{"id":383492,"date":"2025-08-30T03:56:16","date_gmt":"2025-08-30T03:56:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/383492\/"},"modified":"2025-08-30T03:56:16","modified_gmt":"2025-08-30T03:56:16","slug":"ein-spektakulaerer-politischer-mord-vor-800-jahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/383492\/","title":{"rendered":"Ein spektakul\u00e4rer politischer Mord vor 800 Jahren"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eEs war ein kalter Novembertag im Jahr des Herrn 1225. Ein feuchter Wind fegte durch das Bergische Land und in den W\u00e4ldern raschelte das Laub wie das Fl\u00fcstern einer kommenden Schuld.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">So unheimlich und d\u00fcster beginnt ein kurzer Videobeitrag (Youtube: Beyenburg Kurier) einer Andacht von Bruder Dirk, M\u00f6nch im Kloster Beyenburg, \u00fcber die Ermordung von Engelbert, Erzbischof von K\u00f6ln und Stellvertreter des Deutschen Kaisers Friedrich II. \u201eEr war der zweitm\u00e4chtigste Mann im Reich\u201c, betont Bruder Dirk. \u201eDiese Geschichte ist im Laufe der Zeit untergegangen\u201c, bedauert er. Daher will er sie wieder ins \u00f6ffentliche Bewusstsein holen. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Geboren wurde Engelbert 1185 oder 1186 auf Schloss Burg. Sein \u00e4lterer Bruder \u00fcbernahm nach dem Tod des Vaters die Grafschaft, Engelbert schlug als Zweitgeborener eine Karriere als Geistlicher ein. Schon fr\u00fch hatte er hohe geistliche \u00c4mter in K\u00f6ln, 1217, mit 32 oder 33 Jahren, wurde er Erzbischof von K\u00f6ln.<\/p>\n<p>Sein Vetter lauert ihm in einem Hohlweg auf      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">2018 starb sein Bruder. Im Streit um die Nachfolge setzte sich Engelbert durch. Er begann einen Ausbau von Schloss Burg. Au\u00dferdem hatte er enge Verbindungen zu Kaiser Friedrich II., wurde von diesem 1220 zum Reichsverweser, also Vertreter des Kaisers in dessen Abwesenheit, ernannt. Als so m\u00e4chtiger Mann geriet er mit anderen in Konflikt, was in seiner Ermordung endete.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bruder Dirk ist fasziniert, dass ein Ereignis von dieser Bedeutung ganz in der N\u00e4he Wuppertals passiert ist \u2013 und auch eine Ber\u00fchrung mit Wuppertal-Beyenburg hat: Geschehen ist der Mord in einem Hohlweg auf dem heutigen Stadtgebiet von Gevelsberg. Als Engelbert am 7. November 1225 auf dem Weg von Soest nach K\u00f6ln ist, kommt er dort vorbei und ger\u00e4t in einen Hinterhalt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Sein Vetter Friedrich von Isenberg lauert ihm mit mehreren M\u00e4nnern auf. Denn mit ihm und weiteren Adeligen lag Engelbert im Streit. Dabei ging es um die weltliche Verwaltung von Kl\u00f6stern und Stiften, etwa des Damenstifts in Essen. Die Verwaltung lag in der Hand des Adels, was ihnen auch Einnahmen brachte. Engelbert versuchte dessen Macht einzuschr\u00e4nken, weil sie die Untertanen dabei zu sehr ausnutzten. Bruder Dirk sagt: \u201eEr hat die Kl\u00f6ster besch\u00fctzt.\u201c Bei einem gro\u00dfen Treffen in Soest hat Engelbert versucht, eine Einigung mit den Adeligen zu erreichen, was aber scheitert. Daraufhin fassen Friedrich von Isenberg und weitere Adelige den Entschluss zum \u00dcberfall: Sie greifen Engelbert in dem Hohlweg an, dessen Begleiter fliehen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Der Erzbischof wurde so schwer verletzt, dass er starb. Ob das so beabsichtigt war, ist umstritten, m\u00f6glicherweise sollte er nur entf\u00fchrt werden. Moderne Untersuchungen an den erhaltenen Knochen Engelberts erbrachten 47 Verletzungen, die die Knochen erreichten.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Seine Begleiter kamen sp\u00e4ter zur\u00fcck, nahmen den Leichnam mit. Sie trugen ihn zun\u00e4chst nach Schwelm, wo er eine Nacht aufgebahrt wurde. Die n\u00e4chste Station war Beyenburg, wo sie eine Rast einlegten. Weiter f\u00fchrte der Weg zu Schloss Burg. Dort lie\u00df man die Leute mit seinem Leichnam nicht ein \u2013 Engelbert habe nach seinem Tod kein Recht dazu mehr.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Engelberts Leichnam wurde in den Altenberger Dom gebracht, dann nach K\u00f6ln, wo bis heute die Gebeine in einem Schrein aufbewahrt werden. Sein Herz blieb als Reliquie im Altenberger Dom, andere K\u00f6rperglieder sind ebenfalls als Reliquien in verschiedenen Kirchen erhalten.<\/p>\n<p>Um die Person Engelberts bildeten sich Legenden      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nach der Ermordung Engelberts ist Friedrich von Isenberg geflohen, wurde aber 1226 gefunden und in K\u00f6ln f\u00fcr die Ermordung Engelberts ger\u00e4dert, das hei\u00dft \u00f6ffentlich brutal hingerichtet. Seine Besitzungen, darunter die Burg Isenberg bei Hattingen, wurden zerst\u00f6rt. Verwandten wurden ihre \u00c4mter genommen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Um die Person Engelbert bildeten sich Legenden. So soll ein Mann, der seinen Leichnam bewachte, von seinem hinkenden Bein geheilt worden sein. Mehrere Personen sollen an der Stelle seiner Ermordung brennende Kerzen gesehen haben, die nicht durch Wind oder Regen gel\u00f6scht wurden. Der mittelalterliche Dichter Walther von der Vogelweide hat ein Lied \u00fcber Engelberts Tod geschrieben, Annette von Droste-H\u00fclshoff schrieb eine Ballade. Obwohl nicht offiziell anerkannt, wird Engelbert heute als Heiliger verehrt, sein Gedenktag ist sein Todestag, der 7. November. An der Stelle seiner Ermordung wurde ein Kloster gegr\u00fcndet, das wiederum Keimzelle der Stadt Gevelsberg wurde.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Stadt Gevelsberg begeht den 800. Jahrestag von Engelberts Tod ausf\u00fchrlich unter dem Motto \u201eMord verj\u00e4hrt nicht\u201c mit Vortr\u00e4gen, Gottesdiensten, einer wissenschaftlichen Tagung, einem mittelalterlichen Engelbertmarkt am 7. und 8. November und einem Musical. (Mehr Infos auf gevelsberg.de). <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bruder Dirk arbeitet mit dem Fotografen und Filmemacher Edvard Lasic an einem Buch \u00fcber Engelbert. In dem knapp 50-seitigen Werk mit vielen Bildern erz\u00e4hlen sie sein Leben. Das Buch soll in einigen Wochen im Pfarrb\u00fcro und im Kloster in Beyenburg erh\u00e4ltlich sein. Die Gemeinde St. Maria Magdalena in Beyenburg plant zudem eine Wallfahrt zum Reliquienschrein im K\u00f6lner Dom.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eEs war ein kalter Novembertag im Jahr des Herrn 1225. 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