{"id":387212,"date":"2025-08-31T23:06:21","date_gmt":"2025-08-31T23:06:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/387212\/"},"modified":"2025-08-31T23:06:21","modified_gmt":"2025-08-31T23:06:21","slug":"ich-hatte-immer-den-drang-in-eine-grossstadt-zurueckzuwollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/387212\/","title":{"rendered":"Ich hatte immer den Drang, in eine Gro\u00dfstadt zur\u00fcckzuwollen"},"content":{"rendered":"<p>\tAm Sp\u00e4ti in Karlshorst<br \/>\n\t &#8211; <\/p>\n<p>\t\t&#8222;Ich hatte immer den Drang, in eine Gro\u00dfstadt zur\u00fcckzuwollen&#8220;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1756681581_828_size=708x398.jpg\" alt=\"Grafik:Eine Person zeigt auf eine Lottoreklame.(Quelle:rbb)\" title=\"Grafik:Eine Person zeigt auf eine Lottoreklame.(Quelle:rbb)\" id=\"2057794367\"\/>Bild: rbb<\/p>\n<p>Die meisten Berliner wohnen au\u00dferhalb des Rings. Zwei rbb|24-Reporter sprechen dort Leute am Sp\u00e4ti an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Ur-Berlinerin, die sich nach einigen Jahren in der Kleinstadt nach dem Gro\u00dfstadtleben gesehnt hat.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_441404470\"\/><\/p>\n<p>rbb|24 will mit den Gespr\u00e4chsprotokollen, die &#8222;Am Sp\u00e4ti&#8220; entstanden sind, Einblicke in verschiedene Gedankenwelten geben und Sichtweisen dokumentieren, ohne diese zu bewerten oder einzuordnen. Sie geben die Meinungen der Gespr\u00e4chspartner wieder.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/teaserbox_775429341\"\/><\/p>\n<p><b>Wer: <\/b>Rentnerin und Ostberlinerin<br \/><b>Alter: <\/b>68<br \/><b>Uhrzeit: <\/b>12:53 Uhr<br \/><b>Gekauft:<\/b> nichts, nur ein Paket abgegeben<br \/><b>Woher:<\/b> vom Arzt<br \/><b>Wohin: <\/b>einkaufen<br \/><b>Sp\u00e4ti: <\/b>eher ein Lottoladen, auf der einen Seite die ewige Baustelle Treskowallee, auf der anderen eine ruhige Familienwohngegend, viel Paketkundschaft<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text\"\/><\/p>\n<p>Ich wohne seit 2016 in Karlshorst. Vorher habe ich in Potsdam gewohnt, habe dann aber begonnen in Berlin zu arbeiten und da war mir meine Zeit zu schade, immer so weit zu fahren jeden Tag. Ich bin in Sch\u00f6neweide aufgewachsen. Ich bin <b>Ostberlinerin<\/b>. Meine Eltern und meine Schwester haben auch sp\u00e4ter noch l\u00e4nger in Karlshorst gewohnt. Meine Schwester ist dann umgezogen. Und dann habe ich gesagt: Okay, dann nehme ich ihre Wohnung.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sie schaut freundlich und wirkt gespannt auf das Gespr\u00e4ch, plaudert drauf los. <\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_545800410\"\/><\/p>\n<p>Ich kenne Karlshorst schon richtig lange, schon aus DDR Zeiten. Da wohnten meine Gro\u00dfeltern hier. Es war eigentlich immer so ein bisschen eine gem\u00fctliche Ecke, eine sehr nette Wohngegend. Damals wohnten auch noch viele Russen hier. Seitdem hat sich nat\u00fcrlich einiges ver\u00e4ndert. Die Russen sind gegangen, es sind aber offensichtlich noch einige geblieben, denn ab und zu h\u00f6rt man die Sprache noch hier in der Ecke.<\/p>\n<p>Sehr sch\u00f6n finde ich, dass man schnell in der <b>Natur<\/b> ist \u2013 in der Wuhlheide kann man sch\u00f6ne Spazierg\u00e4nge machen, K\u00f6penick ist nicht weit. Was ich richtig toll finde, ist die <b>Anbindung<\/b>: S-Bahn, Stra\u00dfenbahnen, Busse, auch die U-Bahn ist nicht weit. Der Tierpark ist auch in der N\u00e4he. Ich finde es klasse, dass ich mobil bin, ohne das Auto zu brauchen.<\/p>\n<p>Man hat alles, was man zum Leben braucht: \u00c4rzte, Apotheken, Einkaufsm\u00f6glichkeiten.Wir fahren auch ins <b>Stadtzentrum<\/b> \u2013 Alex, Ku&#8217;damm. Seit ich letztes Jahr in Rente gegangen bin, habe ich mir vorgenommen, Berlin besser kennenzulernen. Man bleibt oft in seiner Ecke und kennt viele sch\u00f6ne Bezirke gar nicht. Irgendwann habe ich eine tolle rbb-Sendung gesehen, in der es um Ecken von Berlin geht, die man gar nicht so kennt.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1293538010\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mittlerweile stehen wir uns nicht mehr gegen\u00fcber, sondern nebeneinander und gucken beide in Richtung Wohngegend.<\/p>\n<p>Die Wohnung, die wir haben, ist noch erschwinglich von der <b>Miete<\/b> her. Es ist aber auch von der Bewohnerstruktur her sehr angenehm. Es sind junge Familien mit Kindern, die hergezogen sind. Sehr nett, sehr angenehm. Und eben \u00e4ltere Leute. Also sowas wie ein b\u00fcrgerliches Klientel. Besser kann etwa sja trotzdem immer werden. Es wird unheimlich viel gebaut, zum Beispiel der Karlsgarten, wo viele Mehrfamilienh\u00e4user gebaut wurden. Und die Infrastruktur zieht nicht nach.<\/p>\n<p>Wir brauchen Kinderg\u00e4rten, wir brauchen Schulen und ich glaube auch <b>Einkaufsm\u00f6glichkeiten<\/b>. Wenn man Richtung Rummelsburger geht, da ist ein riesengro\u00dfes Neubaugebiet entstanden. Und da ist nichts weiter au\u00dfer einer Schule.<\/p>\n<p>Ich habe in der Veranstaltungsbranche gearbeitet, zuletzt in der Uber Arena. Ich gehe momentan noch ein Mal die Woche arbeiten und genie\u00dfe ansonsten einfach erst mal so die Zeit. Und das finde ich ganz sch\u00f6n. Ich habe Enkelkinder, die ich dann besuche.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_0\"\/><\/p>\n<p>Ich habe jahrelang in der N\u00e4he von Cottbus in der Kleinstadt Forst gewohnt. Ich habe mich aber immer als Berlinerin gef\u00fchlt. Durch mein Studium und die Familiengr\u00fcndung bin ich dort erstmal nicht mehr weggekommen. Aber ich hatte immer den Drang, in eine <b>Gro\u00dfstadt<\/b> wieder zur\u00fcckzuziehen. Mit damals 35.000 Einwohnern wurde mir das zu eng in Forst. Ich kannte irgendwann zu viele Menschen.<\/p>\n<p>Eine Gro\u00dfstadt ist etwas anderes. Man hat nat\u00fcrlich viel mehr M\u00f6glichkeiten, was die Freizeit betrifft, und auch so &#8211; es ist irgendwie so kleinkariert gewesen in Forst. Das war nicht so meins. Ich m\u00f6chte was erleben und ich m\u00f6chte auch dieses Gro\u00dfstadt-Feeling haben. Und auf der anderen Seite bin ich ja ruckzuck im Gr\u00fcnen und habe die Ruhe.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Und das Gegenteil von kleinkariert ist f\u00fcr Sie?<\/p>\n<p>Na, ein bisschen weltoffener. Also sich nicht \u00fcber jeden Pups aufregen. Ich mag auch diese <b>Anonymit\u00e4t<\/b>, die manch anderer nicht mag. In meinem Wohnhaus haben wir eine tolle Hausgemeinschaft, machen auch bald ein Fest. Man kann hier halt einfach sein, wie man ist. Mein Mann ist aus einem 200-Seelen-Dorf nach Berlin gezogen. Der hatte das andere Extrem &#8211; und der genie\u00dft sein Leben hier auch.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1\"\/><\/p>\n<p>Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Anna Bordel, rbb|24<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/teaserbox_515852732\"\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\tAlle &#8222;Am Sp\u00e4ti&#8220;-Beitr\u00e4ge <\/p>\n<p><a class=\"ico ico_arrow_wide_up\" title=\"An den Anfang\" href=\"#top\">  <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Sp\u00e4ti in Karlshorst &#8211; &#8222;Ich hatte immer den Drang, in eine Gro\u00dfstadt zur\u00fcckzuwollen&#8220; Bild: rbb Die meisten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":387213,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,30],"class_list":{"0":"post-387212","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115125890861030412","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/387212","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=387212"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/387212\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/387213"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=387212"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=387212"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=387212"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}