{"id":384279,"date":"2025-08-30T11:16:11","date_gmt":"2025-08-30T11:16:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/384279\/"},"modified":"2025-08-30T11:16:11","modified_gmt":"2025-08-30T11:16:11","slug":"gerald-domenigs-dom-in-frankfurt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/384279\/","title":{"rendered":"Gerald Domenigs \u201eDom\u201c in Frankfurt"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Von einem D\u00e9j\u00e0-vu m\u00f6chte man nicht sprechen. Aber diese Ausstellung schlie\u00dft doch in mancherlei Hinsicht an die fulminante, so einfach wie treffend \u201eRaumwunder\u201c \u00fcberschriebene Schau an. 2024 hatte das Frankfurter Dommuseum die Entdeckung des Kircheninterieurs als Thema der Malerei seit Mitte des 18. Jahrhunderts beleuchtet. Und jetzt zeigt Gerald Domenigs \u201eDom\u201c betitelte Intervention im Kreuzgang von Sankt Bartholom\u00e4us nichts als Bilder von teils weltber\u00fchmten Gottesh\u00e4usern. Oder aber, wie im Fall des bezaubernd schlichten \u201eKapellele\u201c in seiner K\u00e4rntner Heimat, g\u00e4nzlich unbekannte Kirchlein.<\/p>\n<p>Sein Werkzeug ist die Kamera<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Vor allem die Aufnahmen prominenterer Bauwerke wie der Kathedrale Unserer Lieben Frau in Antwerpen, der Oude Kerk in Amsterdam oder eben des Frankfurter Doms scheinen auf den ersten Blick die \u201eRaumwunder\u201c-Ausstellung zeitgen\u00f6ssisch fortzuschreiben. Aber Domenig ist kein Architekturfotograf, auch wenn es unz\u00e4hlige Bilder gibt mit H\u00e4usern darauf in seinem Werk. Er ist schlie\u00dflich auch kein Tierfotograf, wiewohl der 1953 geborene K\u00fcnstler \u2013 \u201ehier, schauen Sie\u201c \u2013 f\u00fcr \u201eDom\u201c auch eine Schwarz-Wei\u00df-Aufnahme mit einer Katze ausgew\u00e4hlt hatte: \u201eAber man sieht sie leider nicht.\u201c Und er interessiert sich auch nicht mehr als andere f\u00fcr Autos, <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Fahrr\u00e4der\" data-rtr-id=\"73f71c32e36c55aa89973dbf165abce1b4205137\" data-rtr-score=\"20.79379773200648\" data-rtr-etype=\"product\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/thema\/fahrraeder\" title=\"Fahrr\u00e4der\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Fahrr\u00e4der<\/a> oder den Wiener Stephansdom, auch wenn man sich vor Autos, Fahrr\u00e4dern und Kirchen in seinem Werk kaum retten kann.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Domenig ist ein K\u00fcnstler, und sein Werkzeug ist die Kamera. \u201eEs war nie mein Thema, den Dom zu fotografieren\u201c, stellt Domenig denn auch gleich zu Beginn des Rundgangs durch seine Ausstellung klar. Eher ist es ihm auf seinen Wegen durch die Stadt halt so passiert. \u201eEs sind die Delikatessen, die mich interessieren, nicht der Dom.\u201c Malerische Strukturen etwa, wie sie sich auf neu verputzten Fl\u00e4chen oder gar im Bild erst zeigen, im Ausschnitt wom\u00f6glich und beim Handabzug im eigenen Labor; gleichsam vorgefundene Graphismen, wie sie der Schatten eines Fallrohrs oder eines Baums, einer Laterne einen Augenblick blo\u00df auf Fassaden zeichnen. Oder das Licht, dessen Weg ins Bild man sich beim besten Willen nicht erkl\u00e4ren kann.<\/p>\n<p>Alles k\u00f6nnte auch anders sein<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Details also, die allemal geeignet scheinen, die Wahrnehmung infrage zu stellen. Um Abbildung geht es Domenigs Kunst denn auch zuletzt. \u201eFotografieren\u201c, sagt der seit seinem Studium an der St\u00e4delschule in Frankfurt lebende K\u00fcnstler vielmehr entschieden, \u201eFotografieren ist Verfremden.\u201c Weshalb \u201eDom\u201c, wie noch beinahe jede seiner Ausstellungen in den vergangenen Jahren, gleich ob im Frankfurter Museum f\u00fcr Moderne Kunst, im K\u00f6lner Museum Ludwig oder in der Wiener Secession, mehr als alles andere eine Ausstellung zum Thema Fotografie vorstellt. Es geht um Licht und Schatten, Hell und Dunkel, Raum und Fl\u00e4che. Und was die Kamera, der Film, die Perspektive mit der Wirklichkeit macht \u2013 oder dem, was wir im Allgemeinen daf\u00fcr halten. Was all das wiederum mit dem Betrachter macht. Mittlerweile ist im Verlag Walther und Franz K\u00f6nig ein fotophilosophischer Essay Domenigs mit den Fotografien der Ausstellung erschienen, \u201eGD DOM\u201c hei\u00dft der Band.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eAlles, was wir sehen, k\u00f6nnte auch anders sein\u201c, hat sich Domenig gleichsam als Wahlspruch seines eigenen Schaffens von Ludwig Wittgensteins \u201eTractatus\u201c ausgeborgt. \u201eAlles, was wir \u00fcberhaupt beschreiben k\u00f6nnen, k\u00f6nnte auch anders sein. Es gibt keine Ordnung der Dinge a priori.\u201c Auch wenn der Mensch das eigentlich ganz gerne h\u00e4tte, um sich der Welt und um sich seiner selbst vor allem Mal um Mal zu vergewissern. Im besten Fall, ist man geneigt hinzuzuf\u00fcgen, ist es die Kunst, die so etwas wie Ordnung \u2013Autos, Fahrr\u00e4der, Kirchen \u2013 \u00fcberhaupt erst schafft. Mag sein, mit der Wirklichkeit hat das bei Licht besehen nichts zu tun. Gerald Domenig aber glaubt man sofort.<\/p>\n<p> Gerald Domenig: Dom, Frankfurter Dommuseum, Domplatz 14, bis 26. Oktober. Ge\u00f6ffnet dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, am Wochenende von 11 bis 17 Uhr. Am 18. September und am 1. Oktober gibt es um 19 Uhr eine Diashow.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von einem D\u00e9j\u00e0-vu m\u00f6chte man nicht sprechen. 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