\u00fcmerfamilie signalisierte Gespr\u00e4chsbereitschaft. Und beantragte dann doch die Zwangsr\u00e4umung. &#8222;Wehret den Anf\u00e4ngen&#8220;, kommentierte diese der Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) damals \u2013 rechtsfreie R\u00e4ume, damit meinte er die Hausbesetzungen, d\u00fcrfe es in Baden-W\u00fcrttemberg nicht geben.<\/p>\n<p>Sieben Jahre Sanierung<\/p>\n<p>Seit die ungebetenen Bewohner:innen im Mai 2018 mittels Polizei entfernt und auch regul\u00e4ren Mieter:innen gek\u00fcndigt wurden, steht das Haus bis auf eine Wohnung im zweiten Stock leer. Deshalb sind wohl die Rolll\u00e4den im Erdgeschoss heruntergelassen: Das Innenleben soll vor neugierigen Blicken von au\u00dfen gesch\u00fctzt werden. Hinter dem einzigen Fenster, bei dem das Rollo nur halb heruntergelassen wurde, ist es dunkel. Auf dem Fenstersims steht eine Dose, die ausweislich der Farbkleckse am Rand und eines an der Seite heruntergelaufenen Tropfens wei\u00dfe Wandfarbe beinhaltet.<\/p>\n<p>Offenbar wurde also drinnen gestrichen. Das w\u00fcrde passen, denn laut den Eigent\u00fcmer:innen stehen die Wohnungen leer, weil saniert wird. Seit sieben Jahren. Dabei wies der Laminatboden, auf dem die Besetzer:innen ihre Matratzen legten, <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/politik\/370\/diese-wohnung-ist-besetzt-5066.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">damals schon keinen einzigen Kratzer auf<\/a>. Auch sonst pr\u00e4sentierte sich die Wohnung in einem eigentlich bewohnbaren Zustand. Der Verdacht liegt nahe, dass es den Eigent\u00fcmer:innen nicht darum ging, die Wohnungen so bald wie m\u00f6glich auf dem Mietmarkt anzubieten.<\/p>\n<p>Vor dem Verkauf wurde das Haus im Netz beworben mit der M\u00f6glichkeit, &#8222;von dem Ausbau- und Mietsteigerungspotenzial&#8220; profitieren zu k\u00f6nnen. &#8222;Miete wie auch die Rentabilit\u00e4t&#8220; lie\u00dfen sich &#8222;durch geringe Modernisierungen&#8220; stark anheben. Damals konnten noch elf Prozent der Modernisierungskosten j\u00e4hrlich auf die Miete aufgeschlagen werden, seit 2019 nur noch acht Prozent.<\/p>\n<p>Nun steht im Grundgesetz, dass Eigentum verpflichtet. Wohnungen aus Spekulationsgr\u00fcnden nicht auf dem Mietmarkt anzubieten, geht damit nicht konform. Seit 2016 gilt in Stuttgart die &#8222;Satzung \u00fcber das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum&#8220;, nach der es untersagt ist, Wohnungen ohne triftigen Grund l\u00e4nger als ein halbes Jahr leer stehen zu lassen. Ein Versto\u00df kann die Stadt mit einem Bu\u00dfgeld von bis zu 50.000 Euro ahnden. Nur Wohnungen, die &#8222;nachweislich z\u00fcgig umgebaut, instandgesetzt oder modernisiert&#8220; werden oder &#8222;alsbald ver\u00e4u\u00dfert&#8220; werden sollen, sind von dieser Satzung ausgenommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Besetzer:innen erfuhren eine Welle an Solidarit\u00e4t, nicht nur in der Nachbarschaft. 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