{"id":381788,"date":"2025-08-29T12:20:16","date_gmt":"2025-08-29T12:20:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/381788\/"},"modified":"2025-08-29T12:20:16","modified_gmt":"2025-08-29T12:20:16","slug":"bier-und-oktoberfestmuseum-muenchen-geschichte-des-bieres","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/381788\/","title":{"rendered":"Bier- und Oktoberfestmuseum M\u00fcnchen: Geschichte des Bieres"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Mitten in M\u00fcnchen gibt es das gr\u00f6\u00dfte Volksfest der Welt im Kleinen. Und zwar ganz kommod auf einer Etage: mit F\u00e4ssern und Schlegel f\u00fcr den Anstich, Biermadln und R\u00f6ssern. Wenn die Blasmusik aufspielt, dann h\u00f6chstens so laut, dass man sich noch gepflegt unterhalten kann. Um einen Platz muss man nicht rangeln, abgezockt wird keiner, und es besteht auch nicht die Gefahr, dass einem ein Promilleopfer vor die F\u00fc\u00dfe speit. Kurzum: Das Oktoberfestmuseum ist der perfekte Ort f\u00fcr erkl\u00e4rte \u201eWiesn\u201c-Hasser \u2013 und \u00fcberzeugte Anh\u00e4nger.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Selbst die Leidenschaftslosen haben Anregendes vor sich, denn in den beiden oberen Stockwerken an der Sterneckerstra\u00dfe 2 wird genauso die Geschichte des Bieres erz\u00e4hlt. Von den fr\u00fchen Brauern im alten Babylon, wo 2400 vor Christus eine der ersten Rezepturen aus Weizen, Malz und vergorenem Gew\u00fcrzbrot in eine Steinplatte gekl\u00f6pfelt wurde, \u00fcber die sehr hopfenaffinen Klosterbr\u00fcder bis in die Hauptstadt des Gerstensafts mit sechs Gro\u00dfbrauereien. Das sind die bekannten Marken, die auch das \u00fcberwiegend im September gefeierte Oktoberfest dominieren.<\/p>\n<p>Museum im \u00e4ltesten B\u00fcrgerhaus der Stadt<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Dass das Museum mit der Augustiner-Brauerei zu tun hat, merkt man nicht, da die Konkurrenz ebenso von der Partie ist, ob durch die Portr\u00e4ts der M\u00fcnchner Bierbarone oder die sch\u00f6nen alten Emaille-Werbeschilder. Unten in der Gaststube, respektive im Museumsst\u00fcberl wird es dann offenkundig. Aber so weit sind wir noch nicht, denn selbst das gerade arg gehypte alkoholfreie Augustiner Helle will verdient sein, das Kn\u00f6delgr\u00f6stl oder der Schweinsbraten sowieso. Und vom Automaten mit den Eintrittskarten geht es hinterm Schankraum auch gleich steil und ziemlich weit die sogenannte Himmelstreppe hinauf.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/3b95553c-8fb9-4aae-b797-89afcc94f7b1.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Auf diesem Werbeschild wird Bier von der Krankenschwester serviert.\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>Auf diesem Werbeschild wird Bier von der Krankenschwester serviert. (Foto: Christa Sigg)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Sie ist der mittelalterlichen Bauweise geschuldet, das Museum befindet sich seit 2005 im \u00e4ltesten B\u00fcrgerhaus der Stadt, einige Holzbalken verweisen auf das Jahr 1340. Der Ankauf durch die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung vor 25 Jahren hat das Anwesen vor dem Verfall bewahrt. Oder vor einer Luxussanierung. Die Stiftung ist Mehrheitseignerin der Brauerei und \u2013 das darf man ruhig sagen \u2013 unterst\u00fctzt zahlreiche kulturelle und soziale Projekte in und um M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Im Rausch von Hopfen und Malz<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ein Bier- und Oktoberfestmuseum lag bei diesem Hintergrund fast auf der Hand, und die Lage zwischen Marienplatz, Viktualienmarkt und Isartor ist ideal. F\u00fcr die Einheimischen wie die Touristen. Durch die Neugestaltung vor drei Jahren ist alles luftiger und heller geworden, Vitrinen sind sparsam eingesetzt, Wandtafeln vermitteln nur so viel wie n\u00f6tig. Einiges ist ja auch selbsterkl\u00e4rend, gerade wenn man historische Objekte aus der Bierherstellung zeigen kann. Und manche Traditionen haben sich \u00fcber die Jahrhunderte und noch l\u00e4nger gehalten. So galt Bier bereits im alten \u00c4gypten als Grundnahrungsmittel, neben Brotrationen sind damit die Arbeiter beim Pyramidenbau entlohnt worden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/a1595cfd-1b94-486b-8d4e-ecf5274a7bb6.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"In den Kl\u00f6stern im Mittelalter galt Bier als Grundnahrungsmittel.\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>In den Kl\u00f6stern im Mittelalter galt Bier als Grundnahrungsmittel. (Foto: Christa Sigg)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Es ist \u00fcberhaupt am\u00fcsant, welche Verrenkungen immer wieder unternommen wurden, um die Wichtigkeit des Hopfen- und Malzgebr\u00e4us zu unterstreichen. Im Rausch ist der Steinzeits\u00fcffler den G\u00f6ttern nah, und wenn M\u00f6nche mit einem Vaterunser auf den Lippen den Sud r\u00fchren, dann heiligt das ohnehin schon das Ergebnis. Wobei der Trinkgenuss und das ganze Drumherum die sch\u00f6nsten Szenen beschert. Ewigdurstige Bierdimpfel, heimlich pichelnde Patres, explodierende F\u00e4sser und zweimal sechs Ma\u00df stemmende Kellnerinnen sind einfach eine Schau.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Das wird in der Etage weiter unten nur noch von einer Hochzeit \u00fcbertroffen: F\u00fcnf Tage lang sind der bayerische Kronprinz Ludwig (der sp\u00e4tere K\u00f6nig Ludwig I.) und Therese von Sachsen-Hildburghausen im Oktober 1810 mit einem Volksfest gefeiert worden. Beendet wurde das Spektakel mit einem Pferderennen \u2013 vor den Toren der Stadt auf der heutigen Theresienwiese. Die Landeskinder huldigten dem Paar in ihren jeweiligen Trachten, jetzt huldigt man dem Bier und den Hendln und den Fahrgesch\u00e4ften, von denen es ein paar herrliche Details in die Ausstellung geschafft haben. Hinter Guckl\u00f6cher tun sich Miniaturen von Teufelsrad oder Hexenschaukel auf, und sp\u00e4testens vor dem Zerrspiegel ist auch der heftigste \u201eWiesn\u201c-Hasser weich geworden wie ein Obazder in der Sonne.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\"><strong>Bier- und Oktoberfestmuseum,<\/strong> Sterneckerstra\u00dfe 2 in M\u00fcnchen, ge\u00f6ffnet: Mo.-Sa. 11-19 Uhr. Mehr auf: www.bier-und-oktoberfestmuseum.de, Gruppenf\u00fchrungen mit Bierverkostung m\u00f6glich unter www.museumsstueberl.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mitten in M\u00fcnchen gibt es das gr\u00f6\u00dfte Volksfest der Welt im Kleinen. 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