{"id":386021,"date":"2025-08-31T07:33:17","date_gmt":"2025-08-31T07:33:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/386021\/"},"modified":"2025-08-31T07:33:17","modified_gmt":"2025-08-31T07:33:17","slug":"eine-reise-an-geheime-orte-wo-sich-politiker-an-konzerne-verkaufen-der-freitag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/386021\/","title":{"rendered":"Eine Reise an geheime Orte, wo sich Politiker an Konzerne verkaufen \u2014 der Freitag"},"content":{"rendered":"<p class=\"bc-article-intro__text u-hyphens\">Die Initiative Lobbycontrol bietet Stadtf\u00fchrungen durch Berlins Regierungsviertel an. Zwischen Friedrichstra\u00dfe und Spree begegnen Sie Lobbyisten in freier Wildbahn \u2013 von Bierpartys bis zum geheimnisvollen \u201eChina Club\u201c. Kommen Sie mit!<\/p>\n<p>        Lebendiger Fisch darf in Deutschland eigentlich nicht in Restaurants verarbeitet werden \u2013 au\u00dfer in einem bestimmten, wo Politik und Lobbyisten gerne auf Tuchf\u00fchlung gehen<\/p>\n<p>Collage: der Freitag; Material: MidJourney<\/p>\n<p>Sie wollten schon immer einen Lobbyisten in seinem nat\u00fcrlichen Habitat bestaunen? Dann sind Sie hier genau richtig \u2013 willkommen im Berliner Lobby-Dschungel! Tauchen Sie ein in die unsichtbare Welt der Interessenvertretung, welche sich hinter den grauen Mauern und gl\u00e4sernen Fassaden zwischen dem Bahnhof Friedrichstra\u00dfe und dem Bundespresseamt an der Spree erstreckt. Wo t\u00e4glich \u00fcber Politik gestritten wird, haben sie sich angesiedelt \u2013 die Lobbyisten. Mit etwas Gl\u00fcck bekommt man sie sogar beim Ein-und-aus-Gehen zu Gesicht.<\/p>\n<p>Die Initiative <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/alina-saha\/christina-deckwirth-von-lobbycontrol-wir-stoeren-offenbar-durch-unsere-arbeit\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Lobbycontrol<\/a> bietet regelm\u00e4\u00dfig \u201elobbykritische Stadtf\u00fchrungen\u201c durch das Regierungsviertel der deutschen Hauptstadt an. An einem Samstag im August hat der Freitag an einer solchen F\u00fchrung teilgenommen. Also lassen Sie sich mitrei\u00dfen von einer Reise durchs Zentrum der Macht, begeben Sie sich auf die Spuren obskurer Plastik-Experimente und blicken Sie hinter die Mythen des sagenumwobenen \u201eChina-Clubs\u201c \u2013 einer Deal-Schmiede, deren Fahrstuhlt\u00fcren der \u00d6ffentlichkeit gegen\u00fcber stets verschlossen bleiben.<\/p>\n<p>Wo die \u201eInitiative Neue Soziale Marktwirtschaft\u201c f\u00fcr l\u00e4ngere Arbeitszeiten trommelt<\/p>\n<p>Unsere Reise beginnt in der Georgenstra\u00dfe 22, dort hat sich die Initiative Neue soziale Marktwirtschaft (INSM) niedergelassen. Mit f\u00fcnf Millionen Euro j\u00e4hrlich finanziert der Arbeitgeberverband Gesamtmetall nicht nur deren Miete, sondern zahlt auch f\u00fcr die Vertretung der Interessen der 7.100 Mitgliedsunternehmen, unter denen sich Schwergewichte der Elektro- und Metallindustrie wie Siemens, BMW, Bosch, Thyssenkrupp und Continental befinden. Ein Interesse der Konzerne: l\u00e4ngere Arbeitszeiten.<\/p>\n<p>Um die Bev\u00f6lkerung von dieser Idee zu \u00fcberzeugen, k\u00f6nnte man \u00fcber bestimmte reichweitenstarke Medien verbreiten, dass wir uns eine Rente mit 63 wirtschaftlich nicht mehr leisten k\u00f6nnen. Genau darauf wiesen Jens Spahn (CDU) und der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der INSM <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/politik-inland\/zu-teuer-zu-wenige-fachkraefte-cdu-fordert-sofortiges-ende-der-rente-mit-63-84079788.bild.html?utm_source=chatgpt.com\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">gemeinsam in der Bild<\/a> hin. Ein echter Schulterschluss! Der heutige Bundeskanzler war gar Gr\u00fcndungsmitglied des F\u00f6rdervereins der INSM, die zusammen mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung Friedrich Merz 2005 als \u201eReformer des Jahres\u201c auszeichnete.<\/p>\n<p>Weiter geht es in die Neust\u00e4dtische Kirchstra\u00dfe 8, wo sich auf einem bronzefarbenen Klingelschild neben etlichen Verbands- und Unternehmensnamen auch noch der ausgekratzte Name von Plasticseurope erahnen l\u00e4sst. Um schon die J\u00fcngsten so fr\u00fch wie m\u00f6glich f\u00fcr Plastik zu begeistern, hat der Verband f\u00fcr Dritt- und Viertkl\u00e4ssler \u201eKunos coole Kunststoffkiste\u201c samt M\u00e4rchen mit einer \u201eKunststoff-Fee\u201c in petto. Eines der Experimente zeigt, wie sich verschiedene Kunststofffolien in Ber\u00fchrung mit Wasser verhalten. An einer perlt es ab, eine andere l\u00f6st sich auf. Zauberhaft! Es gibt aber auch weit subtilere Wege, das gew\u00fcnschte Produkt schon fr\u00fch in den Alltag der Menschen zu integrieren. So stellt der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Kooperation mit dem Schulbuchverlag Cornelsen ganze Chemieb\u00fccher f\u00fcr fortgeschrittenere Klassen her.<\/p>\n<p>Im \u201eRestaurant Il Punto\u201c gehen Politik und Lobby auf Tuchf\u00fchlung<\/p>\n<p>Ein paar Meter weiter residiert eine der \u00e4ltesten Interessenvertretungen des Landes, der 1871 gegr\u00fcndete Deutsche Brauer-Bund. Bei dessen exklusiven Partys f\u00fcr Parteivertreter flie\u00dft nicht nur jede Menge Bier, die ausgew\u00e4hlten und einflussreichen G\u00e4ste k\u00f6nnen auch einen Ehrentitel verliehen bekommen. \u201eBotschafter des Bieres\u201c war 2024 CDU-Generalsekret\u00e4r Carsten Linnemann, seine Nachfolgerin ist die Ministerpr\u00e4sidentin des Saarlandes, Anke Rehlinger (SPD). Der Gr\u00fcne Cem \u00d6zdemir war 2014 Bier-Botschafter, Winfried Kretschmann 2017 \u2013 ihm will \u00d6zdemir 2026 als Ministerpr\u00e4sident Baden-W\u00fcrttembergs nachfolgen. Daf\u00fcr lud der Ex-Bundesern\u00e4hrungsminister potenzielle W\u00e4hler zuletzt etwa zum (Frei-) \u201eBier mit Cem\u201c. An g\u00fcnstigen Preisen, der niedrig angesetzten Altersgrenze und dem liberalen Umgang mit Bier l\u00e4sst sich die erfolgreiche Lobbyarbeit der Branche gut erkennen.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle Unternehmerinnen unter Ihnen, die immer schon einmal einen Sozialdemokraten mieten wollten, um Ihre Interessen in der Politik unterzubringen, k\u00f6nnte das von au\u00dfen doch recht unscheinbare Restaurant Il Punto interessant sein. Hier l\u00e4sst es sich zu gehobenen Preisen bei hochwertiger italienischer K\u00fcche in exklusiver Gesellschaft speisen. Wie schon in den 2010er Jahren, in denen der sogenannte \u201eRent a Sozi\u201c-Skandal f\u00fcr Furore sorgte, <a href=\"https:\/\/www.zdfheute.de\/video\/frontal\/frontal-21-rent-a-sozi-affaere-gesponsorte-treffen-mit-spd-politikern-100.html\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">nachdem ein investigatives Team des ZDF den SPD-Politiker Heiko Maas hier beim Abendessen mit einem Unternehmer gefilmt hatte<\/a>. Zwischen 2.000 und 4.000 Euro musste man damals f\u00fcr ein Essen mit Maas oder Parteifreundin Andrea Nahles hinbl\u00e4ttern. Das Restaurant war nach der Wende samt Regierung von Bonn nach Berlin gezogen und schon immer ein Ort, an dem Politik und Lobby auf Tuchf\u00fchlung gehen konnten.<\/p>\n<p>Auch am Brandenburger Tor verbirgt sich ein Ort, an dem Politik und Wirtschaft auf ganz eigene Weise zusammenfinden. Versteckt auf der S\u00fcdseite des Hotels Adlon befindet sich ein exklusiver Society-Club, dessen Zugang streng \u00fcber Mitgliedschaften reguliert ist. Deutsche Mitglieder zahlen einmalig 15.000 Euro, ausl\u00e4ndische hingegen nur 10.000 Euro, denn diese sind in dem internationalen Club gern gesehen. Doch selbst wenn Sie das n\u00f6tige Geld tats\u00e4chlich zur Hand h\u00e4tten, w\u00fcrde das keineswegs bedeuten, dass man Ihnen auch Zutritt gew\u00e4hrt. Erst einmal w\u00fcrde eine Jury bestimmen, ob bei Ihnen eine ausreichende gesellschaftliche Relevanz besteht.<\/p>\n<p>Diskretion ist im China-Club eines der h\u00f6chsten Gebote<\/p>\n<p>Hier \u00fcber den D\u00e4chern Berlins hat <a href=\"https:\/\/table.media\/berlin\/talk-of-the-town\/intensive-verbindung-wie-die-cdu-mit-frank-gotthardt-ein-unternehmen-gruenden-wollte-und-welche-rolle-julia-kloeckner-dabei-spielte\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">laut Table Media <\/a>2023 ein erstes Gespr\u00e4ch \u00fcber eine Kooperation zwischen dem IT-Unternehmer und <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/guenter-klein\/bei-ihm-feierte-julia-kloeckners-cdu-wer-ist-nius-finanzier-frank-gotthardt\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Nius-Finanzier Frank Gotthardt<\/a> und der CDU-Spitze um die damalige Schatzmeisterin Julia Kl\u00f6ckner und Parteichef Merz stattgefunden, \u00fcber eine \u201eCDU App GmbH\u201c, zu der es dann nicht kam.<\/p>\n<p>Vor einer Fahrstuhlt\u00fcr ist ein roter Teppich mit Logo des China-Clubs ausgerollt und \u00fcber einer goldenen Klingel erfasst eine Kamera, wer ganz nach oben will. Diskretion ist im China-Club eines der h\u00f6chsten Gebote. Hat man es doch geschafft, erwartet einen die feinste chinesische K\u00fcche, die jener Koch zubereitet, der im wahrsten Sinne des Wortes eine Lizenz zum T\u00f6ten besitzt. Denn lebendiger Fisch darf, anders als im China-Club, in Deutschland eigentlich nicht in Restaurants verarbeitet werden. Neben dem exklusiven Restaurant gibt es eine Bibliothek, ein Spa und edelste private R\u00e4umlichkeiten.<\/p>\n<p>Hier endet unsere Reise nun. Da, wo Politik und Wirtschaft sich unseres Blickes entziehen, um mal die F\u00fc\u00dfe hochzulegen oder eben Dinge zu besprechen, die uns am Ende dann doch alle betreffen.<\/p>\n<p>Placeholder image-1<\/p>\n<p><strong>Wie viel Einfluss haben<\/strong> Business-Interessen auf die Politik? Diese Frage ist seit der \u00dcbernahme der Regierungsgesch\u00e4fte von Schwarz-Rot noch virulenter. Immerhin war Bundeskanzler Friedrich Merz bis 2020 als Blackrock-Lobbyist t\u00e4tig \u2013 und in den USA sitzt gleich ein Milliard\u00e4r im Wei\u00dfen Haus.<\/p>\n<p><strong>In unserer mehrteiligen Serie \u201e<a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/thema\/regiert-uns-die-wirtschaft\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Regiert uns die Wirtschaft?<\/a>\u201c<\/strong> schauen wir auf die Situation in Deutschland, den Vereinigten Staaten und anderen Teilen der Welt. Was hilft wirklich gegen die \u201estille \u00dcbermacht\u201c des Lobbyismus?<\/p>\n<p>\n    en\u201c durch das Regierungsviertel der deutschen Hauptstadt an. An einem Samstag im August hat der Freitag an einer solchen F\u00fchrung teilgenommen. Also lassen Sie sich mitrei\u00dfen von einer Reise durchs Zentrum der Macht, begeben Sie sich auf die Spuren obskurer Plastik-Experimente und blicken Sie hinter die Mythen des sagenumwobenen \u201eChina-Clubs\u201c \u2013 einer Deal-Schmiede, deren Fahrstuhlt\u00fcren der \u00d6ffentlichkeit gegen\u00fcber stets verschlossen bleiben.Wo die \u201eInitiative Neue Soziale Marktwirtschaft\u201c f\u00fcr l\u00e4ngere Arbeitszeiten trommeltUnsere Reise beginnt in der Georgenstra\u00dfe 22, dort hat sich die Initiative Neue soziale Marktwirtschaft (INSM) niedergelassen. Mit f\u00fcnf Millionen Euro j\u00e4hrlich finanziert der Arbeitgeberverband Gesamtmetall nicht nur deren Miete, sondern zahlt auch f\u00fcr die Vertretung der Interessen der 7.100 Mitgliedsunternehmen, unter denen sich Schwergewichte der Elektro- und Metallindustrie wie Siemens, BMW, Bosch, Thyssenkrupp und Continental befinden. Ein Interesse der Konzerne: l\u00e4ngere Arbeitszeiten.Um die Bev\u00f6lkerung von dieser Idee zu \u00fcberzeugen, k\u00f6nnte man \u00fcber bestimmte reichweitenstarke Medien verbreiten, dass wir uns eine Rente mit 63 wirtschaftlich nicht mehr leisten k\u00f6nnen. Genau darauf wiesen Jens Spahn (CDU) und der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der INSM gemeinsam in der Bild hin. Ein echter Schulterschluss! Der heutige Bundeskanzler war gar Gr\u00fcndungsmitglied des F\u00f6rdervereins der INSM, die zusammen mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung Friedrich Merz 2005 als \u201eReformer des Jahres\u201c auszeichnete.Weiter geht es in die Neust\u00e4dtische Kirchstra\u00dfe 8, wo sich auf einem bronzefarbenen Klingelschild neben etlichen Verbands- und Unternehmensnamen auch noch der ausgekratzte Name von Plasticseurope erahnen l\u00e4sst. Um schon die J\u00fcngsten so fr\u00fch wie m\u00f6glich f\u00fcr Plastik zu begeistern, hat der Verband f\u00fcr Dritt- und Viertkl\u00e4ssler \u201eKunos coole Kunststoffkiste\u201c samt M\u00e4rchen mit einer \u201eKunststoff-Fee\u201c in petto. Eines der Experimente zeigt, wie sich verschiedene Kunststofffolien in Ber\u00fchrung mit Wasser verhalten. An einer perlt es ab, eine andere l\u00f6st sich auf. Zauberhaft! Es gibt aber auch weit subtilere Wege, das gew\u00fcnschte Produkt schon fr\u00fch in den Alltag der Menschen zu integrieren. So stellt der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Kooperation mit dem Schulbuchverlag Cornelsen ganze Chemieb\u00fccher f\u00fcr fortgeschrittenere Klassen her.Im \u201eRestaurant Il Punto\u201c gehen Politik und Lobby auf Tuchf\u00fchlungEin paar Meter weiter residiert eine der \u00e4ltesten Interessenvertretungen des Landes, der 1871 gegr\u00fcndete Deutsche Brauer-Bund. Bei dessen exklusiven Partys f\u00fcr Parteivertreter flie\u00dft nicht nur jede Menge Bier, die ausgew\u00e4hlten und einflussreichen G\u00e4ste k\u00f6nnen auch einen Ehrentitel verliehen bekommen. \u201eBotschafter des Bieres\u201c war 2024 CDU-Generalsekret\u00e4r Carsten Linnemann, seine Nachfolgerin ist die Ministerpr\u00e4sidentin des Saarlandes, Anke Rehlinger (SPD). Der Gr\u00fcne Cem \u00d6zdemir war 2014 Bier-Botschafter, Winfried Kretschmann 2017 \u2013 ihm will \u00d6zdemir 2026 als Ministerpr\u00e4sident Baden-W\u00fcrttembergs nachfolgen. Daf\u00fcr lud der Ex-Bundesern\u00e4hrungsminister potenzielle W\u00e4hler zuletzt etwa zum (Frei-) \u201eBier mit Cem\u201c. An g\u00fcnstigen Preisen, der niedrig angesetzten Altersgrenze und dem liberalen Umgang mit Bier l\u00e4sst sich die erfolgreiche Lobbyarbeit der Branche gut erkennen.F\u00fcr alle Unternehmerinnen unter Ihnen, die immer schon einmal einen Sozialdemokraten mieten wollten, um Ihre Interessen in der Politik unterzubringen, k\u00f6nnte das von au\u00dfen doch recht unscheinbare Restaurant Il Punto interessant sein. Hier l\u00e4sst es sich zu gehobenen Preisen bei hochwertiger italienischer K\u00fcche in exklusiver Gesellschaft speisen. Wie schon in den 2010er Jahren, in denen der sogenannte \u201eRent a Sozi\u201c-Skandal f\u00fcr Furore sorgte, nachdem ein investigatives Team des ZDF den SPD-Politiker Heiko Maas hier beim Abendessen mit einem Unternehmer gefilmt hatte. Zwischen 2.000 und 4.000 Euro musste man damals f\u00fcr ein Essen mit Maas oder Parteifreundin Andrea Nahles hinbl\u00e4ttern. Das Restaurant war nach der Wende samt Regierung von Bonn nach Berlin gezogen und schon immer ein Ort, an dem Politik und Lobby auf Tuchf\u00fchlung gehen konnten.Auch am Brandenburger Tor verbirgt sich ein Ort, an dem Politik und Wirtschaft auf ganz eigene Weise zusammenfinden. Versteckt auf der S\u00fcdseite des Hotels Adlon befindet sich ein exklusiver Society-Club, dessen Zugang streng \u00fcber Mitgliedschaften reguliert ist. Deutsche Mitglieder zahlen einmalig 15.000 Euro, ausl\u00e4ndische hingegen nur 10.000 Euro, denn diese sind in dem internationalen Club gern gesehen. Doch selbst wenn Sie das n\u00f6tige Geld tats\u00e4chlich zur Hand h\u00e4tten, w\u00fcrde das keineswegs bedeuten, dass man Ihnen auch Zutritt gew\u00e4hrt. Erst einmal w\u00fcrde eine Jury bestimmen, ob bei Ihnen eine ausreichende gesellschaftliche Relevanz besteht.Diskretion ist im China-Club eines der h\u00f6chsten GeboteHier \u00fcber den D\u00e4chern Berlins hat laut Table Media 2023 ein erstes Gespr\u00e4ch \u00fcber eine Kooperation zwischen dem IT-Unternehmer und Nius-Finanzier Frank Gotthardt und der CDU-Spitze um die damalige Schatzmeisterin Julia Kl\u00f6ckner und Parteichef Merz stattgefunden, \u00fcber eine \u201eCDU App GmbH\u201c, zu der es dann nicht kam.Vor einer Fahrstuhlt\u00fcr ist ein roter Teppich mit Logo des China-Clubs ausgerollt und \u00fcber einer goldenen Klingel erfasst eine Kamera, wer ganz nach oben will. Diskretion ist im China-Club eines der h\u00f6chsten Gebote. Hat man es doch geschafft, erwartet einen die feinste chinesische K\u00fcche, die jener Koch zubereitet, der im wahrsten Sinne des Wortes eine Lizenz zum T\u00f6ten besitzt. Denn lebendiger Fisch darf, anders als im China-Club, in Deutschland eigentlich nicht in Restaurants verarbeitet werden. Neben dem exklusiven Restaurant gibt es eine Bibliothek, ein Spa und edelste private R\u00e4umlichkeiten.Hier endet unsere Reise nun. Da, wo Politik und Wirtschaft sich unseres Blickes entziehen, um mal die F\u00fc\u00dfe hochzulegen oder eben Dinge zu besprechen, die uns am Ende dann doch alle betreffen.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Initiative Lobbycontrol bietet Stadtf\u00fchrungen durch Berlins Regierungsviertel an. 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