{"id":379350,"date":"2025-08-28T09:14:10","date_gmt":"2025-08-28T09:14:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/379350\/"},"modified":"2025-08-28T09:14:10","modified_gmt":"2025-08-28T09:14:10","slug":"best-athlete-modell-frankreich-und-deutschland-wollen-eu-waffenproduktion-buendeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/379350\/","title":{"rendered":"&#8222;Best-Athlete&#8220;-Modell: Frankreich und Deutschland wollen EU-Waffenproduktion b\u00fcndeln"},"content":{"rendered":"<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Emmanuel Macron empf\u00e4ngt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an diesem Donnerstagabend in seiner Sommerresidenz an der C\u00f4te d\u2019Azur, im Fort de Br\u00e9gan\u00e7on. <\/p>\n<p>Merz ist nach Helmut Kohl und Angela Merkel erst der dritte deutsche Regierungschef, der auf der Mittelmeerfestung empfangen wird. W\u00e4hrend Merkel daf\u00fcr 15 Jahre auf eine Einladung warten musste, erfolgt der Besuch f\u00fcr Merz deutlich fr\u00fcher.<\/p>\n<p>Ein Abendessen bildet den Auftakt eines Treffens der Regierungen beider L\u00e4nder: Am Freitag kommen sie zum sogenannten Ministerrat in der s\u00fcdfranz\u00f6sischen K\u00fcstenstadt Toulon zusammen. Im Mittelpunkt sollen die Wirtschafts- und Sicherheitspolitik stehen.<\/p>\n<p>Frankreich und Deutschland wollen in der Europ\u00e4ischen Union die Verteidigungsindustrie effizienter gestalten. Auf dem deutsch-franz\u00f6sischen Ratstreffen f\u00fcr Sicherheit und Verteidigung wollen Pr\u00e4sident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz \u00fcber den Vorschlag sprechen, <strong>das sogenannte \u201eBest Athlete\u201c-Modell einzuf\u00fchren.<\/strong> <\/p>\n<p>Damit sollen f\u00fcr jede Kategorie von Waffensystemen die leistungsst\u00e4rksten Unternehmen ausgew\u00e4hlt werden. &#8222;Die Logik des &#8218;Best Athlete&#8216;-Modells besteht darin, die Anzahl der Waffensysteme in Europa zu reduzieren&#8220;, erkl\u00e4rten Beamte des franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidentenpalastes.<\/p>\n<p>Diskutiert werden soll zudem die Ausweitung der franz\u00f6sischen nuklearen Abschreckung auf die gesamte EU sowie gemeinsame Verteidigungsprojekte und die <strong>St\u00e4rkung der industriellen und technologischen Verteidigungsbasis in Europa.<\/strong><\/p>\n<p>Rafale, F-35 und Gripen<\/p>\n<p>Die EU will die Produktion von Verteidigungsg\u00fctern ausbauen, da bef\u00fcrchtet wird, Russland k\u00f6nnte noch vor Ende des Jahrzehnts angreifen. Bisher wird dieses Ziel jedoch durch die Fragmentierung des Sektors erschwert: <strong>Viele Mitgliedstaaten setzen traditionell auf ihre eigene R\u00fcstungsindustrie aus Sicherheitsgr\u00fcnden.<\/strong><\/p>\n<p>Das zeigt sich auch im Ukraine-Krieg &#8211; das Land musste lernen, die von europ\u00e4ischen L\u00e4ndern gelieferten unterschiedlichen Waffensysteme gleichzeitig einzusetzen und zu warten.<\/p>\n<p>Europa nutzt aktuell mindestens vier verschiedene Kampfjet-Modelle \u2013 den in Europa gebauten Eurofighter Typhoon, die Rafale, den JAS Gripen sowie die US-amerikanische F-35. Bei den Panzern kommen zahlreiche Modelle zum Einsatz: der deutsche Leopard, der franz\u00f6sische Leclerc, der britische Challenger, der italienische Ariete, der US-amerikanische Abrams und der s\u00fcdkoreanische K2.<\/p>\n<p><strong>Bis 2030 sollen Hunderte von Milliarden Euro in den Verteidigungssektor flie\u00dfen.<\/strong> Aktuell laufen verschiedene Initiativen, um Beschaffungen zu b\u00fcndeln \u2013 mit dem Ziel, Kosten zu senken, die Interoperabilit\u00e4t zu verbessern und gleichzeitig die europ\u00e4ischen Produktionsketten zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Frankreichs Pr\u00e4sident <strong>Macron setzt dabei auf eine europ\u00e4ische Bevorzugung bei der R\u00fcstungsbeschaffung.<\/strong> Schon im vergangenen Jahr sorgte dies bei anderen EU-Staats- und Regierungschefs f\u00fcr Diskussionen: Einige bef\u00fcrchteten m\u00f6gliche Reaktionen der USA, andere kritisierten, dass vor allem die franz\u00f6sische Industrie profitieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Auch ein m\u00f6gliches &#8222;Best Athlete&#8220;-Modell wird zwangsl\u00e4ufig auf Widerstand sto\u00dfen und \u00e4hnliche Kritik hervorrufen.<\/p>\n<p>Das &#8222;Best-Athlete&#8220;-Modell: Pro und Contra<\/p>\n<p>Ester Sabatino, wissenschaftliche Mitarbeiterin f\u00fcr Verteidigungs- und Milit\u00e4ranalysen am Internationalen Institut f\u00fcr Strategische Studien (IISS), sieht &#8222;Best Athlete&#8220;-Modell eine \u201evern\u00fcnftige Entscheidung\u201c. Sie erkl\u00e4rt, dass Unternehmen mit schnellen und erprobten Entwicklungs- und Produktionszyklen voraussichtlich <strong>besser in der Lage seien, die Nachfrage zu bedienen<\/strong>.<\/p>\n<p>Dies k\u00f6nnte zwar zu einer geringeren Anzahl von Modellen milit\u00e4rischer Ausr\u00fcstung f\u00fchren, aber nicht unbedingt zu einer geringeren Anzahl nationaler Varianten derselben Ausr\u00fcstung. Zudem k\u00f6nnte <strong>ein solcher Ansatz die Zahl industrieller Alternativen und den Wettbewerb einschr\u00e4nken<\/strong>, was wiederum Innovationen bremsen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&#8222;\u00dcberlegungen zur Versorgungssicherheit w\u00fcrden es auch schwierig machen, das Modell von L\u00e4ndern zu akzeptieren, die keine solchen &#8218;Best-Athlete&#8216;-Modelle haben. Im Falle europ\u00e4ischer Hauptst\u00e4dte wie Warschau, die in die Weiterentwicklung ihrer nationalen Verteidigungsindustrie investieren, k\u00f6nnte es <strong>einen starken Widerstand gegen das Modell geben,<\/strong> da es die Verwirklichung ihrer eigenen nationalen Ambitionen verhindern k\u00f6nnte&#8220;, so Sabatino.<\/p>\n<p>Polen kauft einen Gro\u00dfteil seiner teuren milit\u00e4rischen Ausr\u00fcstung in den USA und S\u00fcdkorea. Anfang dieses Monats gab das Land bekannt, dass es weitere 180 Panzer im Wert von \u00fcber 6 Milliarden Euro von S\u00fcdkorea kaufen wird.<\/p>\n<p>\u00c4u\u00dferst komplexe Arbeit<\/p>\n<p>Es ist derzeit unklar, ob der Ansatz von Frankreich und Deutschland auch gr\u00f6\u00dfere paneurop\u00e4ische Initiativen und Programme wie den Eurofighter oder MBDA \u2013 ein Gemeinschaftsunternehmen franz\u00f6sischer, britischer und italienischer Firmen f\u00fcr Raketen- und Waffensysteme \u2013 umfassen wird.<\/p>\n<p>Beim Treffen auf dem deutsch-franz\u00f6sischen Rat f\u00fcr Sicherheit und Verteidigung geht es um gemeinsame Verteidigungsprojekte, darunter u.a. das Future Combat Air System (FCAS), ein Kampfjet, und das Main Ground Combat System (MGCS), ein Kampfpanzer.<\/p>\n<p><strong>Das Future Combat Air System steht jedoch im Mittelpunkt eines Konflikts.<\/strong> Das franz\u00f6sische Unternehmen Dassault verlangt, 80 % der Arbeiten am Projekt zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Jacob Ross, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Politik, erkl\u00e4rt gegen\u00fcber Euronews, dass Teile der Industrie und Interessengruppen in beiden L\u00e4ndern das Projekt blockieren wollten, um nationale Alternativen voranzutreiben.<\/p>\n<p>&#8222;Es besteht ein gro\u00dfer Druck auf Merz, Macron und ihre jeweiligen Verteidigungsminister, eine L\u00f6sung f\u00fcr den anhaltenden Konflikt um das FCAS zu finden. Sollte das Projekt scheitern, w\u00e4re das ein <strong>fatales Signal f\u00fcr die deutsch-franz\u00f6sische F\u00fchrungsrolle in Europa<\/strong> im Bereich der industriellen Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich&#8220;, f\u00fcgte er hinzu.<\/p>\n<p>F\u00fcr die erfolgreiche Einf\u00fchrung eines &#8222;Best-Athlete&#8220;-Modells in anderen EU-Staaten sei eine <strong>einheitliche Position auf politischer und industrieller Ebene n\u00f6tig<\/strong>. Ross merkt an, dass dies momentan nicht gegeben sei, da die Industrien der beiden L\u00e4nder zu unterschiedlich ausgerichtet seien und Deutschland traditionell amerikanische Produkte kaufe, die im eigenen Land nicht produziert werden.<\/p>\n<p>Frankreich hat bereits betont, dass die Entwicklung einer gemeinsamen europ\u00e4ischen Beschaffungspolitik &#8222;\u00e4u\u00dferst komplex&#8220; sei. Letztlich gehe es darum, die Anzahl der Waffensysteme in Europa zu reduzieren, deren Nutzung zu vereinheitlichen und sie in Europa herzustellen \u2013 ohne die nationale Souver\u00e4nit\u00e4t oder die Robustheit der Produktionskapazit\u00e4ten zu gef\u00e4hrden. Dies sei eine schwierige Aufgabe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"WERBUNG Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Emmanuel Macron empf\u00e4ngt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an diesem Donnerstagabend in seiner Sommerresidenz an&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":379351,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,29,548,663,158,3934,3980,156,13,14,15,12,686],"class_list":{"0":"post-379350","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-deutschland","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europaeische-union","14":"tag-europe","15":"tag-france","16":"tag-frankreich","17":"tag-headlines","18":"tag-nachrichten","19":"tag-news","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-verteidigungspolitik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115105632538108406","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/379350","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=379350"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/379350\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/379351"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=379350"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=379350"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=379350"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}