{"id":383025,"date":"2025-08-29T23:31:14","date_gmt":"2025-08-29T23:31:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/383025\/"},"modified":"2025-08-29T23:31:14","modified_gmt":"2025-08-29T23:31:14","slug":"syrien-angst-und-hass-nach-den-kaempfen-in-sweida","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/383025\/","title":{"rendered":"Syrien: Angst und Hass nach den K\u00e4mpfen in Sweida"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Im Schutz mannshoher Erdw\u00e4lle warten die Milizion\u00e4re auf den Konvoi. Der Kommandeur des Checkpoints tr\u00e4gt einen buschigen Schnurrbart, ein Milit\u00e4rhemd und Pluderhosen, die zur traditionellen Kleidung der drusischen Minderheit in Syrien geh\u00f6ren. Ein Mann im Rentneralter steht breitbeinig in olivgr\u00fcner Uniform am Stra\u00dfenrand, die H\u00e4nde auf den Lauf des Sturmgewehrs gelegt, das von seiner Schulter herunterh\u00e4ngt. Ein Jugendlicher in schwarzen R\u00f6hrenjeans und Muskelshirt hat sich an die mittelalterlich anmutende Schutzanlage gelehnt. Er be\u00e4ugt die Fahrzeuge, die sich im Schritttempo vorw\u00e4rtsschieben.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die W\u00e4lle wurden versetzt aufgesch\u00fcttet, sodass jeder, der ins drusische Sweida im S\u00fcden <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Syrien\" data-rtr-id=\"55e8c37fadf584c13e51eb1cf81df36595fa059c\" data-rtr-score=\"100.10945114644083\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/syrien\" title=\"Syrien\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Syriens<\/a> hineinwill, die Fahrt verlangsamen und enge Kurven fahren muss. Heute ist ein guter Tag, denn Lastwagen mit Hilfslieferungen kommen in die abgeriegelte Stadt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Seit gut einem Monat ist Sweida abgeschnitten vom Rest des Landes. Angst und Anspannungen liegen \u00fcber der Stadt. Es herrscht wenig Vertrauen in die br\u00fcchige Waffenruhe, die im vergangenen Monat nach blutigen Gefechten mit Regierungstruppen und Beduinenk\u00e4mpfern geschlossen wurde. \u201eDas hier ist nur eine Atempause. Es ist nicht vorbei\u201c, sagt ein Milizion\u00e4r mit der Statur eines Elitesoldaten, der sich grinsend als Abu Arab vorstellt.<\/p>\n<p>Ausgepl\u00fcnderte Geb\u00e4ude und zerschossene Autowracks<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Feinde stehen nicht weit vom bewehrten Ortseingang entfernt. Es sind nur wenige Minuten Autofahrt auf einer strapazierten Asphaltpiste. B\u00e4rtige K\u00e4mpfer, nicht alle in Regierungsuniform, bemannen dort den Checkpoint. Sie lassen kaum jemanden passieren. Auch die ausl\u00e4ndische Presse wird von hier ferngehalten. Seit gut vier Wochen, sagen die drusischen Milizion\u00e4re am Ortseingang von Sweida, sei kein ausl\u00e4ndischer Reporter hier gewesen. Die Einwohner sprechen von einer Belagerung durch die Regierung ihres eigenen Landes.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Kr\u00e4fte der F\u00fchrung in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Damaskus\" data-rtr-id=\"ba3e4447bca01e62def26a52a98f7b6381329437\" data-rtr-score=\"12.320444195893584\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/damaskus\" title=\"Damaskus\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Damaskus<\/a> kontrollieren das Umland von Sweida. Die drusischen D\u00f6rfer dort sind unbewohnbar. Der Weg nach Sweida f\u00fchrt durch eine menschenleere Gegend, vorbei an verkohlten, ausgepl\u00fcnderten Geb\u00e4uden und zerschossenen Autowracks. Alle paar Kilometer haben die Regierungstruppen Checkpoints eingerichtet, Bewaffnete sitzen an den Tischen, auf Sofas und Betten, die sie aus den verlassenen H\u00e4usern geschafft haben.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Einwohner von Sweida sind nicht nur in ihrer Stadt gefangen. Sie m\u00fcssen sich eine tagelange Gewaltorgie aus den Gliedern sch\u00fctteln, die sie bis ins Mark getroffen hat. Im Juli war zuerst ein Konflikt mit Beduinen aus dem Umland eskaliert. Auf eine Welle gegenseitiger Entf\u00fchrungen folgten blutige Gefechte. Die Regierung setzte Truppen in Marsch, um dem Morden ein Ende zu setzen. Sie wollte aber zugleich die Gelegenheit nutzen, Sweida unter ihre Herrschaft zu bringen. M\u00e4chtige drusische Notabeln hatten sich dort \u00fcber Monate den Forderungen aus Damaskus versperrt, ihre Milizen zu entwaffnen und die Kontrolle \u00fcber ihre Stadt abzugeben. Sie misstrauten den neuen islamistischen Machthabern von Anfang an.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das Kalk\u00fcl der F\u00fchrung unter Pr\u00e4sident Ahmad Al-Scharaa ging nicht auf. Drusische Milizen leisteten erbitterte Gegenwehr. Sweida versank in Chaos und Gewalt. Die Verteidiger stellten unerfahrenen Rekruten der Regierungstruppen einen blutigen Hinterhalt. Drusische Milizion\u00e4re f\u00fchrten Gefangene halb nackt in den Stra\u00dfen vor. Regierungstruppen dem\u00fctigten alte drusische Herren, indem sie ihnen die B\u00e4rte schoren, die als heilig gelten. Beduinenk\u00e4mpfer und Milizen unter dem Banner der Regierung ermordeten Zivilisten, vergewaltigten, pl\u00fcnderten, steckten H\u00e4user in Brand.<\/p>\n<p>\u201eWir haben nicht gewagt, uns zu r\u00fchren\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eAls sie in unsere Stra\u00dfe kamen, sind wir von Haus zu Haus geflohen, von Keller zu Keller\u201c, sagt ein Ladenbesitzer in Sweida. \u201eAls es vorbei war, lagen die Leichen meiner Nachbarn auf der Stra\u00dfe.\u201c Auch andere Einwohner berichten, wie sie sich in ihren H\u00e4usern verbergen mussten, w\u00e4hrend sie drau\u00dfen Sch\u00fcsse h\u00f6rten und dann den dumpfen Aufprall ihrer ermordeten Nachbarn auf dem Asphalt. Augenzeugen erz\u00e4hlen, wie ein Lieferwagen voller Zivilisten beschossen wurde, sich \u00fcberschlug und dann die Toten aus der aufgerissenen T\u00fcr gekippt wurden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Die K\u00e4mpfe haben Spuren hinterlassen: Zerst\u00f6rungen am Omran-Kreisverkehr in Sweida\" height=\"2250\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/die-kaempfe-haben-spuren.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Die K\u00e4mpfe haben Spuren hinterlassen: Zerst\u00f6rungen am Omran-Kreisverkehr in SweidaChristoph Ehrhardt<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Eine Anw\u00e4ltin in Sweida sammelt Informationen \u00fcber Frauen, die vergewaltigt und anschlie\u00dfend ermordet wurden. \u201eDie M\u00e4nner haben dabei gerufen, das geschehe im Namen Gottes\u201c, sagt sie. Ihre Berichte gleichen denen von Mitarbeitern einer \u00f6rtlichen Hilfsorganisation. \u201eIch selbst habe mit meiner Familie tagelang ohne Essen und Wasser ausgeharrt\u201c, sagt die Anw\u00e4ltin, die wie so viele andere in der Stadt nicht will, dass ihr Name ver\u00f6ffentlicht wird. \u201eIm Nebenhaus haben wir ihre Stimmen geh\u00f6rt. Wir haben nicht gewagt, uns zu r\u00fchren.\u201c Nachts h\u00e4tten sie sich unter Decken verborgen, wenn sie ihre Mobiltelefone nutzten, damit sie das Licht des Displays nicht verriet.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Drusenmilizen konnten sich milit\u00e4risch behaupten. Sie hatten einen m\u00e4chtigen Verb\u00fcndeten: Israel hat sich zu ihrer Schutzmacht erkl\u00e4rt, will die Truppen der Regierung aus dem s\u00fcdlichen Grenzgebiet fernhalten. Die Luftwaffe leistete w\u00e4hrend der Schlacht um Sweida \u00fcberlebenswichtige Unterst\u00fctzung. Drohnen und Kampfflugzeuge nahmen die Angreifer ins Visier. Die israelische Luftwaffe bombardierte sogar symboltr\u00e4chtige Ziele wie das Verteidigungsministerium, um eine Botschaft an Scharaa auszusenden. Nach Erhebungen von Vermittlern wurden im Zuge der K\u00e4mpfe insgesamt etwa 2500 Menschen get\u00f6tet, 1500 Drusen, die meisten von ihnen Zivilisten, 1000 Beduinen, die meisten von ihnen K\u00e4mpfer. Der Schock \u00fcber das Blutvergie\u00dfen hat sich noch nicht verzogen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die \u00dcberlebenden leiden zugleich unter der wirtschaftlichen Not, die mit der Blockade einhergeht. Die Stra\u00dfen sind deutlich leerer als vor den K\u00e4mpfen, kaum jemand verl\u00e4sst am sp\u00e4ten Nachmittag noch das Haus. Es gibt nur wenige Stunden Strom am Tag. Es herrscht Mangel an Treibstoff. Lebensmittel und Medikamente kommen nur sp\u00e4rlich in die Stadt. Die Leute klagen \u00fcber Geldnot, weil es keine Arbeit gebe. In den Schulen werden Vertriebene aus dem verheerten Umland untergebracht, die nicht wissen, wann sie wieder nach Hause k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eWie sollen wir das jemals vergessen?\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das Belagerungsgef\u00fchl hat Solidarit\u00e4t erzeugt. Aber es hat sich auch eine misstrauische Wagenburgmentalit\u00e4t in Sweida ausgebreitet, in der Ger\u00fcchte schnell zu vermeintlichen Gewissheiten werden. Weil vor einiger Zeit eine der seltenen Hilfslieferungen in halb leeren Lastwagen gebracht wurde, steht der Vorwurf im Raum, der Rote Halbmond zweige G\u00fcter ab. Tats\u00e4chlich, so hei\u00dft es aus einer Quelle, die mit Vermittlungen zwischen den Konfliktparteien befasst ist, m\u00fcssen die Helfer auch vertriebene Beduinen versorgen, damit gew\u00e4hrleistet ist, dass die Konvois sicher an ihr Ziel kommen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Sweida ist eine schw\u00e4rende Wunde, die ganz Syrien mit Hass und Misstrauen infiziert. Die Kraftprobe befeuert Angst unter den Minderheiten, die sich von den islamistischen neuen Machthabern ebenfalls bedroht f\u00fchlen. In der sunnitischen Bev\u00f6lkerungsmehrheit sch\u00fcrt das nach Jahrzehnten der Unterdr\u00fcckung Frustration dar\u00fcber, dass Drusen, Kurden oder Alawiten die neuen Machtverh\u00e4ltnisse im Land nicht akzeptieren und der Regierung nicht gehorchen. Im Zuge der Schlacht um Sweida hatten sich Tausende K\u00e4mpfer in Konvois zu spontanen Heeresz\u00fcgen in Marsch gesetzt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">In Sweida kann es lange dauern, bis sich die Wunden der vergangenen Wochen wieder schlie\u00dfen. \u201eWie sollen wir das jemals vergessen?\u201c, fragt die Anw\u00e4ltin. Eine Studentin, die eigentlich an der Universit\u00e4t in Daraa studiert, berichtet von zerbrochenen Freundschaften, weil sich einige ihrer Kommilitonen dem Sturm auf Sweida angeschlossen hatten. \u201eNiemals werden wir der Regierung in Damaskus wieder vertrauen k\u00f6nnen\u201c, sagt der Ladenbesitzer, dessen Kunden laut zustimmen. \u201eSie muss fallen!\u201c Gr\u00f6\u00dfer ist nur sein Hass auf die beduinischen Nachbarn. Wie viele andere in Sweida berichtet der Ladenbesitzer, Beduinenk\u00e4mpfer h\u00e4tten den marodierenden Islamisten der Regierungstruppen als Stadtf\u00fchrer gedient. \u201eWie soll es jemals Frieden geben \u2013 sie sollen woanders hingehen\u201c, sagt er. \u201eDas sind keine Menschen, das sind Wilde!\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Und wie viele andere in Sweida ist der Mann den Israelis dankbar. \u201eWenn mein Leben in Gefahr ist, w\u00fcrde ich sogar die Hilfe des Teufels annehmen\u201c, sagt er. Die israelische Flagge, eigentlich ein Tabu in Syrien, ist Teil des Stra\u00dfenbildes. Sie weht neben einer drusischen Flagge auf dem zentralen Marktplatz. Sie ist auf die Ladefl\u00e4che von Pritschenwagen aufgepflanzt. Sie wird bei Protesten gegen die Regierung in Damaskus geschwenkt.<\/p>\n<p>Die Fronten sind verh\u00e4rtet<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das best\u00e4rkt den Glauben auf der anderen Seite, gegen sektiererische Vaterlandsverr\u00e4ter und Kollaborateure zu k\u00e4mpfen, die das Land an die ausl\u00e4ndischen Feinde verkaufen. Einer der M\u00e4nner in schwarzer Regierungsuniform gibt eine einfache Antwort auf die Frage, warum er sich als Freiwilliger in die Schlacht um Sweida geworfen hat: \u201eDschihad.\u201c F\u00fcr wen? \u201eF\u00fcr Gott und f\u00fcr Syrien.\u201c Er nennt sich Abu Riah, Vater des Windes, weil er als Kind so schnell laufen konnte. Es ist ein einfacher Mann mit einem entsprechenden Weltbild: In Sweida hat sich in seinen Augen alles B\u00f6se versammelt, das dem Land schaden will. \u201eAlle, die gegen uns sind, sind in Sweida\u201c, sagt er. \u201eDie Regierung h\u00e4tte das Problem milit\u00e4risch l\u00f6sen sollen. Zwei Stunden und alles w\u00e4re vorbei gewesen.\u201c F\u00fcr Abu Riah haben die Drusen in Sweida nur eine Wahl: Unterwerfung.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Fronten sind verh\u00e4rtet. Ein friedlicher Ausweg aus der Sweida-Krise scheint derzeit in weiter Ferne zu liegen. Die gro\u00dfe Zahl der Toten \u00fcbersteigt die traditionellen M\u00f6glichkeiten, den Konflikt zwischen Drusen und Beduinen beizulegen. \u201eSeit Jahrhunderten haben sie sich immer wieder bekriegt. Aber die Totenzahlen fallen v\u00f6llig aus dem Rahmen\u201c, sagt ein Mittelsmann. Beduinische F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten haben zwar vers\u00f6hnliche Signale ausgesandt, aber die drusischen Anf\u00fchrer in Sweida sind derzeit ebenso unvers\u00f6hnlich wie die Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">In diesen Tagen gebietet ein Mann unangefochten \u00fcber die Stadt. Scheich Hikmat al-Hidschri, ein wichtiger spiritueller F\u00fchrer der Drusen, der im Zuge der Gewalt zum alleinigen starken Mann aufgestiegen ist. \u201eDie Leute in Sweida k\u00f6nnen selbst f\u00fcr ihre Sicherheit sorgen\u201c, hatte er w\u00e4hrend eines Treffens im Januar erkl\u00e4rt. Heute schweigt er gegen\u00fcber der Presse. In den vergangenen Monaten hatte sich Hidschri mit scharfen, oft schrillen T\u00f6nen als regierungsfeindlicher Wortf\u00fchrer positioniert.<\/p>\n<p>Sezessionssehns\u00fcchte<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Kritiker des Scheichs in Sweida, die der Regierung entgegenkommen wollten, sind nach dem Morden und Pl\u00fcndern verstummt. Zum einen weil Hidschri und seine Milizen die Stadt fest im Griff haben. Zum anderen weil es angesichts der Stimmung kaum opportun w\u00e4re. Hidschri habe vielleicht gesehen, was andere nicht gesehen haben, sagt ein \u00f6rtlicher Journalist. Au\u00dfenstehende, auch Drusen, sagen, der Anf\u00fchrer von Sweida habe mit seinem konfrontativen Verhalten erheblich dazu beigetragen, dass sich seine d\u00fcsteren Prophezeiungen erf\u00fcllen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Hidschri beharre noch immer auf unrealistischen Positionen, hei\u00dft es aus Vermittlerkreisen. Er wolle Sweida mit israelischer Unterst\u00fctzung unabh\u00e4ngig von Syrien machen, lasse nicht einmal die Mitarbeiter der staatlichen Elektrizit\u00e4tsgesellschaft oder Hilfslieferungen unter dem Banner der Regierung in die Stadt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Auch mit seinen Sezessionssehns\u00fcchten steht der Scheich nicht allein in Sweida. An einem Kreisverkehr, der flankiert ist von zerschossenen, verkohlten Wohnh\u00e4usern und einem ausgebrannten Schnapsladen, h\u00e4lt ein Minibus, um Fahrg\u00e4ste aussteigen zu lassen. Der Fahrer kurbelt die Scheibe herunter, reckt den Kopf aus dem Fenster und br\u00fcllt: \u201eHerzlich willkommen im Staat der Drusen!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Schutz mannshoher Erdw\u00e4lle warten die Milizion\u00e4re auf den Konvoi. 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