{"id":384946,"date":"2025-08-30T19:35:19","date_gmt":"2025-08-30T19:35:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/384946\/"},"modified":"2025-08-30T19:35:19","modified_gmt":"2025-08-30T19:35:19","slug":"so-viele-arbeitslose-wie-zuletzt-2015-ruf-nach-reformen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/384946\/","title":{"rendered":"So viele Arbeitslose wie zuletzt 2015 &#8211; Ruf nach Reformen"},"content":{"rendered":"<p>N\u00fcrnberg (dpa) &#8211; Es ist ein symbolischer Schwellenwert f\u00fcr die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt: Erstmals seit mehr als zehn Jahren sind mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos gemeldet. F\u00fcr einen August liegt die Arbeitslosigkeit damit sogar so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr. Neben der Sommerpause ist daf\u00fcr vor allem die seit langem schw\u00e4chelnde Konjunktur verantwortlich. Die Forderungen nach Reformen werden lauter. Diese seien dringend n\u00f6tig, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).<\/p>\n<p>Im August stieg die Zahl der Arbeitslosen nach Angaben der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit (BA) auf 3,025 Millionen &#8211; 46.000 mehr als im Vormonat und 153.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote erh\u00f6hte sich im Vergleich zum Juli um 0,1 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent.\u00a0<\/p>\n<p>Zarte Anzeichen f\u00fcr eine Stabilisierung?<\/p>\n<p>\u00abDer Arbeitsmarkt ist nach wie vor von der wirtschaftlichen Flaute der vergangenen Jahre gepr\u00e4gt\u00bb, erl\u00e4uterte BA-Chefin Andrea Nahles. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland wachse seit Ende 2022 stetig. \u00abEs gibt allerdings auch erste &#8211; wenn auch zarte &#8211; Anzeichen einer Stabilisierung.\u00bb So sei die Kurzarbeit seit Jahresbeginn r\u00fcckl\u00e4ufig, und im August h\u00e4tten wieder mehr Unternehmen freie Stellen gemeldet.\u00a0<\/p>\n<p>Bundesregierung will sich auf Reformen konzentrieren<\/p>\n<p>Die steigende Zahl der Arbeitslosen in Deutschland verdeutlicht aus Sicht von Bundeskanzler Merz, wie notwendig Reformen f\u00fcr mehr Wachstum und Erwerbsf\u00e4higkeit sind. \u00abDarauf wird sich die Bundesregierung konzentrieren\u00bb, sagte Merz am Rande der deutsch-franz\u00f6sischen Ministergespr\u00e4che in Toulon. Er nannte Reformen des Arbeitsmarktes, in der Wirtschaftspolitik und bei Genehmigungsverfahren. Es gebe eine gro\u00dfe Bereitschaft, in Deutschland zu investieren. Das h\u00e4nge aber stark von den Rahmenbedingungen ab. \u00abIm Augenblick ist Deutschland f\u00fcr solche Investitionen nicht attraktiv genug\u00bb, sagte Merz. \u00abWir haben ein Problem mangelnder preislicher Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Und daran m\u00fcssen wir arbeiten.\u00bb<\/p>\n<p>Eine Sprecherin von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte, es m\u00fcsse schnell f\u00fcr stabile Rahmenbedingungen gesorgt werden. Sie nannte die Senkung der Energiepreise, die Sicherung von Fachkr\u00e4ften und den Abbau von B\u00fcrokratie.<\/p>\n<p>Reformen m\u00fcssen schnell kommen<\/p>\n<p>Viele Reformen dulden aus Sicht von Rainer Dulger, Pr\u00e4sident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb\u00e4nde, keinen Aufschub mehr. \u00abDie Regierung darf sich nicht in den zahlreichen Kommissionen wegducken und die jetzt notwendigen Entscheidungen weiter vertagen, verschleppen und verw\u00e4ssern\u00bb, betonte er. \u00abUnser Land braucht einen effizienten und finanzierbaren Sozialstaat, der treffsicher und unb\u00fcrokratisch unterst\u00fctzt.\u00bb<\/p>\n<p>Die \u00abWirtschaftsweise\u00bb Veronika Grimm sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: \u00abDazu ist es auch wichtig, auch die Flexibilit\u00e4t der Arbeitsm\u00e4rkte zu st\u00e4rken etwa \u00fcber einen weniger strikten K\u00fcndigungsschutz, wie es zum Beispiel in D\u00e4nemark oder anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern gehandhabt wird.\u00bb Auch die bereits vereinbarte Erh\u00f6hung des Mindestlohns k\u00f6nnte vor diesem Hintergrund keine gute Idee sein, sagte sie.\u00a0<\/p>\n<p>Der Sozialverband Deutschland forderte, dass es dennoch keine Abkehr vom Prinzip des F\u00f6rderns geben d\u00fcrfe. \u00abStatt auf Druck zu setzen, m\u00fcssen wir Menschen gezielt unterst\u00fctzen, wieder in Arbeit zu kommen\u00bb, teilte dieser mit. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund sprach sich f\u00fcr eine bessere Vermittlung arbeitsloser Menschen statt K\u00fcrzungen am Sozialstaat aus.\u00a0<\/p>\n<p>Sommerpause als Treiber der Entwicklung<\/p>\n<p>Dass die Arbeitslosenzahlen \u00fcber den Sommer hochgehen, ist \u00fcblich, weil Unternehmen vor den Ferien weniger einstellen und Ausbildungsverh\u00e4ltnisse enden. In den vergangenen Jahren sei der Anstieg aber kr\u00e4ftiger gewesen, so dass die Zahl in diesem Jahr sogar saisonbereinigt zum Vormonat um 9.000 gesunken sei, erl\u00e4uterte Nahles.\u00a0<\/p>\n<p>Im bundesweiten Vergleich lag die Arbeitslosenquote in den Stadtstaaten Bremen (11,8 Prozent) und Berlin (10,5) weiterhin am h\u00f6chsten, in den s\u00fcdlichen Bundesl\u00e4ndern Bayern (4,2) und Baden-W\u00fcrttemberg (4,7) am niedrigsten. Die Bundesagentur griff f\u00fcr die Statistik auf Datenmaterial zur\u00fcck, das bis zum 13. August vorlag.<\/p>\n<p>Stabilisiert sich der Arbeitsmarkt?<\/p>\n<p>Auf den Herbst blickt Nahles zun\u00e4chst optimistischer: Im September werde die Arbeitslosigkeit wieder zur\u00fcckgehen, wenn viele junge Leute nach dem Ende der Ausbildung eine neue Stelle antreten, zeigte sich Nahles \u00fcberzeugt. Doch ob diese langfristig unter der drei Millionen bleibe, sei abh\u00e4ngig von der konjunkturellen Entwicklung in den n\u00e4chsten Monaten. \u00abEs kann durchaus sein, dass wir die Marke von drei Millionen im Winter dann noch mal \u00fcberschreiten werden.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"N\u00fcrnberg (dpa) &#8211; Es ist ein symbolischer Schwellenwert f\u00fcr die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt: Erstmals seit mehr als&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":384947,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[620,3364,29,30,1209,4418],"class_list":{"0":"post-384946","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-arbeitsmarkt","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-nordrhein-westfalen","13":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115119398867490169","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/384946","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=384946"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/384946\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/384947"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=384946"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=384946"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=384946"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}