{"id":379295,"date":"2025-08-28T08:41:18","date_gmt":"2025-08-28T08:41:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/379295\/"},"modified":"2025-08-28T08:41:18","modified_gmt":"2025-08-28T08:41:18","slug":"wertvolle-daten-zum-verhaeltnis-von-eisenstoffwechsel-und-immunantworten-bei-kindern-mit-infektionen-in-gabun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/379295\/","title":{"rendered":"Wertvolle Daten zum Verh\u00e4ltnis von Eisenstoffwechsel und Immunantworten bei Kindern mit Infektionen in Gabun"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/NEWS_Paper_Weisss_Mayr.jpg\" width=\"584\" height=\"242\" title=\"BU: Eisenmangel und An\u00e4mien sind bei Kindern in Subsahara L\u00e4ndern weit verbreitet. \u00a9 Canva\" alt=\"NEWS_Paper_Weisss_Mayr.jpg\" \/>Wertvolle Daten zum Verh\u00e4ltnis von Eisenstoffwechsel und Immunantworten bei Kindern mit Infektionen in Gabun<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">In afrikanischen L\u00e4ndern nehmen viele Kinder aufgrund von Mangelern\u00e4hrung zu wenig Eisen auf. Die daraus resultierende Blutarmut (An\u00e4mie) ist mit Wachstumsst\u00f6rungen und eingeschr\u00e4nkter k\u00f6rperlicher und kognitiver Entwicklung verbunden. Andererseits f\u00fchrt die Zufuhr von Eisen mit der Nahrung h\u00e4ufiger zu schweren bakteriellen Infektionen oder Malaria. Schon wegen der weitreichenden gesundheitlichen Folgen f\u00fcr Kinder kommt der Aufkl\u00e4rung dieser komplexen Zusammenh\u00e4nge besondere Bedeutung zu.<\/p>\n<p xmlns=\"\">Das Centre de Recherches M\u00e9dicales de Lambar\u00e9n\u00e9 (CERMEL) in Gabun ist eines der f\u00fchrenden Einrichtungen f\u00fcr Malariaforschung in Afrika, das auch Praktikumsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr junge \u00c4rztinnen und \u00c4rzte bietet. Das Interesse an tropenmedizinischer Forschung war es auch, das den jungen Mediziner Wolfram Mayr f\u00fcr einen zehnmonatigen Studienaufenthalt in dieses Land s\u00fcdlich der Sahara f\u00fchrte, wo nicht nur Infektionen, sondern vor allem auch Eisenmangel und An\u00e4mien unter Kindern weitverbreitet sind und erheblich zu Krankheitslast und Sterblichkeit beitragen.<\/p>\n<p xmlns=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" height=\"810\" alt=\"\" class=\"img-fluid\" width=\"1080\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Team_CERMEL.jpg\" title=\"\" \/><\/p>\n<p xmlns=\"\" class=\"mt-2 mb-5\" style=\"font-size: 0.8em; line-height: 1.2em;\">Forscherinnen und Forscher des Centre de Recherches M\u00e9dicales de Lambar\u00e9n\u00e9 (CERMEL) in Gabun. \u00a9CERMEL<\/p>\n<p xmlns=\"\">Studien haben gezeigt, dass eine Eisensupplementierung die Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr verschiedene Infektionskrankheiten erh\u00f6hen und deren Kontrolle erschweren kann und hohe Eisenspiegel im Blut mit einem erh\u00f6hten Risiko und schlechteren Ergebnissen bei bakteriellen Infektionen in Verbindung stehen. Die Optimierung von Eisen-Supplementierungsstrategien ist deshalb besonders wichtig.<br \/>\u201eEisen spielt nicht nur f\u00fcr viele Stoffwechselprozesse eine Rolle, sondern auch f\u00fcr die Effektivit\u00e4t des Immunsystems. Es gibt eine Reihe von Studien, auch aus unserem Labor, die zeigen, dass die Verf\u00fcgbarkeit von Eisen f\u00fcr die Bildung von Immunzellen, f\u00fcr deren Differenzierung und f\u00fcr die Effektivit\u00e4t von antimikrobiellen Abwehrmechanismen eine zentrale Rolle spielt. Andererseits ben\u00f6tigen viele Mikroben Eisen als zentralen Wachstumsfaktor. Deshalb ist das Verst\u00e4ndnis dieser Wechselwirkung zwischen Eisenstoffwechsel, Immunologie und Infektionskrankheiten essentiell, um schwere Infektionen zu verhindern und Blutarmut vor allem in Regionen mit einer hohen Infektionsgef\u00e4hrdung , wie in Zentralafrika, sicher durch Eisensupplementierung behandeln zu k\u00f6nnen.\u201c, erkl\u00e4rt Infektiologe und Tropenmediziner G\u00fcnter Weiss, der die komplexen Wechselwirkungen zwischen An\u00e4mie, Eisenmangel, Infektionskrankheiten und Immunaktivierung bereits seit vielen Jahren erforscht; vor allem systemische Untersuchungen der therapeutischen Effektivit\u00e4t etablierter und neuer oraler und intraven\u00f6ser Eisenpr\u00e4parate bei Entz\u00fcndungsprozessen standen im Fokus seines \u201eCD-Labors f\u00fcr Eisenstoffwechsel und An\u00e4mieforschung\u201c an der Med Uni Innsbruck.<\/p>\n<p xmlns=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" height=\"2369\" alt=\"\" class=\"img-fluid\" width=\"3543\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mayr-Weiss.jpg\" title=\"\" \/><\/p>\n<p xmlns=\"\" class=\"mt-2 mb-5\" style=\"font-size: 0.8em; line-height: 1.2em;\">Haben den Eisenstoffwechsel und die Immunaktivit\u00e4t gabunischer Kinder im Blick: Wolfram Mayr (l.) und Klinik-Direktor G\u00fcnter Weiss. \u00a9MUI\/D. Bullock<\/p>\n<p xmlns=\"\">Die aktuelle, im Fachjournal \u201eCommunications Medicine\u201c (Nature Gruppe) ver\u00f6ffentlichte retrospektive Studie von G\u00fcnter Weiss, Wolfram Mayr und der von Selidji Agnandji gef\u00fchrten BIOSS Arbeitsgruppe am CERMEL kann nun eine erste \u00dcbersicht zu den Assoziationen von An\u00e4mie-, Eisenmangel-, Immunstatus und Infektionsgeschehen bei Kindern in Gabun liefern. Die Informationen wurden von Wolfram Mayr vor Ort mittels Analyse von Blutbildern, sowie Eisen- und Zytokinparametern anhand der Daten von 415 Kindern im Alter von zwei bis 17 Jahren, die an akuten fieberhaften Erkrankungen, vor allem Malaria, litten und in Lambar\u00e9n\u00e9 behandelt worden waren, erhoben und retrospektiv analysiert. \u201eObwohl die Labor- und Forschungsbedingungen in Gabun nicht mit den unseren vergleichbar sind, schafft CERMEL eine Infrastruktur, welche die Auswertung und Diagnostik vor Ort erm\u00f6glicht\u201c, berichtet Mayr, der inzwischen wieder als Assistenzarzt in Innsbruck t\u00e4tig ist und gerade seine PhD-Ausbildung absolviert.<\/p>\n<p xmlns=\"\">Von den 197 Kindern, deren H\u00e4moglobin- und Eisenparameter vorlagen, waren 145 (73,6%) an\u00e4misch, 53 Kinder (36,6%) zeigten eine Entz\u00fcndungsan\u00e4mie, 11 Kinder (7,6%) eine Eisenmangelan\u00e4mie und 29 Kinder (20,0%) eine kombinierte Form beider An\u00e4miearten. Die Studie macht deutlich, dass Kinder mit Malaria andere Immun-Antworten zeigen, als Kinder ohne Malaria. So war etwa die Transferrins\u00e4ttigung in der Malaria-positiven Gruppe negativ mit bestimmten Zytokinen (Botenstoffen des Immunsystems) assoziiert, w\u00e4hrend bei Malaria-negativen Kindern mit unbestimmten Pathogenen andere Immunmarker positiv mit den Serumeisenmarkern Transferrins\u00e4ttigung und Ferritin korrelierten. \u201eDie meisten Daten zum Eisenstoffwechsel stammen von Europ\u00e4erinnen und Europ\u00e4ern und nicht aus Regionen, in denen so viele verschiedenen Infektionen auftreten. Ein Normalwert in Europa entspricht also nicht dem Normalwert in Subsahara-Afrika\u201c, beschreibt G\u00fcnter Weiss eine Tatsache, die bei der Auswertung von Daten stets mitgedacht werden muss. Auch aus diesem Grund stellt die neue Studie einen wichtige Grundalge f\u00fcr weitere Untersuchungen dar.<\/p>\n<p xmlns=\"\">\u201eLetztendlich wollen wir Klarheit dar\u00fcber gewinnen, wieviel Eisen den Kindern sicher verabreicht werden kann, um eine An\u00e4mie mit damit verbundenen negativen Folgen zu verhindern und gleichzeitig einen Schutz vor Infektionen zu gew\u00e4hren\u201c, wirft Mayr schon einen Blick in die Zukunft. In einer prospektiven Folgestudie wollen die ForscherInnen noch genauer eingrenzen, unter welchen Bedingungen eine derartige Therapie sicher ist und welche tropischen Infektionen nicht nur in Zusammenhang mit Ver\u00e4nderungen des Eisenstatus und deren Auswirkungen auf das Immunsystem stehen, sondern auch geh\u00e4uft auftreten. Besonders relevant ist das deshalb, da Kinder in Gabun fortw\u00e4hrend auch weiteren parasit\u00e4ren Infektionskrankheiten ausgesetzt sind \u2013 beispielsweise Hakenw\u00fcrmern oder dem afrikanischen Augenwurm \u2013, die andere Effekte auf das Immunsystem haben als beispielsweise Malaria oder bakterielle Infektionen.<\/p>\n<p xmlns=\"\">Ein tieferes Verst\u00e4ndnis der Zusammenh\u00e4nge von Eisenmetabolisms, Immunit\u00e4tslage, Infektionsrisiko und -verlauf und daraus ableitbare verbesserte Strategien zur Behandlung von Eisenmangelan\u00e4mie k\u00f6nnten die Gesundheit und Lebensqualit\u00e4t von Kindern in Afrika jedenfalls nachhaltig verbessern.<\/p>\n<p xmlns=\"\">(28.09.2025, Text: D. Heidegger, Bilder: MUI\/D. Bullock,\u00a0CERMEL, Canva)<\/p>\n<p xmlns=\"\"><strong>Links: <\/strong><\/p>\n<p xmlns=\"\">Iron homeostasis and cytokine responses in Gabonese children with febrile illness. Mayr, W., Ndong, P.E., Alabi, A. et al. I, Commun Med 5, 305 (2025)<br \/><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s43856-025-00988-3\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/doi.org\/10.1038\/s43856-025-00988-3<\/a><\/p>\n<p xmlns=\"\"><a href=\"https:\/\/www.cermel.org\/welcomemessage.php\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">CERMEL<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.i-med.ac.at\/patienten\/ukl_inneremedizin2.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Univ.-Klinik f\u00fcr Innere Medizin II<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.i-med.ac.at\/pr\/presse\/2018\/08.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Christian-Doppler Labor f\u00fcr An\u00e4mieforschung an der Medizin Uni Innsbruck er\u00f6ffnet<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wertvolle Daten zum Verh\u00e4ltnis von Eisenstoffwechsel und Immunantworten bei Kindern mit Infektionen in Gabun In afrikanischen L\u00e4ndern nehmen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":379296,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[29,30,141,232],"class_list":{"0":"post-379295","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-gesundheit","11":"tag-health"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115105502969250337","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/379295","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=379295"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/379295\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/379296"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=379295"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=379295"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=379295"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}