{"id":380403,"date":"2025-08-28T20:54:18","date_gmt":"2025-08-28T20:54:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/380403\/"},"modified":"2025-08-28T20:54:18","modified_gmt":"2025-08-28T20:54:18","slug":"eu-wirtschaft-die-eu-muss-sich-von-einem-zuschauer-zu-einer-hauptfigur-wandeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/380403\/","title":{"rendered":"EU-Wirtschaft: &#8222;Die EU muss sich von einem Zuschauer zu einer Hauptfigur wandeln&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>    Inhalt<br \/>\n    <a class=\"article-toc__fullview z-text-button\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/37\/eu-wirtschaft-geopolitik-us-zoelle-mario-draghi\/komplettansicht\" data-ct-label=\"all\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n        Auf einer Seite lesen    <\/a><\/p>\n<p>            Inhalt        <\/p>\n<ol class=\"article-toc__list\">\n<li class=\"article-toc__list-item\"><a class=\"article-toc__item article-toc__link\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/37\/eu-wirtschaft-geopolitik-us-zoelle-mario-draghi\" data-ct-label=\"1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                    Seite 1Europa ist schlecht ger\u00fcstet f\u00fcr eine Zeit der Handelskriege. Hier sagt Mario Draghi, wie sich das \u00e4ndern l\u00e4sst<br \/>\n                <\/a><\/li>\n<li class=\"article-toc__list-item\">\n<p>Seite 2&#8243;Die EU muss sich von einem Zuschauer zu einer Hauptfigur wandeln&#8220;<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"article-toc__list-item\"><a class=\"article-toc__item article-toc__link\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/37\/eu-wirtschaft-geopolitik-us-zoelle-mario-draghi\/seite-3\" data-ct-label=\"3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                    Seite 3&#8243;Die Welt ist uns nicht wohlgesinnt&#8220;<br \/>\n                <\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"paragraph article__item\">Es liegt auf der Hand, dass eine Demontage der europ\u00e4ischen Integration uns nur noch st\u00e4rker dem Willen der Gro\u00dfm\u00e4chte aussetzen w\u00fcrde. Es ist aber ebenso wahr, dass wir, um Europa gegen die wachsende Skepsis zu verteidigen, nicht einfach die Errungenschaften der Vergangenheit auf die Zukunft projizieren d\u00fcrfen. Die Erfolge, die wir in den vergangenen Jahrzehnten erzielt haben, waren Antworten auf die spezifischen Herausforderungen ihrer Zeit und sagen wenig \u00fcber unsere F\u00e4higkeit aus, die Aufgaben zu bew\u00e4ltigen, vor denen wir jetzt stehen. Die Erkenntnis, dass wirtschaftliche St\u00e4rke eine notwendige, aber nicht ausreichende Voraussetzung f\u00fcr geopolitische St\u00e4rke ist, kann endlich ein echtes politisches Nachdenken \u00fcber die Zukunft der Union ausl\u00f6sen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Wir k\u00f6nnen uns damit tr\u00f6sten, dass die EU in der Vergangenheit in der Lage war, sich zu ver\u00e4ndern. Aber die Anpassung an die neoliberale Ordnung war im Vergleich zu heute eine relativ leichte Aufgabe. Das Hauptziel bestand damals darin, M\u00e4rkte zu \u00f6ffnen und staatliche Eingriffe zu begrenzen. Die EU konnte in erster Linie als Regulierungsbeh\u00f6rde und Schiedsrichter fungieren.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Um den heutigen Herausforderungen zu begegnen, muss sich die EU von einem Zuschauer oder bestenfalls einem Nebendarsteller zu einer Hauptfigur wandeln. Ihre politische Organisation muss sich \u00e4ndern. Auch Wirtschaftsreformen bleiben eine notwendige Voraussetzung. Denn fast achtzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird die kollektive Verteidigung der Demokratie von den j\u00fcngeren Generationen als selbstverst\u00e4ndlich angesehen. Ihr Engagement f\u00fcr Europa h\u00e4ngt nicht zuletzt von der F\u00e4higkeit der Union ab, ihren B\u00fcrgern Zukunftsperspektiven zu bieten \u2013 einschlie\u00dflich Wirtschaftswachstum, das in Europa in den letzten drei\u00dfig Jahren weit hinter dem des Rests der Welt zur\u00fcckgeblieben ist.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der von mir im vergangenen Herbst vorgelegte Bericht zur europ\u00e4ischen Wettbewerbsf\u00e4higkeit hat viele Bereiche identifiziert, in denen Europa an Boden verliert und Reformen am dringendsten erforderlich sind. Aber ein Thema zieht sich durch alle Empfehlungen: die Notwendigkeit, das europ\u00e4ische Potenzial in zwei Richtungen voll auszusch\u00f6pfen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die erste betrifft den Binnenmarkt. Er wurde vor fast vierzig Jahren beschlossen, und dennoch gibt es nach wie vor erhebliche Hindernisse f\u00fcr den Handel innerhalb Europas. Ihre Beseitigung h\u00e4tte erhebliche Auswirkungen auf das Wachstum Europas. Der Internationale W\u00e4hrungsfonds sch\u00e4tzt, dass die Arbeitsproduktivit\u00e4t in der EU nach sieben Jahren um etwa sieben Prozent h\u00f6her sein k\u00f6nnte, wenn unsere internen Barrieren auf das Niveau der USA gesenkt w\u00fcrden. Zum Vergleich: In den vergangenen sieben Jahren wuchs die Produktivit\u00e4t in Europa nur um zwei Prozent.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Kosten dieser Barrieren sind bereits sichtbar. Die europ\u00e4ischen Staaten starten eine Gro\u00dfanstrengung mit zus\u00e4tzlichen Verteidigungsausgaben in H\u00f6he von zwei Billionen Euro, die bis 2031 geplant sind, ein Viertel davon in Deutschland. Dennoch haben wir interne Barrieren, die einem Zoll von 64 Prozent auf Maschinen und 95 Prozent auf Metalle entsprechen. Das Ergebnis sind langsamere Beschaffungsprozesse, h\u00f6here Kosten und mehr Eink\u00e4ufe bei Lieferanten au\u00dferhalb der EU \u2013 und das alles wegen Hindernissen, die wir uns selbst auferlegen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der zweite zentrale Bereich ist die Technologie. Aus der Entwicklung der Weltwirtschaft l\u00e4sst sich eine Lehre ziehen: Kein Land, das Wohlstand und Souver\u00e4nit\u00e4t anstrebt, kann es sich leisten, von kritischen Technologien ausgeschlossen zu sein. Die Vereinigten Staaten und China nutzen ihre Kontrolle \u00fcber strategische Ressourcen und Technologien offen, um Zugest\u00e4ndnisse in anderen Bereichen zu erlangen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Allein verf\u00fcgt kein europ\u00e4isches Land \u00fcber die Mittel, um die n\u00f6tigen industriellen Kapazit\u00e4ten f\u00fcr die Entwicklung dieser kritischen Technologien aufzubauen. Das zeigt sich an der Halbleiterindustrie: Chips sind f\u00fcr die digitale Transformation unverzichtbar, aber die Fabriken zu ihrer Herstellung erfordern massive Investitionen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">In den USA konzentrieren sich \u00f6ffentliche und private Investitionen auf eine kleine Anzahl gro\u00dfer Chipfabriken mit Projekten im Wert von 30 bis 65 Milliarden Dollar. In Europa hingegen erfolgen die meisten Ausgaben auf nationaler Ebene, im Wesentlichen durch staatliche Beihilfen. Die Projekte sind weitaus kleiner \u2013 in der Regel zwischen zwei und drei Milliarden Euro \u2013 und \u00fcber unsere L\u00e4nder mit unterschiedlichen Priorit\u00e4ten verstreut. Der Europ\u00e4ische Rechnungshof hat bereits gewarnt, dass es wenig wahrscheinlich ist, dass die EU ihr Ziel erreichen wird, ihren weltweiten Marktanteil in diesem Sektor von derzeit weniger als zehn Prozent bis 2030 auf 20 Prozent zu steigern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1Europa ist schlecht ger\u00fcstet f\u00fcr eine Zeit der Handelskriege. 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