{"id":387328,"date":"2025-09-01T00:10:19","date_gmt":"2025-09-01T00:10:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/387328\/"},"modified":"2025-09-01T00:10:19","modified_gmt":"2025-09-01T00:10:19","slug":"deutschland-ist-meine-heimat-geworden-die-heimat-die-ich-zuvor-nie-hatte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/387328\/","title":{"rendered":"\u201eDeutschland ist meine Heimat geworden &#8211; die Heimat, die ich zuvor nie hatte.&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/nsb-hiba-abu-hamideh_img_8420-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-342359 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/nsb-hiba-abu-hamideh_img_8420-1.jpg\" alt=\"Hiba Abu Hamideh steht am Computer\" width=\"999\" height=\"609\"  \/><\/a>Eine R\u00fcckkehr nach Syrien kann sich Hiba Abu Hamideh nicht vorstellen. Foto: Alex V\u00f6lkel f\u00fcr Nordstadtblogger.de<\/p>\n<p>Hiba Abu Hamideh verlie\u00df Damaskus 2018, um dem syrischen B\u00fcrgerkrieg zu entkommen. Die Flucht nach Deutschland war mit vielen H\u00fcrden und Gefahren verbunden. Heute hat sie in Dortmund Fu\u00df gefasst: Sie arbeitet beim Dortmunder Systemhaus \u201eDosys\u201c \u2013 also im IT-Bereich der Stadtverwaltung.<\/p>\n<p>Zwischen Krieg und Hoffnung: Die Flucht nach Deutschland<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich stammt Hiba Abu Hamidehs Familie aus Pal\u00e4stina. Ihre Gro\u00dfeltern flohen nach Syrien, wo sie in Damaskus geboren und aufgewachsen ist. 2015 schloss sie ihr Informatikstudium an der Universit\u00e4t Damaskus ab.<\/p>\n<p>Doch in ihrem Fach konnte sie nicht arbeiten. Im Krieg gab es zu wenig Lehrer, also fing sie an zu unterrichten: \u201eMir hat der Job sehr gut gefallen. Ich konnte mein Wissen mit der j\u00fcngeren Generation teilen.\u201c Doch die Lage im Land verschlechterte sich zusehendes. Als ihr Bruder zum Milit\u00e4r eingezogen werden sollte, flohen er und ihr Vater nach Deutschland.<\/p>\n<p>Weil Abu Hamideh und ihre Schwester \u00e4lter waren als 18 Jahre, kam eine Familienzusammenf\u00fchrung nicht in Frage. Deshalb machte sich die beiden 2018 selbst auf den Weg zu ihren Verwandten.\u201eDie Flucht war nicht einfach. Wir sind als erstes in die T\u00fcrkei geflohen. Da mussten wir zwei Jahre leben und arbeiten, bis wir schlie\u00dflich einen Schleuser fanden, der uns \u00fcber das Meer nach Griechenland brachte.\u201c<\/p>\n<p>Mit vielen anderen Gefl\u00fcchteten wagten sie in einem motorbetriebenen Schlauchboot die \u00dcberfahrt. Doch auf offener See ging pl\u00f6tzlich der Treibstoff aus. \u201eAlle an Bord gerieten in Panik. Meine Schwester und ich hatten den ganzen Tag nichts gegessen. Wir wollten nicht hungrig sterben. Also packten wir unsere Sandwiches aus und a\u00dfen in Ruhe. Wie durch ein Wunder haben wir es trotzdem ans Ufer geschafft.\u201c<\/p>\n<p>Ein Neubeginn w\u00e4hrend der Pandemie<\/p>\n<p>In Deutschland Fu\u00df zu fassen, war f\u00fcr Hiba Abu Hamideh zun\u00e4chst schwer. Vor allem die Sprache stellte eine gro\u00dfe H\u00fcrde dar. Aber sie besuchte Sprachkurse bis zum C1-Niveau und absolvierte von 2021 bis Ende 2022 eine Weiterbildung im Bereich Informatik.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nordstadtblogger.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/nsb-hiba-abu-hamideh_img_8347-1.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-342358 size-medium\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/nsb-hiba-abu-hamideh_img_8347-1-300x198.jpg\" alt=\"Hiba Abu Hamideh vor Dosys \" width=\"300\" height=\"198\"  \/><\/a>\u201eIch wollte unbedingt bei der Stadt arbeiten.\u201c Foto: Alex V\u00f6lkel f\u00fcr Nordstadtblogger.de<\/p>\n<p>Trotzdem war die Jobsuche schwierig: \u201eIch habe unz\u00e4hlige Bewerbungen geschrieben, aber ohne Erfolg. Ich wollte unbedingt bei der Stadt arbeiten, aber ich wusste nicht, wie ich mich daf\u00fcr bewerben soll.\u201c Schlie\u00dflich wandte sie sich an den Verein Train of Hope, der sie bei der Jobsuche unterst\u00fctzte.<\/p>\n<p>So fand Hiba Abu Hamideh schlie\u00dflich ihren Weg zu \u201eDosys\u201c. Das ist die IT-Abteilung der Stadt Dortmund, die Computer, Programme und digitale Dienste f\u00fcr die Stadt organisiert. \u201eAm Anfang war es schwer f\u00fcr mich. Ich habe w\u00e4hrend der Pandemie angefangen, als viele meiner Kolleg:innen im Homeoffice waren. Mittlerweile verstehe ich mich aber sehr gut mit ihnen.\u201c<\/p>\n<p>Heute arbeitet sie als Server-Administratorin. Sie und ihr Team k\u00fcmmern sich um die Drucker der Stadtverwaltung, geben Auftr\u00e4ge frei und kontrollieren die Prozesse. \u201eMeine Arbeit macht mir Spa\u00df.\u201c<\/p>\n<p>Deutschland als Chance \u2013 Syrien bleibt unsicher<\/p>\n<p>Auch ihrem Hobby, dem Singen, bleibt Hiba in Deutschland treu. Seit Jahren singt sie in einem arabischen Chor. \u201eDort habe ich sofort Anschluss gefunden und meiner Leidenschaft nachgehen k\u00f6nnen. Wir sind wie eine gro\u00dfe Familie.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nordstadtblogger.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/nsb-hiba-abu-hamideh_8527.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-342356 size-medium\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/nsb-hiba-abu-hamideh_8527-300x196.jpg\" alt=\"Hiba Abu Hamideh am Arbeitsplatz \" width=\"300\" height=\"196\"  \/><\/a>\u201eIch bin sehr dankbar, dass mir Deutschland so viele M\u00f6glichkeiten geboten hat.\u201c Foto: Alex V\u00f6lkel f\u00fcr Nordstadtblogger.de<\/p>\n<p>Die Umstellung in Deutschland sei anfangs nicht leicht gewesen: \u201eIn Syrien hatte man mehr Zeit f\u00fcr das soziale Leben. In Deutschland ist jeder sehr mit sich selbst besch\u00e4ftigt. Aber der Chor hat mir das Gef\u00fchl von Gemeinschaft zur\u00fcckgegeben.\u201c<\/p>\n<p>Die aktuelle Diskussion \u00fcber eine R\u00fcckf\u00fchrung von Syrer:innen sieht sie kritisch: \u201eSyrien ist immer noch sehr instabil. Ich finde es problematisch, dass die R\u00fcckf\u00fchrung so fr\u00fch schon thematisiert wird.\u201c<\/p>\n<p>Eine R\u00fcckkehr nach Syrien kann sich Hiba Abu Hamideh nicht vorstellen. Ihre Familie lebt mittlerweile in Deutschland, hier hat sie geheiratet und eine neue Heimat gefunden. \u201eIch bin sehr dankbar, dass mir Deutschland so viele M\u00f6glichkeiten geboten hat. Deutschland ist meine Heimat geworden \u2013 die Heimat, die ich zuvor nie hatte.\u201c<\/p>\n<p>Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch \u00fcber Unterst\u00fctzung!<\/p>\n<blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/steadyhq.com\/de\/nordstadtblogger\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-110646\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/steady-mod.png\" alt=\"Unterst\u00fctze uns auf Steady\" width=\"300\"\/><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>\u00a0<strong>Mehr auf dazu auf Nordstadtblogger:<\/strong><\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"2Vsz4ptjDf\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.nordstadtblogger.de\/erfolgreiche-beispiele-fuer-integration-in-dortmund-ja-wir-haben-es-geschafft\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Erfolgreiche Beispiele f\u00fcr Integration in Dortmund: \u201eJa \u2013 wir haben es geschafft!\u201c<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>                    <a href=\"#\" rel=\"nofollow\" onclick=\"window.print(); return false;\" title=\"Printer Friendly, PDF &amp; Email\"><br \/>\n                    <img decoding=\"async\" class=\"pf-button-img\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/printfriendly-pdf-email-button-md.png\" alt=\"Print Friendly, PDF &amp; Email\" style=\"width: 194px;height: 30px;\"\/><br \/>\n                    <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine R\u00fcckkehr nach Syrien kann sich Hiba Abu Hamideh nicht vorstellen. 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