{"id":382136,"date":"2025-08-29T15:27:11","date_gmt":"2025-08-29T15:27:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/382136\/"},"modified":"2025-08-29T15:27:11","modified_gmt":"2025-08-29T15:27:11","slug":"boyens-medien-dithmarscher-ackerfurche-statt-silicon-valley","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/382136\/","title":{"rendered":"Boyens Medien &#8211; Dithmarscher Ackerfurche statt Silicon Valley"},"content":{"rendered":"<p class=\"basetext\">In diesem n\u00fcchternen Nachkriegsbau empfing Ministerpr\u00e4sident Daniel G\u00fcnther meine Kollegin Ingrid Haese, unseren Fotografen Martin Rose und mich am vergangenen Montag zum Interview.<\/p>\n<p class=\"basetext\">Das Geb\u00e4ude passt gut zum Bild, das unser MP nach au\u00dfen tr\u00e4gt und dessen Wirkung er gewiss f\u00fcr sich zu nutzen wei\u00df: Er ist kein Mann der gro\u00dfen Gesten. Keiner, der wie Markus S\u00f6der mit gro\u00dfen T\u00f6nen seine Muskeln spielen l\u00e4sst oder wie Friedrich Merz den ideologischen Florettk\u00e4mpfer gibt. G\u00fcnther ist ein Ministerpr\u00e4sident, der lieber an stillen Hebeln zieht, als auf der B\u00fchne ein Feuerwerk zu z\u00fcnden. Doch genau dieser Stil sorgt f\u00fcr Misstrauen. Manche in der CDU sehen in ihm einen verkappten Sozi. Zu sanft, zu kompromissbereit, zu wenig kantig. Aber vielleicht liegt in diesem vermeintlichen Makel seine St\u00e4rke. Wer G\u00fcnther zuh\u00f6rt, erkennt: Hier spricht einer, der Politik nicht als Kulturkampf versteht, sondern als m\u00fchselige Handarbeit.<\/p>\n<p class=\"basetext\">Beim Prestigeprojekt Batteriefabrik bei Heide h\u00e4lt er an seiner Linie fest: Optimismus statt Alarmismus. Egal unter welchem Namen dort irgendwann Batterien gebaut werden. Egal, ob sie tats\u00e4chlich Elektroautos antreiben: Die Westk\u00fcste soll zum Energie- und Industriestandort werden. \u201eHartn\u00e4ckig bleiben\u201c lautet G\u00fcnthers Botschaft. Und die klingt eher nach Ackerfurche in Dithmarschen als nach Hightech im Silicon-Valley. Doch genau das ist sein Rezept: beharrlich, geduldig, ohne gro\u00dfe Schlagzeilen. Seine Antworten im Interview zeigen zugleich die Grenzen dieses Pragmatismus. Ob Strompreise, Marschbahn oder A 20: G\u00fcnther spricht vom \u201eBegleiten\u201c, \u201eVorfinanzieren\u201c, \u201eGeduld haben\u201c. Das ist ebenso ehrlich wie aber auch ern\u00fcchternd. Schleswig-Holstein bleibt ein Land der langen Wege, nicht nur geografisch.<\/p>\n<p class=\"basetext\">Und doch: W\u00e4hrend in Berlin SPD und Union sich im Dauerstreit zerfleischen, lebt G\u00fcnther in seiner Koalition mit den Gr\u00fcnen das Gegenteil vor. Er redet von Gemeinsamkeit, Verantwortung, Zusammenhalt. Nicht als Floskel, sondern als Haltung. Vielleicht ist das spie\u00dfig, vielleicht auch unspektakul\u00e4r. Aber in Zeiten, in denen die AfD von Wut und Zynismus profitiert, wirkt G\u00fcnthers Stil fast wie ein demokratisches Gegenmittel.<\/p>\n<p class=\"basetext\">Nein, er ist kein verkappter Sozi. Er ist ein norddeutscher Pragmatiker. Einer, der lieber in B\u00fcsum Krabbenbr\u00f6tchen isst als auf Parteitagen Parolen br\u00fcllt. Das mag manchen zu langweilig erscheinen. Aber vielleicht ist es genau die Politik, die ein Land wie Schleswig-Holstein braucht: n\u00fcchtern, beharrlich, unspektakul\u00e4r. Wie der rote Backstein in Kiel.<\/p>\n<p>\u00a9 Boyens Medien &#8211; Texte und Fotos sind urheberrechtlich gesch\u00fctzt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der <a title=\"Kontakt zur Chefredaktion\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.boyens-medien.de\/richtlinien.html\" rel=\"nofollow noopener\">Chefredaktion<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In diesem n\u00fcchternen Nachkriegsbau empfing Ministerpr\u00e4sident Daniel G\u00fcnther meine Kollegin Ingrid Haese, unseren Fotografen Martin Rose und mich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":382137,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1852],"tags":[3364,29,548,663,3934,30,13,4949,14,15,12,1971],"class_list":{"0":"post-382136","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kiel","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-kiel","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-schleswig-holstein"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115112761427427893","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/382136","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=382136"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/382136\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/382137"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=382136"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=382136"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=382136"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}