{"id":384669,"date":"2025-08-30T16:07:21","date_gmt":"2025-08-30T16:07:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/384669\/"},"modified":"2025-08-30T16:07:21","modified_gmt":"2025-08-30T16:07:21","slug":"umbruch-auf-europas-tv-markt-was-sich-jetzt-aendert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/384669\/","title":{"rendered":"Umbruch auf Europas TV-Markt: Was sich jetzt \u00e4ndert"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Dem Berlusconi-Fernsehen in Deutschland steht nun nichts mehr im Weg. Das italienische Fernsehunternehmen Media For Eu\u00adrope (MFE), das unter der Kontrolle der Kinder des verstorbenen italienischen Ministerpr\u00e4sidenten <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"c3fdad365d69dcf7b07e48f1c558f5055cfc724d\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/silvio-berlusconi\" title=\"Silvio Berlusconi\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Silvio Berlusconi<\/a> steht, hat die Aktienmehrheit an Pro Sieben Sat.1 erworben, dem gr\u00f6\u00dften deutschen Privatsender. Zu verdanken haben sie die Kontrollmehrheit ausgerechnet dem zweiten Gro\u00dfaktion\u00e4r PPF , der sich lange gegen die Berlusconi-Strategie gestellt und mit einem eigenen Erwerbsangebot um mehr Einfluss auf Pro Sieben Sat.1 gebuhlt hat.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Am Mittwochabend folgte dann jedoch die \u00fcberraschende Kehrtwende der tschechisch-niederl\u00e4ndischen PPF-Holding. Da gab die von den Erben des tschechischen Milliard\u00e4rs Petr Kellner kontrollierte Investorengruppe bekannt, dass sie ihren Aktienanteil von 15,7 Prozent an das italienische Unternehmen verkaufen werde. MFE, die fr\u00fchere Mediaset, kommt mit dem Paket von PPF jetzt deutlich \u00fcber die Grenze von 50 Prozent der Anteile an Pro Sieben <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"6eb8e460fd0da61625b8a75056c5e328475b9ec1\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/thema\/sat.1\" title=\"Sat.1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sat.1<\/a>.<\/p>\n<p>Vorstand und Aufsichtsrat hatten Annahme empfohlen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Schon vor wenigen Tagen hatte der italienische Sender bekannt gegeben, dass er 43 Prozent der Pro-Sieben-Sat.1-Aktien halte. \u201eSpiel, Satz und Sieg\u201c f\u00fcr MFE, kommentierte die italienische Wirtschaftszeitung \u201eIl Sole 24 Ore\u201c. In Unterf\u00f6hring, dem Stammsitz der b\u00f6rsennotierten <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"dee39c229b3d7b9e25dc19cba452ed87b2975463\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/thema\/prosieben\" title=\"ProSieben\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pro Sieben<\/a> Sat.1 \u2013 Media SE wollte niemand die Meldung kommentieren. Erst am 4. September, wenn die Frist zur Annahme des Angebots abgelaufen ist, werde es eine offizielle Stellungnahme geben, sagte eine Konzernsprecherin am Donnerstag.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Allerdings hatten der Vorstand und der Aufsichtsrat von Pro Sieben Sat.1 die Annahme des Angebots der Italiener schon vor einigen Wochen ihren Aktion\u00e4ren empfohlen. Ein erstes Angebot von MFE hatte die Pro-Sieben-Sat.1-F\u00fchrung im Mai noch als \u201efinanziell nicht angemessen\u201c zur\u00fcckgewiesen. Anschlie\u00dfend hatte der zweite Gro\u00dfaktion\u00e4r PPF sieben Euro in bar f\u00fcr die Pro-Sieben-Sat.1-Aktie geboten. Daraufhin besserte MFE nach und offerierte den Aktion\u00e4ren zwar nur 4,48 Euro in bar, daf\u00fcr aber zudem 1,3 MFE-Aktien der Kategorie A. Der rechnerische Wert des MFE-Angebots \u00fcbertraf mit etwas mehr als acht Euro das PPF-Angebot.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">PPF gab in der eigenen Mitteilung bekannt, dass man angesichts der \u00dcberlegenheit von MFE im Aktienkapital von Pro Sieben Sat.1 keine Chance mehr sehe, eine Rolle als strategischer Investor auszu\u00fcben. \u201eWir sind ein verl\u00e4sslicher Investor, und wir wollen Einfluss nehmen\u201c, sagte ein Sprecher der Investorengruppe der F.A.Z. \u201eUnsere Reputation ist uns sehr wichtig.\u201c<\/p>\n<p>PPF-Investoren glauben nicht an das Konzept<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Nun wandelt PPF die Pro-Sieben-Sat.1-Aktien in MFE-Aktien der Kategorie A, die bekanntlich weitgehend stimm\u00adrechtslos sind. Einfluss auf das k\u00fcnftige Fusionsunternehmen d\u00fcrften die Tschechen damit nicht haben. Zudem hatten sie sich stets gegen die Vision der Berlusconis gewandt, einen grenz\u00fcberschreitenden Medienkonzern aufzubauen. Die PPF-Investoren glauben nicht an die wirtschaftliche Logik dieses Konzepts, und so d\u00fcrfte davon auszugehen sein, dass sie ihre MFE-Anteile \u00fcber kurz oder lang abgeben werden.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">F\u00fcr MFE ist die Sache damit klar. Sie k\u00f6nnen bei Pro Sieben Sat.1 schon bald frei schalten und walten. Das italienische Fernsehimperium wurde einst von Silvio Berlusconi gegr\u00fcndet, der viermal Ministerpr\u00e4sident Italiens war. Heute ist sein \u00e4ltester Sohn, Pier Silvio Berlusconi, Vorstandsvorsitzender. Jahrelang hatte Pier Silvio daf\u00fcr gek\u00e4mpft, Pro Sieben Sat.1 unter sein Dach zu bekommen. Jetzt ist er am Ziel.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Zusammen mit den MFE-Fernsehsendern in Spanien will das italienische Unternehmen einen europ\u00e4ischen TV-Konzern aufbauen, dessen Inhalte weitgehend lokal bleiben, der jedoch gemeinsame Technologieplattformen betreibt und gemeinsam die Werbe\u00adwirtschaft anspricht. Das Verh\u00e4ltnis zwischen Pro Sieben Sat.1 und seinem gr\u00f6\u00dften Aktion\u00e4r, der MFE schon l\u00e4nger ist, war h\u00e4ufig konfliktreich. In j\u00fcngerer Zeit haben sich die Spannungen jedoch gelegt, vor allem weil sich Pro Sieben Sat.1 zunehmend in sein Schicksal gef\u00fcgt hat.<\/p>\n<p>Treffen mit Wolfram Weimer geplant<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Von politischer Seite ist in Deutschland kein gro\u00dfer Widerstand zu erwarten. Anfang September will Pier Silvio Berlusconi den deutschen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) treffen. Dieser hatte Bedenken hinsichtlich der k\u00fcnftigen politischen Unabh\u00e4ngigkeit von Pro Sieben Sat.1 unter der Kontrolle von MFE ge\u00e4u\u00dfert. Pier Silvio Berlusconi wird ihm versichern, dass er mit seinem Sender keine Politik machen wolle \u2013 anders als teilweise der Vater, der das italienische Fernsehen vor allem aber mit viel seichter Unterhaltung \u201erevolutioniert\u201c hat.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der 56 Jahre alte Pier Silvio Berlusconi schloss vor einigen Monaten gegen\u00fcber italienischen Journalisten allerdings auch nicht aus, in die italienische Politik zu gehen, so wie auch sein Vater in ungef\u00e4hr dem gleichen Alter.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Harsche Kritik kam von anderer Stelle. \u201eEs ist bedauerlich, aber offenbar nicht mehr zu \u00e4ndern, dass Pro Sieben Sat.1 von Berlusconi \u00fcbernommen wird\u201c, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbands (DJV), Mika Beuster. Die k\u00fcnftigen Eigent\u00fcmer seien gut beraten, die deutschen Privatsender \u201enicht zu rechtspopulistischen Dampfmaschinen zu machen\u201c. Beuster betonte: \u201eWir brauchen unabh\u00e4ngigen und kritischen Journalismus. Davon lieber mehr als weniger.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">In Italien haben die MFE-Sender bei den Zuschauern inzwischen einen gr\u00f6\u00dferen Marktanteil als die \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender der Anstalt RAI. Das Unternehmen verf\u00fcgt in seiner Heimat \u00fcber die drei Fernsehkan\u00e4le Canale 5, Italia 1 und Rete 4 sowie \u00fcber rund ein Dutzend weiterer Spezialsender. In Spanien ist der Hauptsender Telecinco, zudem gibt es weitere Sender und eine Werbetochtergesellschaft. Im Juli lag <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"59db0175e34a7e0da1cdf7ec2175fca56f5d3861\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/mediaset-spa\" title=\"Mediaset\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mediaset<\/a> bei den Zuschauerquoten mit 24,5 Prozent knapp hinter Atresmedia (Eigent\u00fcmer sind RTL Group und die Verlags- und Mediengruppe Planeta) mit 25,9 Prozent und vor den Sendern der \u00f6ffentlich-rechtlichen RTVE (14,3).<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">MFE wird dank des PPF-Pakets die 50-Prozent-H\u00fcrde bei Pro Sieben Sat.1 \u00fcberspringen. Damit k\u00f6nnen die Italiener Ums\u00e4tze und Gewinne des deutschen Konzerns mit seinen 15 TV-Sendern Sender voll in die eigene Bilanz aufnehmen. Bei Pro Sieben Sat.1 stagnierte der Jahresumsatz zuletzt bei knapp unter vier Milliarden Euro. Das wegen der Konjunkturflaute schw\u00e4chelnde Werbegesch\u00e4ft macht dem Unternehmen schon seit geraumer Zeit zu schaffen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Italiener ben\u00f6tigen f\u00fcr einen Beherrschungs- und Gewinnabf\u00fchrungsvertrag, der ihnen den Zugriff auf die Finanzmittel geben w\u00fcrde, eine Dreiviertelmehrheit. Schon jetzt m\u00fcssen sie allerdings die Schulden von Pro Sieben Sat.1 von mehr als einer Milliarde Euro bei sich konsolidieren und \u00fcber Banken sichern. Das italienische Unternehmen berichtet, dass es daf\u00fcr Vorkehrungen getroffen habe. MFE wird an der B\u00f6rse in Mailand derzeit mit rund 1,9 Milliarden Euro bewertet, Pro Sieben Sat.1 an der B\u00f6rse in Frankfurt mit etwas weniger. Am Donnerstag verteuerte sich die MFE-Aktie im Handel zwischenzeitlich um fast acht Prozent, w\u00e4hrend der Kurs der Pro-Sieben-Sat.1-Aktie um rund drei Prozent im Plus lag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dem Berlusconi-Fernsehen in Deutschland steht nun nichts mehr im Weg. 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