{"id":384160,"date":"2025-08-30T10:11:10","date_gmt":"2025-08-30T10:11:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/384160\/"},"modified":"2025-08-30T10:11:10","modified_gmt":"2025-08-30T10:11:10","slug":"gott-die-welt-rammstein-und-ein-kind-roman-von-ditte-clemens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/384160\/","title":{"rendered":"Gott, die Welt, Rammstein und ein Kind \u2013 Roman von Ditte Clemens"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Von Ditte Clemens ist ein neues Buch erschienen. Die G\u00fcstrowerin, Jahrgang 1952, w\u00e4hlte \u201eGott, die Welt, Rammstein und ein Kind\u201c als Titel. Im Mittelpunkt steht Julia, eine junge Frau, die in einer Krise ist. Ein \u201eRammstein\u201c-Konzert holt sie da raus. Sie wird Fan des \u201eRammstein\u201c-S\u00e4ngers Till Lindemann. Mit ihrer Tante spricht sie \u00fcber Gott und die Welt und eben die Metallband \u201eRammstein\u201c. Zu dieser Band hat auch die Tante eine Beziehung. Sie war in den Vater von Till Lindemann verliebt. Am Ende gibt es noch eine \u00dcberraschung. Julia will ein Kind. Aber sie will auf ungew\u00f6hnliche Art Mutter werden. Hans-J\u00fcrgen Kowalzik sprach mit <a data-li-document-ref=\"2925334\" href=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/regional\/guestrow\/neues-buch-von-guestrower-autorin-ditte-clemens-erscheint-2925334\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ditte Clemens<\/a>.<\/p>\n<p>Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6 tw-font-bold\">Seit Anfang August ist Ihr neuer Roman im Buchhandel und online auf mehreren Portalen zu bestellen, sogar bei einem polnischen Online-H\u00e4ndler. Wie ist bisher die Resonanz?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Das Buch ist bei allen gro\u00dfen und renommierten Buchh\u00e4ndlern in Deutschland, in Polen, D\u00e4nemark und in der Schweiz sowie online zu haben. Die Reaktionen sind bisher sehr gut. Der Roman wird als humorvoll, interessant, spannend und ber\u00fchrend gelobt. Gefreut hat mich, das ist nicht immer \u00fcblich, dass mich der Verleger f\u00fcr das Buch begl\u00fcckw\u00fcnscht hat.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6 tw-font-bold\">Wie in Ihrem ersten Roman, \u201eDer zweite Tag\u201c, geht es bei Julia wieder um eine junge Frau, die ihren Weg durchs Leben sucht. Warum ist Ihnen dieses Thema so wichtig?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Wir sind doch alle irgendwo auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Besonders im Alter stellt man sich die Frage. Jungen Leuten geht das ebenso, sie formulieren es nur nicht so. Das eint uns daher alle und die Fragen \u00e4hneln sich: Haben wir alles richtig gemacht, sind wir auf dem richtigen Weg, was kommt noch in der Zukunft? So geht es auch Julia in meinem neuen Roman.<\/p>\n<p>Eigene Erfahrungen flie\u00dfen in die Geschichte ein<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6 tw-font-bold\">Inwieweit lassen Sie als Autorin pers\u00f6nliche Erlebnisse und Erfahrungen \u2013 Sie sind Mutter und Oma \u2013 in dem Buch zu?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ich habe schon autofiktional geschrieben als es in Deutschland noch gar nicht modern war. Zu meinen ersten B\u00fcchern in den 1990er-Jahren geh\u00f6rten Biografien von Lilo Herrmann und Marga B\u00f6hmer, der Lebensgef\u00e4hrtin von Ernst Barlach. Da waren die Verleger damals verwundert, dass ich mich mit eigenen Gedanken und Gef\u00fchlen einbrachte. Aber ich habe mich durchgesetzt. Aus Reaktionen auch zu meinen Erz\u00e4hlungen und Kolumnen wei\u00df ich, dass es gut angenommen wird, wenn man sich pers\u00f6nlich einbringt.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Nackig gemacht habe ich mich in meiner Biografie. F\u00fcr mich ist es wichtig, gegen\u00fcber dem Leser aufrichtig zu sein und \u00fcber Dinge zu schreiben, die einen ber\u00fchrt haben oder aber auch nicht so sch\u00f6n waren. Erst k\u00fcrzlich habe ich eine Mail von Peter Wawerzinek bekommen. Er lobte mich f\u00fcr eine Kolumne. Dar\u00fcber habe ich mich sehr gefreut. Er schreibt ja auch autofiktional und ist im Wettbewerb um den besten deutschsprachigen Roman 2025 nominiert.<\/p>\n<p>Idee zum neuen Buch entstand spontan<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6 tw-font-bold\">Auch wenn die Geschichte von Julia fiktiv ist, hat sie einen Ausl\u00f6ser, der alles andere als frei erfunden ist. Welcher war das?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Im Dezember ist bei mir Weihnachtskuschelzeit. Da schaue ich gern in meine dicken Aktenordner mit Briefen von Eva Strittmatter, Fred Wanderer, Paul Maar und anderen bewundernswerte Menschen. Und ich las auch wieder die tollen Briefe von Werner Lindemann. Dann kam Silvester. Wir waren bei einer Feier und wurden mit einem Acht-G\u00e4nge-Men\u00fc verw\u00f6hnt. Das dauerte und mein Mann und ich redeten viel. Er sprach \u00fcber sein Buch und fragte mich nach meinen literarischen Vorhaben, die es in der Silvesternacht noch gar nicht gab. Da ich ihm von Werner Lindemann erz\u00e4hlte, schlug er mir vor, eine Biografie zu schreiben.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Drei Tage war ich himmelhochjauchzend, dann zu Tode betr\u00fcbt. Nein, blo\u00df keine Biografie mehr. An den letzten Biografien arbeitete ich jeweils vier Jahre und am Roman zwei Jahre. Das war eine sehr lange und \u00e4u\u00dferst anstrengende Zeit. Aber Werner Lindemann ging mir nicht mehr aus dem Kopf, weil wir zu seinen Lebzeiten auch viel \u00fcber seinen Sohn und ich \u00fcber meine Tochter gesprochen hatten. Dar\u00fcber k\u00f6nntest du schreiben.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Dann tauchte bei meinen inneren Gespr\u00e4chen mit Werner eine junge Frau in meinem Kopf auf. Ich versuchte, sie mir optisch vorzustellen. Da war pl\u00f6tzlich das Gesicht von Julia Roberts aus \u201ePretty Woman\u201c. Meine Julia, und so sollte sie in meinem Buch auch hei\u00dfen. Ich habe mit Julia gesprochen, ihr viel erz\u00e4hlt und alles aufgeschrieben. Sie war mir sehr nah. Das Schreiben ging so fl\u00fcssig. Es war wunderbar. Noch nie habe ich in so kurzer Zeit ein Buch geschrieben.<\/p>\n<p>Autorin mit Verbindung zur Familie Lindemann<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6 tw-font-bold\">\u00dcber Gott und die Welt zu reden, hei\u00dft, \u00fcber alles M\u00f6gliche zu sprechen, ohne immer ein bestimmtes Thema im Blick zu haben. F\u00fcr Julia sind diese Gespr\u00e4che mit ihrer Tante sehr wichtig. Als es ihr nach einem \u201eRammstein\u201c-Konzert gelingt aus dem Krisen-Modus auszuscheren, erf\u00e4hrt sie in einem solchen Gespr\u00e4ch, dass ihre Tante die Familie Lindemann kannte und in Till Lindemanns Vater verliebt war. Inwieweit wird das fiktive Leben Julias da in gewisser Weise zur erlebten Realit\u00e4t der Autorin Ditte Clemens, die mit Werner Lindemann befreundet war?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ja, ich bin in meinem Roman die Tante, die Schriftstellerin. So konnte ich im Buch die Br\u00fccke zur tats\u00e4chlichen Bekanntschaft mit beiden Lindemanns schlagen. Ich wollte da nichts konstruieren. Ich war Briefpartnerin und Freundin von Werner Lindemann und verliebt in ihn. Mit Gitta Lindemann habe ich gearbeitet. Es war mir wichtig, \u00fcber beide zu schreiben und nichts zu verstecken.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6 tw-font-bold\">Warum haben Sie sich entschieden, dass Julia ein Kind auf eher ungew\u00f6hnliche Weise bekommen wird, mit einer Samenspende?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ich habe mehrere Monate mit Julia gelebt und mich gefragt, wird sie Mutter oder nicht? Sie war einmal gl\u00fccklich verliebt. Von dem Mann, der sich jedoch von ihr getrennt hat, hatte sie sich so sehr ein Kind gew\u00fcnscht. Will sie \u00fcberhaupt noch ein Kind? Das alles ging mir im Kopf herum.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Dann kam mir der Zufall zur Hilfe. Ich lernte in einer Kneipe, man kommt dort ja ins Gespr\u00e4ch, einen Mann kennen, der Samenspender war. Nat\u00fcrlich wusste ich, dass es so etwas gibt, aber ich hatte so etwas immer abgelehnt und fand es sogar emp\u00f6rend. Abends zu Hause stellte ich f\u00fcr mich fest, wie wenig tolerant ich doch bin. Daraufhin informierte ich mich. Und ich suchte und fand eine Frau in G\u00fcstrow, die auf diesem Weg ein Kind bekommen hat. Es war f\u00fcr mich ein aufschlussreiches Gespr\u00e4ch. Ja, eine Samenspende ist eine M\u00f6glichkeit f\u00fcr eine Frau, die sich so sehr ein Kind w\u00fcnscht, aber nicht den Mann dazu findet oder es ohne Partner aufziehen will. Dann habe ich mir die Frage gestellt: Will Julia das? Ja, sie will. Aber der Tante gef\u00e4llt das nicht und ihre Ablehnung wurde Teil meines Buches.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6 tw-font-bold\">Werner Lindemann starb 1993. Mit Gitta Lindemann, Tills Mutter, hatten Sie als Kolleginnen oft Kontakt. Rammstein gibt es seit 1995. Warum entstand der Roman erst jetzt?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ich hatte einem Kollegen, der Gitta und Werner Lindemann kannte, das Manuskript geschickt. Der schrieb mir daraufhin, warum ich jetzt auf das \u201eRammstein\u201c-Pferd springe. Ich antwortete ihm, dass ich auf kein Pferd springe, sondern immer nur \u00fcber Themen geschrieben habe, die mich anspringen. Alles braucht auch irgendwo seine Zeit.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Werner war raus aus meinem Kopf. Durch die Briefe und den Silvesterabend war er wieder da. Da m\u00fcsstest du was machen, sagte ich mir. Dann ging es schrittweise. Gitta kam mit dazu, Till ebenfalls. Wenn man \u00fcber Till schreibt, kann man \u201eRammstein\u201c nicht weglassen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ich bin mit dem fertigen Manuskript zu Gitta Lindemann gefahren. Der Besuch war sehr sch\u00f6n, ein tolles Haus, ganz verwunschen, viele Bilder von ihrem Sohn Till an den W\u00e4nden. Sp\u00e4ter teilte sie mir mit, dass die Julia-Geschichte ihr gefallen hat. Sie meinte, dass sie es oft peinlich findet, wenn man \u00fcber sie etwas notiert. Das, was ich \u00fcber Werner geschrieben habe, hat sie sehr ber\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Aber \u201eRammstein\u201c sollte raus, weil ich nichts Neues berichte. Ich habe auch einige Fans der Band vorab lesen lassen. Die haben mir gesagt, dass sie vieles nicht wussten, zum Beispiel das Verh\u00e4ltnis von Till zum Vater. Professor Carsten Gansel, Autor und Literaturwissenschaftler, der gerade einen literarischen Schatz von Werner Lindemann geborgen hat, las das Manuskript. Er machte mir aber den Vorwurf, dass ich gesellschaftliche Probleme nur kurz anspreche, zum Beispiel wie Faschismus in der DDR aufbereitet wurde und wie man jetzt dar\u00fcber in der Schule redet. Das m\u00fcsse umfangreicher sein. Aber ich habe entgegnet, dass es Nachtgespr\u00e4che sind, die die Tante mit Julia f\u00fchrt. Vieles wird angesprochen, aber mit R\u00fccksicht auf den Fluss der Geschichte, habe ich mich da oft auch kurzgefasst.<\/p>\n<p>Hintergrund: Ditte Clemens und \u201eRammstein\u201c<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ein Konzert hat Ditte Clemens von Rammstein nicht besucht. Laute Konzerte konnte sie noch nie gut ertragen. Weihnachten besucht sie eher kleine Handwerker-M\u00e4rkte als die gro\u00dfen Weihnachtsm\u00e4rkte. Sie hat sich intensiv mit der Band \u201eRammstein\u201c und Texten von Till Lindemann besch\u00e4ftigt. Einige Texte gefallen ihr, andere findet sie absto\u00dfend. Von Gitta Lindemann wei\u00df sie, dass Till oft nach Hause kommt. Er f\u00fchlt sich mit der Natur sehr verbunden. Getroffen hat Ditte Clemens Till Lindemann bisher nicht. Seinem Management hat sie das Manuskript geschickt. Eine Antwort gab es nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von Ditte Clemens ist ein neues Buch erschienen. 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