{"id":377116,"date":"2025-08-27T12:42:11","date_gmt":"2025-08-27T12:42:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/377116\/"},"modified":"2025-08-27T12:42:11","modified_gmt":"2025-08-27T12:42:11","slug":"zwischenbilanz-am-essener-ausbildungsmarkt-endspurt-um-ausbildungsplaetze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/377116\/","title":{"rendered":"Zwischenbilanz am Essener Ausbildungsmarkt: Endspurt um Ausbildungspl\u00e4tze!"},"content":{"rendered":"<p>Das Ausbildungsjahr hat begonnen, doch f\u00fcr viele Jugendliche und Betriebe ist die Suche noch nicht zu Ende. W\u00e4hrend die einen nach dem passenden Start ins Berufsleben Ausschau halten, hoffen die anderen auf motivierte Nachwuchskr\u00e4fte. Die gemeinsame Zwischenbilanz der Essener Arbeitsmarktpartner &#8211; Agentur f\u00fcr Arbeit Essen, JobCenter Essen, IHK zu Essen, DGB und Kreishandwerkerschaft Essen \u2013 macht deutlich: Auch nach dem offiziellen Ausbildungsbeginn gibt es noch viele Chancen f\u00fcr beide Seiten.<\/p>\n<p><b>Die Kennzahlen zum Ausbildungsmarkt im Einzelnen:<br \/><\/b><br \/>Das Ausbildungsplatzangebot im aktuellen Ausbildungsjahr liegt unter dem Niveau des Vorjahres. So wurden der Agentur f\u00fcr Arbeit Essen seit Oktober 2024 insgesamt 2.466 freie Ausbildungsstellen gemeldet, 335 weniger als im vorhergehenden Ausbildungsjahr. Hier spiegelt sich in Teilen die wirtschaftliche Situation wider.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite meldeten sich in diesem Jahr 3.634 Jugendliche und junge Erwachsene bei der Berufsberatung der Agentur f\u00fcr Arbeit Essen, um sich bei der Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz unterst\u00fctzen zu lassen. Gegen\u00fcber dem vergangenen Ausbildungsjahr bedeutet das einen Zuwachs von 51 Bewerberinnen und Bewerbern. Damit kamen rein rechnerisch auf eine\/n Bewerber\/in 0,69 Ausbildungsstellen. <\/p>\n<p>Zum jetzigen Zeitpunkt sind noch 909 Ausbildungsstellen unbesetzt, 161 weniger im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die meisten unbesetzten Ausbildungsstellen gibt es im Handel (Kaufmann\/-frau im Einzelhandel 136 und Verk\u00e4ufer\/in 97), gefolgt von Zahnmedizinischen Fachangestellten (63). <\/p>\n<p>Aktuell sind noch 1.246 Bewerber\/innen auf der Suche nach einer Ausbildung, 230 mehr als im Juli 2024. Hoch im Kurs bei den noch suchenden Jugendlichen stehen Ausbildungen in den Bereichen Kaufmann\/-frau f\u00fcr B\u00fcromanagement (106), KfZ-Mechatroniker\/PKW-Technik (60), und Verk\u00e4ufer\/in (55).<\/p>\n<p>Die Industrie- und Handelskammer verzeichnet im August f\u00fcr Essen 1.740 neue Ausbildungsvertr\u00e4ge, ein Minus von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei entwickeln sich kaufm\u00e4nnische Ausbildungsvertr\u00e4ge positiv (+1,8 %), w\u00e4hrend technische Ausbildungen r\u00fcckl\u00e4ufig sind (-7,5 %).<br \/><b><br \/>Zum Start des Ausbildungsjahres bleibt der Essener Ausbildungsmarkt in Bewegung. Zu den Chancen und Herausforderungen die Statements der Arbeitsmarktpartner: <\/b><\/p>\n<p>Andrea Demler, Vorsitzende der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Agentur f\u00fcr Arbeit Essen:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eUnsere diesj\u00e4hrigen Zahlen zeigen: Das Interesse der Jugendlichen an einer dualen Berufsausbildung ist da. Diejenigen, die zum jetzigen Zeitpunkt einen unterschriebenen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben, stellen ihre berufliche Zukunft damit auf solide und zukunftsf\u00e4hige Beine. Und f\u00fcr alle, die noch suchen, gilt: Es bestehen weiterhin viele Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden \u2013 auch nach Beginn des Ausbildungsjahres.<\/p>\n<p>Die Realit\u00e4t auf dem Ausbildungsmarkt ist allerdings herausfordernd: Die Zahl der gemeldeten Stellen ist r\u00fcckl\u00e4ufig, die Berufsw\u00fcnsche der Jugendlichen unterscheiden sich oft von dem Angebot am Ausbildungsmarkt. Damit wird die Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz immer anspruchsvoller. Deshalb unterst\u00fctzen wir alle Jugendlichen, die noch keinen Platz gefunden haben und entwickeln gemeinsam mit unseren Partnern und Arbeitgebenden neue Angebote. Unser Sommer-Ausbildungscamp ist ein Beispiel, wie erfolgreich das funktionieren kann. Zwei Drittel der Teilnehmenden konnten wir \u00fcber Praktika und direkte Kontakte zu den Betrieben in Ausbildung vermitteln.<\/p>\n<p>Das zeigt: So entstehen Chancen und Win-win-Situationen f\u00fcr beide Seiten. Jede heute besetzte Ausbildungsstelle ist ein Beitrag zur Fachkr\u00e4ftesicherung von morgen. Daher appellieren wir weiterhin an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber: Melden Sie Ihre Ausbildungsstellen, bilden Sie aus. Seien Sie flexibel und geben Sie auch den Menschen eine Chance, die vielleicht nicht auf den ersten Blick perfekt ins Profil passen. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr ein Mismatch k\u00f6nnen ganz vielf\u00e4ltig sein. Doch Qualifikationen lassen sich entwickeln. Wir beraten und unterst\u00fctzen dabei, auch mit Blick auf F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten. Versch\u00e4rfend f\u00fcr die Betriebe kommt hinzu, dass es durch den Wechsel zu G9 im kommenden Jahr weniger Bewerberinnen und Bewerber aus dem Gymnasialbereich geben wird. Der Nachwuchs wird also knapper, die Bewerberauswahl dr\u00e4ngender, nicht auszubilden ist keine Alternative. <\/p>\n<p>Die jungen Menschen m\u00f6chten wir ermutigen, auch Berufe auszuloten, die vielleicht nicht ganz oben auf der Wunschliste stehen: Seid flexibel und bereit, euch auszuprobieren und meldet euch bei uns. Unsere Beraterinnen und Berater unterst\u00fctzen euch auf diesem Weg. Au\u00dferdem bieten wir mit unseren w\u00f6chentlichen Speeddatings \u201eFace to Face\u201c spezielle Begegnungs- und Vermittlungsformate an, bei denen sich Ausbildungsinteressierte und ausgew\u00e4hlte Firmen unkompliziert kennenlernen k\u00f6nnen. Gemeinsam mit der IHK laden wir am 10. September zu einem weiteren gro\u00dfen Speeddating ein. Ebenfalls auf Mitmachen, Erleben und direkte Begegnung setzt \u201eRoad to Future \u2013 Next Stop Ausbildung\u201c am 18. September, eine Veranstaltung des Ausbildungskonsens\u2018 Essen, die mittlerweile zu einer festen Gr\u00f6\u00dfe der Berufsorientierung in Essen geworden ist. Wir sehen: Die Vermittlung von Ausbildungsstellen wird individueller, aufw\u00e4ndiger und pers\u00f6nlicher. Aber sie funktioniert, wenn alle an einem Strang ziehen.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Thomas Mikoteit, Abteilungsleiter JobCenter Essen:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eDie Suche nach einem Ausbildungsplatz wird f\u00fcr Jugendliche wieder schwieriger, die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen sinkt, gleichzeitigt steigt die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber wieder. Es geht deshalb darum, beide Seiten mit ihren Vorstellungen und Anspr\u00fcchen gut zusammenzuf\u00fchren. Viele unserer jungen Menschen haben noch keine gefestigte Vorstellung von ihrer beruflichen Zukunft. Die Gr\u00fcnde sind durchaus vielschichtig, aber unsere Jugendberufsagentur in Essen verf\u00fcgt \u00fcber ein gro\u00dfes Repertoire an Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten, um einen Beruf zu finden, der zu den individuellen Neigungen und F\u00e4higkeiten passt. Es geht darum, Arbeit und Ausbildung f\u00fcr Jugendliche anschaulich zu machen und Schwellen\u00e4ngste zu nehmen: Unsere JBA schafft das mit ihrer regelm\u00e4\u00dfigen Schulberatung und mit innovativen Vermittlungsformaten, Speeddatings mit jeweils 15-20 Arbeitgebenden oder gef\u00fchrten, ungew\u00f6hnlichen Ausbildungsplatz-Touren.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Robert Schweizog, Leiter Gesch\u00e4ftsfeld Bildung &amp; Pr\u00fcfung der IHK zu Essen:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eEssen steht bei den Ausbildungsvertr\u00e4gen trotz leichter R\u00fcckg\u00e4nge deutlich besser da als NRW insgesamt. Das liegt auch daran, dass wir keinen Mangel an Bewerbungen haben. Essen hat Lust auf Ausbildung!<\/p>\n<p>Noch mehr w\u00e4re m\u00f6glich, wenn die Erwartungen der Unternehmen und die Profile der jungen Generation besser zueinander passten. Betriebe legen weiterhin Wert auf Grundlagen wie Mathematik, Deutsch und ein verl\u00e4ssliches Arbeitsverhalten. Die Generation Z bringt daf\u00fcr St\u00e4rken in IT, Medien, Fremdsprachen und Teamarbeit ein. Wenn Unternehmen diese Kompetenzen gezielt nutzen und junge Menschen zugleich ihre Basiskompetenzen festigen, gelingt das Match auf dem Ausbildungsmarkt k\u00fcnftig noch besser.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Nadine Sasek, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Kreishandwerkerschaft Essen:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eDas Handwerk in Essen legt bei den Ausbildungszahlen zu und zeigt sich bei den neuen Ausbildungsvertr\u00e4gen in diesem Sommer ausgesprochen stabil \u2013 mit klaren Aufw\u00e4rtssignalen.<\/p>\n<p>Bis Juli 2025 wurden 7,5 Prozent mehr Ausbildungsvertr\u00e4ge abgeschlossen als zum Vorjahreszeitpunkt. Besonders das Metallhandwerk hat sich deutlich vom Vorjahr abgesetzt. Das ist ein klares Signal, dass sich die Investitionen in die Berufsorientierung auszahlen. Auch die traditionell starken Bereiche wie das Kfz- und Elektrohandwerk, der SHK-Bereich, das Friseur- sowie das Dachdeckerhandwerk entwickeln sich solide und best\u00e4tigen die St\u00e4rke des Essener Handwerks.<\/p>\n<p>F\u00fcr den August liegen die endg\u00fcltigen Zahlen noch nicht vor. Nach jetzigem Stand ist jedoch davon auszugehen, dass sich der Aufw\u00e4rtstrend fortsetzen wird. Die Bilanz macht deutlich: Das Essener Handwerk behauptet sich als verl\u00e4sslicher Partner f\u00fcr Ausbildung und Fachkr\u00e4ftesicherung. Fr\u00fchzeitige berufliche Orientierung ist dabei von entscheidender Bedeutung. Sie er\u00f6ffnet Jugendlichen konkrete Perspektiven, macht die Vielfalt handwerklicher Berufe sichtbar und f\u00fchrt Betriebe und Nachwuchskr\u00e4fte zusammen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei die enge Zusammenarbeit mit den Berufsberaterinnen und Berufsberatern der Agentur f\u00fcr Arbeit sowie die Klima-Tour der Ausbildungsoffensive an weiterf\u00fchrenden Schulen, die zus\u00e4tzliche Aufmerksamkeit auf das Thema lenkt.<\/p>\n<p>Ebenso wichtig ist die klare Botschaft der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Eine duale Ausbildung er\u00f6ffnet ebenso vielf\u00e4ltige Karriere- und Entwicklungschancen wie ein Studium. Mit zus\u00e4tzlichen Angeboten wie dem Essener Kulturticket f\u00fcr Auszubildende wird diese Wertsch\u00e4tzung auch ganz praktisch deutlich: Auszubildende profitieren von denselben Verg\u00fcnstigungen wie Studierende und erfahren so Anerkennung und Teilhabe. <\/p>\n<p>Trotz der guten Entwicklung gilt: Viele Betriebe in Essen suchen weiterhin Auszubildende. Wer sich kurzfristig f\u00fcr eine Ausbildung im Handwerk entscheidet, hat beste Chancen auf einen Einstieg \u2013 und auf eine berufliche Zukunft mit Perspektive.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Jan Mrosek, Gewerkschaftssekret\u00e4r DGB MEO:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eWir als Deutscher Gewerkschaftsbund in Essen stellen fest: Viele junge Menschen finden keinen Ausbildungsplatz, w\u00e4hrend gleichzeitig zahlreiche Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben. Dieses Missverh\u00e4ltnis darf nicht l\u00e4nger hingenommen werden. Wir brauchen endlich einen roten Faden in der Berufsorientierung, damit Jugendliche sich in der Vielzahl von Ausbildungspl\u00e4tzen und erg\u00e4nzenden Angeboten besser zurechtfinden k\u00f6nnen. Sie m\u00fcssen die Chance erhalten, auch Alternativen in den Blick zu nehmen, anstatt ausschlie\u00dflich an einem einzelnen Wunschberuf festzuhalten.<\/p>\n<p>Gleichzeitig muss das Angebot an Ausbildungspl\u00e4tzen weiter gest\u00e4rkt werden. Ein Markt, in dem Angebot und Nachfrage oberfl\u00e4chlich im Gleichgewicht erscheinen, f\u00fchrt noch lange nicht zu einem funktionierenden Matching. Angesichts der immer wiederkehrenden Rufe nach Fachkr\u00e4ften ist klar: Die Nachfrage ist da, jetzt m\u00fcssen die passenden Strukturen geschaffen werden.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Ausbildungsjahr hat begonnen, doch f\u00fcr viele Jugendliche und Betriebe ist die Suche noch nicht zu Ende. 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