{"id":385765,"date":"2025-08-31T04:25:10","date_gmt":"2025-08-31T04:25:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/385765\/"},"modified":"2025-08-31T04:25:10","modified_gmt":"2025-08-31T04:25:10","slug":"zwei-neue-gegen-die-krise-tief-im-westen-das-vfl-magazin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/385765\/","title":{"rendered":"Zwei Neue gegen die Krise \u2013 Tief im Westen \u2013 Das VfL-Magazin"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-meta\">\n            30. August 2025 von<br \/>\n            Philipp Rentsch        <\/p>\n<p>Die Marketingabteilung des VfL Bochum hatte f\u00fcr das Heimspiel gegen Preu\u00dfen M\u00fcnster einen bescheidenen Wunsch und schrieb diesen auf zahlreiche Ank\u00fcndigungsplakate. \u201eEinen M\u00fc besser\u201c als die G\u00e4ste sollte der Revierklub sein, was nach dem mehr als holprigen Saisonstart ganz bestimmt jeder Fan unterschrieben h\u00e4tte. Doch es folgte die dritte Niederlage im vierten Ligaspiel. Der Eindruck der vergangenen Wochen \u2013 teilweise sogar der Saisonvorbereitung \u2013 verfestigt sich weiter: Dieser VfL ist noch weit von seinen eigenen Anspr\u00fcchen entfernt und auf dem Weg in eine erste Krise, vielleicht sogar schon dort angekommen. Das 1:2 im eigenen Stadion offenbarte sehr \u00e4hnliche Defizite wie zuletzt: Die Gegentreffer waren das Resultat individueller Fehler, w\u00e4hrend es auf der anderen Seite an Kreativit\u00e4t, Tempo, guten Standards und Durchschlagskraft mangelte, kurz: an Torgefahr.<\/p>\n<p>Es ist erschreckend und wenig \u00fcberraschend zugleich, dass der VfL nach dem zweiten Gegentreffer kurz nach der Halbzeitpause keine nennenswerte Torchance mehr verbuchte. Eine Schlussoffensive brachte das Team von Trainer Dieter Hecking trotz \u2013 oder wegen \u2013 zahlreicher Ein- und Auswechslungen nicht zustande. Die logische Folge: Das lange Zeit so geduldige Publikum bedachte die Mannschaft hinterher mit Pfiffen. Kapit\u00e4n Matus Bero gefiel das gar nicht. Er wollte deshalb nicht mehr zur Osttrib\u00fcne gehen, lief auf Anraten von Gerrit Holtmann aber doch nicht in die Kabine, sondern an den Zaun zu den frustrierten Fans. Bero erkl\u00e4rte sp\u00e4ter im Interview, dass er zu emotional reagiert habe, weil er seinen Teamkollegen keinen Vorwurf machen k\u00f6nne. Jeder habe alles gegeben.<\/p>\n<p><strong>Zwei Gegentreffer <\/strong><\/p>\n<p>Das wiederum verdeutlicht das Grundproblem: Der VfL war an diesem Samstag nicht der Verlierer, weil die Einstellung oder Aufstellung nicht gepasst hat, sondern weil es individuelle Qualit\u00e4tsm\u00e4ngel gibt. Auch wenn die eigene Grundidee nach wie vor nur zu erahnen ist, ist es Hecking immerhin gelungen, die Mannschaft auf die Herangehensweise von M\u00fcnster und zuletzt auch von Schalke einzustellen. Bestes Beispiel: Das hohe Anlaufen gegen die meist flach herausspielenden M\u00fcnsteraner hat zun\u00e4chst gut funktioniert. Mehrfach eroberte der VfL in Strafraumn\u00e4he den Ball, schaffte es aber nicht, daraus Torgefahr zu kreieren. \u201eWir spielen dann viel zu unsauber, mehrfach ist uns der Ball sogar an die Hand gesprungen. Da verzweifelt man, das ist zerm\u00fcrbend\u201c, sprach Torwart Timo Horn vielen Stadionbesuchern aus der Seele und gab unumwunden zu: \u201eIch kann die Reaktion der Fans verstehen. Die Kritik hat sich die Mannschaft nach so einem Start einfach anzuh\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<p>Horn sparte generell nicht mit Kritik, betonte auch: \u201eDer Torwart der M\u00fcnsteraner musste in der zweiten Halbzeit keinen Ball halten. Das d\u00fcrfen wir auch nicht sch\u00f6nreden. So gewinnt man keine Spiele.\u201c Die Defizite an insgesamt sieben Ausf\u00e4llen festzumachen, w\u00e4re zu einfach, teilweise taten die Wechsel dem Bochumer Spiel sogar gut. Vor allem der 18-j\u00e4hrige Francis Onyeka, der 19-j\u00e4hrige Cajetan Lenz und der ebenfalls erst 19-j\u00e4hrige Kjell W\u00e4tjen haben sich f\u00fcr weitere Startelfeins\u00e4tze empfohlen, w\u00e4hrend arrivierte Kr\u00e4fte wie die zuletzt angeschlagenen Kevin Vogt und Bero, aber vor allem Felix Passlack und Gerrit Holtmann entt\u00e4uschten. Vogt und Passlack waren ma\u00dfgeblich f\u00fcr das erste, Holtmann und Passlack f\u00fcr das zweite Gegentor verantwortlich. Auch Philipp Hofmann trat einzig beim 1:1 positiv in Erscheinung.<\/p>\n<p><strong>Zwei Neuverpflichtungen <\/strong><\/p>\n<p>Um die Torgefahr alsbald zu erh\u00f6hen, befindet sich der VfL Bochum nach wie vor auf der Suche nach Verst\u00e4rkung. Bis zum Transferschluss am Montagabend sollen im Idealfall noch zwei neue Spieler kommen. In einem Fall steht eine Vertragsunterschrift sogar schon unmittelbar bevor. Der 19-j\u00e4hrige Farid Alfa-Ruprecht soll f\u00fcr eine Saison von Bayer Leverkusen ausgeliehen werden, war am Samstag bereits im Bochumer Stadion. Er soll den Kaderplatz von Samuel Bamba einnehmen, der trotz der anhaltenden Offensivprobleme nicht zum Einsatz kam und deshalb auf eigenen Wunsch zu Willem II Tilburg in die zweite holl\u00e4ndische Liga ausgeliehen wurde. Alfa-Ruprecht ist technisch deutlich st\u00e4rker, sehr schnell und ein klassischer Fl\u00fcgelst\u00fcrmer. Er stammt geb\u00fcrtig aus Hamburg und hat bis vor einem Monat f\u00fcr die U21 von Manchester City gespielt. Profierfahrung bringt er noch keine mit. <\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich wollen Sportchef Dirk Dufner und Trainer Dieter Hecking noch einen Nachfolger f\u00fcr Moritz Broschinski pr\u00e4sentieren. \u201eWir arbeiten intensiv daran, noch einen Spieler mit Abschlussqualit\u00e4t zu verpflichten. Ob uns das gelingt, werden wir sehen\u201c, sagte Dufner nach dem Spiel gegen M\u00fcnster und \u00e4u\u00dferte sich dabei auch zu den Ereignissen der vergangenen Tage. Auf den letzten Metern war die Verpflichtung von Yusuf Kabadayi geplatzt, weil Teile der Vereinsf\u00fchrung ihr Veto eingelegt hatten. Der Spieler des FC Augsbueg war in der Vergangenheit mehrfach negativ aufgefallen, es gab sogar einen Strafbefehl gegen ihn. \u201eWir fanden ihn\u00a0sportlich sehr interessant, haben uns aber demokratisch gegen eine Verpflichtung ausgesprochen\u201c, erkl\u00e4rte Dufner, der ein Bef\u00fcrworter eines Transfers war, nun aber sagte: \u201eDiese Entscheidung tr\u00e4gt jeder mit, da wird nichts h\u00e4ngen bleiben.\u201c<\/p>\n<p><strong>Zwei Woche Pause <\/strong><\/p>\n<p>Das ist mit den sportlichen Resultaten gewiss anders. Mit drei Punkten muss sich der VfL in der Tabelle mindestens f\u00fcr den Moment eher nach unten als nach oben orientieren. Obacht: In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Bundesliga-Absteiger, die pl\u00f6tzlich erneut im Abstiegskampf gelandet sind \u2013 nur eine Liga tiefer. Deshalb soll und muss die nun anstehende L\u00e4nderspielpause genutzt werden, um an den Defiziten zu arbeiten, angeschlagene Spieler wieder einsatzf\u00e4hig zu machen und mit der Integration der Nachverpflichtungen zu beginnen. Nur mit baldigen Erfolgserlebnissen wird es gelingen, die unzufriedenen Fans wieder zu bes\u00e4nftigen. Das wei\u00df nicht nur Dufner: \u201eEs war klar, dass wir nach dem Abstieg relativ schnell etwas zur\u00fcckgeben m\u00fcssen und es anderenfalls unruhig werden kann.\u201c Schlie\u00dflich ist es weniger als zweieinhalb Jahre her, als der VfL mehr als nur einen \u201eM\u00fc\u201c (eigentlich: My) besser war als die Preu\u00dfen. Da lagen noch ganze drei Ligen zwischen den westf\u00e4lischen Traditionsklubs.<\/p>\n<p><strong>Ihr wollt das VfL-Magazin einmalig oder dauerhaft unterst\u00fctzen? 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