{"id":378374,"date":"2025-08-28T00:12:17","date_gmt":"2025-08-28T00:12:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/378374\/"},"modified":"2025-08-28T00:12:17","modified_gmt":"2025-08-28T00:12:17","slug":"juedisches-museum-in-frankfurt-will-oppenheim-gemaelde-kaufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/378374\/","title":{"rendered":"J\u00fcdisches Museum in Frankfurt will Oppenheim-Gem\u00e4lde kaufen"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Es ist eine etwas seltsame Szene. Da ist der junge Musiker, der am Klavier sitzt und mit Ehrfurcht, ja sehnend, in Richtung des gealterten Schriftstellers blickt. Doch der Literat erwidert seinen Blick nicht. Er schaut geradeaus, wirkt abwesend. Ist es die Musik, die ihn in Bann nimmt? Oder l\u00e4sst ihn das Spiel des Jungen kalt und unber\u00fchrt? Schwer zu sagen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der junge Musiker, den der Maler Moritz Daniel Oppenheim in \u00d6l portr\u00e4tiert hat, ist Felix Mendelssohn Bartholdy, ein musikalisches Genie, aus einer j\u00fcdischen Familie stammend. Und der alte Schriftsteller ist <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Johann Wolfgang von Goethe\" data-rtr-id=\"612a35a1a4c0a0196caa011396c34c4fa53aada1\" data-rtr-score=\"253.55149419609782\" data-rtr-etype=\"person\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/thema\/johann-wolfgang-von-goethe\" title=\"Johann Wolfgang von Goethe\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Johann Wolfgang von Goethe<\/a>, die Institution des deutschen Kulturlebens.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das Machtgef\u00e4lle zwischen dem Meisterdichter der Klassik und dem jungen Musiker ist auf diesem Gem\u00e4lde von 1864 nicht zu \u00fcbersehen. Und es zeigt, so sieht es Mirjam Wenzel, die Direktorin des J\u00fcdischen Museums in Frankfurt, das ambivalente Verh\u00e4ltnis Goethes zum Judentum. In seinem Freundeskreis bewegten sich einige Juden, zu denen der Schriftsteller ein gutes Verh\u00e4ltnis pflegte. F\u00fcr ihre Gleichberechtigung streiten wollte er trotzdem nicht. Von Ressentiments war der Schriftsteller nicht frei. \u201eWas die Frage der j\u00fcdischen Emanzipation betrifft, spielte Goethe alles andere als eine r\u00fchmliche Rolle\u201c, sagt Wenzel.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Bereits seit den Achtzigerjahren wird das Gem\u00e4lde \u201eFelix Mendelssohn Bartholdy trifft Goethe\u201c im J\u00fcdischen Museum gezeigt \u2013 als Leihgabe eines Frankfurter Sammlers. Das soll sich nun \u00e4ndern, das Werk soll f\u00fcr die Museumssammlung angekauft werden. Die Gesellschaft der Freunde und F\u00f6rderer des J\u00fcdischen Museums initiiert deshalb eine Kampagne, um Spenden f\u00fcr den Kauf zu sammeln.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Liberaler Publizist: Moritz Daniel Oppenheim hat auch Ludwig B\u00f6rne portr\u00e4tiert.\" height=\"2965\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/liberaler-publizist-moritz.jpg\" width=\"2377\" class=\"sm:w-content-xs w-full\" tabindex=\"0\"\/>Liberaler Publizist: Moritz Daniel Oppenheim hat auch Ludwig B\u00f6rne portr\u00e4tiert.Picture Alliance<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Auf 250.000 Euro wurde der Wert des Oppenheim-Gem\u00e4ldes gesch\u00e4tzt. \u201eEine ordentliche Summe\u201c, sagt Werner D\u2019Inka, der Vorsitzende des F\u00f6rdervereins. Doch der fr\u00fchere F.A.Z.-Herausgeber ist zuversichtlich, dass sich gen\u00fcgend Unterst\u00fctzer f\u00fcr den Ankauf finden werden. An diesem Donnerstag, dem 276. Geburtstag Goethes, beginnt die Spendenkampagne mit einer Veranstaltung f\u00fcr geladene G\u00e4ste im Museum.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das J\u00fcdische Museum besitzt rund 60 Oppenheim-Werke. Schon Georg Heuberger, der Gr\u00fcndungsdirektor des Hauses, hatte damit begonnen, seine Werke zu sammeln. Zwei R\u00e4ume in der Dauerausstellung sind heute dem Schaffen des K\u00fcnstlers, der das j\u00fcdische Leben im 19. Jahrhundert in seinen Bildern festhielt, gewidmet.<\/p>\n<p>Portr\u00e4tist des j\u00fcdischen B\u00fcrgertums<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Oppenheim, 1800 in Hanau geboren, gilt als erster j\u00fcdischer Maler der Neuzeit. Er war der erste Jude, der eine akademische Ausbildung als K\u00fcnstler absolvieren konnte: Oppenheim studierte zun\u00e4chst in Hanau, dann an der K\u00f6niglichen Akademie der Bildenden K\u00fcnste in M\u00fcnchen und sp\u00e4ter in Paris.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">In Frankfurt wurde er zum Portr\u00e4tisten des j\u00fcdischen B\u00fcrgertums, das sich immer mehr emanzipieren konnte. Der K\u00fcnstler arbeitete f\u00fcr die Bankiersfamilie Rothschild, schuf Portr\u00e4ts von Heinrich Heine, Ludwig B\u00f6rne und dem Philologen Jakob Weil. Popul\u00e4r machte ihn seine Serie der \u201eBilder aus dem altj\u00fcdischen Familienleben\u201c. Als Holzstiche reproduziert erreichten die Szenen damals ein Massenpublikum.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das \u00d6lbild \u201eFelix Mendelssohn Bartholdy trifft Goethe\u201c soll nun auch deshalb angekauft werden, weil das Bild, sollte es auf den freien Markt gelangen, wohl noch teurer w\u00fcrde. Die Preise f\u00fcr Oppenheim-Werke sind, seit Kunsthistoriker und Museen sich intensiver mit ihm besch\u00e4ftigen, gestiegen. \u201eDieses Gem\u00e4lde geh\u00f6rt nach Frankfurt\u201c, sagt Erik Riedel, der Ausstellungsleiter des Museums. \u201eEs ist wichtig, daf\u00fcr zu sorgen, dass das auch so bleibt.\u201c Auf der Website <a href=\"https:\/\/www.juedischesmuseum.de\/\" title=\"www.juedischesmuseum.de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">www.juedischesmuseum.de<\/a> ist zu erfahren, wie man f\u00fcr den Ankauf spenden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist eine etwas seltsame Szene. 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