{"id":383646,"date":"2025-08-30T05:22:09","date_gmt":"2025-08-30T05:22:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/383646\/"},"modified":"2025-08-30T05:22:09","modified_gmt":"2025-08-30T05:22:09","slug":"niedrige-getreidepreise-sind-importe-aus-der-ukraine-schuld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/383646\/","title":{"rendered":"Niedrige Getreidepreise: Sind Importe aus der Ukraine schuld?"},"content":{"rendered":"<p>Rund 180 Euro pro Tonne f\u00fcr Qualit\u00e4tsweizen, das sei zu wenig, beklagte Bauernverbandspr\u00e4sident Joachim Rukwied bei der Vorstellung der Erntebilanz 2025: &#8222;Wirtschaftlicher Getreideanbau ist bei diesen Preisen schlichtweg nicht mehr m\u00f6glich.&#8220; Manche Landwirte sehen einen Schuldigen: die Ukraine. Die sozialen Medien sind voll von Kommentaren: &#8222;Billiger Weizen kommt aus der Ukraine, deutscher Qualit\u00e4tsweizen landet in der Biogasanlage.&#8220;  Oder: &#8222;Wir importieren vergiftetes ukrainisches Getreide!&#8220; <\/p>\n<p>Getreidepreise sind Weltmarktpreise<\/p>\n<p>Tatsache ist, so Bauernverband, Bundeslandwirtschaftsministerium, M\u00fchlenverband oder der <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/wirtschaft\/baywa-in-der-krise-chancen-und-risiken-fuer-anleger,Uv976CN?UTM_Name=Web-Share&amp;UTM_Medium=Link&amp;UTM_Source=Link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Agrarh\u00e4ndler BayWa<\/a>: Getreidepreise sind Weltmarktpreise und orientieren sich an den gro\u00dfen B\u00f6rsen in Paris und Chicago. &#8222;Ist die Versorgung mit Getreide weltweit gut &#8211; wie aktuell der Fall &#8211; ist der Preis niedrig. Egal woher das Getreide stammt&#8220;, so Anne-Kristin Barth vom Verband der Getreide- und M\u00fchlenwirtschaft. <\/p>\n<p>&#8222;Russland geht mit Kampfpreisen auf den Weltmarkt&#8220;<\/p>\n<p>Die Ukraine sei schon immer ein gro\u00dfer Player auf dem Weltmarkt gewesen, die gr\u00f6\u00dften Weizenexporteure aber seien Russland und die USA, best\u00e4tigen alle Marktexperten.  Bauernverbandspr\u00e4sident Rukwied beschuldigt Russland, mit &#8222;Kampfpreisen&#8220; auf den Weltmarkt zu gehen und den Weizenpreis als &#8222;politische Waffe&#8220; einzusetzen: &#8222;Russland hat zwei gro\u00dfe Ernten eingefahren. Die platzieren sie am Weltmarkt und den M\u00e4rkten, die urspr\u00fcnglich auch die Ukraine traditionell beliefert hat, wie Nordafrika oder der Nahe Osten.&#8220; <\/p>\n<p>Ministerium: Keine &#8222;\u00dcberschwemmung&#8220; des Marktes<\/p>\n<p>Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums gibt es keinen Zusammenhang zwischen ukrainischen Getreideimporten und niedrigen Preisen in Deutschland. Bereits vor Beginn des Krieges war die EU der gr\u00f6\u00dfte Importeur ukrainischer Agrarwaren. Die Hauptabnehmer h\u00e4tten sich in den letzten f\u00fcnf Jahren nicht ge\u00e4ndert und seien weiterhin Spanien, die Niederlande, Polen und Italien. Die Ukraine exportiere zudem wieder vermehrt in Drittstaaten. &#8222;In Deutschland macht ukrainischer Weizen nur einen Anteil von 1,8 Prozent an den Gesamtimporten aus. Von einer &#8218;\u00dcberschwemmung&#8216; unseres Marktes kann nicht die Rede sein&#8220;, so ein Ministeriumssprecher.<\/p>\n<p>Ukrainischer Weizen f\u00fcr M\u00fchlen nicht geeignet<\/p>\n<p>Auch Anne-Kristin Barth vom Verband der Getreide- und M\u00fchlenwirtschaft sagt: &#8222;Solche Behauptungen h\u00f6ren wir immer wieder, sie sind aus unserer Sicht Fake News.&#8220; 95 Prozent des Getreides in den deutschen M\u00fchlen stammten aus Deutschland. Der Rest aus Frankreich, \u00d6sterreich, Polen und Tschechien &#8211; L\u00e4ndern, die grenznahe deutsche M\u00fchlen regional versorgen k\u00f6nnten. &#8222;F\u00fcr deutsche M\u00fchlen spielt ukrainisches Getreide keine Rolle. Es ist weder g\u00fcnstiger noch bez\u00fcglich der Qualit\u00e4tsstandards (zum Beispiel durch Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die in der EU nicht erlaubt sind) f\u00fcr die M\u00fcllerei geeignet&#8220;, so Barth.<\/p>\n<p>Nicht alle Zahlen werden erfasst<\/p>\n<p>Dennoch sei das ganze Thema schwierig zu fassen, erkl\u00e4rt Petra Kubitza von der Bayerischen Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft. 2024 wurden in Bayern 3,3 Millionen Tonnen Getreide geerntet, rund 10.000 Tonnen Weizen wurden direkt aus der Ukraine eingef\u00fchrt. Es werde aber nicht erfasst, wie viel ukrainisches Getreide aus anderen Bundesl\u00e4ndern nach Bayern k\u00e4me oder in Importen beispielsweise aus Polen enthalten sei. Gegen eine \u201e\u00dcberflutung\u201c heimischer M\u00e4rkte spr\u00e4chen aber hohe Transportkosten, fehlende Infrastruktur und oft ungewisse Qualit\u00e4ten.<\/p>\n<p>EU hat wieder Z\u00f6lle eingef\u00fchrt<\/p>\n<p>Seit 6. Juni 2025 gelten <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/eu-erhebt-wieder-zoelle-fuer-agrarprodukte-aus-der-ukraine,U7ZYFLS?UTM_Name=Web-Share&amp;UTM_Medium=Link&amp;UTM_Source=Link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wieder Z\u00f6lle f\u00fcr ukrainische Agrarimporte in die EU<\/a>. Die waren nach dem Angriff Russlands im Juni 2022 ausgesetzt worden, um die Ukraine zu unterst\u00fctzen, nachdem Russland die traditionellen Schwarzmeer-Schiffswege blockiert hatte. Seit Juni verhandelt nun die EU mit der Ukraine \u00fcber ein Freihandelsabkommen, mit Hinblick auf einen m\u00f6glichen EU-Beitritt. Die Ukraine will sich in diesem Abkommen verpflichten, schrittweise EU-Produktionsstandards zu \u00fcbernehmen. Wann das Abkommen in Kraft tritt, ist noch unklar. &#8222;Es wird intensiv an einer Einigung gearbeitet&#8220;, so eine Sprecherin der EU-Kommission. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Rund 180 Euro pro Tonne f\u00fcr Qualit\u00e4tsweizen, das sei zu wenig, beklagte Bauernverbandspr\u00e4sident Joachim Rukwied bei der Vorstellung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":383647,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,548,614,103630,13,31709,14,15,12,317,53914,211],"class_list":{"0":"post-383646","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-freihandelsabkommen","12":"tag-getreidepreise","13":"tag-headlines","14":"tag-landwirtschaft-umwelt","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-ukraine","19":"tag-weizen","20":"tag-zoelle"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115116044879172254","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/383646","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=383646"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/383646\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/383647"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=383646"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=383646"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=383646"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}