{"id":383985,"date":"2025-08-30T08:35:10","date_gmt":"2025-08-30T08:35:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/383985\/"},"modified":"2025-08-30T08:35:10","modified_gmt":"2025-08-30T08:35:10","slug":"damit-wir-ihre-namen-nicht-vergessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/383985\/","title":{"rendered":"Damit wir ihre Namen nicht vergessen"},"content":{"rendered":"<ol class=\"id-DonaldBreadcrumb lp_west_breadcrumb id-DonaldBreadcrumb--default\" data-k5a-pos=\"west_breadcrumb\">\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fnp.de\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"1_startseite\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Startseite<\/a><\/li>\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fnp.de\/frankfurt\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"2_frankfurt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frankfurt<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"id-Story-timestamp id-Story-timestamp--default\">Stand: 30.08.2025, 10:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"id-Story-authors id-Story-authors--default\">Von: <a class=\"id-Story-authors-link lp_west_author\" href=\"https:\/\/www.fnp.de\/autor\/enrico-sauda-n8ie1mix7.html\" title=\"Zur Autorenseite von Enrico Sauda\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" author-link=\"\" sauda=\"\" data-k5a-pos=\"west_author\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Enrico Sauda<\/a><\/p>\n<p class=\"id-Story-interactionBar id-Story-interactionBar--default\">DruckenTeilen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/39503150-marcin-wierzchowski-hat-einen-film-ueber-die-neun-opfer-des-hanauer-anschlags-vom-19-2020-g.jpeg\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\"   height=\"619\" width=\"1100\" alt=\"Marcin Wierzchowski hat einen Film &#xFC;ber die neun Opfer des Hanauer Anschlags vom 19.2.2020 gedreht - &#x201E;Das deutsche Volk&#x201C;\"\/>Marcin Wierzchowski steht vor dem Gedenk-Graffito f\u00fcr die Opfer des Hanau-Anschlags unter der Friedensbr\u00fccke. Er hat einen Film \u00fcber die neun Opfer  vom 19.2.2020 gedreht. Er tr\u00e4gt den Titel \u201eDas deutsche Volk\u201c \u00a9\u00a0Enrico Sauda\/Enrico Sauda<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-leadText\">Frankfurter Filmemacher bringt n\u00e4chste Woche neuen Streifen heraus<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Frankfurt. Der Frankfurter Filmemacher Marcin Wierzchowski ist schwer besch\u00e4ftigt. Sein Film \u201eDas Deutsche Volk\u201c kommt n\u00e4chste Woche bundesweit in die Kinos. Aber der Mann, Jahrgang 1984, gibt Interviews, trifft sich mit Journalisten, ist viel unterwegs f\u00fcr seinen Film, der unter anderem am Samstag, 6. September, um 17 Uhr im \u201eMal seh\u2019n\u201c-Kino an der Adlerflychtstra\u00dfe gezeigt wird \u2013 und Wierzchowski ist dabei. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">\u201eDer erste Termin, bei dem der Regisseurmit von der Partie ist, ist am Sonntag, 31. August, in Hanau. Zum ersten Mal au\u00dferhalb der Festivals\u201c, sagt Wierzchowski, der im Fr\u00fchjahr beim Lichter-Filmfest in den ehemaligen E-Kinos f\u00fcr \u201eDas Deutsche Volk\u201c gleich zwei Preise erhielt \u2013 den regionalen Langfilmpreis und den Jurypreis der Evangelischen Filmarbeit. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Es geht um den 19. Februar und die Morde von Hanau: Die Familien erz\u00e4hlen von ihrem Leid, ihrer Wut und ihrer Ohnmacht gegen\u00fcber einem System, das jegliche Verantwortung scheut und eine Mitschuld ablehnt. Er begleitet die Angeh\u00f6rigen und \u00dcberlebenden in ihren Hanauer Wohnungen, an Grabst\u00e4tten und in politische Aussch\u00fcsse. Er dokumentiert ihre Forderungen nach einer kritischen Aufarbeitung des Anschlags und h\u00e4lt ihre Bestrebungen um eine lebendige Erinnerungskultur fest. In ihrem Kampf gegen politische Beschwichtigungsversuche beweisen sie Resilienz und St\u00e4rke. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Zu den Betroffenen hat Wierzchowski noch Kontakt, \u201esie werden auch bei der Kinotour dabei sein\u201c. Und er macht auf eins aufmerksam: \u201eAlles, was wir an Fehlern und Vers\u00e4umnissen wissen, haben Angeh\u00f6rige, Journalisten und die Initiative ,19. Februar\u2018 herausgefunden.\u201c Es habe keine Pressekonferenz nach dem Anschlag gegeben. Die Leichen seien von den Beh\u00f6rden beschlagnahmt worden. Eine Woche lang sei nicht gesagt worden, wo sie sich befinden. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">\u201eDas Deutsche Volk\u201c habe er gedreht, \u201ezum einen wegen meiner eigenen Biografie. Ich bin Pole und kenne die deutsch-polnische Geschichte und diese Frage hat mich immer schon bewegt\u201c, sagt er. Auch die NSU-Morde spielten eine Rolle, dann der Mord an Walter L\u00fcbcke und der Anschlag in Halle. \u201eDas war zu einer Zeit, in der die AfD relativ stark wurde \u2013 und es sind Themen, f\u00fcr die ich mich schon lange interessierte. Und dann gibt es diese Katastrophe so nah dran\u201c, sagt er. \u201eMir war sofort klar, dass ich das dokumentieren muss.\u201c  Also verbrachte er sehr viel Zeit in Hanau, \u201edas erste Jahr war ich fast t\u00e4glich da und das war alles sehr intensiv\u201c. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Entstanden sei ein \u201eemotionaler Film\u201c, findet Wierzchowski. \u201eIch wollte nichts bewerten, sondern zeigen, wie es ist. Nat\u00fcrlich treffe ich im Schnitt eine Auswahl, aber ich habe versucht, das aufeinandertreffen zweier Welten zu zeigen: Menschen ohne akademischen Abschluss, die ihr Kind verloren haben aus rassistischen Gr\u00fcnden, treffen auf Berufspolitiker. Was geschieht in solchen Momenten\u201c, das wollte er wissen. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Er ist mit der Kamera aber nicht \u00fcberall dabei \u2013 \u201ewir sehen keine extreme Trauer, selten weinende Menschen und wir k\u00f6nnen auch nur ahnen, was zuhause passiert\u201c. Wenn er merkte, das w\u00fcrde zu viel, hielt er sich zur\u00fcck. \u201eEs gibt auch Momente, in denen die Wut herauskommt. Und die m\u00fcssen auch gezeigt werden\u201c, sagt Wierchowski, der \u201eDas deutsche Volk\u201c, der auch im Fernsehen laufen wird, in schwarz-wei\u00df gedreht hat. \u201eWeil es eine Konzentration schafft, der Hintergrund verschwindet und du kannst dich auf die Figuren fokussieren. So haben wir ihn universell gemacht.\u201c <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Auch den Titel habe er mit Bedacht gew\u00e4hlt. \u201eDer T\u00e4ter hat sich die Frage gestellt, wen er als dem deutschen Volk zugeh\u00f6rig empfindet und wen nicht. Den bringt er dann um. Und ich stelle mir die Frage im Film: \u201eWer ist eigentlich das deutsche Volk? Wer geh\u00f6rt dazu?\u201c Die beantwortet er nicht. \u201eIst es \u00fcberhaupt erstrebenswert? Ich f\u00fchle mich als Pole\u201c, sagt Wierzchowski, der seit vier Jahrzehnten in Deutschland ist. \u201eAber wer entscheidet das \u00fcberhaupt \u2013 ich, die anderen?\u201c Zurzeit ist er wieder im Schnittraum und arbeitet an einem Film \u00fcber den Brasilianischen Ex-Pr\u00e4sidenten <strong>Jair Bolsonaro<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Startseite Frankfurt Stand: 30.08.2025, 10:00 Uhr Von: Enrico Sauda DruckenTeilen Marcin Wierzchowski steht vor dem Gedenk-Graffito f\u00fcr die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":383986,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1829],"tags":[29,2050,2051,30,2052],"class_list":{"0":"post-383985","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankfurt-am-main","8":"tag-deutschland","9":"tag-frankfurt","10":"tag-frankfurt-am-main","11":"tag-germany","12":"tag-hessen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115116803707986419","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/383985","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=383985"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/383985\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/383986"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=383985"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=383985"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=383985"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}