{"id":37692,"date":"2025-04-16T23:23:12","date_gmt":"2025-04-16T23:23:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/37692\/"},"modified":"2025-04-16T23:23:12","modified_gmt":"2025-04-16T23:23:12","slug":"zollstreit-muessen-die-amerikaner-nikes-bald-selbst-naehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/37692\/","title":{"rendered":"Zollstreit: M\u00fcssen die Amerikaner Nikes bald selbst n\u00e4hen?"},"content":{"rendered":"<p>    Inhalt<br \/>\n    <a class=\"article-toc__fullview z-text-button\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2025-04\/zollstreit-sneaker-nike-modeindustrie-usa\/komplettansicht\" data-ct-label=\"all\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n        Auf einer Seite lesen    <\/a><\/p>\n<p>                        Inhalt<\/p>\n<ol class=\"article-toc__list\">\n<li class=\"article-toc__list-item\">\n<p>Seite 1M\u00fcssen die Amerikaner Nikes bald selbst n\u00e4hen?<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"article-toc__list-item\"><a class=\"article-toc__item article-toc__link\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2025-04\/zollstreit-sneaker-nike-modeindustrie-usa\/seite-2\" data-ct-label=\"2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                    Seite 2Trump hat es auf Vietnam abgesehen<br \/>\n                <\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"paragraph article__item\">N\u00e4htisch reiht sich an N\u00e4htisch, beleibte Frauen und M\u00e4nner<br \/>\nmit Nike-T-Shirts sitzen daran, einer tr\u00e4gt eine USA-M\u00fctze auf dem Kopf, fummelt<br \/>\nan einem Nike-Schuh herum, bei\u00dft dann von einem Burger ab. Und hinten an der<br \/>\nWand h\u00e4ngt ein Banner: &#8222;Make America strong again.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Szene stammt aus einem KI-generierten Video, das in den<br \/>\nvergangenen Tagen viral ging und allein bei <a href=\"https:\/\/x.com\/AdameMedia\/status\/1910339720669778261\" target=\"_blank\">X \u00fcber 20-Millionen-mal<\/a> angesehen wurde \u2013 vermutlich, weil es so abwegig erscheint:<br \/>\nUS-Amerikaner, die Nike-Turnschuhe f\u00fcr den eigenen Markt n\u00e4hen. Turnschuhe. Massenproduktion.<br \/>\nIn den <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/usa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">USA<\/a>. Und nicht in S\u00fcdostasien. Nur: Ist das wirklich so unrealistisch?\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Wegen der Handelspolitik von US-Pr\u00e4sident Donald Trump haben<br \/>\ninternational operierende Modemarken wie <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/nike\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nike<\/a> ein akutes Problem: Z\u00f6lle<br \/>\ntreiben die Kosten f\u00fcr ihre Produkte derzeit rasant in die H\u00f6he. Gegen\u00fcber<br \/>\nChina etwa haben die USA seit vergangener Woche eine Zollfestung hochgezogen<br \/>\nund <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/news\/2025-04\/10\/20-prozent-vergessen-us-zoelle-gegen-china-bei-145-prozent\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Einfuhrz\u00f6lle von 145 Prozent<\/a> auf einen Gro\u00dfteil aller Konsumg\u00fcterimporte<br \/>\naus dem Land beschlossen. In der Volksrepublik werden <a href=\"https:\/\/arsutoriastudio.com\/en\/global-footwear-production-goes-down-and-asia-leads-consuption\/\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">55 Prozent aller Schuhe<br \/>\nweltweit produziert<\/a> \u2013 12,3 Milliarden waren es im Jahr 2023.\n<\/p>\n<p>        Einkaufspreis verdoppelt        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Damit stellt der Zollkonflikt das Gesch\u00e4ftsmodell international<br \/>\noperierender Modefirmen auf die Probe. &#8222;Wer in China produziert und in den USA<br \/>\nverkauft, steht pl\u00f6tzlich vor einer radikalen Ver\u00e4nderung seiner Kalkulation&#8220;,<br \/>\nsagt Gabriele Terland, Partnerin bei der Boston Consulting Group (BCG). Sie<br \/>\nwill sich nicht zu einzelnen Marken wie Nike \u00e4u\u00dfern, ist jedoch Expertin f\u00fcr<br \/>\ndie Luxus- und Modeindustrie bei der Unternehmensberatung. Und sie sagt: F\u00fcr die Modeindustrie sei das aktuell &#8222;ein Stresstest&#8220;.\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0ZEIT ONLINE<\/p>\n<p>\n                    Newsletter<\/p>\n<p>                    ZEIT Geldkurs<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Tsch\u00fcss, Finanzchaos: In acht Wochen erkl\u00e4ren wir Schritt f\u00fcr Schritt, wie Sie bessere Geldroutinen aufbauen und das mit den ETFs endlich angehen. Anschlie\u00dfend erhalten Sie unseren Geld-Newsletter mit den besten Artikeln rund um Finanzen.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie Ihr Postfach und best\u00e4tigen Sie das Newsletter-Abonnement.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Das zeigt auch der Blick in die Gewinnkalkulation eines<br \/>\nNike-Schuhs, die 2022 das <a href=\"https:\/\/www.solereview.com\/what-does-it-cost-to-make-a-running-shoe\/\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Testportal Solereview<\/a> ver\u00f6ffentlichte und das sich<br \/>\nmit anderen <a href=\"https:\/\/weartesters.com\/cost-breakdown-100-nike-sneaker\/\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Insiderberichten<\/a> deckt: Ein Nike-Modell, das f\u00fcr 100 US-Dollar in<br \/>\nden USA verkauft wird, kostet den US-Konzern im Einkauf bei den chinesischen<br \/>\nZulieferern rund 25 US-Dollar inklusive Transportkosten \u2013 also etwa ein Viertel<br \/>\ndes Preises, den am Ende die Verbraucher zahlen. Gelten Z\u00f6lle von 20 Prozent \u2013 das<br \/>\nwar in etwa der Zollsatz f\u00fcr Textilimporte aus <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/china\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">China<\/a> der vergangenen Jahre \u2013,<br \/>\nmuss Nike also rund 30 US-Dollar ausgeben, bis das Paar Schuhe die USA erreicht<br \/>\nhaben. Gilt jedoch wie aktuell ein Zoll von 145 Prozent, kosten allein die<br \/>\nZollgeb\u00fchren 36,25 US-Dollar. Insgesamt m\u00fcsste Nike also rund 61 US-Dollar<br \/>\nausgeben, bevor es den Schuh in den USA \u00fcberhaupt an Einzelh\u00e4ndler wie<br \/>\nFoot Locker weiterverkaufen kann.\n<\/p>\n<p>                        Auf Marge verzichten? Unwahrscheinlich        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Aus dieser Rechnung ergeben sich zwei Optionen: Entweder<br \/>\nNike selbst und die Einzelh\u00e4ndler verzichten auf einen Teil ihrer Marge, um den<br \/>\nSchuh weiterhin f\u00fcr 100 US-Dollar im Laden anbieten zu k\u00f6nnen. Eher<br \/>\nunwahrscheinlich und auch nur teilweise m\u00f6glich, sagt Gabriele Terland von BCG.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Oder die Unternehmen heben den Endpreis an. &#8222;Wenn man die<br \/>\nderzeitigen Zollszenarien durchrechnet, ergibt sich eine notwendige<br \/>\nPreisanpassung von etwa zehn bis 15\u00a0Prozent pro Produkteinheit \u2013 nur, um<br \/>\ndie Margenverluste auszugleichen&#8220;, sagt Terland. Die Frage ist jedoch, wie viel<br \/>\nsich \u00fcber Preiserh\u00f6hungen an den Endkunden weitergeben l\u00e4sst, ohne dass die<br \/>\nZahlungsbereitschaft kippt. Gerade in besonders preisg\u00fcnstigeren<br \/>\nSportartikelsegmenten drohe ein Nachfrageeinbruch, wenn der Preis eine<br \/>\nbestimmte Schmerzgrenze \u00fcberschreite, sagt Terland.\n<\/p>\n<p>        Einfach die Produktion verlagern geht nicht        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Daraus ergibt sich eine dritte Option: Statt in China k\u00f6nnte<br \/>\nNike seine Schuhe in anderen L\u00e4ndern produzieren lassen, um die hohen US-Z\u00f6lle<br \/>\nzu umgehen. &#8222;Grunds\u00e4tzlich l\u00e4sst sich die Bekleidungsproduktion vergleichsweise<br \/>\nflexibel von Saison zu Saison verlagern, sofern Kapazit\u00e4ten vorhanden sind&#8220;,<br \/>\nsagt Unternehmensberaterin Terland von BCG. In der Schuhproduktion sei das<br \/>\njedoch deutlich schwieriger, da die Anforderungen an die Zulieferer komplexer seien.<br \/>\nDa habe China bislang einen Standortvorteil, sagt Terland. &#8222;Ein vollst\u00e4ndiger<br \/>\nR\u00fcckzug aus China bleibt unrealistisch.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Viele Firmen wanderten in den vergangenen Jahren jedoch<br \/>\nbereits in andere L\u00e4nder ab. Nike hat seit den fr\u00fchen 2000er-Jahren mehr und<br \/>\nmehr seine <a href=\"https:\/\/www.taiwannews.com.tw\/news\/4399466\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Produktion aus<br \/>\nChina nach Vietnam verschoben<\/a> \u2013 auch um den US-Z\u00f6llen gegen\u00fcber China aus<br \/>\nTrumps erster Amtszeit zu begegnen. Im Jahr 2024 wurde bereits die H\u00e4lfte der<br \/>\nNike-Turnschuhe in Vietnam produziert, das <a href=\"https:\/\/investors.nike.com\/investors\/news-events-and-reports\/default.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">geht<br \/>\naus dem Gesch\u00e4ftsbericht hervor<\/a>.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Weil es andere Hersteller Nike gleichtaten, wurde Vietnam<br \/>\ninnerhalb der vergangenen f\u00fcnf Jahre zu so etwas wie einer verl\u00e4ngerten<br \/>\nWerkbank f\u00fcr die Modeindustrie \u2013 mit sichtbarem Effekt: von 2020 auf 2021<br \/>\nsprang der <a href=\"https:\/\/data.worldbank.org\/indicator\/NE.EXP.GNFS.ZS?locations=VN\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anteil<br \/>\nder Exporte von Waren und Dienstleistungen am Bruttoinlandsprodukt<\/a> des<br \/>\nLandes von 84 auf 94 Prozent an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1M\u00fcssen die Amerikaner Nikes bald selbst n\u00e4hen? 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