{"id":381472,"date":"2025-08-29T09:15:11","date_gmt":"2025-08-29T09:15:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/381472\/"},"modified":"2025-08-29T09:15:11","modified_gmt":"2025-08-29T09:15:11","slug":"und-ploetzlich-sind-die-gn-ein-thema-in-duesseldorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/381472\/","title":{"rendered":"Und pl\u00f6tzlich sind die GN ein Thema in D\u00fcsseldorf&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Leserinnen und Leser, <\/p>\n<p>das Haus Deichgraf im D\u00fcsseldorfer S\u00fcdpark ist eine feine Adresse und bietet \u201eein St\u00fcck Natur inmitten der Gro\u00dfstadt\u201c \u2013 die Eigenwerbung stimmt, ich habe in dieser eleganten Eventlocation vor ein paar Tagen eine Familienfeier sehr genossen. Nun lebt ein gro\u00dfes Fest vom Anlass nicht alleine, mag er noch so erfreulich sein. Auf die G\u00e4ste kommt\u2019s an, damit ein langer Hochzeitstag wirklich gelingt. Und wenn dann, pl\u00f6tzlich und unerwartet, der Lokaljournalismus und die Grafschafter Nachrichten zum Top-Thema werden: Herz, was willst du mehr? <\/p>\n<p>Stellen Sie sich bitte vor, wie sich an einem hei\u00dfen Sommerabend zu vorger\u00fcckter Stunde eine Gruppe junger Leute, alle im Alter zwischen 30 und 40, auf der Terrasse der Lokalit\u00e4t bei k\u00fchlen Getr\u00e4nken zusammenfindet. Gutes Benehmen, schicke Kleidung, lockere Konversation. Sie haben interessante Jobs in spannenden Positionen als Manager, \u00c4rzte, Unternehmensberater oder Entwickler, einige sind selbst\u00e4ndig. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            &#13;<br \/>\n              \u201eUnd du bis also Journalist?\u201c <\/p>\n<p>Sie haben die Welt gesehen, denken international, blicken wirtschaftlich durch und sind mit einer erfreulichen Portion Toleranz und Bodenhaftung ausgestattet. Einige kennen sich aus Studienzeiten. Es g\u00e4be also eine Menge, was sie sich gegenseitig zu erz\u00e4hlen h\u00e4tten. Das endet, als ich mich dazu geselle. \u201eUnd du bist also Journalist?\u201c <\/p>\n<p>Na, war ja klar, denke ich. Interesse am Exotischen. Also liefere ich bewusst n\u00fcchtern einige Kerndaten zu den GN, ihrem Verbreitungsgebiet und ihrer Geschichte. Das reicht ihnen nicht, sie wollen es ganz genau wissen: Wie geht ihr mit Fake News um, welche Digitalangebote macht ihr euren Lesern, wie kommt ihr eigentlich an eure Informationen, wer entscheidet, was ver\u00f6ffentlicht wird, wie \u00fcberpr\u00fcft ihr die Richtigkeit der Informationen, wie steht\u2019s um die wirtschaftliche Entwicklung der Zeitung? <\/p>\n<p>Zu meiner Verbl\u00fcffung konzentriert sich das Interesse dieser modernen Medienkonsumenten immer st\u00e4rker auf die klassische Zeitung, also das Printprodukt und seine Akzeptanz in der Bit-und-Byte-\u00c4ra. Wie sich herausstellt, haben sie allesamt noch die eigene Heimatzeitung im Fokus. Sie erz\u00e4hlen von der traditionsreichen \u201eGlocke\u201c in Oelde, von der Rheinischen Post, der Siegener Zeitung oder dem Hamburger Abendblatt. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            &#13;<br \/>\n              Es stand in der Zeitung, das z\u00e4hlt <\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndliche Lekt\u00fcre der Eltern, die Artikel ausgeschnitten haben, in denen ihre S\u00f6hne erw\u00e4hnt wurden \u2013 zum Beispiel f\u00fcr sportliche Leistungen oder Erfolge bei Schulwettbewerben. \u201eDa waren die m\u00e4chtig stolz\u201c, erinnert sich einer aus der Runde. Die anderen nicken und ein Dritter meint: \u201eDaran hat sich eigentlich bis heute nichts ge\u00e4ndert.\u201c Es war online zu lesen, sch\u00f6n und gut. Es stand in der Zeitung \u2013 das z\u00e4hlt. <\/p>\n<p>Konnte das ernst gemeint sein? Hatte ich nicht genau die Zielgruppe vor mir, die so schwer f\u00fcr die klassische Informationsvermittlung auf Papier oder im E-Paper zu gewinnen ist? Das Wichtigste des Tages, bewertet und geordnet zur Orientierung auf einen Blick, dieses Prinzip erschien meinen Gespr\u00e4chspartnern \u00fcberhaupt nicht nostalgisch oder verstaubt. Sie haben erkannt, welche \u00dcberforderung der mediale Dauerkonsum mit sich bringen kann \u2013 bis hin zur Gehirnw\u00e4sche-artigen Verzerrung der Wirklichkeit durch Social-Media-Algorithmen. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            &#13;<br \/>\n              Kluge K\u00f6pfe mit wachem Geist <\/p>\n<p>Ob sie deshalb ein Zeitungs-Abo abschlie\u00dfen werden, habe ich nicht gefragt. F\u00fcr den Moment reichte mir die ehrliche Wertsch\u00e4tzung meiner Arbeit und der meiner Mitstreiter in den vielen Lokalredaktionen des Landes. Sollte ich in einem meiner n\u00e4chsten Briefe an Sie, liebe Leserinnen und Leser, den Fehler machen, gesellschaftliche Gruppen als \u201edie jungen Leute\u201c zu pauschalisieren, weisen Sie mich bitte darauf hin. <\/p>\n<p>Kluge K\u00f6pfe mit wachem Geist, wie sie mir im Deichgraf begegnet sind, wird und muss es zuhauf geben. Darauf sto\u00dfe ich mit Ihnen gerne an, wenn auch nur gedanklich. <\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/unterschrift-guntram-doerr.png\" alt=\"\" width=\"200\" style=\"max-width: 100% !important;\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Liebe Leserinnen und Leser, das Haus Deichgraf im D\u00fcsseldorfer S\u00fcdpark ist eine feine Adresse und bietet \u201eein St\u00fcck&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":381473,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1831],"tags":[3364,29,3405,30,5508,1209,103151],"class_list":{"0":"post-381472","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duesseldorf","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-duesseldorf","11":"tag-germany","12":"tag-journalismus","13":"tag-nordrhein-westfalen","14":"tag-post-vom-chefredakteur"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115111298573803143","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/381472","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=381472"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/381472\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/381473"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=381472"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=381472"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=381472"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}