{"id":382047,"date":"2025-08-29T14:39:22","date_gmt":"2025-08-29T14:39:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/382047\/"},"modified":"2025-08-29T14:39:22","modified_gmt":"2025-08-29T14:39:22","slug":"stark-gefaehrdete-tierart-projekt-vieler-partner-tiergarten-nuernberg-wildert-ziesel-in-tschechien-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/382047\/","title":{"rendered":"Stark gef\u00e4hrdete Tierart &#8211; Projekt vieler Partner: Tiergarten N\u00fcrnberg wildert Ziesel in Tschechien aus"},"content":{"rendered":"<p><b>N\u00dcRNBERG (pm\/nf) &#8211; Neue Heimat f\u00fcr zehn Europ\u00e4ische Ziesel (Spermophilus citellus) aus dem Tiergarten der Stadt N\u00fcrnberg: Sie wurden im Ende Juli gemeinsam mit vielen weiteren Zieseln aus europ\u00e4ischen Zoos in Tschechien ausgewildert. Urspr\u00fcnglich war die Nagetierart in weiten Teilen Europas verbreitet \u2013 auch in Deutschland. Inzwischen kommen Ziesel nur noch in kleinen Gebieten Mittel- und Osteuropas vor. Die Weltnaturschutzunion stuft die Art als \u201estark gef\u00e4hrdet\u201c ein, in Deutschland gilt sie als ausgestorben.<\/b><\/p>\n<p><img class=\"imagecontainer\" decoding=\"auto\" data-aspect-ratio=\"1.25\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/444347_L.webp\" style=\"object-position: 52% 60%;\" data-object-position=\"52% 60%\"\/><\/p>\n<p>Die zehn Ziesel aus N\u00fcrnberg, sechs M\u00e4nnchen und vier Weibchen, sind im Tiergarten geboren und aufgewachsen. Kurze Zeit vor der Auswilderung kamen sie in ein Zwischenquartier im Tiergarten. Emily Huck und Vera Meidenbauer, die derzeit ihre Ausbildung zur Tierpflegerin in N\u00fcrnberg absolvieren, brachten die Tiere dann in einer Transportbox nach Tschechien \u2013 zusammen mit acht weiteren Zieseln aus dem Opel-Zoo Kronberg im Taunus. Am Auswilderungsgebiet angekommen, setzten sie die Ziesel in vorbereitete H\u00f6hlen, die unter anderem mit Sonnenblumenkernen, Maisk\u00f6rnern und Apfelst\u00fccken gef\u00fcllt waren. \u201eDie H\u00f6hlen haben wir anschlie\u00dfend mit einer PET-Flasche so verschlossen, dass Tiere noch Licht und Luft bekommen, sich aber erstmal herausgraben m\u00fcssen. Denn wenn die Ziesel den ersten Gang eigenst\u00e4ndig graben, erh\u00f6ht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie ortstreu bleiben und eine st\u00e4rkere Bindung zum Auswilderungsort entwickeln\u201c, erkl\u00e4rt Emily Huck. Diese Methode hat sich in der Vergangenheit bew\u00e4hrt.<\/p>\n<p><img class=\"imagecontainer\" decoding=\"auto\" data-aspect-ratio=\"1.333091962\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/444353_L.webp\"\/><\/p>\n<p>Nachdem die angehenden Tierpflegerinnen die N\u00fcrnberger und Kronberger Ziesel ausgewildert hatten, unterst\u00fctzten sie bei einer weiteren Auswilderung in einem angrenzenden Gebiet. \u201eDabei haben wir eine andere Methode kennengelernt und gemeinsam mit den Projektverantwortlichen sogenannte Auswilderungsgehege angelegt. In diesen eingez\u00e4unten Gehegen finden die Ziesel Unterschlupfm\u00f6glichkeiten und Futter, m\u00fcssen sich aber \u2013 ebenso wie bei der ersten Vorgehensweise \u2013 zun\u00e4chst herausgraben. Es war sehr interessant, beide Methoden kennenzulernen\u201c, sagt Vera Meidenbauer.<\/p>\n<p>Projekt mit vielen Partnern<\/p>\n<p>Insgesamt wurden im Juli 115 Ziesel in Tschechien ausgewildert. Sie stammen aus neun verschiedenen Zoos und Zuchtstationen in Tschechien, Schweden, der Schweiz und Deutschland, darunter dem Tiergarten N\u00fcrnberg und dem Opel-Zoo Kronberg im Taunus. 60 Tiere, darunter die Nachzuchten aus dem Tiergarten, wurden etwa 80 Kilometer nordwestlich von Prag in ein Landschafts\u00adschutzgebiet nahe des Bergs Mil\u00e1 gebracht. Sie sollen sich hier mit bestehenden Kolonien vernetzen und so zum Aufbau einer \u00fcberlebensf\u00e4higen Population beitragen. In diesem Gebiet leben bereits an zwei Standorten Europ\u00e4ische Ziesel, w\u00e4hrend an einem dritten eine neue Population entstehen soll. Zu deren Aufbau und Stabilisierung werden hier wiederholt Ziesel ausgewildert \u2013 so lange, bis sich die Populationen wieder selbst erhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img class=\"imagecontainer\" decoding=\"auto\" data-aspect-ratio=\"0.75\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/444350_L.webp\"\/><\/p>\n<p>\u201eDamit sich die Tiere bestm\u00f6glich an den Lebensraum und m\u00f6gliche klimatische \u00c4nderungen anpassen k\u00f6nnen, braucht es eine hohe genetische Vielfalt. Je mehr Ziesel aus unterschiedlichen Einrichtungen ausgewildert werden, desto anpassungsf\u00e4higer, robuster und stabiler die Population\u201c, erkl\u00e4rt Biologin und Kuratorin Diana Koch.<\/p>\n<p>F\u00fcr Vera Meidenbauer und Emily Huck war die Auswilderung auch aus einem anderen Grund etwas ganz besonders: \u201eEs ist nicht selbstverst\u00e4ndlich, dass wir als Auszubildende eine solche Aktion eigenst\u00e4ndig \u00fcbernehmen d\u00fcrfen. Wir tragen die Verantwortung daf\u00fcr, dass die Tiere wohlbehalten am Auswilderungsort ankommen\u201c, sagt Emily. Vera erg\u00e4nzt: \u201eAuswilderungen sind nicht allt\u00e4glich und ein H\u00f6hepunkt unserer Arbeit. Umso sch\u00f6ner ist es, dass wir diese Erfahrung schon w\u00e4hrend unserer Ausbildung machen durften und auf diese Weise viel dazu lernen konnten. Es ist zudem ein Zeichen von Wertsch\u00e4tzung und Vertrauen, das uns entgegengebracht wird.\u201c<\/p>\n<p>Rebhu\u0308hner in den Pegnitzauen ausgewildert<\/p>\n<p>Die Auswilderungsaktion, die nun schon das siebte Jahr in Folge stattfand, wurde vom Museum Karlovy Vary und der Agentura ochrany p\u0159\u00edrody a krajiny \u010cR (Agentur f\u00fcr Natur- und Landschaftsschutz der Tschechischen Republik) initiiert. Sie ist Teil eines nationalen Aktionsplans f\u00fcr die vom Aussterben bedrohte Tierart in Tschechien, zu dem auch Bem\u00fchungen zum Erhalt geeigneter Lebensr\u00e4ume geh\u00f6ren. Trockene, niedrige Steppengraslandschaften sind ideal f\u00fcr Europ\u00e4ische Ziesel, die lange Zeit als landwirtschaftliche Sch\u00e4dlinge galten. Die zunehmende Zerst\u00f6rung von Feldr\u00e4ndern und Weiden, die Zusammenlegung kleiner Felder zu gro\u00dfen Monokulturen und ein dramatischer Verlust an Fl\u00e4chen mit kurzem Gras f\u00fchrten jedoch in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Einbruch der Ziesel-Best\u00e4nde.<\/p>\n<p>Seit vielen Jahren an Ziesel-Auswilderung beteiligt<\/p>\n<p>Seit 2014 hat der Tiergarten insgesamt rund 140 Ziesel ausgewildert. Projekte wie diese m\u00fcssen langfristig angelegt werden \u2013 besonders bei Arten wie den Zieseln, die in der Nahrungskette weiter unten stehen, und die von Natur aus regelm\u00e4\u00dfig gefressen werden. Auswilderungen haben auch das Ziel, genau diese nat\u00fcrlichen Prozesse wiederherzustellen. Unter Umst\u00e4nden ist zuk\u00fcnftig auch eine Einwanderung von Zieseln nach Deutschland m\u00f6glich. Dort kam die Tierart noch bis in die 1980er Jahre im Erzgebirge vor.<\/p>\n<p>Alpensteinb\u00f6cke aus N\u00fcrnberg haben neue Heimat<\/p>\n<p>Ziesel sind kleine, etwa 200 bis 400 Gramm schwere Nagetiere. Im Tiergarten N\u00fcrnberg sind sie unter anderem im Mediterraneum zu sehen. Daneben gibt es weitere Kolonien rund um den Kinderzoo und die Nashornanlage. Durch diese verschiedenen Kolonien kann der Tiergarten mehr Nachzuchten f\u00fcr die Wiederansiedelung zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n<p>Alpensteinb\u00f6cke in \u00d6sterreich ausgewildert<\/p>\n<p>In mehreren Auswilderungsprojekten engagiert<\/p>\n<p>Neben den Zieseln beteiligt sich der Tiergarten auch mit anderen Arten regelm\u00e4\u00dfig an Auswilderungsaktionen. In den letzten Jahren hat er beispielsweise Alpensteinb\u00f6cke in \u00d6sterreich, Waldrappe in Spanien, Bartgeier in Berchtesgaden und S\u00fcdfrankreich oder Luchse in Sachsen, Th\u00fcringen und Baden-W\u00fcrttemberg ausgewildert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"N\u00dcRNBERG (pm\/nf) &#8211; Neue Heimat f\u00fcr zehn Europ\u00e4ische Ziesel (Spermophilus citellus) aus dem Tiergarten der Stadt N\u00fcrnberg: Sie&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":382048,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1837],"tags":[772,3364,29,30,3783],"class_list":{"0":"post-382047","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nuernberg","8":"tag-bayern","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-nuernberg"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115112572713835112","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/382047","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=382047"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/382047\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/382048"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=382047"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=382047"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=382047"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}