{"id":376936,"date":"2025-08-27T11:07:12","date_gmt":"2025-08-27T11:07:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/376936\/"},"modified":"2025-08-27T11:07:12","modified_gmt":"2025-08-27T11:07:12","slug":"pierce-brosnan-im-interview-ich-als-bond-schurke-das-waere-ein-grosser-spass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/376936\/","title":{"rendered":"Pierce Brosnan im Interview: \u201eIch als Bond-Schurke? Das w\u00e4re ein gro\u00dfer Spa\u00df\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Pierce Brosnan meldet sich aus seinem Haus auf Kauai, Hawaii. Per Zoom. Im Freizeithemd, braun gebrannt, sitzt er entspannt auf einem breiten Sofa, im Hintergrund meint man den Ozean zu erkennen. Mit 72 Jahren ist der irisch-amerikanische Schauspieler, der einst als James Bond zum Weltstar wurde, auch mit seinen inzwischen silbergrauen Haaren immer noch eine Erscheinung. Nach ersten internationalen Erfolgen in der Fernsehserie \u201eRemington Steele\u201c (1982\u20131987) wurde er ab 1995 als 007 mit \u201eGoldenEye\u201c ber\u00fchmt, verk\u00f6rperte den britischen Geheimagenten in insgesamt vier Filmen. Danach spielte Brosnan mal romantisch und komisch in \u201eMrs Doubtfire\u201c und \u201eMamma Mia!\u201c,  mal d\u00fcster in \u201eThe Ghost Writer\u201c oder \u201eThe Son\u201c. <\/p>\n<p>In seinem neuen Film \u201eThe Thursday Murder Club\u201c (ab 28. August auf Netflix), basierend auf dem Bestseller von Richard Osman, gibt er nun den pensionierten Gewerkschaftsaktivisten Ron. Zusammen mit einer von Helen Mirren gespielten ehemaligen MI6-Agentin und einem von Ben Kingsley dargestellten pensionierten Psychiater l\u00f6sen die schrulligen Rentner in einer englischen Seniorenresidenz vergessene und aktuelle Mordf\u00e4lle. Der Film erz\u00e4hlt von Lebenserfahrung, Demenz, Freundschaft \u2013 und davon, dass Abenteuer im Alter nicht enden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Parallel ist Brosnan derzeit ebenfalls mit Mirren in der Paramount+-Serie \u201eMobland\u201c zu sehen \u2013 als kriminelles Power-Paar in London. Dass beide nun gemeinsam Morde aufkl\u00e4ren und zugleich gemeinsam welche begehen, ist kein Zufall. Sondern das, was Pierce Brosnan einen \u201ezweiten Akt\u201c nennt. Wenn es um schwere Themen wie Demenz oder die politische Lage in seiner Wahlheimat USA geht, spricht Brosnan oft langsam, beinahe z\u00f6gerlich \u2013 als w\u00fcrde er die S\u00e4tze auf der Zunge abtasten, bevor er sie preisgibt. Dann zerdehnt er seine Gedanken, unterbricht sich, setzt neu an und manchmal schweigt er auch kurz. <\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Mr. Brosnan, nicht nur die Filmwelt spekuliert seit Langem \u00fcber den n\u00e4chsten James-Bond-Darsteller. Der Regisseur des Films steht immerhin schon fest: <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article256309126\/Denis-Villeneuve-wird-Bond-Regisseur-Es-wird-ein-Bond-fuer-harte-Zeiten.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article256309126\/Denis-Villeneuve-wird-Bond-Regisseur-Es-wird-ein-Bond-fuer-harte-Zeiten.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Denis Villeneuve<\/a>. Nur mal angenommen, er b\u00f6te Ihnen nun die Rolle eines Bond-B\u00f6sewichts an \u2013 wie w\u00fcrden Sie reagieren? <\/p>\n<p><b>Pierce Brosnan:<\/b> (lacht) Wie k\u00f6nnte ich einem so gro\u00dfartigen Regisseur widerstehen? Es ist doch alles nur ein Spiel, ein gro\u00dfes Spiel. Wenn die Rolle f\u00fcr mich passend w\u00e4re, w\u00fcrde ich gerne zu dieser historischen Filmreihe zur\u00fcckkehren. Ich als Bond-Schurke \u2013 das k\u00f6nnte f\u00fcr das Publikum h\u00f6chst unterhaltsam sein. Meine Frau Keely und ich haben schon \u00f6fter \u00fcber diese Vorstellung gescherzt. Sie meinte allerdings, ich sollte lieber als M zur\u00fcckkommen.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Also als Chef des legend\u00e4ren britischen Geheimdienstes MI6.<\/p>\n<p><b>Brosnan: <\/b>Ja. Ich dagegen f\u00e4nde es gro\u00dfartig, einen charmanten, leicht verunstalteten und zugleich aalglatten B\u00f6sewicht zu spielen (lacht). Das w\u00e4re ein gro\u00dfer Spa\u00df, oder? Jetzt warten wir erst mal alle gespannt ab, wer der n\u00e4chste James Bond wird. Es gibt ja so viele wunderbare Schauspieler da drau\u00dfen.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>In Ihrem neuen Film spielen Sie den pensionierten Gewerkschaftsaktivisten Ron, der in einer Seniorenresidenz lebt. In einer Szene sind Sie zu sehen, wie Sie lediglich vorgeben, debil zu sein: Sie sitzen da mit vollgekotzter Hose, Bierflasche in der Hand und Zahnl\u00fccke. Mal ehrlich, wie viel Spa\u00df hat es Ihnen gemacht, mit diesem Outfit den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Kontrast zu einer Stil-Ikone wie Bond zu bieten?<\/p>\n<p><b>Brosnan:<\/b> Danke, dass Ihnen das aufgefallen ist. Ich hatte sehr gro\u00dfe Freude daran. Wenn man \u00fcber Jahre hinweg eine Figur gepr\u00e4gt hat, deren Image mit Stil und Raffinesse verbunden war, ist es wunderbar, das mal komplett im Rahmen einer Kom\u00f6die aufbrechen zu k\u00f6nnen. Die Geschichte von \u201eThe Thursday Murder  Club\u201c ist ja an sich sehr \u00fcberzeichnet geschrieben \u2013 und sie wird von uns auch \u00fcberzeichnet gespielt. Ben Kingsley und ich wurden w\u00e4hrend der Dreharbeiten sowas wie ein Duo. Und wir stellten fest, dass wir beide die Filme von Laurel und Hardy sehr lieben.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Interessanter Vergleich.<\/p>\n<p><b>Brosnan: <\/b>Nun, wir haben unsere Rollen jetzt nicht bewusst nach deren Vorbild angelegt oder dar\u00fcber gesprochen. Eines Tages standen wir einfach am Set, sprachen \u00fcber <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/kino\/article193315723\/Die-Kultkomoedianten-Stan-und-Ollie-in-einem-Biopic-Trailer-Kritik.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/kino\/article193315723\/Die-Kultkomoedianten-Stan-und-Ollie-in-einem-Biopic-Trailer-Kritik.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Laurel und Hardy<\/a> und die Songzeile von den \u201eBlue Ridge Mountains of Virginia\u201c aus dem Lied \u201eThe Trail Of The Lonesome Pine\u201c, den die beiden im Film \u201eWay Out West\u201c (dt.: Zwei ritten nach Texas) singen. Und pl\u00f6tzlich fingen auch wir beide an, dieses Lied zu singen (Brosnan singt nun selbst die Zeile: \u201eIn the blue Ridge Mountains of Virginia on the trail of the lonesome Pine\u201c). So etwas passiert oft einfach. Ben schaffte es, dass ich komisch wirke, er hat mir in unserem Zusammenspiel gro\u00dfe Leichtigkeit gegeben. Ich verehre ihn sehr, als Mensch wie auch als Schauspieler.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Ihre Rentner-Ermittler leben in einer Seniorenresidenz, wo sie auch dementen Mitbewohnern begegnen.<\/p>\n<p><b>Brosnan:<\/b> Ja.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Ich habe vergangenes Jahr Jessica Lange zu ihrem Film \u201eThe great Lilian Hall\u201c interviewt, in dem sie eine demente Schauspielerin und Sie ihren Nachbarn spielen. Darin gibt es diese vers\u00f6hnliche Szene, als Lange, kurz nachdem sie die Schockdiagnose erhalten hat, Sie um einen Kuss bittet. Es ist ein surrealer Moment \u2013 als w\u00fcrde James Bond die Demenz f\u00fcr einen Kuss lang vergessen machen k\u00f6nnen. Wie schafft man es, ein so schweres Thema im Film so darzustellen, dass man sich nicht abwendet?<\/p>\n<p><b>Brosnan: <\/b>Was \u201eThe Thursday Murder Club\u201c betrifft, hatte ich bereits den gleichnamigen Roman von Richard Osman geliebt, er hat zeitlose Klasse, wegen all dieser Nuancen in der Figurenzeichnung und in dem Erz\u00e4hlton. Der Kern Ihrer Frage weist auf die Bedeutung von guten Drehb\u00fcchern hin. Bei \u201eThe Great Lillian Hall\u201c, der sich mit Demenz besch\u00e4ftigt, oder bei \u201eThe Thursday Murder Club\u201c, wo es auch um Gebrechen wie mentale Gesundheit geht, mit denen sich viele im Alter auseinandersetzen m\u00fcssen, hatten wir brillante Drehb\u00fccher. Das ist ein wichtiges Fundament, um solche komplexen Themen darstellen zu k\u00f6nnen. Und, klar, es braucht auch gro\u00dfartige Schauspieler, die diesen Charakteren Leben einhauchen, ihnen Farbe und Tiefe geben. <\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Sie sind ja schon ganz am Anfang Ihrer Karriere mit dem Crime-Genre in Verbindung gekommen, hatten eine Komparsenrolle in der TV-Verfilmung von Agatha Christies \u201eMord im Spiegel\u201c mit Elizabeth Taylor. Schlie\u00dft sich da f\u00fcr Sie ein Kreis?<\/p>\n<p><b>Brosnan:<\/b> Ich bin jetzt 72 und an einem Punkt in meinem Leben angelangt, an dem ich immer noch mit am gro\u00dfen Tisch sitze, immer noch arbeite, immer noch relevant und leidenschaftlich bin. Und ich bin weiterhin bereit, zur Arbeit zu gehen, neue Innenwelten von mir selbst zu erkunden und sie dem Publikum hoffentlich auf eine bedeutsame Weise zu vermitteln. Mein allererster Film war \u00fcbrigens \u201eRififi am Karfreitag\u201c 1980, mit Bob Hoskins. Ich spielte darin einen IRA-Mann. Helen Mirren war ebenfalls in dem Film, aber wir beiden hatten keine gemeinsamen Szenen. Und in der Woche darauf bekam ich dann den Job mit Elizabeth Taylor in \u201eMord im Spiegel\u201c. Ich verbrachte dann einen Vormittag damit, meinen Kopf auf Elizabeths Busen abzulegen. Ich war ja nur f\u00fcr diesen einen Tag engagiert worden. Sie war eine wunderbare Frau. <\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Sie und Helen Mirren kennen sich seit mehr als vier Jahrzehnten. Parallel  zu \u201eThe Thursday Murder Club\u201c sind Sie beide auch als Ehepaar, das ein Londoner Verbrechersyndikat leitet, in Guy Ritchies Serie \u201eMobland\u201c zu sehen. Hat sich das zuf\u00e4llig ergeben, dass Sie zusammen in gleich zwei gro\u00dfen Film-Produktionen auftreten?<\/p>\n<p><b>Brosnan:<\/b> Ich glaube nicht an Zuf\u00e4lle. Es hat mit gutem Timing zu tun. Helen und ich drehten letzten Sommer \u201eThe Thursday Murder Club\u201c. Zu der Zeit schickte mir Guy Ritchie die ersten f\u00fcnf Episoden von \u201eMobland\u201c. Ich las sie und sagte ihm: \u201eGef\u00e4llt mir. Ich will das machen.\u201c Fred Spector, der gemeinsame Agent von Helen und mir,  meinte dann, Helen w\u00fcrde es auch gerade lesen. Und eines Tages, nach der Arbeit an \u201eThe Thursday Murder Club\u201c, rief sie mir zu, als ich ins Auto steigen wollte: \u201ePierce \u2013 \u201aMobland\u2018 \u2013 machst du das?\u201c Ich sagte: \u201eJa, das gef\u00e4llt mir. Das hat Substanz. Dar\u00fcber hinaus m\u00f6chte ich  k\u00fcnftig wieder mehr Zeit in Europa verbringen \u2013 und: mit Guy Ritchie arbeiten.\u201c Sie las es \u2013 und sagte mir dann: \u201eIch bin dabei.\u201c So einfach ist das manchmal.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Haben die Streaming-Plattformen Schauspielern Ihrer Generation so etwas wie einen dritten Fr\u00fchling beschert? <\/p>\n<p><b>Brosnan:<\/b> Dar\u00fcber habe ich, ehrlich gesagt, noch nicht so intensiv nachgedacht. Aber ich empfinde es als gro\u00dfes Gl\u00fcck, in dieser sp\u00e4ten Phase meiner Karriere nach wie vor gefragt zu sein. Ich m\u00f6chte ja gerne glauben, dass dies an der guten Arbeit liegt, die ich leiste \u2013 und auch daran, dass mir mein Publikum seit \u201eRemington Steele\u201c treu geblieben ist. Ich bin lange im Gesch\u00e4ft, und daf\u00fcr bin ich sehr dankbar. Besonders in einer turbulenten Zeit wie dieser, in der die Branche derart zersplittert ist und Filme schwer zu finanzieren sind. Es gibt zwar ein \u00dcberangebot an \u201eContent\u201c, wie das heute so sch\u00f6n hei\u00dft, aber nur wenig Qualit\u00e4tskontrolle. Der Markt ist \u00fcberflutet mit Film-Stoffen, die wenig Tiefe und wenig erz\u00e4hlerische Strahlkraft haben. F\u00fcr mich war es eine gl\u00fcckliche F\u00fcgung, dass mir in den letzten zwei Jahren so viele Projekte angeboten wurden.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Der von Ihnen dargestellte Gewerkschaftsaktivist Ron tr\u00e4gt in einer Szene ein verwaschenes T-Shirt von Bruce Springsteens \u201eThe River\u201c-Tournee. War das Ihre Idee?<\/p>\n<p><b>Brosnan:<\/b> Zum Teil. Sie wollten mich urspr\u00fcnglich in irgendein Rock-T-Shirt stecken. Aber ich liebe nun mal Bruce Springsteen. Und unsere Kost\u00fcmbildnerin Joanna Johnson fand dann dieses alte \u201eThe River\u201c-T-Shirt. Ich bin ein Fan von Bruce, seiner Musik, seiner Mythologie und seiner Poesie, seit ich 1976 die Schauspielschule verlassen habe. Bruce und seine Musik haben mich durch viele turbulente Zeiten getragen.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Wann haben Sie ihn zuletzt live gesehen?<\/p>\n<p><b>Brosnan:<\/b> Ich habe Bruce zusammen mit Emma Thompson gesehen, ich glaube, das war letzten Sommer, im Londoner Wembley Stadion. Die Jahre verschwimmen, wenn man viel arbeitet (lacht). Jedenfalls hatte mich meine liebe Freundin Emma gefragt: \u201eIch habe Tickets f\u00fcr Springsteen \u2013 magst du mitkommen?\u201c Ich antwortete: \u201eMachst du Witze? Ist der Papst katholisch?!\u201c Also sind wir hingefahren. Wir durften beim Soundcheck dabei sein. Es war am Nachmittag, und wir standen mitten in der noch leeren Arena, w\u00e4hrend Bruce und die Band probten. Und nat\u00fcrlich ging Emma \u2013 als mutige und wundersch\u00f6ne Frau, die sie ist \u2013 einfach nach vorn zur B\u00fchne. Au\u00dfer uns und ein paar Aufbauhelfern und Sicherheitsleuten war ja niemand im Stadion. Bruce sah erst Emma, dann mich und sagte: \u201eKommt zu mir auf die B\u00fchne.\u201c Wir trafen dann die Band und er lud uns nach dem Soundcheck zu sich in die Garderobe ein. Neben Emma und mir sa\u00df dort noch der Schauspieler aus \u201eThe Bear\u201c, Jeremy Allen White.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Der Bruce Springsteen demn\u00e4chst in einem neuen Kinofilm darstellen wird.<\/p>\n<p><b>Brosnan: <\/b>Ganz genau. Das war ein bewegender Moment, weil Bruce und Jeremy sich an diesem Tag zum ersten Mal \u00fcberhaupt begegneten. Jeremy hatte den Mann, den er im Film verk\u00f6rpern sollte, bis dahin noch nie getroffen \u2013 und nun stand er pl\u00f6tzlich diesem legend\u00e4ren, ikonischen Rockstar gegen\u00fcber. Und dann standen auch noch Emma und ich im Raum (lacht). Es er\u00fcbrigt sich zu sagen, dass Bruce an diesem Abend ein gro\u00dfartiges Konzert spielte.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> In diesem Sommer spielte Springsteen wieder in Europa, kritisierte auf der B\u00fchne in langen Reden US-Pr\u00e4sident Trump und warnte vor der Bedrohung und Aush\u00f6hlung der Demokratie in den USA durch die neue Regierung. Trump beschimpfte ihn daraufhin auf Social Media, drohte ihm.<\/p>\n<p><b>Brosnan:<\/b> Ja.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Als Sie Springsteen vor einem Jahr sahen, h\u00e4tte man sich diese Form der Zuspitzung noch nicht vorstellen k\u00f6nnen. Sie haben neben der irischen Staatsangeh\u00f6rigkeit seit 2004 auch einen US-Pass. Wie erleben Sie die aktuellen politischen Debatten um Kunst- und Meinungsfreiheit und Zensur in Amerika?<\/p>\n<p><b>Brosnan: <\/b>Bruce hat nicht nur eine gro\u00dfe innere St\u00e4rke, er hat seine Liebe zu den einfachen Menschen, den arbeitenden M\u00e4nnern und Frauen Amerikas, immer in seinen Songs, seiner Poesie und Musik zum Ausdruck gebracht. Er ist zutiefst verbunden mit diesem gro\u00dfartigen Land. Und mir, als irischem Einwanderer, der inzwischen auch US-Staatsb\u00fcrger ist, tut es mir im Herzen, Verstand, K\u00f6rper und in meiner Seele weh, mit anzusehen, was mit diesem Land gerade geschieht. Diese gro\u00dfe Spaltung, diese Zerrissenheit der Seele, sie hat so viele Leben zerst\u00f6rt. <\/p>\n<p>Trotzdem habe ich Hoffnung. Ich glaube daran, dass das Pendel mit der Zeit wieder zur\u00fcckschwingen wird \u2013 hin zu Mitgef\u00fchl und Ausgewogenheit. Ich habe die Mitschnitte der j\u00fcngsten Konzerte von Bruce Springsteen gesehen, habe gesehen, wie er \u00fcber die Zeit sprach, in der wir leben, und welchen Platz er in darin einnehmen m\u00f6chte \u2013 um sich gegen einen solchen Mann zu positionieren. Ich bewundere den Mut von Bruce Springsteen, dass er seine Redefreiheit nutzt, um die Menschen mit seiner Musik und seiner Kunst zusammenzubringen \u2013 zu heilen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Pierce Brosnan meldet sich aus seinem Haus auf Kauai, Hawaii. Per Zoom. 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