{"id":379943,"date":"2025-08-28T15:27:20","date_gmt":"2025-08-28T15:27:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/379943\/"},"modified":"2025-08-28T15:27:20","modified_gmt":"2025-08-28T15:27:20","slug":"welche-sicherheitsgarantien-kann-europa-der-ukraine-bieten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/379943\/","title":{"rendered":"Welche Sicherheitsgarantien kann Europa der Ukraine bieten?"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Zehn Tage sind seit dem Treffen europ\u00e4ischer Spitzenpolitiker mit dem amerikanischen Pr\u00e4sidenten <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"4c2d461052e4493568027a1f701a31d1ee4b8779\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/donald-trump\" title=\"Donald Trump\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> im Wei\u00dfen Haus vergangen. Auf beiden Seiten des Atlantiks wurden seither Planungen f\u00fcr die milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung der Ukraine nach einem Waffenstillstand oder im Fall eines Friedensabkommens mit Russland mit neuem Schwung vorangetrieben. Das l\u00e4uft unter dem Schlagwort Sicherheitsgarantien. Am Donnerstag tauschten sich die Generalstabschefs der Koalition der Willigen dar\u00fcber aus. Als N\u00e4chstes sollen die nationalen Sicherheitsberater konferieren, bevor dann die Staats- und Regierungschefs Entscheidungen f\u00e4llen m\u00fcssen \u2013 \u00fcber die Entsendung von Truppen in die Ukraine. Um Sicherheitsgarantien geht es auch, wenn sich die EU-Verteidigungsminister an diesem Freitag in Kopenhagen beraten. So will die Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas k\u00fcnftig ukrainische Soldaten in der Ukraine ausbilden lassen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Von dem eilends organisierten Gipfel mit Trump sind die Europ\u00e4er mit gemischten Gef\u00fchlen zur\u00fcckgekehrt. Einerseits nahmen sie die Zusage des US-Pr\u00e4sidenten mit, dass Amerika nun bereit sei, sich auch milit\u00e4risch in einer Koalition der Willigen zum Schutz der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"acb898af5ea66a22c43878bf8691be74ce4ecd86\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/ukraine\" title=\"Ukraine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> zu engagieren. Zwar nicht an vorderster Front und nicht mit Kampftruppen, aber doch in \u201esubstantieller Form\u201c, wie aus Teilnehmerkreisen zu h\u00f6ren ist. \u201eWir sind bereit, ihnen zu helfen\u201c, hatte Trump nach den Beratungen \u00f6ffentlich gesagt, \u201einsbesondere wahrscheinlich \u00fcber die Luft, denn niemand sonst verf\u00fcgt \u00fcber das, was wir haben\u201c.<\/p>\n<p>Trump sieht Russland anders als Europa<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Andererseits ist den Europ\u00e4ern deutlich geworden, dass Trump und ein Teil seiner Berater ganz anders auf Russland und dessen Pr\u00e4sidenten <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"5ef5969757a883346e94228139d32a5316a67377\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/wladimir-putin\" title=\"Wladimir Putin\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wladimir Putin<\/a> blicken als sie. Die Amerikaner sehen Russland nicht als imperiale Macht, welche die Ordnung Europas infrage stellt, sondern als Gro\u00dfmacht, mit der sie wieder ins Gesch\u00e4ft kommen wollen. Das auch im ganz konkreten wirtschaftlichen Sinn, etwa bei der Ausbeutung von \u00d6l- und Gasvorkommen. Der Krieg in der Ukraine steht dem im Weg. W\u00e4hrend die Europ\u00e4er Russland dauerhaft eind\u00e4mmen wollen, rollt Amerika ihm den roten Teppich aus \u2013 wie beim Treffen Trumps mit Putin in Alaska zu sehen war. Daran nahmen auch die Wirtschaftsberater des US-Pr\u00e4sidenten teil. Hier besteht die Gefahr, dass Amerika und Europa in unterschiedliche Richtungen marschieren.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das zeigt sich schon jetzt, wenn es um Sanktionen geht. Trump hat zwar Strafz\u00f6lle gegen Indien verh\u00e4ngt, Moskau aber bisher verschont. Dagegen hat die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"9fc100f4f3574fbb952072eb333eee33a582a1ed\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/europaeische-union\" title=\"Europ\u00e4ische Union\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europ\u00e4ische Union<\/a> mit ihren Arbeiten f\u00fcr das n\u00e4chste Sanktionspaket gegen Russland begonnen. Anfang September wird ein Vorschlag der Kommission erwartet. Erste Beratungen dazu finden statt, wenn die Au\u00dfenminister am Samstag in Kopenhagen tagen. Der F.A.Z. liegt ein Papier der d\u00e4nischen Ratspr\u00e4sidentschaft vor, das die Debatte strukturieren soll. Es stellt weitere Sanktionen gegen den russischen Energie- und Finanzsektor sowie unterst\u00fctzende Dritte zur Debatte, au\u00dferdem noch mehr Listungen von Schiffen der Schattenflotte. Spannend ist, dass die D\u00e4nen erstmals dar\u00fcber reden wollen, Ausfuhren von kriegsrelevanten G\u00fctern in Drittstaaten komplett zu verbieten. Bisher stehen nur einzelne Unternehmen auf einer schwarzen Liste. Die rechtliche Option f\u00fcr ein Komplettverbot wurde mit dem 11. Sanktionspaket geschaffen; die nat\u00fcrlichen Kandidaten w\u00e4ren China, Hongkong, Indien und die T\u00fcrkei, wie aus einer \u00dcbersicht der D\u00e4nen hervorgeht.<\/p>\n<p>USA w\u00fcrde \u201eBef\u00e4higer\u201c schicken<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Zu Sicherheitsgarantien f\u00fcr die Ukraine hei\u00dft es in Verhandlungskreisen \u00fcbereinstimmend, dass die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"5e61066c54a9df7162329159c04819b77ad9b596\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/usa\" title=\"USA\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vereinigten Staaten<\/a> intern den Einsatz sogenannter strategischer Bef\u00e4higer angeboten h\u00e4tten. Das betreffe \u00dcberwachung und Aufkl\u00e4rung, F\u00fchrungsf\u00e4higkeiten sowie Luftverteidigung und w\u00fcrde wohl auch eine gewisse Pr\u00e4senz von US-Kr\u00e4ften in der Ukraine bedeuten. Die Amerikaner w\u00fcrden eigene Flugzeuge, Logistik und Radarstationen stellen, um einen \u201eLuftschild\u201c f\u00fcr die Ukraine zu unterst\u00fctzen, berichtete die \u201eFinancial Times\u201c am Dienstag, der aber von den Europ\u00e4ern durchgesetzt werden m\u00fcsste. Eine Einsch\u00e4tzung lautet, dass Trump mit solchen Angeboten der Koalition der Willigen neues Leben eingehaucht habe. Schlie\u00dflich hatten alle Partner ein gr\u00f6\u00dferes eigenes Engagement davon abh\u00e4ngig gemacht, dass die USA mit im Boot sind.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Europ\u00e4er m\u00fcssten im Gegenzug bereit sein, die Ukraine bis an die Z\u00e4hne zu bewaffnen, damit sie sich selbst gegen russische Angriffe verteidigen kann. \u201eSt\u00e4hlernes Stachelschwein\u201c wird dieses Modell genannt. Man m\u00fcsse in Verhandlungen mit <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"1600ce7bdca92f9d620063165b2874ddee746c27\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/russland\" title=\"Russland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a> unbedingt darauf dringen, sagt ein Kenner, dass der ukrainischen Armee keinerlei Beschr\u00e4nkungen auferlegt w\u00fcrden, was ihre eigene Verteidigung und die Unterst\u00fctzung durch Partner betreffe.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Europ\u00e4er m\u00fcssten zudem bereit sein, eigene Kampftruppen in der Ukraine zu stationieren, um Russland abzuschrecken \u2013 nicht an der Front, wohl aber im Westen des Landes. Das hat Trump \u00f6ffentlich schon als Bedingung genannt. Andrij Jermak, der Stabschef des ukrainischen Pr\u00e4sidenten, sagte Anfang der Woche, dass man \u00fcber vier bis f\u00fcnf Brigaden spreche. Das w\u00e4re eine Gr\u00f6\u00dfenordnung von etwa 20.000 Soldaten und schon deshalb anspruchsvoll, weil die Einheiten alle paar Monate rotieren m\u00fcssten. Faktisch w\u00e4re dadurch etwa die dreifache Zahl an Kr\u00e4ften gebunden.<\/p>\n<p>Keine NATO-Garantie f\u00fcr die Ukraine<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Intern ist oft von einem \u201eStolperdraht\u201c die Rede, was allerdings eine fragw\u00fcrdige Analogie darstellt. So wurde einst die Stationierung alliierter Truppen in Westberlin beschrieben. Sie h\u00e4tten einen Angriff des Warschauer Pakts zwar nicht stoppen k\u00f6nnen. Doch h\u00e4tte jede Aggression sofort den NATO-B\u00fcndnisfall ausgel\u00f6st. Eine solche Garantie d\u00fcrfte die Ukraine kaum bekommen. Nicht von der NATO, das hat Trump ausgeschlossen. Und wohl auch nicht von den europ\u00e4ischen Partnern einer Koalition der Willigen. Schlie\u00dflich haben sie bisher peinlich darauf geachtet, nicht in einen direkten milit\u00e4rischen Konflikt mit Russland gezogen zu werden. Auf keinen Fall wollen sie an der Kontaktlinie stehen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das relativiert auch die Rede von Sicherheitsgarantien nach dem Vorbild von Artikel 5 des NATO-Vertrags. Trumps Sondergesandter f\u00fcr Russland, Steve Witkoff, hatte nach dem Treffen in Alaska gesagt, dass Putin mit einer daran angelehnten Regelung \u201eleben k\u00f6nne\u201c. EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen griff das sogleich auf. Tats\u00e4chlich wird intern aber eher von Japan und S\u00fcdkorea als Vorbild gesprochen. Beide Staaten haben Sicherheitsabkommen mit den USA geschlossen, in denen sich Washington zu ihrer Verteidigung gegen einen Angriff von au\u00dfen verpflichtet hat. Das geht freilich mit der Stationierung von Zehntausenden US-Soldaten einher \u2013 was Trump f\u00fcr die Ukraine ausdr\u00fccklich ablehnt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">In Kopenhagen werden sich die Verteidigungsminister mit einem weniger robusten Szenario besch\u00e4ftigen. Die Au\u00dfenbeauftragte Kallas will das Mandat der EU-Ausbildungsmission auf die Ukraine ausdehnen. Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Emmanuel Macron hatte sich schon vor einem Jahr bereit erkl\u00e4rt, eigene Ausbilder dorthin zu entsenden und eine Koalition von Willigen anzuf\u00fchren. Daraus geworden ist bisher nichts. Die EU-Staaten scheuten das Risiko, selbst zum Ziel von Angriffen zu werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zehn Tage sind seit dem Treffen europ\u00e4ischer Spitzenpolitiker mit dem amerikanischen Pr\u00e4sidenten Donald Trump im Wei\u00dfen Haus vergangen.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":379944,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,13,14,15,12,317],"class_list":{"0":"post-379943","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115107099235968062","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/379943","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=379943"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/379943\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/379944"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=379943"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=379943"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=379943"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}