{"id":385944,"date":"2025-08-31T06:38:41","date_gmt":"2025-08-31T06:38:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/385944\/"},"modified":"2025-08-31T06:38:41","modified_gmt":"2025-08-31T06:38:41","slug":"inflationsrate-steigt-auf-22-prozent-lebensmittel-teurer-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/385944\/","title":{"rendered":"Inflationsrate steigt auf 2,2 Prozent &#8211; Lebensmittel teurer"},"content":{"rendered":"<p>Wiesbaden (dpa) &#8211; Das Leben in Deutschland hat sich im August wieder st\u00e4rker verteuert. Die Verbraucherpreise lagen um 2,2 Prozent \u00fcber dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorl\u00e4ufiger Zahlen mitteilt. F\u00fcr Juni und Juli hatten die Wiesbadener Statistiker noch jeweils eine Inflationsrate von 2,0 Prozent errechnet. Von Juli auf August des laufenden Jahres stiegen die Preise um 0,1 Prozent. Nach Einsch\u00e4tzung von Volkswirten m\u00fcssen sich die Menschen hierzulande auch f\u00fcr die kommenden Monate auf Teuerungsraten \u00fcber der Zwei-Prozent-Marke einstellen.<\/p>\n<p>\u00abDie Inflation ist hartn\u00e4ckiger als gedacht\u00bb, kommentiert Commerzbank-Chefvolkswirt J\u00f6rg Kr\u00e4mer. Die Kerninflation &#8211; also die Rate ohne die schwankungsanf\u00e4lligen Preise f\u00fcr Nahrungsmittel und Energie &#8211; liegt seit inzwischen drei Monaten bei 2,7 Prozent.<\/p>\n<p>Je h\u00f6her die Inflationsrate, desto geringer die Kaufkraft der Menschen: Sie k\u00f6nnen sich f\u00fcr einen Euro dann weniger leisten. Obwohl die gro\u00dfe Teuerungswelle vorerst ausgelaufen ist, die Deutschland nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine erfasste, belasten zum Beispiel gestiegene Lebensmittelpreise viele Verbraucher.<\/p>\n<p>Verbraucher haben mehr Geld in der Tasche<\/p>\n<p>Immerhin haben viele Besch\u00e4ftigte auch mehr Geld in der Tasche: Im zweiten Quartal stiegen die L\u00f6hne dem Statistischen Bundesamt zufolge mit 4,1 Prozent erneut st\u00e4rker als die Verbraucherpreise. Daraus ergibt sich eine Reallohnsteigerung um 1,9 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Kaufkraftverluste vor allem aus den Jahren 2022 und 2023 werden somit zunehmend ausgeglichen. Ber\u00fccksichtigt man die Inflation, ist das Lohn-Niveau von 2019 nach Angaben der F\u00f6rderbank KfW aber noch nicht erreicht.<\/p>\n<p>Kaffee und Schokolade deutlich teurer<\/p>\n<p>Auch Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank, rechnet vorerst nicht mit einem weiteren sp\u00fcrbaren R\u00fcckgang der Inflationsrate: \u00abDie Kerninflationsrate scheint keine Anstalten zu machen, weiter nachgeben zu wollen. Gleichzeitig l\u00e4sst der preisd\u00e4mpfende Effekt der Energiepreise nach und die Lebensmittelpreise k\u00f6nnten tendenziell wieder etwas st\u00e4rker zulegen.\u00bb<\/p>\n<p>Im August mussten die Menschen hierzulande f\u00fcr Nahrungsmittel 2,5 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Im Juli hatten die Nahrungsmittelpreise um 2,2 Prozent zugelegt. In der Spitze im M\u00e4rz waren es sogar 3,0 Prozent.<\/p>\n<p>Nach Daten aus den Bundesl\u00e4ndern verteuerten sich in diesem August etwa Kaffee und Schokolade teilweise um bis zu ein Viertel verglichen mit dem Vorjahresmonat. Auch die Preise f\u00fcr Obst zogen an, w\u00e4hrend die Statistiker bei einigen Gem\u00fcsesorten regional Preisr\u00fcckg\u00e4nge verzeichneten.<\/p>\n<p>Preisr\u00fcckgang bei Energie flacht ab<\/p>\n<p>Energie war nach den vorl\u00e4ufigen Berechnungen der Statistiker im August 2,4 Prozent billiger als ein Jahr zuvor. Im August vor einem Jahr waren die Energiepreise allerdings sehr viel deutlicher gesunken. Im Jahresvergleich wirkt das daher nun wie eine Preissteigerung &#8211; ein sogenannter Basiseffekt, der die aktuelle Inflationsrate nach oben treibt.<\/p>\n<p>Moderate Teuerung erwartet nach Preiswelle<\/p>\n<p>F\u00fcr das Gesamtjahr erwarten Volkswirte f\u00fcr Europas gr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft im Schnitt eine Inflationsrate um die zwei Prozent. Bei mittelfristig 2,0 Prozent Teuerung sieht die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) f\u00fcr den Euroraum als Ganzes ihr Ziel stabiler Preise und somit einer stabilen W\u00e4hrung erf\u00fcllt.\u00a0<\/p>\n<p>Dauerhaft niedrige Preise gelten ebenso wie zu stark steigende Preise als Risiko f\u00fcr die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher k\u00f6nnten bei stark sinkenden Preisen Investitionen aufschieben in der Erwartung, dass es noch billiger wird. Angesichts des Preisauftriebs im August rechnen viele \u00d6konomen nicht damit, dass die EZB im September die Leitzinsen im Euroraum weiter senken wird.<\/p>\n<p>Im Gesamtjahr 2022 war die Inflation in Deutschland auf 6,9 Prozent geschnellt, 2023 waren es 5,9 Prozent. Nach dem russischen \u00dcberfall auf die Ukraine 2022 kletterten die Preise f\u00fcr Energie und Lebensmittel sprunghaft. Im vergangenen Jahr flaute die Teuerung auf 2,2 Prozent ab.<\/p>\n<p>Dienstleistungen verteuern sich nicht mehr so stark<\/p>\n<p>Gesunken ist in den vergangenen Monaten auch die \u00fcberdurchschnittlich hohe Teuerung bei Dienstleistungen, zu denen etwa Gastst\u00e4ttenbesuche, Autoreparaturen und Versicherungen z\u00e4hlen. Im August ging es jedoch nicht weiter nach unten: Dienstleistungen waren wie im Juli 3,1 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Ein Grund f\u00fcr die gestiegenen Preise f\u00fcr Dienstleistungen sind gestiegene L\u00f6hne.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wiesbaden (dpa) &#8211; Das Leben in Deutschland hat sich im August wieder st\u00e4rker verteuert. 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