{"id":381962,"date":"2025-08-29T13:51:10","date_gmt":"2025-08-29T13:51:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/381962\/"},"modified":"2025-08-29T13:51:10","modified_gmt":"2025-08-29T13:51:10","slug":"meisterwerk-ueberm-sofa-makleranzeige-fuehrt-zu-nazi-raubkunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/381962\/","title":{"rendered":"Meisterwerk \u00fcberm Sofa: Makleranzeige f\u00fchrt zu Nazi-Raubkunst"},"content":{"rendered":"<p>Das Portr\u00e4t einer Dame hing \u00fcber dem moosgr\u00fcnen Samtsofa im Wohnzimmer eines Anwesens in Mar del Plata, einem Badeort an der argentinischen K\u00fcste. So war es auf einem der Fotos zu sehen, das die Immobilienagentur Robles Casas &amp; Campos ver\u00f6ffentlicht hatte, mit dem Ziel, das Haus zu verkaufen. Journalisten der niederl\u00e4ndischen Zeitung Algemeen Dagblad allerdings trauten ihren Augen nicht. &#8222;Ich rief meine Kollegen in Holland an, und sie sagten, das kann noch nicht sein, das kann doch nicht sein! Das ist das Gem\u00e4lde, das sie suchen&#8220;, berichtet der S\u00fcdamerika-Korrespondent der Zeitung, Peter Schouten. <\/p>\n<p>Makleranzeige mit Ghislandi-Meisterwerk \u00fcber Sofa<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich hatte das Meisterwerk von Giuseppe Ghislandi aus dem siebzehnten Jahrhundert dem j\u00fcdischen Kunsth\u00e4ndler Jacques Goudstikker in Amsterdam geh\u00f6rt, bevor er es von Nazis zusammen mit mehr als 1000 weiteren Werken gestohlen wurde. 80 Jahre lang galt es als verschollen, seit 2019 wird \u00fcber die Webseite <a href=\"https:\/\/www.lostart.de\/de\/verlust\/objekt\/damesportret-contessa-colleoni-portraet-einer-dame-contessa-colleoni\/584759?term=ghislandi&amp;filter%5Btype%5D%5B0%5D=Objektdaten&amp;position=1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;Lost Art&#8220;<\/a> nach dem Bild gesucht. Und nun hing es offenbar in Argentinien in einer Villa, die die T\u00f6chter eines gewissen Friedrich Gustav Kadgien verkaufen wollten. <\/p>\n<p>Kadgien war w\u00e4hrend der NS-Zeit eine wichtige Figur in der Finanzverwaltung, gewisserma\u00dfen Hermann G\u00f6rings rechte Hand in Deutschland. Als man Geld f\u00fcr die R\u00fcstungsindustrie brauchte, waren alle M\u00f6glichkeiten der Finanzierung gesucht, zum Beispiel auch: wertvolle Gem\u00e4lde eines sehr ber\u00fchmten Kunstsammlers in Holland zu stehlen. Kadgien war nach dem Zweiten Weltkrieg nach Argentinien geflohen wie zahlreiche weitere Nazis. Dort wurde er ein erfolgreicher Gesch\u00e4ftsmann und nie weiter verfolgt. <\/p>\n<p>Razzia zeigt: Bild schon wieder verschwunden<\/p>\n<p>Nach den Recherchen der niederl\u00e4ndischen Journalisten durchsuchten nun argentinische Beh\u00f6rden am Dienstag die Villa, fanden das Bild aber offenbar nicht mehr. Daf\u00fcr hing an der besagten Wand wohl ein Teppich, berichtet der Journalist Peter Schouten. Die argentinische Staatsanwaltschaft betrachtet den Vorfall als mutma\u00dfliche Vertuschung eines Schmuggels, der in Verbindung mit V\u00f6lkerrechtsverbrechen w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges stehe, erkl\u00e4rte Bundesstaatsanwalt Carlos Martinez gegen\u00fcber lokalen Medien. Gegen die T\u00f6chter Kadgiens wird nun ermittelt. <\/p>\n<p>Weiteres Raubkunst-Bild in Social Media entdeckt<\/p>\n<p>Ein weiteres gepl\u00fcndertes Kunstwerk, ein Blumenstillleben eines niederl\u00e4ndischen Malers aus dem siebzehnten Jahrhundert, wurde laut der holl\u00e4ndischen Journalisten auf einem Social-Media-Profil der Schwestern entdeckt. Die Anw\u00e4lte von Goudstekkers Nachlass sagten, sie w\u00fcrden alles daran setzen, das Gem\u00e4lde zur\u00fcckzuerlangen. Seine einzige \u00fcberlebende Erbin, Schwiegertochter Marei von Saher, sagte gegen\u00fcber Medien, ihre Familie habe das Ziel, jedes einzelne Kunstwerk, das aus der Sammlung geraubt wurde, zur\u00fcckzubringen. Von den mehr als 1.000 geraubten Werken konnten inzwischen etwas mehr als 200 zur\u00fcckgegeben werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Portr\u00e4t einer Dame hing \u00fcber dem moosgr\u00fcnen Samtsofa im Wohnzimmer eines Anwesens in Mar del Plata, einem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":381963,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[12932,1793,29,214,30,1794,4971,4965,215],"class_list":{"0":"post-381962","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-argentinien","9":"tag-art-and-design","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-kunst-und-design","14":"tag-ns-raubkunst","15":"tag-raubkunst","16":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115112384072383406","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/381962","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=381962"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/381962\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/381963"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=381962"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=381962"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=381962"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}