{"id":377295,"date":"2025-08-27T14:18:18","date_gmt":"2025-08-27T14:18:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/377295\/"},"modified":"2025-08-27T14:18:18","modified_gmt":"2025-08-27T14:18:18","slug":"china-im-sojabohnen-krieg-gegen-usa-und-brasilien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/377295\/","title":{"rendered":"China im Sojabohnen-Krieg gegen USA und Brasilien"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/China-Sojabohnen-Krieg-USA-Brasilien.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-361867 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/China-Sojabohnen-Krieg-USA-Brasilien.jpg\" alt=\"China Sojabohnen Krieg USA Brasilien\" width=\"825\"\/><\/a>Foto: Bloomberg<\/p>\n<p>Im Krieg f\u00e4llt die Wahrheit zuerst, hei\u00dft es, das gilt f\u00fcr reale Kriege genauso wie f\u00fcr <a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/handelskrieg-befriedet-usa-zufrieden-mit-china-361044\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Handelskriege<\/a>: So ist es auch im Sojabohnen-Krieg zwischen den USA, Brasilien und China. Jeder der Protagonisten erz\u00e4hlt seine Geschichte. Nur: die Narrative sind nette Geschichten, die die Realit\u00e4t nur soweit akzeptieren, wie sie f\u00fcr ihren Zweck dienlich sind.<\/p>\n<p>China: Krieg um Sojabohnen \u2013 USA jammern, Brasilien triumphiert<\/p>\n<p>Die amerikanische Sojabohnen-Industrie mit ihren Lobbyisten stimmt seit Trumps R\u00fcckkehr ins Wei\u00dfe Haus ein Klagelied an. <a href=\"https:\/\/www.agweb.com\/news\/crops\/soybeans\/us-soybean-farmers-urge-trump-make-purchase-deal-china\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Schuld<\/a> an der schwachen Gesch\u00e4ftslage sei ein Pr\u00e4sident, der bereits in den ersten Monaten seiner Amtszeit mit Z\u00f6llen den Zugang zum wichtigsten Absatzmarkt der Welt erschwert habe. Chinas Antwort waren Strafabgaben zwischen zehn und vierunddrei\u00dfig Prozent auf US-Sojabohnen. F\u00fcr die Farmer in Iowa oder Arkansas ist der Schuldige damit gefunden.<\/p>\n<p>In den Stellungnahmen der Verb\u00e4nde klingt das immer gleich: Die M\u00e4rkte seien <a href=\"https:\/\/www.iasoybeans.com\/newsroom\/article\/us-soybean-farmers-sound-alarm-as-china-turns-to-brazil-amid-trade-standoff\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">weggebrochen<\/a>, der Absatz nach China sei ins Bodenlose gefallen. Sie verweisen auf schwache Monate im Fr\u00fchjahr, etwa den April, in dem die Lieferungen um fast vierundvierzig Prozent unter dem Vorjahr lagen. In Interviews und Kongressanh\u00f6rungen wird dieser Einbruch als Beweis daf\u00fcr genutzt, dass Trumps Politik die Existenz vieler Farmen bedrohe.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite steht Brasilien. Regierung, Agrarlobby und staatliche Medien pr\u00e4sentieren die Sojabohne als Symbol des Aufstiegs des globalen S\u00fcdens. Die Partnerschaft mit China gilt als Beweis daf\u00fcr, dass man die \u201eGringos\u201c in die zweite Reihe gedr\u00e4ngt hat. Die Zahlen scheinen das zu st\u00fctzen: Von Januar bis Juli im laufenden Jahr gingen 42,26 Millionen Tonnen nach China, was einem Marktanteil von rund <a href=\"https:\/\/www.hellenicshippingnews.com\/china-july-soybean-arrivals-from-brazil-rise-13-9-data-shows\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">achtzig Prozent<\/a> entspricht. Im Juli allein wurden \u00fcber zehn Millionen Tonnen verschifft, fast neunzig Prozent der chinesischen Einfuhren in diesem Monat.<\/p>\n<p>Beide Seiten blenden die Teile der Realit\u00e4t aus, die ihren Narrativen widersprechen.<\/p>\n<p>Was die Daten zeigen: Brasilien verdient weniger, USA steigern Exporte<\/p>\n<p>Die andere Seite der Medaille zeigt sich beim Blick auf die Entwicklung der letzten Jahre. Der st\u00e4rkste R\u00fcckgang der amerikanischen Lieferungen nach China lag zwischen den Fr\u00fchjahren 2023 und 2024, also unter Biden und nicht unter Trump, lag. Seitdem erholen sich die Verk\u00e4ufe. Die Gesamtexporte nach China stiegen im Zeitraum Januar bis Juli diesen Jahres auf 16,57 Millionen Tonnen, ein Anstieg von \u00fcber einem Drittel gegen\u00fcber den 12,25 Millionen Tonnen im Vorjahr. Wertm\u00e4\u00dfig <a href=\"https:\/\/farmdocdaily.illinois.edu\/2024\/07\/corn-and-soybeans-economics-in-2024-and-2025-back-to-the-new-old-normal.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">wuchsen<\/a> die Exporte von 6,74 Milliarden US-Dollar 2024 auf 7,61 Milliarden US-Dollar, allerdings d\u00e4mpfte der Preisverfall von 512 US-Dollar je Tonne 2024 auf 440 US-Dollar je Tonne 2025 den Wertanstieg. Diese Erholung passt nicht zum Narrativ eines totalen Einbruchs, wird aber in der Klage der US-Bauern unter den Tisch fallen gelassen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/China-Importe-Sojabohnen-USA-Brasilien-scaled.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-361864 size-large\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/China-Importe-Sojabohnen-USA-Brasilien-1024x498.png\" alt=\"China Importe Sojabohnen USA Brasilien\" width=\"640\" height=\"311\"  \/><\/a><\/p>\n<p>Die Erfolgserz\u00e4hlung Brasiliens blendet wiederum deren Schattenseiten aus. Seit dem Fr\u00fchsommer 2024 sinke die Einnahmen aus den Exporten nach China, wenn auch die Mengen leicht steigen, weil die Preise am Weltmarkt abrutschten. Von den Rekordmengen bleibt so am Ende weniger Geld \u00fcbrig. Doch in der \u00f6ffentlichen Darstellung z\u00e4hlt nur die Schlagzeile: Brasilien habe die USA abgeh\u00e4ngt und sich endg\u00fcltig als Hauptlieferant Chinas etabliert.<\/p>\n<p>China profitiert: Mehr Soja, weniger Kosten<\/p>\n<p>Sieger in diesem Krieg ist aber nur einer. China hat im ersten Halbjahr 4,6 Prozent mehr Sojabohnen importiert und daf\u00fcr fast zehn Prozent weniger bezahlt. W\u00e4hrend Farmer in den USA ihre Pr\u00e4sidentenpolitik beklagen und Brasilien seine Exporte als geopolitischen Triumph feiert, setzt Peking sein Pokerface auf und zieht den eigentlichen Nutzen aus diesem Handelskrieg.<\/p>\n<p>Aber China steigert auch gezielt seine Eigenproduktion: Seit 2015 hat das Land die Sojabohnenproduktion um 8,6 Millionen Tonnen ausgebaut, um die Abh\u00e4ngigkeit von Importen zu reduzieren. Damit verringert das Land seine Abh\u00e4ngigkeit von Lieferanten wie den USA und Brasilien, w\u00e4hrend es die Versorgung sichert und von sinkenden Weltmarktpreisen profitiert.<\/p>\n<p>Die n\u00fcchterne Bilanz steht im Widerspruch zu den bunten Erz\u00e4hlungen. Die Importmenge steigt leicht, der Gesamtwert sinkt. China zahlt im Durchschnitt nur noch rund 440 US-Dollar je Tonne, w\u00e4hrend es 2024 noch 512 US-Dollar waren. Ob die Bohnen aus Santos oder aus New Orleans kommen, spielt f\u00fcr die China keine gro\u00dfe Rolle. Entscheidend ist, dass die Versorgung gesichert bleibt. Die Geschichten schreiben andere. China kauft einfach dort, wo die Bohne am billigsten ist, ob beim BRICS-Partner oder dem amerikanischen Rivalen.<\/p>\n<p><a class=\"eoc btn\" href=\"#comments\">Kommentare lesen und schreiben, hier klicken<\/a>  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Foto: Bloomberg Im Krieg f\u00e4llt die Wahrheit zuerst, hei\u00dft es, das gilt f\u00fcr reale Kriege genauso wie f\u00fcr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":377296,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,5697,227,13,14,15,12,87642,679,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-377295","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-brasilien","11":"tag-china","12":"tag-headlines","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-sojabohnen","17":"tag-top","18":"tag-united-states","19":"tag-united-states-of-america","20":"tag-us","21":"tag-usa","22":"tag-vereinigte-staaten","23":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115101165615668328","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/377295","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=377295"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/377295\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/377296"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=377295"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=377295"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=377295"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}