{"id":377248,"date":"2025-08-27T13:52:11","date_gmt":"2025-08-27T13:52:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/377248\/"},"modified":"2025-08-27T13:52:11","modified_gmt":"2025-08-27T13:52:11","slug":"mieten-oder-kaufen-warum-der-traum-vom-eigenheim-oft-unerfuellt-bleibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/377248\/","title":{"rendered":"Mieten oder Kaufen: Warum der Traum vom Eigenheim oft unerf\u00fcllt bleibt"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der liebste Traum der Deutschen ist wohl der vom eigenen H\u00e4uschen im Gr\u00fcnen. Doch steigende <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/immobilienpreise\" title=\"Immobilienpreise\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Immobilienpreise<\/a> und Zinsen haben dazu beigetragen, dass dieser Wunschtraum f\u00fcr viele unerreichbar bleibt. Laut Daten des Mikrozensus 2022 betr\u00e4gt der Anteil der Eigent\u00fcmerhaushalte in selbst genutzten Wohnungen (Eigentumsquote) in Deutschland 42 Prozent. Gerade in den Ballungsgebieten mit ihren angespannten Immobilienm\u00e4rkten wird es f\u00fcr Kaufinteressierte zunehmend schwieriger, \u00fcberhaupt eine geeignete und bezahlbare Immobilie zu finden. Andererseits ist Bauland in l\u00e4ndlichen Gebieten oft noch g\u00fcnstig zu haben. Ist Deutschland ein Mieterland?<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eViele Menschen in Deutschland wohnen zur Miete, aber die meisten davon w\u00fcnschen sich eine eigene Immobilie\u201c, fasst Oliver Adler das Ergebnis einer Schw\u00e4bisch-Hall-Umfrage zusammen. Adler ist Abteilungsleiter Produktmanagement f\u00fcr Bausparen und Baufinanzierung bei der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"cac2ddcbecebd4eac4809cafc709481690f6ae0c\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/bausparkasse-schwaebisch-hall\" title=\"Bausparkasse Schw\u00e4bisch Hall\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bausparkasse Schw\u00e4bisch Hall<\/a>. Ob die Wohneigentumsquote aktuell zu niedrig ist oder nicht, ist laut Reiner Braun, Volkswirt des Forschungsinstituts Empirica, zweitrangig: \u201eViel wichtiger als die H\u00f6he der Wohneigentumsquote ist, wie viele Menschen, die gerne Wohnungseigent\u00fcmer w\u00e4ren, das erreichen, und wie viele es nicht schaffen, weil der Staat ihnen Steine in den Weg legt.\u201c<\/p>\n<p>Sechs- bis acht Mal mehr Verm\u00f6gen dank Immobilie<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Doch in der eigenen Immobilie zu wohnen, ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch ein essenzieller Baustein der eigenen <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/altersvorsorge\" title=\"Altersvorsorge\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Altersvorsorge<\/a>. \u201eMit dem Eintritt der geburtenstarken Jahrg\u00e4nge in den Ruhestand bekommen wir Probleme, die Alterssicherung aufrechtzuerhalten\u201c, sagt Jakob Grimm, Referent f\u00fcr Haus- und Stadtentwicklungspolitik von Haus+Grund: \u201eEine h\u00f6here Eigentumsquote w\u00e4re eine Ma\u00dfnahme, um diese Entwicklung abzufedern.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Bis zum Renteneintritt erreichen Selbstnutzer ein sechs- bis achtmal h\u00f6heres Verm\u00f6gen als Mieter, was an dem selbstauferlegten Sparzwang und der geringeren Konsumneigung liegt. 95 Prozent aller Selbstnutzer sind zum Rentenbeginn schuldenfrei. Wie aus Empirica-Daten von 2018 hervorgeht, hatten Haushalte mit Mietern zwischen 50 und 59 Jahren ein durchschnittliches Gesamtverm\u00f6gen von rund 40.000 Euro. Die gleiche Altersgruppe der selbstnutzenden Immobilienbesitzer besa\u00df dagegen ein Gesamtverm\u00f6gen von knapp 200.000 Euro.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eIn dem Thema Wohnen steckt eine hohe soziale Brisanz f\u00fcr uns als Gesellschaft\u201c, sagt der Immobilienfachmann von Schw\u00e4bisch Hall. Wer in der eigenen Immobilie wohnt, ist deutlich seltener von Altersarmut betroffen. Das schont die Sozialkassen. \u201eEine abbezahlte Immobilie ist eine der sichersten Anlageformen\u201c, sagt auch Grimm. \u201eBesitzen nur wenige Menschen Wohneigentum, f\u00fchrt das zu Neid und Umverteilungsdebatten\u201c, f\u00fcgt Braun hinzu und verweist auf die Diskussion um den \u201eBoomer-Soli\u201c.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Nachbarn sind h\u00e4ufiger Eigent\u00fcmer<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Innerhalb Deutschlands gibt es ein deutliches Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle der Wohneigentumsquoten. Den h\u00f6chsten Anteil an Eigent\u00fcmerhaushalten hat mit rund 60 Prozent das Saarland, gefolgt von Rheinland-Pfalz mit gut 50 Prozent. Das liegt Braun zufolge unter anderem an den vielen l\u00e4ndlichen Regionen im S\u00fcden, zus\u00e4tzlicher staatlicher Unterst\u00fctzung durch die s\u00fcddeutschen Landesf\u00f6rderbanken und nicht zuletzt Mentalit\u00e4tsunterschieden zwischen Nord und S\u00fcd. Die ostdeutschen Bundesl\u00e4nder h\u00e4tten dagegen in den vergangenen Jahren stark aufgeholt, sagt Grimm, hier seien die Unterschiede mittlerweile gering. Ein wichtiger Faktor f\u00fcr die H\u00f6he der Wohneigentumsquote ist auch die Gemeindegr\u00f6\u00dfe. \u201eJe gr\u00f6\u00dfer die Stadt, umso h\u00f6her die Mietquote\u201c, sagt der Empirica-\u00d6konom. In den gro\u00dfen deutschen St\u00e4dten betr\u00e4gt die Wohneigentumsquote durchschnittlich zehn bis 20 Prozent, auf dem Land liegt sie dagegen \u00fcber 40 Prozent.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die geringe Wohneigentumsquote in den St\u00e4dten hat vor allem historische Gr\u00fcnde. Nach dem Krieg wurden schnell viele Wohnungen gebraucht, also wurden Mehrfamilienh\u00e4user und sp\u00e4ter Gro\u00dfwohnsiedlungen gebaut, der soziale Wohnungsbau entstand. In der ehemaligen DDR war die Schaffung von privatem Wohneigentum gar nicht erw\u00fcnscht.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Es gibt vielf\u00e4ltige Gr\u00fcnde daf\u00fcr, warum die Anzahl der Immobilienbesitzer in Deutschland im Vergleich zu unseren europ\u00e4ischen Nachbarn so gering ist. \u201eDeutschland hat heute einen der mieterfreundlichsten Wohnungsm\u00e4rkte in Europa\u201c, sagt Grimm. Wohneigentum hingegen sei weniger von der Politik forciert und steuerlich gef\u00f6rdert worden. Zudem ist die Einfamilienhausquote aufgrund der historischen Entwicklung in Deutschland geringer als im Ausland. Zwar gebe es durchaus auch selbst genutzte Eigentumswohnungen in den St\u00e4dten, allerdings sei durchschnittlich die H\u00e4lfte davon vermietet, sagt Braun. Zu den gr\u00f6\u00dften Hindernissen f\u00fcr den Erwerb von Wohneigentum geh\u00f6ren laut einer Umfrage von Schw\u00e4bisch Hall das fehlende Eigenkapital, \u00fcberbordende B\u00fcrokratie, hohe Baunebenkosten sowie unklare Rahmenbedingungen hinsichtlich staatlicher F\u00f6rderprogramme.<\/p>\n<p>Mieterschutz wichtiger als die F\u00f6rderung von Wohneigentum?<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Weiterhin gebe es eine hohe Korrelation zwischen Kindern und Wohneigentum, sagt Braun. Gro\u00dfe Mietwohnungen seien schwer zu finden und teuer, also entschieden sich Familien aus der Not heraus f\u00fcr Wohneigentum, um ihre Wohnw\u00fcnsche erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen, sagt Braun: \u201eWer Kinder hat, kommt eher auf die Idee, Wohneigentum zu kaufen.\u201c Gleichzeitig gibt es immer mehr Alleinstehende und kinderlose Paare. Die seien meist konsumfreudiger und sparten weniger Eigenkapital an. Diese Gruppe komme seltener auf die Idee, Wohneigentum zu kaufen, sagt der Empirica-Forscher.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Daneben spielt auch der sogenannte Gro\u00dfstadt-Effekt eine Rolle. In den Jahren nach der Jahrtausendwende kam der Trend auf, nicht mehr in die n\u00e4chstgelegene, sondern in die pers\u00f6nliche Wunschstadt zu ziehen und dort zu bleiben. Nach Brauns Meinung war diese Binnenwanderung ein Grund f\u00fcr die Wohnungskrise von 2010 an. Je mehr Menschen vom Land in die Stadt zogen, umso ung\u00fcnstiger wirkte sich dies auf das Preis-Einkommens-Verh\u00e4ltnis und damit auch die Zahl der Wohneigent\u00fcmer in den St\u00e4dten aus.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">In sehr angespannten M\u00e4rkten gilt zudem ein Aufteilungsverbot von Mehrfamilienh\u00e4usern in Teileigentum. Das verhindere die Schaffung von Eigentumswohnungen im Bestand, die f\u00fcr \u201eSchwellenhaushalte\u201c als Kaufobjekt in Betracht kommen k\u00f6nnten, sagt der Empirica-Volkswirt. Da die Mehrheit der deutschen Stadtbewohner Mieter sei, entst\u00fcnde oft der Eindruck, dass Mieterschutz wichtiger sei als die F\u00f6rderung von Wohneigentum. Ein Trugschluss: \u201eWenn sich an dieser Denkweise nichts \u00e4ndert, gibt es nat\u00fcrlich nie Eigent\u00fcmer\u201c, kritisiert Braun.<\/p>\n<p>B\u00fcrgschaften und Aufwendungsdarlehen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Grundvoraussetzung f\u00fcr den Erwerb einer selbst genutzten Immobilie \u2013 egal ob Haus oder Wohnung \u2013 ist jedoch ein geeignetes Geb\u00e4ude, und daf\u00fcr wiederum braucht es Bauland. Das zu finden, wird immer schwieriger und sorgt zunehmend f\u00fcr Streit zwischen den einzelnen Akteuren. Nicht zuletzt hat es oft auch politische Gr\u00fcnde, dass es in Deutschland nicht mehr selbst nutzende Immobilieneigent\u00fcmer gibt. \u201eDie Politik muss abw\u00e4gen, ob ihr Mieterschutz wichtiger ist als Eigentumsf\u00f6rderung\u201c, sagt der Haus+Grund-Experte.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Wie aber k\u00f6nnte man mehr Deutsche davon \u00fcberzeugen, ihren Traum von der eigenen Immobilie zu verwirklichen? Die beste F\u00f6rderung bestehe darin, mehr Bauland auszuweisen und das Baurecht zu vereinfachen, zur besten L\u00f6sung geh\u00f6rten aber auch mehr Anreize zur Verm\u00f6gensbildung, sagt Braun. Diese Ans\u00e4tze helfen jedoch nur langfristig. \u201eDie Erwerbsnebenkosten m\u00fcssen sinken\u201c, fordert Grimm. Um die junge Generation zu unterst\u00fctzen, k\u00f6nne auch ein Absenken oder Aussetzen der Grunderwerbsteuer f\u00fcr den ersten Hauskauf helfen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Braun hat noch eine andere Idee. Kurzfristig k\u00f6nnten B\u00fcrgschaften und Aufwendungsdarlehen \u2013 gef\u00f6rderte zinsg\u00fcnstige Kredite \u2013 mehr Menschen in die eigenen vier W\u00e4nde bringen. B\u00fcrgt der Staat bei den Banken f\u00fcr zehn Prozent des Kaufpreises, also etwa 50 Prozent des Eigenkapitals von Selbstnutzern, k\u00f6nnte dies Schwellenhaushalten helfen, die Eigenkapitalh\u00fcrde zu \u00fcberwinden. Gegen zu hohe monatliche Annuit\u00e4ten k\u00f6nnte nach Brauns Ansicht ein Aufwendungsdarlehen helfen: der Staat zahlt f\u00fcr f\u00fcnf bis sieben Jahre einen monatlichen Zuschuss zu den Kreditkosten, der beginnend im zehnten Jahr \u00fcber bis zu 20 Jahre zur\u00fcckgezahlt werden muss. Dahinter steckt die Idee, dass sich die Belastung in die Zukunft verschiebt und dadurch ertr\u00e4glicher wird, weil von k\u00fcnftig steigenden Einkommen ausgegangen wird und in Familien die Kinder dann aus dem Gr\u00f6bsten raus sind und beide Partner ihre Arbeitszeit wieder erh\u00f6hen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eDer Staat soll nicht verhindern, dass die Menschen in ihrer eigenen Immobilie wohnen k\u00f6nnen\u201c, sagt Braun. Von Subventionen h\u00e4lt er gar nichts. Jede staatliche F\u00f6rderung habe Mitnahmeeffekte und erh\u00f6he die Preise. Adler von Schw\u00e4bisch Hall mahnt: \u201eWohneigentum darf nicht zum Luxusgut werden.\u201c Denn schlie\u00dflich ist der Nutzen von Wohneigentum mehr als die Summe der vier W\u00e4nde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der liebste Traum der Deutschen ist wohl der vom eigenen H\u00e4uschen im Gr\u00fcnen. 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