{"id":37838,"date":"2025-04-17T00:42:08","date_gmt":"2025-04-17T00:42:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/37838\/"},"modified":"2025-04-17T00:42:08","modified_gmt":"2025-04-17T00:42:08","slug":"grosse-ueberraschung-astronomen-entdecken-planeten-in-senkrechter-umlaufbahn-um-ein-sternpaar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/37838\/","title":{"rendered":"\u201eGro\u00dfe \u00dcberraschung\u201c: Astronomen entdecken Planeten in senkrechter Umlaufbahn um ein Sternpaar"},"content":{"rendered":"<p>(openPR) In den letzten Jahren wurden mehrere Planeten entdeckt, die zwei Sterne gleichzeitig umkreisen, wie die fiktive Star-Wars-Welt Tatooine. Diese Planeten befinden sich in der Regel auf Um\u00adlauf\u00adbahnen, die in etwa mit der Ebene \u00fcbereinstimmen, in der sich ihre Wirts\u00adsterne umkreisen. Es gab bereits Hinweise darauf, dass Planeten auf senkrechten oder polaren Um\u00adlauf\u00adbahnen um Doppel\u00adsterne existieren k\u00f6nnten: Theoretisch sind diese Umlaufbahnen stabil, und es wurden planetenbildende Scheiben auf polaren Um\u00adlauf\u00adbahnen um Sternpaare nachgewiesen. Bisher fehlten jedoch eindeutige Belege daf\u00fcr, dass diese polaren Planeten existieren.<\/p>\n<p>\u201eIch freue mich besonders, an der Entdeckung \u00fcberzeugender Beweise f\u00fcr die Existenz dieser Planetenkonfiguration beteiligt zu sein\u201c, sagt Thomas Baycroft, Doktorand an der Universit\u00e4t Birmingham, Gro\u00dfbritannien, der die heute in Science Advances ver\u00f6ffentlichte Studie leitete.<\/p>\n<p>Der einzigartige Exoplanet mit dem Namen 2M1510 (AB) b umkreist ein Paar junger Brauner Zwerge \u2013 Objekte, die gr\u00f6\u00dfer sind als Gasriesenplaneten, aber zu klein, um richtige Sterne zu sein. Von der Erde aus gesehen verdecken sich die beiden Braunen Zwerge wechselseitig, was sie zu einem sogenannten Bedeckungsver\u00e4nderlichen macht. Ein solches System ist unglaublich selten: Es ist erst das zweite bekannte Paar sich gegenseitig verdeckender Brauner Zwerge, und es enth\u00e4lt den ersten Exoplaneten, der jemals auf einer Bahn im rechten Winkel zur Umlaufbahn seiner beiden Wirtssterne gefunden wurde.<\/p>\n<p>\u201eEin Planet, der nicht nur ein Doppelsternsystem, sondern auch einen doppelten Braunen Zwerg umkreist und sich dabei auf einer polaren Umlaufbahn befindet, ist ziemlich au\u00dfergew\u00f6hnlich und aufregend\u201c, sagt Mitautor Amaury Triaud, Professor an der Universit\u00e4t Birmingham.<\/p>\n<p>Das Team entdeckte diesen Planeten, als es die Umlaufbahn und die physikalischen Parameter der beiden Braunen Zwerge genauer bestimmte und dazu Beobachtungen mit dem Ultraviolett- und visuellen Echelle-Spektrographen (UVES) am VLT der ESO am Paranal-Observatorium in Chile sammelte. Das Paar Brauner Zwerge, bekannt als 2M1510, wurde erstmals 2018 von Triaud und anderen mit der \u201eSearch for habitable Planets EClipsing ULtra-cOOl Stars (SPECULOOS)\u201c (Suche nach bewohnbaren Planeten, die Ultra-kalte Sterne bedecken), einer weiteren Paranal-Einrichtung, entdeckt.<\/p>\n<p>Die Astronominnen und Astronomen beobachteten, wie die Umlaufbahn der beiden Sterne in 2M1510 auf ungew\u00f6hnliche Weise verschoben und gedehnt wurde, was sie auf die Existenz eines Exoplaneten mit einem ungew\u00f6hnlichen Bahnwinkel schlie\u00dfen lie\u00df. \u201eWir haben alle m\u00f6glichen Szenarien gepr\u00fcft, und das einzige, das mit den Daten \u00fcbereinstimmt, ist, dass sich ein Planet auf einer polaren Umlaufbahn um dieses Doppelsternsystem befindet\u201c, sagt Baycroft [1].<\/p>\n<p>\u201eDie Entdeckung war insofern ein gl\u00fccklicher Zufallstreffer, als unsere Beobachtungen nicht mit dem Ziel durchgef\u00fchrt wurden, einen solchen Planeten oder eine solche Umlaufbahn zu finden. Daher ist es eine gro\u00dfe \u00dcberraschung\u201c, sagt Triaud. \u201cInsgesamt denke ich, dass dies uns Astronominnen und Astronomen, aber auch der breiten \u00d6ffentlichkeit eine Vorstellung davon vermittelt, was in dem faszinierenden Universum, in dem wir leben, m\u00f6glich ist.\u201c<\/p>\n<p>Endnoten<\/p>\n<p>[1] In der neuen Studie in Science Advances werden 2M1510 oder 2M1510 AB als Namen f\u00fcr den Bedeckungs\u00adver\u00ad\u00e4nder\u00adlichen von zwei Braunen Zwergen, 2M1510 A und 2M1510 B, verwendet. Es ist bekannt, dass dasselbe System einen dritten Stern hat, der in gro\u00dfer Entfernung von dem Paar uml\u00e4uft und von den Autoren der Studie 2M1510 C genannt wird. Die Studie zeigt, dass dieser dritte Stern zu weit entfernt ist, um die St\u00f6rungen der Umlaufbahn zu verursachen.<\/p>\n<p>Weitere Informationen<\/p>\n<p>Diese Forschungsarbeit wurde in einem Artikel mit dem Titel \u201eEvidence for a polar circumbinary exoplanet orbiting a pair of eclipsing brown dwarfs\u201c (Belege f\u00fcr einen polaren zirkumbin\u00e4ren Exoplaneten, der ein Paar sich bedeckender Brauner Zwerge umkreist) in Science Advances vorgestellt.<\/p>\n<p>Das Team besteht aus: T. A. Baycroft (Universit\u00e4t Birmingham, Birmingham, Gro\u00dfbritannnien) L. Sairam (Universit\u00e4t Birmingham, Birmingham, Gro\u00dfbritannien; Universit\u00e4t Cambridge, Cambridge, Gro\u00dfbritannien), A. H. M. J. Triaud (Universit\u00e4t Birmingham, Birmingham, Gro\u00dfbritannien) und A. C. M. Correia (Universit\u00e4t Coimbra, Coimbra, Portugal; Observatorium Paris, Universit\u00e4t PSL, Frankreich).<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische S\u00fcdsternwarte (ESO) bef\u00e4higt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit, die Geheimnisse des Universums zum Nutzen aller zu entdecken. Wir entwerfen, bauen und betreiben Observatorien von Weltrang, die Astronominnen und Astronomen nutzen, um spannende Fragen zu beantworten und die Faszination der Astronomie zu wecken, und wir f\u00f6rdern die internationale Zusammenarbeit in der Astronomie. Die ESO wurde 1962 als zwischenstaatliche Organisation gegr\u00fcndet und wird heute von 16 Mitgliedstaaten (Belgien, D\u00e4nemark, Deutschland, Frankreich, Finnland, Irland, Italien, den Niederlanden, \u00d6sterreich, Polen, Portugal, Schweden, der Schweiz, Spanien, der Tschechischen Republik und dem Vereinigten K\u00f6nigreich) sowie dem Gastland Chile und Australien als strategischem Partner unterst\u00fctzt. Der Hauptsitz der ESO und ihr Besucherzentrum und Planetarium, die ESO Supernova, befinden sich in der N\u00e4he von M\u00fcnchen in Deutschland, w\u00e4hrend die chilenische Atacama-W\u00fcste, ein wunderbarer Ort mit einzigartigen Bedingungen f\u00fcr die Himmelsbeobachtung, unsere Teleskope beherbergt. Die ESO betreibt drei Beobachtungsstandorte: La Silla, Paranal und Chajnantor. Am Standort Paranal betreibt die ESO das Very Large Telescope und das dazugeh\u00f6rige Very Large Telescope Interferometer sowie Durchmusterungsteleskope wie z. B. VISTA. Ebenfalls am Paranal wird die ESO das Cherenkov Telescope Array South betreiben, das gr\u00f6\u00dfte und empfindlichste Gammastrahlen-Observatorium der Welt. Zusammen mit internationalen Partnern betreibt die ESO auf Chajnantor APEX und ALMA, zwei Einrichtungen zur Beobachtung des Himmels im Millimeter- und Submillimeterbereich. Auf dem Cerro Armazones in der N\u00e4he von Paranal bauen wir \u201edas gr\u00f6\u00dfte Auge der Welt am Himmel\u201c \u2013 das Extremely Large Telescope der ESO. Von unseren B\u00fcros in Santiago, Chile, aus unterst\u00fctzen wir unsere Aktivit\u00e4ten im Land und arbeiten mit chilenischen Partnern und der Gesellschaft zusammen.<\/p>\n<p>Die\u202fUniversit\u00e4t Birmingham\u202fgeh\u00f6rt zu den 100 besten Universit\u00e4ten der Welt. Unsere Arbeit bringt Menschen aus der ganzen Welt nach Birmingham, darunter Forschende, Lehrende und mehr als 8.000 internationale Studierende aus \u00fcber 150 L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die \u00dcbersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines internationalen Netzwerks f\u00fcr astronomische \u00d6ffentlichkeitsarbeit, in dem Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren aus allen ESO-Mitgliedsl\u00e4ndern (und einigen weiteren Staaten) vertreten sind. Deutscher Knoten des Netzwerks ist das Haus der Astronomie in Heidelberg.<\/p>\n<p>Medienkontakte<\/p>\n<p>B\u00e1rbara Ferreira<br \/>ESO Media Manager<br \/>Garching bei M\u00fcnchen, Deutschland<br \/>Tel: +49 89 3200 6670<br \/>Mobil: +49 151 241 664 00<br \/>E-Mail: <\/p>\n<p>Press office<br \/>University of Birmingham<br \/>Birmingham, Gro\u00dfbritannien<br \/>Tel: +44 (0) 121 414 2772<br \/>E-Mail: <\/p>\n<p>Markus Nielbock (Pressekontakt Deutschland)<br \/>ESO Science Outreach Network und Haus der Astronomie<br \/>Heidelberg, Deutschland<br \/>Tel: +49 6221 528-134<br \/>E-Mail: <\/p>\n<p>wissenschaftliche Ansprechpartner:<br \/>Thomas Baycroft<br \/>School of Physics and Astronomy, University of Birmingham<br \/>Birmingham, UK<br \/>E-Mail: <\/p>\n<p>Amaury Triaud<br \/>School of Physics and Astronomy, University of Birmingham<br \/>Birmingham, UK<br \/>Tel: +44 121 414 4553<br \/>E-Mail: <\/p>\n<p>Originalpublikation:<br \/>Thomas A. Baycroft, et al.: \u201eEvidence for a polar circumbinary exoplanet orbiting a pair of eclipsing brown dwarfs\u201c. Science Advances (2025)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"(openPR) In den letzten Jahren wurden mehrere Planeten entdeckt, die zwei Sterne gleichzeitig umkreisen, wie die fiktive Star-Wars-Welt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":37839,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[135],"tags":[3803,3251,29,19740,30,2476,1268,19739,190,189,13413,194,191,5162,193,192,5197],"class_list":{"0":"post-37838","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-studierende","9":"tag-astronomie","10":"tag-deutschland","11":"tag-forschungsarbeit","12":"tag-germany","13":"tag-heidelberg","14":"tag-muenchen","15":"tag-professorin","16":"tag-science","17":"tag-science-technology","18":"tag-studien","19":"tag-technik","20":"tag-technology","21":"tag-universitaet","22":"tag-wissenschaft","23":"tag-wissenschaft-technik","24":"tag-wissenschaftler"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114350531723629588","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37838","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=37838"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37838\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/37839"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=37838"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=37838"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=37838"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}