{"id":376345,"date":"2025-08-27T05:34:14","date_gmt":"2025-08-27T05:34:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/376345\/"},"modified":"2025-08-27T05:34:14","modified_gmt":"2025-08-27T05:34:14","slug":"braucht-berlin-den-17-bauabschnitt-der-stadtautobahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/376345\/","title":{"rendered":"Braucht Berlin den 17. Bauabschnitt der Stadtautobahn?"},"content":{"rendered":"<p> Pro <\/p>\n<p class=\"tspBYly\">Wer <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/bezirke\/tempelhof-schoeneberg\/bucher-filme-spiele-lastenrad-wird-zur-rollenden-bezirksbibliothek-14193803.html?icid=in-text-link_14229290\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mit dem Lastenrad<\/a> den Einkauf im Biomarkt erledigt, handelt l\u00f6blich. Doch schnell ger\u00e4t dabei in Vergessenheit: Die Waren m\u00fcssen \u00fcberhaupt erst in die Stadt kommen. Obst, Brot, Baustoffe, Medikamente \u2013 sie reisen nicht auf Pedalen, sondern auf Lkw. Ohne funktionierende Verkehrsachsen steht die Nahversorgung still. Berlin w\u00e4chst, die Versorgung wird komplexer, und der Wirtschaftsverkehr ist das R\u00fcckgrat der Hauptstadt. Der Ausbau der A100 ist daher kein r\u00fcckw\u00e4rtsgewandtes Projekt, sondern eine Investition in die Zukunftsf\u00e4higkeit Berlins. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/christoph-m-kluge.jpeg\"   alt=\"\" width=\"767\" height=\"767\" loading=\"lazy\" class=\"tspBTlq\"\/><\/p>\n<p class=\"tspB7m9\"><strong>Christoph M. Kluge<\/strong> Christoph M. Kluge ist Wirtschaftsredakteur beim Tagesspiegel und f\u00e4hrt privat einen Pkw mit sparsamem Verbrennungsmotor.<\/p>\n<p class=\"tspBYly\">Eine Stadt mit fast vier Millionen Einwohnern l\u00e4sst sich nicht allein mit Radwegen sowie U- und S-Bahnen organisieren. Lieferketten f\u00fcr Handel und Bau funktionieren nur, wenn der Verkehr auf leistungsf\u00e4higen Trassen flie\u00dft. Handwerker, Pflegedienste und Rettungswagen brauchen verl\u00e4ssliche, schnelle Routen. Menschen, die morgens mit dem Auto zur Arbeit fahren m\u00fcssen, <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/sigrid-nikuttas-vision-fur-berlin-2030-oft-sind-funf-minuten-wartezeit-schon-fast-eine-beleidigung-13530118.html?icid=in-text-link_14229290\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">weil der \u00d6ffentliche Nahverkehr schon au\u00dferhalb des S-Bahnrings d\u00fcnn wird<\/a>, haben ebenso Anspruch auf Mobilit\u00e4t wie Radfahrende in Prenzlauer Berg. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen Bahn- und Busrouten ausgebaut werden. Doch auch die modernste S-Bahn liefert keine Baumaterialien in die Innenstadt. Verkehrsberuhigung im Zentrum gelingt nur mit einer Autobahn. <\/p>\n<blockquote class=\"tspCKod\">\n<p>Verkehrsberuhigung im Zentrum gelingt nur mit einer Autobahn.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspCKoe\">Christoph M. Kluge, Tagesspiegel-Redakteur<\/p>\n<p class=\"tspBYly\">Denn wenn sich Laster und Lieferwagen durch Wohnstra\u00dfen qu\u00e4len m\u00fcssen, sind die Unfallrisiken f\u00fcr Radfahrer und Fu\u00dfg\u00e4nger besonders gro\u00df. Um in den Kiezen Platz f\u00fcr diese zu schaffen, braucht es die M\u00f6glichkeit der Umfahrung. Stau in dicht besiedelten Gebieten bedeutet \u00fcberproportional hohe Emissionen von CO\u2082, Stickoxiden und Feinstaub. Das gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr den privaten Verkehr. Auf der Stadtautobahn hingegen ist der Aussto\u00df pro Kilometer geringer, weil der Verkehr flie\u00dft. <\/p>\n<p> Berlin steht vor der Wahl <\/p>\n<p class=\"tspBYly\">Auch in Zeiten zunehmender Elektromobilit\u00e4t \u00e4ndert sich das nicht grundlegend. Selbst E-Autos erzeugen Feinstaub und Reifenabrieb und sind zudem f\u00fcr die meisten nicht bezahlbar. Die Verkehrswende kommt, aber der Wandel dauert deutlich l\u00e4nger, als manche glauben m\u00f6chten. In der realen Welt steht Berlin vor der Wahl. Entweder weiter Staus, Lkw-Kolonnen und schlechte Luft in den Wohnvierteln. Oder ein konsequenter Ausbau der A100, der Versorgung, Sicherheit und Klimaziele in Einklang bringt. <\/p>\n<p class=\"tspBYly\">Nun kommt es darauf an, die Elsenbr\u00fccke schnell fertigzustellen und den 17. Bauabschnitt auf den Weg zu bringen. Wer eine lebenswerte, saubere, gr\u00fcnere und zunehmend autoarme Innenstadt will, sollte nicht gegen die Autobahn k\u00e4mpfen, sondern auf ihr Gelingen setzen.<\/p>\n<p> Kontra <\/p>\n<p class=\"tspBYly\">Die abermalige Verl\u00e4ngerung der A100 bis zur Storkower Stra\u00dfe klingt nicht nur wie eine Idee aus dem vorigen Jahrtausend, sie ist es auch. 1999 begannen die Vorplanungen f\u00fcr die 5726 Meter lange Betontrasse. Zur Erinnerung: Damals war der einstige Kanzler Gerhard Schr\u00f6der (SPD) gerade ein Jahr im Amt, Berlin wurde zum zweiten Mal von Eberhard Diepgen (CDU) regiert und \u2013 so viel Nostalgie muss sein \u2013 Hertha BSC qualifizierte sich als Tabellendritter der Fu\u00dfball-Bundesliga f\u00fcr die Champions League. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/robert-kiesel-03.jpeg\"   alt=\"\" width=\"767\" height=\"767\" loading=\"lazy\" class=\"tspBTlq\"\/><\/p>\n<p class=\"tspB7m9\"><strong>Robert Kiesel<\/strong> Robert Kiesel arbeitet seit 2018 als landespolitischer Korrespondent f\u00fcr Berlin beim Tagesspiegel. Er hat Politikwissenschaft in seiner Heimatstadt Berlin studiert und das journalistische Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern erlernt. Erstkontakt via robert.kiesel@tagesspiegel.de<\/p>\n<p class=\"tspBYly\">Seitdem hat sich nicht nur <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/sport\/stellvertretend-fur-hertha-bsc-fabian-reese-sucht-die-unwiderstehlichkeit-der-vorsaison-14224751.html?icid=in-text-link_14229290\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">sportlich vieles ver\u00e4ndert<\/a>, auch das Mobilit\u00e4tsverhalten der im selben Zeitraum um eine halbe Million Menschen gewachsenen Stadt unterscheidet sich grunds\u00e4tzlich von dem zur Jahrtausendwende. Wo fr\u00fcher das eigene Auto zur Grundausstattung geh\u00f6rte wie der R\u00f6hren-Farbfernseher, entscheiden sich heute immer mehr gegen das Auto vor der T\u00fcr. Pro Kopf sinkt die Zahl der in Berlin zugelassenen Pkw. Ein Trend, der sich angesichts steigender Preise f\u00fcr endliche Ressourcen und des viel zu teuren Umstiegs auf E-Motoren in Zukunft beschleunigen d\u00fcrfte. <\/p>\n<p> Bis zur Fertigstellung d\u00fcrften 20 Jahre vergehen <\/p>\n<p class=\"tspBYly\">Deshalb und vor dem Hintergrund dessen, was vergleichbare europ\u00e4ische Metropolen aktuell unternehmen, um die Verkehrswende umzusetzen, wirken die Pl\u00e4ne f\u00fcr eine erneute Verl\u00e4ngerung der A100 aus der Zeit gefallen. Deutlich mehr als eine Milliarde Euro d\u00fcrfte es realistisch kosten, die seit Mittwoch am Treptower Park endende Stadtautobahn um f\u00fcnf Kilometer (!) zu verl\u00e4ngern. Bis zur Fertigstellung d\u00fcrften gut und gern 20 Jahre vergehen \u2013 zumal die aktuell geplante Tunnelvariante baufachlich deutlich aufwendiger umzusetzen ist.<\/p>\n<blockquote class=\"tspCKod\">\n<p>Die Pl\u00e4ne f\u00fcr eine erneute Verl\u00e4ngerung der A100 wirken aus der Zeit gefallen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspCKoe\">Robert Kiesel, Tagesspiegel-Redakteur<\/p>\n<p class=\"tspBYly\">Um Missverst\u00e4ndnissen vorzubeugen: Berlin braucht ein leistungsf\u00e4higes Stra\u00dfennetz. Lieferverkehr, Baumaterialien und Rettungsdienste werden auf absehbare Zeit weder per Lastenrad noch im Flugtaxi ihr Ziel erreichen. Wer etwas anderes sagt, verschlie\u00dft die Augen vor der Realit\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"tspBYly\">Und dennoch lassen sich die legitimen Bedarfe derer, die dringend auf freie Stra\u00dfen angewiesen sind, nachhaltiger und zeitgem\u00e4\u00dfer befriedigen als durch das Verl\u00e4ngern einer sechsspurigen Betonschneise, die mehr und nicht weniger Verkehr nach sich ziehen wird. Der Schl\u00fcssel dazu, dem in einer Vier-Millionen-Metropole unerl\u00e4sslichen Gewerbeverkehr freie Fahrt zu erm\u00f6glichen, liegt in der Reduzierung des individuellen Autoverkehrs. <\/p>\n<p> Mehr zur Stadtautobahn <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/32-jahre-fur-32-kilometer-wie-berlin-mit-der-a100-verlangerung-geschichte-schrieb--eine-chronik-14230613.html?icid=topic-list_14229290___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCJn7\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">32 Jahre f\u00fcr 3,2 Kilometer Wie Berlin mit der A100-Verl\u00e4ngerung Geschichte schrieb <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/highway-in-die-klimaholle-aktivisten-wollen-gegen-autobahn-eroffnung-in-berlin-protestieren-14224556.html?icid=topic-list_14229290___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCJn7\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eHighway in die Klimah\u00f6lle\u201c Aktivisten wollen gegen Autobahn-Er\u00f6ffnung in Berlin protestieren <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/leser-zur-a100-verlangerung-sind-720-millionen-euro-gerechtfertigt-dass-ich-schneller-an-meinem-wochenendhaus-bin-14228918.html?icid=topic-list_14229290___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCJn7\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Leser zur A100-Verl\u00e4ngerung \u201eSind 720 Millionen Euro gerechtfertigt, dass ich schneller an meinem Wochenendhaus bin?\u201c <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBYly\">Erst wenn Alternativen wie \u00d6ffentlicher Nahverkehr, das Radfahren und auch Car-Sharing attraktiv genug ausgebaut sind, um einen Umstieg auch in der Masse auszul\u00f6sen, gibt es echte Verbesserungen f\u00fcr die, die nicht umsteigen k\u00f6nnen. Das zu erreichen sollte das vornehmliche Ziel einer jeden Berliner Landesregierung sein, v\u00f6llig gleich welcher Couleur. Den in Zeiten harter K\u00fcrzungen und knapper Kassen grotesk teuren Ausbau der in den 1950er Jahren konzipierten A100 k\u00f6nnen sich der Bund und Berlin dann getrost sparen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Pro Wer mit dem Lastenrad den Einkauf im Biomarkt erledigt, handelt l\u00f6blich. 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