{"id":380251,"date":"2025-08-28T19:11:10","date_gmt":"2025-08-28T19:11:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/380251\/"},"modified":"2025-08-28T19:11:10","modified_gmt":"2025-08-28T19:11:10","slug":"europas-wettbewerbsschwaeche-was-unabhaengige-oekonomen-empfehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/380251\/","title":{"rendered":"Europas Wettbewerbsschw\u00e4che: Was unabh\u00e4ngige \u00d6konomen empfehlen"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Europas Wirtschaft w\u00e4chst kaum. Geopolitisch ist die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"9fc100f4f3574fbb952072eb333eee33a582a1ed\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/europaeische-union\" title=\"Europ\u00e4ische Union\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europ\u00e4ische Union<\/a> zur \u201eZuschauerin\u201c (Mario Draghi) geworden. Wirtschaftsnobelpreistr\u00e4ger Jean Tirole spricht davon, dass Europa zur \u201eKolonie\u201c eines anderen Landes werden k\u00f6nnte. Es mangelt nicht an drastischen Warnungen vor Europas Abstieg. Kaum jemand streitet noch ab, dass die EU und allen voran ihre beiden gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften, Deutschland und Frankreich, dringend einen radikalen Reformkurs einschlagen m\u00fcssen. Aber was genau muss geschehen?<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die deutsche und die franz\u00f6sische Regierung haben vor ihrem Ministertreffen an diesem Freitag unabh\u00e4ngige \u00d6konomen beider L\u00e4nder beauftragt, Reformvorschl\u00e4ge in f\u00fcnf zentralen Politikfeldern zu erarbeiten. Unter dem Dach des Deutsch-Franz\u00f6sischen Rats der Wirtschaftsexperten ist ein Dossier entstanden, das der F.A.Z. vorab vorliegt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Monika Schnitzer, die Vorsitzende des Sachverst\u00e4ndigenrats und Koordinatorin auf deutscher Seite, sagt: \u201eEs gibt nur ein kleines Zeitfenster, etwas zu bewegen.\u201c Vom kommenden Sommer an werde in Frankreich zu sehr auf die Pr\u00e4sidentschaftswahlen 2027 geschaut. Und dass Frankreichs Premierminister Fran\u00e7ois Bayrou am 8. September die Vertrauensfrage stellen will, mache die Situation nicht leichter. \u201eJetzt muss etwas passieren, das ist eine historische Chance\u201c, sag Schnitzer.<\/p>\n<p>Arbeitsmarkt<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Anreize f\u00fcr eine Fr\u00fchverrentung abschaffen, Ehegattensplitting und beitragsfreie Krankenversicherung f\u00fcr nicht erwerbst\u00e4tige Ehepartner einschr\u00e4nken, au\u00dferdem bessere Bildung und F\u00f6rderung f\u00fcr Geringqualifizierte \u2013 das sind zentrale Empfehlungen des deutsch-franz\u00f6sischen \u00d6konomenrats zur Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Sie stehen unter dem Leitbild, in beiden L\u00e4ndern Besch\u00e4ftigung zu steigern und Hindernisse abzubauen, die individuellen W\u00fcnschen nach mehr Erwerbsarbeit im Weg stehen. Auf deutscher Seite wirkte daran neben der Vorsitzenden des Sachverst\u00e4ndigenrats, Schnitzer, und ihrem Ratskollegen Martin Werding auch Enzo Weber vom <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"57bdbd5fc9ef5ea3672e95e806ab28749dfe2e73\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/iab\" title=\"IAB\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung<\/a> (IAB) mit.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Ein Vergleich der L\u00e4nder zeigt, dass in Deutschland die durchschnittliche Jahresarbeitszeit je erwerbsf\u00e4higen Erwachsenen mit 1070 Stunden h\u00f6her ist als in Frankreich mit 990. In Deutschland ist ein h\u00f6herer Anteil der Menschen in Arbeit, die Arbeitslosigkeit ist niedriger. Erwerbst\u00e4tige Franzosen arbeiten jedoch seltener in Teilzeit als Deutsche. Das gilt besonders f\u00fcr Frauen in der Altersgruppe von 30 bis 54 Jahren. In Frankreich gehen indes vor allem Arbeitskr\u00e4fte unter 30 und \u00fcber 60 Jahre deutlich h\u00e4ufiger gar keiner Erwerbsarbeit nach, wie der Rat darlegt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Mit Blick auf Deutschland stechen die Ratschl\u00e4ge zum Ehegattensplitting und zur Krankenversicherung heraus. Deren bestehende Regelungen erschweren nach Ansicht der \u00d6konomen eine st\u00e4rkere Erwerbst\u00e4tigkeit von Frauen. Zudem sprechen sich die Fachleute ausdr\u00fccklich f\u00fcr die weitgehende Abschaffung der sogenannten Rente ab 63 aus.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Aber auch Frankreich habe da Luft nach oben. Die gr\u00f6\u00dfte Aufgabe bestehe dort aber darin, etwas gegen die Abkoppelung gering qualifizierter junger M\u00e4nner vom Arbeitsmarkt zu tun. Nach Einsch\u00e4tzung des Rates geht es dabei vor allem um bessere Bildung, vielleicht auch nach Vorbild des deutschen Berufsbildungssystems, sowie um den Schutz vor Diskriminierung. Die H\u00f6he von Arbeitskosten sei nicht das zentrale Problem.<\/p>\n<p>Wirtschaftswachstum<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die \u00d6konomen schlagen in ihren Reformanst\u00f6\u00dfen vor, dass Berlin und Paris gemeinsame Institutionen schaffen, die als Wachstumsmotor der Nukleus einer k\u00fcnftigen europ\u00e4ischen L\u00f6sung sein k\u00f6nnten. In Anlehnung an das amerikanische Vorbild DARPA solle eine finanziell gut ausgestattete gemeinsame Forschungsagentur gezielt technische Durchbr\u00fcche erarbeiten \u2013 etwa im Bereich der K\u00fcnstlichen Intelligenz (KI), bei Halbleitern und f\u00fcr die Verteidigung.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Ein deutsch-franz\u00f6sisches Rechenzentrum mit mehr als 100.000 Computerchips solle in der KI die L\u00fccke zu den globalen Wettbewerbern Amerika und <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"705657837f72060fe7cf7bde07d0a9c00e344da1\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/china\" title=\"China\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">China<\/a> schlie\u00dfen. Ein KI-Sicherheitsin\u00adstitut der beiden Staaten solle gegen europ\u00e4ische Schwachstellen in der digitalen Infrastruktur vorgehen. Ein deutsch-franz\u00f6sischer Fonds zur \u201eDemokratisierung von Innovation\u201c solle vor allem Erfinder und Forscher f\u00f6rdern, die durch das Einkommen ihrer Eltern, durch ihr Geschlecht oder durch ihren Standort benachteiligt seien.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Sehr konkret wenden die \u00d6konomen sich gegen wachstumsbremsende Obergrenzen f\u00fcr den Energieverbrauch. Die entsprechende europ\u00e4ische Direktive zur Energieeffizienz sei abzuschaffen oder deutlich zur\u00fcckzuschrauben. Die \u00d6konomen raten auch zu Steuerreformen, um Arbeits- und Investitionsanreize zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Signifikante Wachstumseffekte seien nur mit Steuersenkungen zu erwarten, hei\u00dft es. Diese k\u00f6nnten ohne h\u00f6here Defizite allerdings nur erreicht werden, wenn die \u00f6ffentlichen Ausgaben beschnitten w\u00fcrden. Au\u00dferdem pl\u00e4dieren die \u00d6konomen f\u00fcr eine St\u00e4rkung des europ\u00e4ischen Kapitalmarkts, um innovative Start-ups finanziell besser aufzustellen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">An der Stellungnahme haben von deutscher Seite der Pr\u00e4sident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, die Sachverst\u00e4ndigenratsvorsitzende Schnitzer und Ulrike Malmendier (Haas School of Business der University of California), die dem Sachverst\u00e4ndigenrat ebenfalls angeh\u00f6rt, mitgeschrieben.<\/p>\n<p>Beziehung zu China<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Marktzugang gegen Direktinvestitionen \u2013 lautet die Kernforderung mit Blick auf die Wirtschaftsbeziehungen zu China. \u201eDie wichtigste makro\u00f6konomische Herausforderung besteht darin, die chinesische Wirtschaft wieder ins Gleichgewicht zu bringen, die Ersparnisse zu reduzieren und den Konsum zu steigern. Auch wenn Europa nur begrenzten Einfluss hat, sollte es darauf dr\u00e4ngen, dass China seine Neuausrichtung beschleunigt\u201c, hei\u00dft es in dem von Moritz Schularick vom Kiel Institut f\u00fcr Weltwirtschaft mitverantworteten Kapitel. Wie realistisch eine solche Forderung ist, bleibt abzuwarten. Jenseits dessen wiederholt das Papier viele bekannte Forderungen zur Verringerung der Abh\u00e4ngigkeit von China bei Rohstoffen, Medizin und Batterien.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Auff\u00e4llig ist das f\u00fcr franz\u00f6sische Verh\u00e4ltnisse klare Bekenntnis zum freien Handel mit China. Das gilt vor allem in den Feldern, in denen die EU weder wettbewerbsf\u00e4hig noch erpressbar ist \u2013 wie bei Solarmodulen. \u00c4hnlich auff\u00e4llig ist die Absage an Industriepolitik. Sie diene eher strauchelnden Altkonzernen als gesunden Unternehmen. Zudem k\u00f6nne die EU hier im Wettbewerb mit China ohnehin nicht mithalten. Die Autoren wollen Industriepolitik deshalb weitgehend auf den Verteidigungssektor und Hochtechnologie konzentrieren.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">In f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der EU wichtigen Feldern \u2013 genannt werden Batterien \u2013 setzen die Autoren auf Anreize f\u00fcr Direktinvestitionen aus Korea und Japan, aber auch aus China. Die von diesen Mitteln gebauten Fabriken sollen aber \u201eechte Produktionsst\u00e4tten\u201c sein, also nicht nur dazu dienen, chinesische Vorprodukte zusammenbauen. Der Marktzugang f\u00fcr China zum EU-Markt soll wie dort in den 2000er-Jahren an Investitionen in Europa gekn\u00fcpft werden. Hier soll der Handel also durchaus eingeschr\u00e4nkt werden. Vorbild d\u00fcrften die EU-Z\u00f6lle auf Elektroautos aus China sein. Auch f\u00fcr deren Aufhebung verlangt die EU den Aufbau echter chinesischer Produktionskapazit\u00e4ten in der EU.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Apropos Autos: Beide Seiten wollen die Hersteller durch eine gemeinsame deutsch-franz\u00f6sische Initiative f\u00fcr Elek\u00adtroautos st\u00fctzen, inklusive strikter \u201eMade in Europe\u201c-Vorgaben.<\/p>\n<p>Verteidigung<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Weitreichend sind die Empfehlungen in der bislang stark national gepr\u00e4gten Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Hier fordern die \u00d6konomen angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und angesichts des Vertrauensverlusts in die transatlantischen Sicherheitsgarantien eine \u201edrastische \u00c4nderung der europ\u00e4ischen Aufr\u00fcstungsstrategie\u201c.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Es brauche nicht nur \u201egro\u00df angelegte Technologieprogramme\u201c in Bereichen wie Robotik, Weltraum oder Hyperschallwaffen, sondern auch einen einheitlichen europ\u00e4ischen Markt f\u00fcr Verteidigungsg\u00fcter und eine gemeinsame Beschaffung. Aufhorchen l\u00e4sst zudem ihr Pl\u00e4doyer, gemeinsame Verteidigungsg\u00fcter durch die Ausgabe von europ\u00e4ischen Schuldtiteln zu finanzieren.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die \u00d6konomen versprechen sich von alldem gleicherma\u00dfen sowohl verbesserte F\u00e4higkeiten der Streitkr\u00e4fte und reduzierte Abh\u00e4ngigkeiten als auch mehr Innovationen und positive Auswirkungen auf den zivilen Sektor. Die Wiederaufr\u00fcstung m\u00fcsse \u201eTeil einer Indus\u00adtriestrategie zur \u00dcberwindung des technologischen R\u00fcckstands Europas\u201c sein, schreiben sie.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die europ\u00e4ische Sicherheit und eine technologische F\u00fchrungsrolle seien zwei Seiten derselben Medaille. Gemeinsame Anstrengungen, auch durch Standardisierung, machten die R\u00fcstungsbeschaffung zudem g\u00fcnstiger. Hier unterstreichen Alain Quinet von der franz\u00f6sischen Milit\u00e4rschule Acad\u00e9mie de Saint-Cyr Co\u00ebtquidan, Xavier Jaravel vom franz\u00f6sischen Beratungsgremium Conseil d\u2019analyse \u00e9conomique, Jeromin Zettelmeyer vom Br\u00fcsseler Bruegel-Institut und Moritz Schularick vom Kiel Institut den Nutzen \u00f6konomischer Expertise. So pl\u00e4dieren sie f\u00fcr ein \u201eForschungszentrum f\u00fcr europ\u00e4ische Verteidigungs\u00f6konomie\u201c. Es solle in Fragen wie der Beschaffung und Vertragsgestaltung, der industriellen Organisation der europ\u00e4ischen Verteidigungsindustrie oder der Innovations\u00f6konomie beratend t\u00e4tig sein.<\/p>\n<p>Energie<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">In der Energiepolitik gehen Paris und Berlin bislang unterschiedliche Wege. Frankreich setzt in der Stromerzeugung auf Atomkraft, staatlich dominiert und zentralisiert. Deutschland setzt auf ein dezentrales privates und kommunales System aus Sonnen- und Windkraft. Beide Wege gelten in der EU als \u201eerneuerbar\u201c. Der Expertenbeirat r\u00fcgt, bisher gebe es einen \u201eeklatanten Mangel an Koordinierung\u201c. Der gef\u00e4hrde Sicherheit und Wohlstand und k\u00f6nne die beiden gr\u00f6\u00dften EU-Volkswirtschaften \u201eauf einen Kollisionskurs\u201c f\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das Gutachten r\u00e4t stattdessen, sich gemeinsam an Auktionen zur Beschaffung erneuerbarer Energien zu beteiligen. Berlin k\u00f6nnte von Frankreich f\u00fcr den Aufbau von Kapazit\u00e4tsmechanismen und intelligenten Stromz\u00e4hlern lernen. Sinnvoll sei die Einrichtung eines \u201ebilateralen Energierats\u201c aus Regierungen, Regulierern und Netzbetreibern, an dessen Ende ein \u201emultinationaler, unabh\u00e4ngiger Netzbetreiber\u201c stehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Bef\u00fcrwortet wird ein gemeinsames Forschungsprogramm zur Kostensenkung bei neuen Schl\u00fcsseltechniken, etwa bei gr\u00fcnem Wasserstoff, der CO2-Abscheidung (CCS), aber auch kleinen modularen Kernreaktoren (SMR). Die beiden L\u00e4nder sollten einen Klimaklub mit h\u00f6heren CO2-Preisen und Klimaz\u00f6llen bilden, gemeinsam die Wasserstoffnutzung vorantreiben und einen \u201everteidigungsbereiten Energiesektor\u201c aufbauen, hei\u00dft es.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Denkbar sei auch, die Beschaffungs- und Speicherstrategien f\u00fcr Erdgas aus Russland oder Nordafrika zu koordinieren und andere Abh\u00e4ngigkeiten gemeinsam anzugehen, etwa die von Energie aus den USA, von kritischen Mineralien oder Ger\u00e4ten aus China. Ins Gespr\u00e4ch bringen die Forscher ebenfalls gemeinsame Stresstests f\u00fcr Stromausf\u00e4lle. An dem Papier waren auf deutscher Seite die \u00d6konomen Andreas L\u00f6schel aus Bochum, Lion Hirth aus Berlin und Marc Oliver Bettz\u00fcge aus K\u00f6ln beteiligt.<\/p>\n<p>Von\u00a0Dietrich Creutzburg, Christian Geinitz, Hendrik Kafsack, Johannes Pennekamp, Patrick Welter und Niklas Z\u00e1boji<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Europas Wirtschaft w\u00e4chst kaum. Geopolitisch ist die Europ\u00e4ische Union zur \u201eZuschauerin\u201c (Mario Draghi) geworden. 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