{"id":387271,"date":"2025-08-31T23:37:12","date_gmt":"2025-08-31T23:37:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/387271\/"},"modified":"2025-08-31T23:37:12","modified_gmt":"2025-08-31T23:37:12","slug":"muenster-hohenroda-talkaholics-was-hilft-wenn-das-gegenueber-redet-und-redet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/387271\/","title":{"rendered":"M\u00fcnster\/Hohenroda | Talkaholics: Was hilft, wenn das Gegen\u00fcber redet und redet"},"content":{"rendered":"<p>M\u00fcnster\/Hohenroda (dpa\/tmn) &#8211; Sie sprechen quasi ohne Punkt und Komma. Manche Menschen haben einen offensichtlichen Drang zum Reden. Das kann dem Gegen\u00fcber geh\u00f6rig auf die Nerven gehen. Zum Beispiel die Kollegin, die bei der Teambesprechung Monologe h\u00e4lt. Der Nachbar, der einen beim Treffen offenkundig ohne Pause zutextet. Die Freundin, die in einem fort auf einen einredet und einem keinen Raum gibt, dass man selbst etwas erz\u00e4hlt. Solche Menschen hei\u00dfen auch \u00abTalkaholics\u00bb.<\/p>\n<p>Und h\u00e4ufig ist ihnen nicht bewusst, dass ihr ununterbrochener Redefluss andere st\u00f6ren kann. Denn mitunter sendet das Gegen\u00fcber ein falsches Signal. Michaela Albrecht, Kommunikationstrainerin im hessischen Hohenroda, nennt ein Beispiel: \u00abWenn jemand zu dem Redeschwall des Gegen\u00fcbers aus H\u00f6flichkeit nickt, obgleich es ihn nervt, kann dies der \u00fcberm\u00e4\u00dfig mitteilsame Mensch als Interesse deuten\u00bb, sagt sie.\u00a0<\/p>\n<p>Welche Ursachen ein gesteigertes Redebed\u00fcrfnis haben kann<\/p>\n<p>Wenn jemand ununterbrochen redet und dem oder der anderen keine Gelegenheit l\u00e4sst, selbst etwas zu sagen, kann dies unterschiedliche Ursachen haben.<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Einsamkeit: \u00abManche leben allein und haben kaum jemand, mit dem sie sprechen k\u00f6nnen\u00bb, sagt Judith Lurweg, Systemische Therapeutin in M\u00fcnster. Treffen diese Menschen dann auf andere und sehen die M\u00f6glichkeit, lange Ungesagtes zu sagen, machen sie es auch: \u00abEs ist, als wenn sich etwas in ihnen l\u00f6st und Angestautes nach au\u00dfen dr\u00e4ngt\u00bb so Lurweg.<br \/>\u00a0<\/li>\n<li>Unsicherheit: Andere reden unaufh\u00f6rlich in der Erwartung, dass sie Best\u00e4tigung erhalten. \u00abSie sind sich unsicher, ob es richtig ist, was sie tun oder wie sie sich verhalten\u00bb, sagt Lurweg, \u00abund wollen das mit einem Redeschwall ausgleichen\u00bb.<br \/>\u00a0<\/li>\n<li>Pers\u00f6nlichkeitseigenschaft: Manchen wurde als Kind nicht zugeh\u00f6rt \u2013 und das kompensieren sie als Erwachsene damit, dass sie reden und erwarten, dass andere ihnen zuh\u00f6ren. \u00abAndere sind es einfach gewohnt, dass man ihnen zuh\u00f6rt und reden allein deshalb unaufh\u00f6rlich\u00bb, so Lurweg. Dieses Muster sei aufgrund der geschlechtlichen Sozialisation \u00f6fter bei M\u00e4nnern im Verhalten gegen\u00fcber Frauen anzutreffen. Die Frauen f\u00fcgten sich und h\u00f6rten zu, obwohl sie genervt sind, weil sie gelernt haben, zu gefallen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00abMitunter hat es auch etwas mit dem Alter zu tun, weshalb manche Menschen unaufh\u00f6rlich auf andere einreden\u00bb, sagt Albrecht. Je \u00e4lter man ist, desto mehr hat man zumeist erlebt \u2013 und manche \u00c4ltere versp\u00fcren den Drang, die dabei gemachten Erfahrungen weiterzugeben, damit andere davon profitieren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Tipps f\u00fcr den Umgang mit \u00abTalkaholics\u00bb<\/p>\n<p>Wie man auf jemanden am besten reagiert, der oder die unaufh\u00f6rlich redet, h\u00e4ngt davon ab, in welchem Zusammenhang die Kommunikation erfolgt. \u00abIm beruflichen Kontext, zum Beispiel bei einer Teambesprechung, k\u00f6nnen Strukturen mit festgelegten Sprechzeiten daf\u00fcr sorgen, dass die Wortmeldung eines Teammitglieds sich nicht in die L\u00e4nge zieht\u00bb, so Albrecht.<\/p>\n<p>Und wenn der Vielredner oder die Vielrednerin aus dem pers\u00f6nlichen Umfeld kommt? \u00abHier sollten sich Menschen, die sich vom Wortschwall ihres Gegen\u00fcbers genervt f\u00fchlen, Fragen stellen\u00bb, sagt Albrecht. Etwa: Wie wichtig ist mir die Beziehung zu dieser Person? Will ich sie vor den Kopf sto\u00dfen und mich wom\u00f6glich von ihr abwenden? Oder will ich, dass es statt Monologe ein echtes Miteinander gibt? L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten:<\/p>\n<p>1. Unterbrechen<\/p>\n<p>Wenn das Gespr\u00e4ch etwa mit der guten Freundin zu einseitig ist und sie diejenige ist, die unaufh\u00f6rlich erz\u00e4hlt, sollte man sie freundlich, aber bestimmt unterbrechen. \u00abDann geht es nicht darum, sie mit Vorw\u00fcrfen zu \u00fcberh\u00e4ufen nach dem Motto &#8222;Was textest Du mich eigentlich so zu?&#8220;, sondern in Ich-Formulierungen zu sprechen\u00bb, sagt Lurweg.<\/p>\n<p>Also etwa: \u00abIch habe den Eindruck, dass Du mehr redest als ich und mir keine Gelegenheit gibst, dass ich auch etwas aus meinem Leben erz\u00e4hlen kann.\u00bb Oder: \u00abHey, ich kann Dir gerade nicht so konzentriert zuh\u00f6ren, weil Du schon l\u00e4ngere Zeit redest; lass mich mal was sagen.\u00bb<\/p>\n<p>2. Gesten<\/p>\n<p>Auch die K\u00f6rpersprache kann dabei helfen, dem Gegen\u00fcber zu signalisieren: Ich m\u00f6chte etwas sagen. \u00abDas kann etwa sein, indem man die Hand hebt oder mit einem Finger auf den anderen zeigt\u00bb, sagt Albrecht.<\/p>\n<p>3.\u00a0Grenzen setzen<\/p>\n<p>\u00abEin Gespr\u00e4ch ist ein Austausch und kein Monolog\u00bb, erkl\u00e4rt Lurweg. Dies sollte man dem oder der anderen unmissverst\u00e4ndlich klarmachen und ihn zuvor freundlich in seinem Redefluss unterbrechen. Je nach Situation kann es auch hilfreich sein, dem oder der anderen mitzuteilen, dass man nicht bereit ist, l\u00e4nger zuzuh\u00f6ren \u2013 etwa, weil man in Zeitdruck ist. Dann verabredet man sich wom\u00f6glich zu einem weiteren Gespr\u00e4ch. Und der- oder diejenige, die ununterbrochen zugeh\u00f6rt hat, sagt dann etwa: \u00abBeim n\u00e4chsten Mal erz\u00e4hle ich auch etwas von mir.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00fcnster\/Hohenroda (dpa\/tmn) &#8211; Sie sprechen quasi ohne Punkt und Komma. 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