{"id":386244,"date":"2025-08-31T10:35:35","date_gmt":"2025-08-31T10:35:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/386244\/"},"modified":"2025-08-31T10:35:35","modified_gmt":"2025-08-31T10:35:35","slug":"kensington-vertrag-in-diesen-bereichen-arbeiten-deutschland-und-grossbritannien-besser-zusammen-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/386244\/","title":{"rendered":"Kensington-Vertrag: In diesen Bereichen arbeiten Deutschland und Gro\u00dfbritannien besser zusammen &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Es gab keine Kutschen oder Reiter, nicht einmal Musik. Der Bundeskanzler ist am Donnerstagmorgen auf dem Flughafen Stansted nord\u00f6stlich von London gelandet, anschlie\u00dfend wurde die Delegation in gew\u00f6hnlichen Kraftfahrzeugen in die Innenstadt gebracht. Der Antrittsbesuch von <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Friedrich_Merz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Friedrich Merz<\/a> (<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/CDU\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CDU<\/a>) bei seinem Kollegen Keir Starmer in London war, anders als der Besuch von Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron vergangene Woche, kein Staatsbesuch mit royalem Pomp. An der Relevanz der Reise \u00e4nderte das wenig: Merz und Starmer unterschrieben einen Vertrag, den beide als ersten seiner Art seit dem Zweiten Weltkrieg bezeichneten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Der Freundschaftsvertrag sei \u201ehistorisch f\u00fcr die deutsch-britischen Beziehungen\u201c, sagte Kanzler Merz. Das Dokument hei\u00dft nach dem Stadtteil, in dem es unterschrieben wurde, Kensington, im dortigen Victoria &amp; Albert Museum trafen sich Merz und Starmer am Donnerstagmittag. Das Museum ist nach der britischen Queen Victoria und deren deutschem Gatten Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha benannt.<\/p>\n<p>Der Kensington-Vertrag soll Sch\u00fclerreisen wieder vereinfachen<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Der Kensington-Vertrag soll das Verh\u00e4ltnis der beiden L\u00e4nder f\u00fcr Jahrzehnte pr\u00e4gen. Angeh\u00e4ngt an den Vertrag ist eine 17 Projekte umfassende Liste, die Starmer einen \u201epraktischen Arbeitsplan\u201c nannte. Der Vertrag selbst ist knapp 30 Seiten lang und umfasst in f\u00fcnf Kapiteln die Bereiche Sicherheit, Verteidigung, Migration, Wirtschaft sowie einen Punkt, der mit \u201eOffene Gesellschaften\u201c umschrieben wird. Damit sollen \u201edie Kontakte zwischen den Menschen wieder gest\u00e4rkt werden\u201c, sagte Merz am sp\u00e4ten Nachmittag bei einer Pressekonferenz der beiden Regierungschefs im Airbus-Werk in Stevenage, nordwestlich von London. Vor allem die Jugendmobilit\u00e4t liege ihm am Herzen, denn in diesem Punkt, sagte Merz, sei \u201eder Brexit besonders schmerzlich sp\u00fcrbar geworden\u201c. Sch\u00fclerreisen sollen k\u00fcnftig durch Sammellisten erleichtert werden, die das seit dem Brexit obligatorische Mitf\u00fchren eines Reisepasses unn\u00f6tig machen. Au\u00dferdem soll eine direkte Zugverbindung zwischen der Insel und <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Deutschland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschland<\/a> realisiert werden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Im Vereinigten K\u00f6nigreich liegt eine bessere Beziehung mit EU-L\u00e4ndern wie Deutschland, gesellschaftlich gesehen, durchaus\u00a0 im Trend. Der Thinktank \u201eBritish Foreign Policy Group\u201c <a href=\"https:\/\/bfpg.co.uk\/2025\/07\/2025-annual-survey-of-uk-public-opinion-on-foreign-policy\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ver\u00f6ffentlichte am Donnerstag eine Umfrage<\/a>, nach der eine Mehrheit der Briten den USA \u2013\u00a0dem in London gerne sogenannten \u201especial partner\u201c \u2013misstraut. Stattdessen wollen 62 Prozent der Briten eine engere Zusammenarbeit mit der EU. Entsprechend bem\u00fchte sich Premierminister Starmer in den vergangenen Monaten mit diversen Reisen und Gipfeln, das immer noch sp\u00fcrbare Brexit-Trauma abzumildern.<\/p>\n<p>\u201eEs ist \u00fcberf\u00e4llig, dass wir einen solchen Vertrag abschlie\u00dfen.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">In Berlin wiederum hei\u00dft es, man k\u00f6nne froh sein, dass Starmer auf <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Europa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europa<\/a> setze. Der konservativ-rechte Merz und der progressiv-linke Starmer kommen zwar aus unterschiedlichen politischen Lagern, das Verh\u00e4ltnis der beiden sei aber \u201eexzellent\u201c, hei\u00dft es in Diplomatenkreisen. Gemeinsam mit Macron reisten beide im Mai im selben Zug in die Ukraine.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">\u201eEs ist \u00fcberf\u00e4llig, dass wir einen solchen Vertrag miteinander abschlie\u00dfen\u201c, sagte Merz nach der Unterzeichnung im Museum. Bereits Merz\u2019 Vorg\u00e4nger Olaf Scholz (SPD) hatte darauf gedrungen, die Beziehung war allerdings mit Starmers Tory-Vorg\u00e4ngern oft schwierig. Seit Starmers Besuch bei Scholz in Berlin im vergangenen Jahr wurde dann konkret am Vertrag gearbeitet, weshalb Merz am Donnerstag auch \u201eausdr\u00fccklich der Vorg\u00e4ngerregierung danken\u201c wollte. Dass Merz das Grundger\u00fcst des Vertrages \u00fcbernommen und an einzelnen Stellen erweitert hat, wurde in London positiv registriert.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Beim Thema Migration wurde best\u00e4tigt, was schon Ende vergangenen Jahres in London vereinbart worden war: Dass Deutschland seine Gesetzgebung so ver\u00e4ndert, damit Betreiber von Lagerhallen belangt werden k\u00f6nnen, in denen Schleuser ihre Schlauchboote\u00a0f\u00fcr die Fahrten von Fl\u00fcchtlingen \u00fcber den \u00c4rmelkanal lagern. Gemeinsam wollen beide L\u00e4nder auch am Vorhaben festhalten, Langstreckenwaffen zu entwickeln, zudem sichern sich beide einander milit\u00e4rischen Beistand zu, sollte eines der beiden L\u00e4nder angegriffen werden. Die Zusage erg\u00e4nzt die Beistandspflicht aus Artikel f\u00fcnf des Nato-Vertrags.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Zwischen der Unterschrift im Museum und dem Besuch des Airbus-Werkes sprachen Merz und Starmer in Downing Street auch \u00fcber Themen wie die Situation in Gaza. Beide erneuerten ihre Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand und humanit\u00e4rer Hilfe. Auch \u00fcber die Lage in der Ukraine und die Rolle der USA wurde gesprochen: \u201eWir haben die Verabredung getroffen, dass wir der Ukraine neue Waffensysteme liefern, und dass diese Systeme durch die USA f\u00fcr Europa ersetzt werden\u201c, sagte Merz, auch Trump habe zugesagt. Dies \u201eerh\u00f6ht den Druck auf Putin, endlich \u00fcber Frieden zu verhandeln\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Gerade seitdem in Washington Donald Trump regiert, hat sich die Zusammenarbeit in Verteidigung und Sicherheit in Europa intensiviert. \u201eWir als E3 r\u00fccken eng zusammen\u201c, so formulierte es Merz, und meinte damit Frankreich, Deutschland und das Vereinigte K\u00f6nigreich. \u201ePartnership with purpose\u201c, so nannte Starmer am Tag der neuen Einheit das B\u00fcndnis: eine Partnerschaft mit Sinn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es gab keine Kutschen oder Reiter, nicht einmal Musik. 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