{"id":381803,"date":"2025-08-29T12:28:25","date_gmt":"2025-08-29T12:28:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/381803\/"},"modified":"2025-08-29T12:28:25","modified_gmt":"2025-08-29T12:28:25","slug":"wegen-kohle-aus-geraet-berlin-bald-in-wasser-not-und-alle-sind-ratlos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/381803\/","title":{"rendered":"Wegen Kohle-Aus ger\u00e4t Berlin bald in Wasser-Not \u2013 und alle sind ratlos"},"content":{"rendered":"<p>In der Lausitz beginnt der Countdown. In wenigen Jahren werden die letzten drei Tagebaue des Braunkohlereviers geschlossen. Das hat paradoxerweise auch schwere Folgen f\u00fcr Berlin. Denn der Hauptstadt droht ohne die Braunkohle auch akute Wassernot. Wie das?<\/p>\n<p>Trocken und nass zugleich: Mit 145 Liter Regen pro Quadratmeter erlebte Berlin einen ungew\u00f6hnlich nassen Juli. Die ersten sechs Monate des Jahres hingegen waren die trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1893. Im Juli fiel exakt so viel Regen wie von Januar bis Juni zusammen: 146,8 Liter. Der langj\u00e4hrige Durchschnitt liegt bei 300 Liter.<\/p>\n<p>\u201eStreusandb\u00fcchse\u201c wurde die Region zwischen Elbe, Lausitzer Nei\u00dfe und Oder fr\u00fcher im Volksmund genannt, wegen ihrer sandigen und unfruchtbaren B\u00f6den. Doch selbst f\u00fcr die trockenste Gegend Deutschlands <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/wasserstress-in-deutschland-diese-landkreise-sind-besonders-betroffen_2def9952-79fd-4eca-ad61-24fa1cbb67a5.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\">ist diese D\u00fcrre au\u00dfergew\u00f6hnlich<\/a>. Eine D\u00fcrre, die sich gerade in der Hauptstadt Berlin in den kommenden Jahren noch weit dramatischer ausfallen k\u00f6nnte \u2013 und das ausgerechnet wegen des deutschen Ausstiegs aus der Energieversorgung mit Braunkohle. Was f\u00fcr Umwelt und Klima ein Segen ist, kann sich f\u00fcr Berlin als handfestes Problem erweisen.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Meistgelesene Artikel der Woche<\/p>\n<p>Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird in der Niederlausitz und der Oberlausitz s\u00fcd\u00f6stlich von Berlin die Braunkohle gef\u00f6rdert. In den 1920er Jahren stieg Deutschland zum weltweit gr\u00f6\u00dften Produzenten und zugleich zum gr\u00f6\u00dften Verbraucher von Braunkohle auf. F\u00fcr die sp\u00e4ter folgende DDR war die Braunkohle der wichtigste Energietr\u00e4ger und zugleich der wichtigste Wirtschaftsfaktor. 30 Prozent des Weltmarktes f\u00fcr Braunkohle stammte aus der DDR.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Von 1900 bis 2020 wurden 8,4 Milliarden Tonnen Rohbraunkohle gef\u00f6rdert, um den gro\u00dfen Energiehunger der Industriegesellschaften an W\u00e4rme und Strom zu stillen. Mit einer Tonne Rohbraunkohle l\u00e4sst sich eine Megawattstunde Strom erzeugen.\u00a0<\/p>\n<p>Mehr Wasser als im Bodensee<\/p>\n<p>F\u00fcr den Kohle-Abbau waren umfangreiche Eingriffe n\u00f6tig, in Stadtbilder wie in die Natur. Insgesamt 136 Orte wurden in den vergangenen hundert Jahren im Lausitzer Revier weggebaggert, zwischen 16.000 und 30.000 Menschen wurden umgesiedelt. Viele der Orte sind im kollektiven Ged\u00e4chtnis l\u00e4ngst vergessen, doch der Eingriff in die Natur wird die gesamte Region bis hinauf nach Berlin noch jahrzehntelang besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Denn zwischen 1900 bis 2020 wurde nicht nur Kohle abgebaggert, es wurden auch 58 Milliarden Kubikmeter Grundwasser abgepumpt, wie aus einer Studie des Umweltbundesamts (UBA) vom Juni 2023 hervorgeht. Das ist mehr Wasser als im gesamten Bodensee. Der Eingriff in den Wasserhaushalt habe in den naheliegenden Fl\u00fcssen Spree und Schwarze Elster \u201edeutliche Spuren\u201c hinterlassen, hei\u00dft es in der Studie.<\/p>\n<p>ANZEIGE<img decoding=\"async\" data-hk=\"00a10450a190a14004010\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/dd767c96-b380-4dd7-b61b-a6bc2bbe5633.83026590-04b0-4feb-add7-777c4a2e5576.png\"  alt=\"      \" width=\"2170\" height=\"286\"\/>              <\/p>\n<p><strong>Mit der Wasser-Challenge von FOCUS online Earth lenken wir den Blick auf unser Wasser\u00a0und zeigen, was sich \u00e4ndern muss.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Werden Sie selbst aktiv: <\/strong>Jeden Tag einfache, wirksame Wasserspar-Tipps;\u00a0direkt aufs Handy oder ins Postfach.<br \/><strong>Entdecken Sie L\u00f6sungen: <\/strong>Wir stellen t\u00e4glich Wasserspar-Hebel vor und erkl\u00e4ren, wie sie gegen Knappheit wirken.<\/p>\n<p><strong>So machen Sie mit:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Aktivieren Sie in der FOCUS-online-App die <strong>Push-Benachrichtigungen f\u00fcr Earth\u00a0<\/strong><br \/>\u2013 so erhalten Sie t\u00e4glich Ihren Tipp direkt aufs Handy. In der App oben rechts auf die Glocke klicken,\u00a0Earth ausw\u00e4hlen und abonnieren!<\/li>\n<li>Oder<strong> <\/strong><a href=\"https:\/\/www.focus.de\/earth\/jeden-freitag-in-ihrem-postfach-der-newsletter-von-focus-online-earth_13287b29-e502-4e03-b2d7-f294bb4b0dc3.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\"><strong>abonnieren Sie unseren Newsletter <\/strong><\/a>\u2013 und bekommen Sie jeden Morgen alles bequem per E-Mail.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zur\u00fcck zum trockenen Ursprung<\/p>\n<p>Das Kernproblem: Bei der Kohlef\u00f6rderung wird Grundwasser f\u00fcr die Trockenlegung der Fl\u00f6ze abgepumpt, die in 35 bis 120 Meter Tiefe liegen. Dieses Grundwasser flie\u00dft seit 120 Jahren in die Spree und in die Schwarze Elster, die somit k\u00fcnstlich gep\u00e4ppelt wurden.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Nach dem Kohleausstieg 2038 ist damit aber Schluss, das Aufp\u00e4ppeln hat ein Ende. Die Fl\u00fcsse kommen wieder zur\u00fcck in ihren Ursprungszustand, was f\u00fcr Berlin bedeutet: Der Spree werden in den trockenen Sommermonaten bis zu 60 Prozent Wasser fehlen. Und das in einer Region, deren Wasserbedarf sich im vergangenen Jahrhundert deutlich erh\u00f6ht hat. In Berlin und im umliegenden \u201eSpeckg\u00fcrtel\u201c leben nicht mehr knapp zwei Millionen Menschen wie noch im Jahr 1900, sondern fast f\u00fcnf Millionen.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr den Spreewald im S\u00fcdosten der Stadt w\u00fcrde das fehlende Wasser ein Riesenverlust darstellen. Eine ganze Region hatte sich in den vergangenen 120 Jahren an den erh\u00f6hten Abfluss gew\u00f6hnt, hatte ihre Versorgung und ihre Wirtschaft danach ausgerichtet. \u201eEin Trockenfallen der Spree muss, auch im Hinblick auf den Tourismus im Spreewald, unbedingt verhindert werden\u201c, hei\u00dft es daher in der UBA-Studie.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" data-hk=\"00a10450a190a22004010\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/eb9c2b7c-5fc2-4e60-af39-d826f7c1b436.a691500d-5435-47dc-abc3-1b02b85149a1.jpg\"  alt=\"Tagebau Lausitz\" width=\"1081\" height=\"720\"\/> Braunkohlebergbau in der Lausitz: Ende 2038 geht eine \u00fcber 130-j\u00e4hrige Epoche zu Ende.   Getty Images \u201eDas Problem ist lange absehbar\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Wo nimmt Berlin also bald sein Wasser her? Dreizehn Jahre sind noch Zeit, um Ideen und Konzepte f\u00fcr die Zeit nach der Braunkohle zu entwickeln. \u201eDas ist nicht viel\u201c, sagt die Leiterin der Wasserversorgung der Berliner Wasserbetriebe, Gesche Gr\u00fctzmacher, im Gespr\u00e4ch mit FOCUS online Earth.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Es ist sogar sehr wenig, denn bei genauerer Betrachtung liegen bislang eher Absichtserkl\u00e4rungen statt schl\u00fcssiger Konzepte auf dem Tisch. Die Expertenwelt warnt schon seit Jahren. \u201eDas Problem ist lange absehbar, wurde aber seitens der Verantwortlichen leider nicht ausreichend ber\u00fccksichtigt\u201c, sagt der Geologe Hagen Koch vom Potsdam-Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" data-hk=\"00a10450a190a27004010\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/a320357f-e5bc-48ea-9f44-23960bb855e1.21fdb40a-b394-41e9-a21a-23255b5609a9.jpg\"  alt=\"Die Spree in Spandau\" width=\"1268\" height=\"720\"\/> Die Spree m\u00fcndet bei Spandau in die Havel. Beide Fl\u00fcsse sind auf Grundwasser aus dem Bergbau angewiesen.  Berliner Wasserbetriebe Der neue Riesen-See<\/p>\n<p>Und dann ist da noch der neue See. In den ausger\u00e4umten Mondlandschaften der Braunkohlegruben entsteht derzeit auf 14.000 Hektar Fl\u00e4che das Lausitzer Seenland: Europas gr\u00f6\u00dfte k\u00fcnstliche Seenlandschaft mit 20 Seen, zahlreichen Kan\u00e4len, kilometerlangen Radwegen, schwimmenden H\u00e4usern, Stadth\u00e4fen und Industriedenkm\u00e4lern. Vorzeigeprojekt ist der Cottbusser Ostsee im ehemaligen Braunkohletagebau Cottbus-Nord, der seit 2019 geflutet wurde und jetzt mit 19 Quadratkilometern der gr\u00f6\u00dfte k\u00fcnstliche See Deutschlands ist.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Wie kein anderes Projekt symbolisiert der Ostsee den Strukturwandel und die Hoffnung in der Lausitz: F\u00fcnf Badestr\u00e4nde sollen entstehen, eine Strandpromenade mit Hafen, ein Hotel sowie ein Sport- und Gesundheitszentrum. Die alten Braunkohlekraftwerke wiederum sollen zu Monumenten der gr\u00fcnen Transformation werden, in denen etwa gro\u00dfe Mengen Wasserstoff produziert werden. \u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" data-hk=\"00a10450a190a31004010\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/44243433-81de-4174-86c6-7b380fc71681.c75443e6-0eed-4966-8e6d-b753415254d6.jpg\"  alt=\"Cottbusser Ostsee\" width=\"1079\" height=\"720\"\/> Noch in den Anf\u00e4ngen: Der Cottbusser Ostsee soll das Symbol f\u00fcr einen erfolgreichen Strukturwandel in der Lausitz werden.   Getty Images Wasserstoff produzieren? \u201eNicht m\u00f6glich\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Die Krux: Das Wasser f\u00fcr all diese Projekte kommt zu einem Gro\u00dfteil ausgerechnet aus der Spree. Wie soll die das auf Dauer stemmen, wenn ihr das Wasser aus den Tagebauen fehlt?\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Die Region steht vor einem Dilemma. Der Strukturwandel in der Lausitz muss gelingen, soll das einstige Wirtschaftszentrum des Ostens nicht noch mehr in die Depression abgleiten. Experten erwarten jetzt schon einen Fachkr\u00e4ftemangel von rund 55.000 Personen bis 2038. Vor allem junge Spezialisten wandern ab. Gleichzeitig brauchen die Menschen in Berlin Wasser, das bezahlbar bleibt \u2013 und auch das Naturwunder Spreewald muss Wasser-Idylle bleiben.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Der Konflikt ist vorprogrammiert, schlussfolgert das Umweltbundesamt. Es werde zu \u201eMangelsituationen\u201c kommen, hei\u00dft es in der Studie unverbl\u00fcmt. In der Lausitz konkurrierten der \u201eIndustriesektor mit dem Unesco-Biosph\u00e4renreservat Spreewald um das verf\u00fcgbare Wasserdargebot\u201c. Lakonisch legt das UBA gar ein Gro\u00dfprojekt der Energiewende im <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/earth\/analyse\/grundpfeiler-brechen-weg-deutschland-steckt-in-der-grossen-wasserstoff-krise_529e9716-d3bf-431a-8a8d-c1efe8241cf4.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\">s\u00e4chsischen Boxberg<\/a> gedanklich zu den Akten: \u201eEine Wasserstoffproduktion gr\u00f6\u00dferen Umfangs wird im Spreegebiet nicht m\u00f6glich sein.\u201c \u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Druck aus zwei Fronten<\/p>\n<p>Die Wasserversorgung Berlins und der Region gerate aus zwei Fronten unter Druck, erkl\u00e4rt Koch vom Potsdam-Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung. Neben dem Kohleausstieg spiele der Klimawandel eine entscheidende Rolle. \u201eDurch die steigenden Temperaturen haben wir steigende Wasserverluste aufgrund der Verdunstung\u201c, sagt Koch. \u201eIm Spreegebiet insbesondere \u00fcber die vielen Wasserfl\u00e4chen und Feuchtgebiete wie dem Spreewald.\u201c Durch die steigenden Temperaturen, und das sei ein Riesenproblem, verl\u00e4ngere sich auch die \u201eVegetationsperiode\u201c, also die Zeit, in der die Vegetation Wasser ben\u00f6tigt.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Ein Teufelskreis: Durch die Verl\u00e4ngerung der Vegetationsperiode verk\u00fcrze sich wiederum die Zeit, in der sich das Grundwasser durch Regen und Schnee neu sammeln kann. Der Niederschlag versickert in der vegetationslosen Zeit im Boden und dient als Wasserspeicher f\u00fcr die Pflanzen im Fr\u00fchjahr und Sommer. Dieses Grundwasser bildet auch den sogenannten Basisabfluss, der in l\u00e4ngeren Trockenperioden fast den gesamten Abfluss in den Fl\u00fcssen ausmacht.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Doch die Parameter ver\u00e4ndern sich: \u201eWir haben teilweise weniger Niederschlag, vor allem weniger Schnee, und die Pflanzen bl\u00fchen fr\u00fcher und brauchen daher fr\u00fcher Wasser, die Periode der Grundwasserneubildung wird k\u00fcrzer\u201c, sagt Koch. \u201eDas gesamte System \u00e4ndert sich.\u201c Durch den Klimawandel br\u00e4uchte die Spree also eigentlich zus\u00e4tzliches Wasser, doch der Kohleausstieg nimmt ihr nur welches weg.\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" data-hk=\"00a10450a190a45004010\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/7f88bcd3-8118-430c-9ed8-6f60b4132a62.8e841926-51d0-48e2-b4b4-718b0ae7bebf.jpg\"  alt=\"Touristen in Spreek\u00e4hnen\" width=\"1083\" height=\"720\"\/> Die Touristen in den Spreek\u00e4hnen wissen nicht, dass die Versorgung im UNESCO-Biosph\u00e4renreservat Spreewald gef\u00e4hrdet ist.  Getty Images \u201eWir werden immer genug Wasser haben\u201c<\/p>\n<p>Eine Mammutaufgabe. Nach dem Braunkohleausstieg werden im Unterlauf der Spree in Brandenburg k\u00fcnftig pro Jahr 126 Millionen Kubikmeter Wasser fehlen, mehr als dreimal so viel, wie der Gro\u00dfe M\u00fcggelsee fasst, im s\u00e4chsischen Teil der Spree werden es 95 Millionen Kubikmeter sein. So drohen laut Umweltbundesamt \u201ebei gleichbleibendem oder gar steigendem Wasserbedarf insbesondere in trockenen Jahren immer h\u00e4ufigere und l\u00e4nger andauernde Wasserengp\u00e4sse in der Region\u201c.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>\u201eFalsch\u201c seien jedoch Prognosen, dass \u201eBerlin auf dem Trockenen\u201c sitzen wird, betont Gr\u00fctzmacher. \u201eDie Wasserst\u00e4nde werden nicht sinken und wir werden immer genug Wasser haben\u201c, so die Leiterin der Wasserversorgung der Berliner Wasserbetriebe. Die Frage ist nur, von welcher Qualit\u00e4t. Hier liege die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung: \u201eUnsere Aufgabe ist es, die Trinkwasserqualit\u00e4t zu sichern.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" data-hk=\"00a10450a190a50004010\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/83c8752a-95da-4adf-8fe3-94466b47916e.176f9966-1745-4c43-872f-e323978e71c6.JPG\"  alt=\"Gesche Gr\u00fctzmacher von den Berliner Wasserbetrieben\" width=\"831\" height=\"720\"\/> Die Leiterin der Wasserversorgung der Berliner Wasserbetriebe, Gesche Gr\u00fctzmacher, will Berlins Wasserqualit\u00e4t sichern.   Berliner Wasserbetriebe Noch fehlt der Masterplan<\/p>\n<p>L\u00f6sungen? Nach Recherchen von FOCUS online Earth gibt es noch keinen Masterplan, um das einzigartige Biosph\u00e4renreservat Spreewald zu retten, gleichzeitig die Trinkwasserversorgung und die Wasserqualit\u00e4t Berlins aufrecht zu erhalten und die Bergbaufolgeseen zu bef\u00fcllen.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfprojekt ist die Elb\u00fcberleitung: Aus der Elbe sollen pro Jahr 60 Millionen Kubikmeter Wasser f\u00fcr die Spree abgezapft werden, so die Idee. Machbarkeitsstudien stehen noch aus, fr\u00fchestens ab 2045 k\u00f6nnte Wasser aus der Elbe flie\u00dfen. Dagegen formiert sich seit Jahren Widerstand von Natursch\u00fctzern.<\/p>\n<p>Auch Gr\u00fctzmacher ist skeptisch. \u201eSeien wir ehrlich\u201c, sagt die Leiterin der Berliner Wasserbetriebe. \u201eWenn wir das Wasser in der Spree am meisten brauchen, hat auch die Elbe kein Wasser. Von einem Niedrigwasser kann man nichts abzapfen.\u201c<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Inzwischen m\u00fcssen sogar <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/wegen-duerre-abgeschnitten-in-diesem-ort-kam-niemand-mehr-zur-arbeit_b826cae9-e078-4cea-b1bf-428e32b94b1b.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\">F\u00e4hren auf der Elbe ihren Betrieb einstellen<\/a>, weil das Wasser nicht reicht. Es sei allerdings richtig, solche \u00dcberlegungen anzustellen, \u201eum einfach eine Hausnummer zu bekommen\u201c, sagt die Geologin: \u201eWas kostet es? Wie hoch sind die Ewigkeitskosten? Ist das vor diesem Hintergrund wirklich eine sinnvolle Ma\u00dfnahme?\u201c<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Streit um Elbe-L\u00f6sung<\/p>\n<p>Koch vom Potsdamer Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung sieht es anders. Er war schon vor fast 20 Jahren an der ersten Studie zur Elbe\u00fcberleitung beteiligt. \u201eOhne zus\u00e4tzliches Wasser aus der Elbe wird es ganz schwer, die Wasserversorgung f\u00fcr Berlin und den Spreewald zu halten\u201c, sagt er.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Auch das Umweltbundesamt h\u00e4lt eine Elbe-Spree-\u00dcberleitung f\u00fcr \u201eunerl\u00e4sslich, um zus\u00e4tzliches Wasser f\u00fcr die Flussgebiete der Lausitz bereitzustellen\u201c. Die Studie r\u00e4t sogar zu zus\u00e4tzlichen Wasser\u00fcberleitungen aus der Lausitzer Nei\u00dfe und der Oder. \u201eHierf\u00fcr m\u00fcsste eine notwendige Infrastruktur errichtet werden\u201c, hei\u00dft es.\u00a0<\/p>\n<p>50 Prozent der Wasserspeicher sind kaputt \u00a0<\/p>\n<p>Eine L\u00f6sung, auf die sich offenbar alle Parteien einigen k\u00f6nnen, sind Wasserspeicher. Bislang verf\u00fcgt die Region Berlin \u00fcber ein Speichervolumen von 99 Millionen Kubikmeter Wasser. Mit einer Erweiterung um 27 Millionen Kubikmeter lie\u00dfen sich \u201eDefizite in den wasserarmen Monaten teilweise auffangen\u201c, schreibt das Umweltbundesamt, schr\u00e4nkt aber gleich wieder ein: \u201eSofern die gespeicherte Wassermenge ohne Einschr\u00e4nkungen zur Verf\u00fcgung steht.\u201c Und das ist nicht der Fall: 50 Prozent der Speicher sind kaputt und m\u00fcssen saniert werden.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Auch die jetzt neu entstandenen Seen werden als Speicher ins Spiel gebracht. Die Bergbaugesellschaften LMBV und LEAG d\u00fcrften jedoch kaum zustimmen, den Seen Wasser zu entnehmen. Sie hatte in den vergangenen Jahren aufgrund der geringen Niederschl\u00e4ge und der hohen Verdunstung auch ohne Entnahme erhebliche Probleme, den notwendigen Wasserstand in den Seen aufrecht zu halten.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" data-hk=\"00a10450a190a65004010\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/d1789ba2-65eb-47f7-bd8e-3a30e844ae93.5d31d6ea-7a29-490b-b59f-4d7c6adb1768.jpg\"  alt=\"Abraumf\u00f6rderkante J\u00e4nschwalde\" width=\"1673\" height=\"720\"\/> F\u00fcr die Zeit nach dem Braunkohleausstieg gibt es noch keinen Masterplan: Die Abraumf\u00f6rderkante J\u00e4nschwalde.  LEAG \u201eBis dahin muss viel gebaut werden\u201c<\/p>\n<p>Die Zeit dr\u00e4ngt. \u201eBund und L\u00e4nder wissen, dass die Wasserklemme ab Mitte der 2040er Jahre Realit\u00e4t wird\u201c, sagt Ingolf Arnold vom Verein Wasser Cluster Lausitz. \u201eBis dahin muss viel gebaut werden, das hei\u00dft, sp\u00e4testens 2027 m\u00fcssen die Grundsatzentscheidungen getroffen werden.&#8220;<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Und wenn man den Kohleausstieg einfach r\u00fcckg\u00e4ngig machen w\u00fcrde \u2013 der Spree zuliebe? Keine Alternative, sagt Dirk Messner, Pr\u00e4sident des Umweltbundesamtes. \u201eDer Klimawandel ist das gr\u00f6\u00dfte Problem\u201c, sagt Messner zu FOCUS online Earth. \u201eIch bin absolut daf\u00fcr, dass wir den Ausstieg f\u00fcr die Lausitz weiter f\u00fcr 2030 anvisieren, sonst werden wir unsere Klimaziele nicht erreichen k\u00f6nnen.\u201c Denn, erinnert Messner: \u201eDer Kohleabbau war \u00fcber Jahrzehnte sch\u00e4dlich f\u00fcr die Umwelt.\u201c Nur f\u00fcr die Spree hatte er paradoxerweise auch einen Vorteil.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In der Lausitz beginnt der Countdown. In wenigen Jahren werden die letzten drei Tagebaue des Braunkohlereviers geschlossen. 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