{"id":379109,"date":"2025-08-28T06:58:12","date_gmt":"2025-08-28T06:58:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/379109\/"},"modified":"2025-08-28T06:58:12","modified_gmt":"2025-08-28T06:58:12","slug":"ergebnisse-vom-cvua-in-fellbach-vorsicht-dieses-obst-und-gemuese-ist-besonders-stark-mit-pestiziden-belastet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/379109\/","title":{"rendered":"Ergebnisse vom CVUA in Fellbach: Vorsicht: Dieses Obst und Gem\u00fcse ist besonders stark mit Pestiziden belastet"},"content":{"rendered":"<p>Nach Untersuchungen des CVUA enth\u00e4lt Bioware deutlich weniger R\u00fcckst\u00e4nde von Pflanzenschutzmitteln als konventionelles Obst und Gem\u00fcse. Einige Sorten sind sogar stark belastet.<\/p>\n<p>Es sind zwei unscheinbare Kunststoffdosen, die Ellen Scherbaum in den H\u00e4nden h\u00e4lt. Eine davon ist fast zur H\u00e4lfte mit einem hellen Granulat gef\u00fcllt, in der anderen sind nur wenige K\u00f6rnchen zu sehen. Sie stellen das Verh\u00e4ltnis der R\u00fcckst\u00e4nde von Pflanzenschutzmitteln in konventionell erzeugten und in biologisch produzierten <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Obst\" title=\"Obst\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Obst<\/a>&#8211; und Gem\u00fcsearten dar. \u201eIn Bioprodukten ist es etwa um den Faktor 200 weniger\u201c, sagt die Leiterin der Abteilung R\u00fcckst\u00e4nde und Kontaminanten am Chemischen und Veterin\u00e4runtersuchungsamt (CVUA) Stuttgart, das seinen Sitz in der Fellbacher Schaflandstra\u00dfe hat. <\/p>\n<p>Um keine Missverst\u00e4ndnisse aufkommen zu lassen: Auch konventionell erzeugtes Obst und <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Gem%C3%BCse\" title=\"Gem\u00fcse\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gem\u00fcse<\/a> ist in aller Regel ein sicheres Lebensmittel. Von den 939 Proben von frischem Gem\u00fcse, die das CVUA im vergangenen Jahr auf die stattliche Zahl von rund 830 Wirkstoffen untersucht hat, lagen lediglich drei Prozent \u00fcber der zul\u00e4ssigen H\u00f6chstmenge an Pestiziden. Bei den 856 Obstproben waren es f\u00fcnf Prozent. <\/p>\n<p>Konventionell erzeugtes Obst aus Deutschland schneidet am besten ab <\/p>\n<p>Betrachtet man die Herkunftsl\u00e4nder, dann hat konventionell erzeugtes Obst aus Deutschland mit einer Beanstandungsquote von 1,3 Prozent am besten abgeschnitten. Bei Gem\u00fcse lagen die Niederlande mit 1,4 Prozent Beanstandungen an der Spitze. Geringere Gehalte wiesen nur Bioprodukte auf, die entgegen vielfach ge\u00e4u\u00dferter Ansichten im Regelfall den Vorgaben der EU-Bioverordnung entsprechen. <\/p>\n<p>Dass pflanzliche Lebensmittel aus Deutschland und der Europ\u00e4ischen Union 2024 am geringsten belastet waren, deckt sich mit langfristigen Beobachtungen der Mitarbeitenden am CVUA. Deutlich schlechter schneiden traditionell Proben aus Drittl\u00e4ndern ab, die nicht in der EU liegen. \u201eSie sind am h\u00e4ufigsten auff\u00e4llig\u201c, sagt Ellen Scherbaum, die Proben aus allen Stufen des Handels, also aus Gro\u00dfm\u00e4rkten ebenso wie aus Superm\u00e4rkten und Discountern, durch die Lebensmittelkontrolleure der Stadt- und Landkreise erheben l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde, warum pflanzliche Lebensmittel aus Drittl\u00e4ndern tendenziell h\u00f6her belastet sind, stellen sich vielf\u00e4ltig dar. W\u00e4hrend innerhalb der EU einheitliche Vorschriften zu H\u00f6chstmengen an Pflanzenschutzmittelr\u00fcckst\u00e4nden existieren, decken sich diese Vorgaben oft nicht mit denen von Drittl\u00e4ndern. <\/p>\n<p>\u201eDadurch kann Ware in die EU kommen, die den Vorgaben der EU nicht entspricht. Die Grenzwerte gelten aber f\u00fcr das Produkt, das auf dem Markt ist \u2013 egal woher es kommt\u201c, sagt Leonie Moser, die als Lebensmittelchemikerin seit einem halben Jahrzehnt Leiterin des Pestizidlabors im CVUA ist. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/media.media.d8b21b2f-5672-4f1f-aa6e-3f277fed1d99.original1024.media.jpeg\"\/>     Leonie Moser leitet das Pestizidlabor im CVUA.    Foto: Michael K\u00e4fer    <\/p>\n<p>Auswirkungen k\u00f6nnen auch die b\u00e4uerlichen Strukturen im jeweiligen Erzeugerstaat haben. Ellen Scherbaum nennt als Beispiel Birnen aus S\u00fcdamerika. Sie werden oft von gut organisierten Kooperativen speziell f\u00fcr den europ\u00e4ischen Markt erzeugt. Vor Ort gibt es deswegen Spezialisten, die sich mit den Vorschriften in der EU bestens auskennen und deren Einhaltung \u00fcberwachen. Andererseits sind die \u2013 ohnehin in 15 Prozent aller F\u00e4lle auff\u00e4lligen \u2013 Tafeltrauben besonders stark belastet, wenn sie aus der T\u00fcrkei stammen. Proben von Tafeltrauben aus der T\u00fcrkei sch\u00f6pften zuletzt mehrfach die akute Referenzdosis zu mehr als 200 Prozent aus und gelten damit als gesundheitssch\u00e4dlich. <\/p>\n<p>Ein Grund daf\u00fcr k\u00f6nnten m\u00f6glicherweise die kleinb\u00e4uerlichen Strukturen in der T\u00fcrkei sein. Landwirte mit nur geringer Anbaufl\u00e4che haben m\u00f6glicherweise nicht die notwendigen Detailkenntnisse \u00fcber die in der EU geltenden Grenzwerte von Pestizidr\u00fcckst\u00e4nden. Zudem werden ihre Erzeugnisse mit denen anderer Bauern gemischt. Einfluss auf den Pestizidgehalt kann auch das w\u00e4rmere Klima haben, das bestimmte, in Deutschland nicht vorkommende Sch\u00e4dlinge oder Krankheiten beg\u00fcnstigen kann und deren Bek\u00e4mpfung zur Folge hat.<\/p>\n<p> Beeren ben\u00f6tigen mehr Pestizide als Wei\u00dfkohl <\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von der Herkunft gilt, dass kompakte, robuste Gem\u00fcsearten wie etwa Wei\u00dfkohl weniger Pestizide ben\u00f6tigen als beispielsweise empfindliche Beeren. Blattgem\u00fcse und Salate sind aufgrund ihrer gro\u00dfen Oberfl\u00e4che tendenziell h\u00f6her belastet als die unterirdischen Teile von Wurzelgem\u00fcse. Interessant ist in diesem Zusammenhang eine aktuelle Untersuchung von Karottenbl\u00e4ttern, wie sie zunehmend in Smoothies, Pestos oder Salaten verwendet werden: Die R\u00fcckst\u00e4nde in den Karotten waren rund 25fach geringer als die in den Bl\u00e4ttern der Karottenpflanze.<\/p>\n<p>Ein ungel\u00f6stes Problem sind die sogenannten Mehrfachr\u00fcckst\u00e4nde. In einer Pflanzenprobe werden meist mehrere Wirkstoffe nachgewiesen, teilweise mehrere Dutzend. Ihre gegenseitige Wirkung ist nach wie vor unzureichend erforscht. Durch die Verwendung unterschiedlicher Wirkstoffe werden einerseits unterschiedliche Sch\u00e4dlinge und Krankheiten bek\u00e4mpft \u2013 teilweise in Form von Tankmischungen in einem Arbeitsgang.<\/p>\n<p>Zudem werden f\u00fcr einen Sch\u00e4dling oft unterschiedliche Wirkstoffe verwendet. Das kann sinnvoll sein, um die Entstehung von Resistenzen zu verhindern. Gleichzeitig ist es so leichter m\u00f6glich, die H\u00f6chstmenge jedes Wirkstoffs einzuhalten. Und das machen verantwortungsbewusste Landwirte auch. \u201eDeutsche Bauern halten sich an die Vorschriften\u201c, sagt Ellen Scherbaum aus jahrzehntelanger Erfahrung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach Untersuchungen des CVUA enth\u00e4lt Bioware deutlich weniger R\u00fcckst\u00e4nde von Pflanzenschutzmitteln als konventionelles Obst und Gem\u00fcse. 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