{"id":382814,"date":"2025-08-29T21:38:17","date_gmt":"2025-08-29T21:38:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/382814\/"},"modified":"2025-08-29T21:38:17","modified_gmt":"2025-08-29T21:38:17","slug":"klimaangepasst-gaertnern-warum-dieses-paar-trotz-duerre-reichlich-erntet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/382814\/","title":{"rendered":"Klimaangepasst g\u00e4rtnern: Warum dieses Paar trotz D\u00fcrre reichlich erntet"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nAllerdings: Die Klimaerw\u00e4rmung bringt auch Schwierigkeiten mit sich, auf die die beiden G\u00e4rtner noch keine Antwort gefunden haben. Die Kirschessigfliege etwa ist ein aus Asien eingewanderter Sch\u00e4dling, der in Leipzig bislang keine Fressfeinde hat. An Obst wie Himbeeren oder Brombeeren richtet das Insekt mitunter gro\u00dfe Sch\u00e4den an.\n<\/p>\n<p>Trockenheit: Wird das Wasser f\u00fcr die G\u00e4rten knapp?<\/p>\n<p class=\"text\">\nEine andere gro\u00dfe Frage betrifft die Wasserversorgung. In vielen Gegenden Deutschlands hat es in diesem Jahr zwischen Februar und Juni so wenig geregnet, dass unter anderem Landkreise in Baden-W\u00fcrttemberg, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen die Entnahme von Wasser aus Teichen und Fl\u00fcssen verboten haben. Einige davon verboten auch, private G\u00e4rten tags\u00fcber mit Wasser aus dem eigenen Brunnen zu gie\u00dfen. Wird das Wasser f\u00fcr das G\u00e4rtnern also irgendwann zu knapp und selbst f\u00fcr eine sparsame Tr\u00f6pfchenbew\u00e4sserung nicht ausreichen?\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nBeim s\u00e4chsischen Landesamt f\u00fcr Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) beobachtet Udo Mellentin, zust\u00e4ndiger Referent f\u00fcr Grundwasser, die Entwicklung mit Sorge. Zwar schwankt die Kurve im Verlauf eines Jahres, im Winter erholen sich die Reservoire in der Regel, w\u00e4hrend sie im Sommer kleiner werden. Doch insgesamt nimmt die Menge des Wassers im Boden tendenziell ab, seitdem die Grundwasserpegel nach dem Hochwasser im Jahr 2013 Spitzenwerte erreicht hatten. Das regenreiche Jahr 2024 hat zwar eine Normalisierung auf den Durchschnittswert gebracht. 2025 liegt aber erneut deutlich darunter.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nMellentin beobachtet, dass der Himmel selbst in regenreichen Phasen heute schneller aufklart als fr\u00fcher. Im Schnitt scheint die Sonne in Deutschland inzwischen pro Jahr etwa 1800 Stunden, also rund 300 Stunden mehr im Vergleich zu 1990. Im Sonnenschein trocknet Feuchtigkeit nach Regen viel schneller ab. Und Pflanzen, denen mehr Licht und auch mehr CO2 zur Verf\u00fcgung steht, ziehen mehr Wasser aus dem Boden. Beides zusammen \u2013 weniger Regen und mehr Verdunstung \u2013 hat laut Mellentin daf\u00fcr gesorgt, dass sich weniger neues Grundwasser bilden konnte: \u201eIm Durchschnitt der vergangenen 11 Jahre waren das Gr\u00f6\u00dfenordnungen von 25 bis 30 Prozent im Landesmittel von Sachsen.\u201c\n<\/p>\n<p>Grundwasserpegel: Es ist kompliziert<\/p>\n<p class=\"text\">\nDem Eindruck, dass die Situation immer schlimmer wird und Deutschland durch den Klimawandel praktisch austrocknen wird, widerspricht Andreas Marx allerdings entschieden. Marx ist Hydrologe, am UFZ f\u00fcr den ber\u00fchmten D\u00fcrremonitor zust\u00e4ndig, auf dem Deutschland sp\u00e4testens seit 2018 gebannt verfolgt, wie trocken die B\u00f6den gerade sind. Fragt man ihn nach Verdunstung und Grundwasser und nach den Sorgen von G\u00e4rtnern und Umwelt\u00e4mtern, dann holt er weit aus. Denn die Sache mit dem Grundwasser ist richtig kompliziert, je nach Region in Deutschland sehr unterschiedlich und von vielen Faktoren abh\u00e4ngig.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nNicht nur das Klima spielt eine Rolle, auch die Nutzung des Wassers durch Industrie und Landwirte. Au\u00dferdem nehmen die Pegel nicht gleichm\u00e4\u00dfig zu oder ab. Eher verhalten sich die Wasservorr\u00e4te wie ein Schwamm: Sind die Reservoire voll, flie\u00dft das Wasser schnell ab. Sinken die Pegel unter bestimmte Marken, verlangsamt sich der Abfluss stark.\n<\/p>\n<p>D\u00fcrre in Deutschland: Ausnahme oder neues Normal?\u00a0<\/p>\n<p class=\"text\">\nMarx kennt rund 100 verschiedene Modelle, die die Folgen des Klimawandels f\u00fcr Deutschland simulieren. Drei Viertel davon k\u00e4men zu dem Schluss, dass bis 2100 eher mehr als weniger Regen wahrscheinlich sei. Umgekehrt mache es f\u00fcr Beh\u00f6rden aber durchaus Sinn, auch die Modelle zu beachten, die von mehr Trockenheit ausgehen. Denn der Staat m\u00fcsse die Gesellschaft auf Gefahren vorbereiten und daf\u00fcr auch Worst-Case-Szenarien betrachten. Allerdings zeigten nur rund 10 Prozent der Simulationen eine Zunahme mehrj\u00e4hriger D\u00fcrren vorher, wie sie Deutschland ab 2018 erlebt hat. \u201eAus wissenschaftlicher Sicht, mit Blick auf die vielen Studien, sagen wir vorsichtig: Das ist nicht der neue Normalzustand, sondern ein seltenes Extremereignis\u201c, erkl\u00e4rt er.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nAber nat\u00fcrlich k\u00f6nnen auch kleinere Ver\u00e4nderungen je nach Region sehr unterschiedliche Auswirkungen haben. W\u00e4hrend das regenreiche Alpenvorland mit trockeneren Bedingungen gut umgehen kann, sind die Folgen im schon heute regenarmen Brandenburg mit seinen sandigen B\u00f6den gravierender. Klar ist daher auch f\u00fcr Marx: \u201eGanz unabh\u00e4ngig davon, wie man die aktuelle Situation bewertet, brauchen wir ein D\u00fcrremanagement in den Kommunen und Landkreisen.\u201c Noch gebe es gar keine offizielle Definition von D\u00fcrrestufen, wie es etwa beim Hochwasser der Fall ist. Auch fehle vielfach detailliertes Wissen, wer eigentlich wie viel Grundwasser aus Brunnen f\u00f6rdere. G\u00e4rtner etwa m\u00fcssen einen neuen Brunnen nur anzeigen. Welche Mengen gef\u00f6rdert werden, wird nicht gemessen. Und schlie\u00dflich m\u00fcssten schmerzhafte Diskussionen dar\u00fcber gef\u00fchrt werden, wer im Fall einer schweren D\u00fcrre noch wie viel Wasser bekommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Allerdings: Die Klimaerw\u00e4rmung bringt auch Schwierigkeiten mit sich, auf die die beiden G\u00e4rtner noch keine Antwort gefunden haben.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":382815,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[14024,14910,17296,3364,29,949,103421,597,598,870,30,36684,103419,41215,1563,5027,71,1029,53410,6759,38039,103418,24564,828,10328,859,66714,4747,6404,103417,12740,383,97986,25145,4106,103420],"class_list":{"0":"post-382814","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-pegel","9":"tag-artenvielfalt","10":"tag-bewaesserung","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-duerre","14":"tag-duerremonitor","15":"tag-forschung","16":"tag-garten","17":"tag-gemuese","18":"tag-germany","19":"tag-grundwasser","20":"tag-hydrologie","21":"tag-insekt","22":"tag-klima","23":"tag-kommune","24":"tag-leipzig","25":"tag-management","26":"tag-marienkaefer","27":"tag-mdr-wissen","28":"tag-modell","29":"tag-mulch","30":"tag-nutzung","31":"tag-preis","32":"tag-regen","33":"tag-sachsen","34":"tag-simulation","35":"tag-sonne","36":"tag-trockenheit","37":"tag-troepfchen","38":"tag-ufz","39":"tag-umwelt","40":"tag-verdunstung","41":"tag-wandel","42":"tag-wasser","43":"tag-zaunruebe"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115114220284677421","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/382814","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=382814"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/382814\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/382815"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=382814"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=382814"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=382814"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}