{"id":38771,"date":"2025-04-17T09:13:10","date_gmt":"2025-04-17T09:13:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/38771\/"},"modified":"2025-04-17T09:13:10","modified_gmt":"2025-04-17T09:13:10","slug":"trump-isoliert-china-mit-zollabkommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/38771\/","title":{"rendered":"Trump isoliert China mit Zollabkommen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Trump-und-USA-will-China-isolieren.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-346261 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Trump-und-USA-will-China-isolieren.jpg\" alt=\"Trump und USA will China isolieren\" width=\"800\"\/><\/a>Foto: diloka107 &#8211; Freepik.com<\/p>\n<p>Trump treibt China mit Z\u00f6llen in die Isolation: L\u00e4nder geraten unter Druck, sich zwischen den USA und China zu entscheiden \u2013 mit Folgen f\u00fcr Handel, Allianzen und globale Lieferketten.<br \/>Die Trump-Administration nutzt die Verhandlungen \u00fcber die Reduzierung der \u201ereziproken\u201c Z\u00f6lle, um China von globalen Handelsnetzwerken zu isolieren. Diese Politik zwingt L\u00e4nder weltweit, sich zwischen Washington und Peking zu positionieren. F\u00fcr Unternehmen und M\u00e4rkte bedeutet dies neue Unsicherheiten, w\u00e4hrend geopolitische Allianzen neu geformt werden.<\/p>\n<p>Trump: USA nutzt Zollpolitik f\u00fcr geopolitische Ziele \u2013 gegen China<\/p>\n<p>Finanzminister Scott Bessett pr\u00e4sentierte im Juni 2024 im Rahmen des sogenannten <a href=\"https:\/\/www.lbbw.de\/article\/to-the-point\/mar-a-lago-accord_ajth4e1ggc_e.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Mar-a-Lago Accord<\/a> einen Plan, um Chinas Zugang zu globalen Lieferketten einzuschr\u00e4nken. In den Verhandlungen der US-Regierung mit \u00fcber 70 L\u00e4ndern bieten die USA Zollerleichterungen im Tausch gegen Zusagen, chinesische Unternehmen auszuschlie\u00dfen, den Warentransit durch Drittl\u00e4nder zu blockieren und chinesische Industrieprodukte aus ihren M\u00e4rkten fernzuhalten. Ziel ist es, Umgehungstaktiken wie Transshipments zu unterbinden, mit denen China US-Z\u00f6lle umgeht.<\/p>\n<p>Einige L\u00e4nder wurden bereits angesprochen, andere erwarten bald konkrete Forderungen. Trump betonte in einem Interview, dass Nationen wie Panama, die ihre Teilnahme an Chinas \u201eBelt and Road\u201c-Initiative reduziert haben, engere Beziehungen zu den USA erwarten k\u00f6nnen. Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen, aber die Richtung ist klar. Washington setzt wirtschaftliche Anreize ein, um geopolitische Ziele durchzusetzen. Daten des US-Handelsministeriums zeigen, dass China 2024 Waren im Wert von 439 Milliarden US-Dollar in die USA exportierte. Zus\u00e4tzlich wird ein erheblicher Teil \u00fcber Drittl\u00e4nder wie Mexiko oder Vietnam geliefert, um Z\u00f6lle zu vermeiden.<\/p>\n<p>Digitaler Graben: Trump\/USA oder China?<\/p>\n<p>Neben dem Handel setzt die US-Regierung auf technologische Abgrenzung. Brendan Carr, Vorsitzender der Federal Communications Commission (FCC), forderte europ\u00e4ische L\u00e4nder auf, sich zwischen US- und chinesischen Technologie-\u00d6kosystemen zu entscheiden. Besonders in Bereichen wie Satelliteninternet und k\u00fcnstliche Intelligenz sieht er keinen Raum f\u00fcr Neutralit\u00e4t. Carr kritisierte insbesondere Europas Zur\u00fcckhaltung bei der Zusammenarbeit mit Starlink, dem Satelliteninternetdienst von Elon Musk, und stellte dies als Pr\u00fcfung ihrer geopolitischen Ausrichtung dar.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Telekommunikationsunternehmen wie BT oder Virgin Media O2 liegen bei der Breitbandgeschwindigkeit hinter Starlink zur\u00fcck. Dennoch z\u00f6gern sie, die Plattform vollst\u00e4ndig zu nutzen, da sie regulatorische Unsicherheiten und die M\u00f6glichkeit f\u00fcrchten, dass die USA den Dienst einseitig einschr\u00e4nken k\u00f6nnten, wie es in der Ukraine gemacht wurde. Gleichzeitig gewinnen europ\u00e4ische Satellitenanbieter wie Eutelsat und SES an Bedeutung, da die EU die milit\u00e4rischen Breitbandbed\u00fcrfnisse der Ukraine durch heimische Unternehmen decken will.<\/p>\n<p>Carr bietet europ\u00e4ischen Unternehmen wie Ericsson und Nokia Anreize, um sie enger an die USA zu binden. Beide k\u00f6nnten schnellere regulatorische Genehmigungen erhalten, wenn sie ihre Produktion in den USA ausbauen. Ericsson pr\u00fcft laut seinem CEO eine Erweiterung der US-Standorte, w\u00e4hrend Nokia, das bereits f\u00fcnf Produktionsst\u00e4tten und mehrere Forschungszentren in den USA betreibt, weitere Investitionen plant. Laut dem US-Wirtschaftsministerium stammen 15 Prozent der US-Telekommunikationsinfrastruktur von diesen beiden Unternehmen.<\/p>\n<p>Asien vertieft Alternativen zum US-Markt<\/p>\n<p>Die US-Strategie hat globale Auswirkungen. Einige L\u00e4nder suchen Alternativen, um dem Druck zu entgehen. Vietnam <a href=\"https:\/\/chinaglobalsouth.com\/2025\/04\/16\/vietnam-tells-china-its-open-to-joining-brics\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">signalisierte<\/a> im Rahmen des Besuchs von Pr\u00e4sident Xi Jinping in dieser Woche Interesse an einer BRICS-Mitgliedschaft. Dies wird als Reaktion auf Unsicherheiten durch US-Z\u00f6lle interpretiert, die Vietnams Exporte in die USA bedrohen. Allerdings ist dieser Schritt nicht risikofrei. 30 Prozent des vietnamesischen Bruttoinlandsprodukts beruhen auf Ausfuhren in die USA. Auch Sri Lanka, Bangladesch und Hong Kong <a href=\"https:\/\/x.com\/DipanjanET\/status\/1911249314321408046\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">streben<\/a> eine Mitgliedschaft in der Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) an, einem von China dominierten Handelsblock mit einem Handelsvolumen von 3,37 Billionen US-Dollar im Jahr 2024.<\/p>\n<p>Europa steht vor einer besonders schwierigen Entscheidung. Bei den derzeitigen Verhandlungen zwischen den USA und der EU wollen die USA die Gemeinschaft zwingen, zwischen ihnen und China <a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/trump-will-china-einkreisen-346233\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">zu w\u00e4hlen<\/a>. Die EU ist wirtschaftlich stark mit beiden M\u00e4chten verflochten. China war 2024 mit einem Handelsvolumen von 731 Milliarden Euro der <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/eurostat\/web\/products-eurostat-news\/w\/ddn-20250311-1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">zweitgr\u00f6\u00dfte Handelspartner<\/a>, w\u00e4hrend die USA mit 865 Milliarden Euro <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/eurostat\/web\/products-eurostat-news\/w\/ddn-20250311-1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">der wichtigste<\/a> Handelspartner waren. Carr warnte, dass eine Ann\u00e4herung an chinesische Technologieunternehmen das transatlantische B\u00fcndnis schw\u00e4chen werde. Gleichzeitig m\u00fcssen europ\u00e4ische Unternehmen ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit sichern, w\u00e4hrend die Handelsbarrieren steigen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/USA-Trump-China-EU.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-346259 size-large\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/USA-Trump-China-EU-1024x543.png\" alt=\"USA Trump China EU\" width=\"640\" height=\"339\"  \/><\/a><\/p>\n<p>Trump riskiert globale Abkehr von den USA<\/p>\n<p>Insbesondere f\u00fcr die EU ist es nicht m\u00f6glich, zwischen China und den USA die USA zu w\u00e4hlen. Neben der schieren Gr\u00f6\u00dfe des Handels zwischen der Union und der Volksrepublik ist die EU von vielen Produkten strategisch abh\u00e4ngig. Auf der anderen Seite hat die EU noch eine ganze Reihe von Folterinstrumenten in Bezug auf die USA in der Tasche, die vor allem die amerikanischen Tech- und Pharmaunternehmen empfindlich treffen k\u00f6nnen. Trump spielt ein sehr gef\u00e4hrliches Spiel, sich gleichzeitig praktisch mit der gesamten restlichen Welt anzulegen. Denn was passiert, wenn sich diese L\u00e4nder und Bl\u00f6cke nun gegen die USA wenden? Dabei steht Trump unter einem gr\u00f6\u00dferen zeitlichen Druck als die EU.<\/p>\n<p>Bereits die erste Welle der Preiserh\u00f6hungen hat in den USA Proteste ausgel\u00f6st. Doch sie ist nur ein Vorgeschmack auf das, was in etwa vier bis sechs Wochen folgen wird, wenn die derzeit in China verschifften Waren die amerikanischen H\u00e4fen erreichen. Die st\u00e4rkste Welle der Inflation wird die amerikanischen Verbraucher jedoch erst dann treffen, wenn die Lager, die Anfang des Jahres in Erwartung der Z\u00f6lle aufgef\u00fcllt wurden, leer sind.<br \/>Eine kleine Region hat nun ihre Wahl klar gemacht. Gr\u00f6nland <a href=\"https:\/\/x.com\/DD_Geopolitics\/status\/1912257311059710000\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">bevorzugt es<\/a>, lieber weiter mit China Handel zu treiben, statt mit den USA.<\/p>\n<p><a class=\"eoc btn\" href=\"#comments\">Kommentare lesen und schreiben, hier klicken<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Foto: diloka107 &#8211; Freepik.com Trump treibt China mit Z\u00f6llen in die Isolation: L\u00e4nder geraten unter Druck, sich zwischen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":38772,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,227,13,14,15,12,679,113,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-38771","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-china","11":"tag-headlines","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-top","16":"tag-trump","17":"tag-united-states","18":"tag-united-states-of-america","19":"tag-us","20":"tag-usa","21":"tag-vereinigte-staaten","22":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114352541094507179","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38771","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=38771"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38771\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/38772"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=38771"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=38771"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=38771"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}