{"id":387731,"date":"2025-09-01T04:02:14","date_gmt":"2025-09-01T04:02:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/387731\/"},"modified":"2025-09-01T04:02:14","modified_gmt":"2025-09-01T04:02:14","slug":"was-ukrainer-ueber-das-buergergeld-denken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/387731\/","title":{"rendered":"Was Ukrainer \u00fcber das B\u00fcrgergeld denken"},"content":{"rendered":"<ol class=\"id-DonaldBreadcrumb lp_west_breadcrumb id-DonaldBreadcrumb--default\" data-k5a-pos=\"west_breadcrumb\">\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.op-online.de\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"1_startseite\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Startseite<\/a><\/li>\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.op-online.de\/hessen\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"2_hessen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hessen<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"id-Story-timestamp id-Story-timestamp--default\">Stand: 01.09.2025, 04:41 Uhr<\/p>\n<p class=\"id-Story-authors id-Story-authors--default\">Von: Franz Viohl<\/p>\n<p class=\"id-Story-interactionBar id-Story-interactionBar--default\">DruckenTeilen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/39308552-tamara-bohatyrova-mit-sohn-oleksandr-und-tochter-2o5DF8rnYVfe.jpg\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\"   height=\"619\" width=\"1100\" alt=\"Tamara Bohatyrova mit Sohn Oleksandr und Tochter.  \"\/>W\u00e4re lieber \u201enicht vom Jobcenter abh\u00e4ngig\u201c: Tamara Bohatyrova (Mitte) lebt mit Sohn Oleksandr und Tochter Yelizaveta vom B\u00fcrgergeld. Ihr Teilzeitverdienst in einem Kasseler Restaurant reiche nicht bis zum Monatsende.  \u00a9\u00a0Foto: privat<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-leadText\">In der Ukraine BWL studiert, in Kassel Aushilfsjob: Hier berichten Ukrainer, wie sie vom B\u00fcrgergeld leben und was das Fu\u00dffassen auf dem Arbeitsmarkt so schwierig macht. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">F\u00fcr den obersten Vertreter der Ukraine in Deutschland ist die Sache klar: Die Forderung, Ukrainern das B\u00fcrgergeld zu streichen, sei \u201enicht nachvollziehbar\u201c, sagte der Botschafter Kiews in Berlin, Oleksii Makeiev. Seine Landsleute d\u00fcrften nicht zum \u201eS\u00fcndenbock\u201c gemacht werden, so der Diplomat.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Erstaunlich ist: Wer sich unter in Kassel lebenden Ukrainern zum Thema B\u00fcrgergeld umh\u00f6rt, begegnet diesem Argument nicht. Auch die Solidarit\u00e4t Deutschlands mit dem von Putin angegriffenen Land wird nicht genannt. Daf\u00fcr jedoch Frust \u00fcber fehlende Deutschkenntnisse und nicht anerkannte Berufsabschl\u00fcsse \u2013 sowie Dankbarkeit f\u00fcr die staatliche Unterst\u00fctzung. Wieviele Ukraine in der Region vom B\u00fcrgergeld leben und wie die Lokalpolitik auf die Debatte schaut, lesen Sie <a href=\"https:\/\/www.hna.de\/kassel\/ukrainer-kein-buergergeld-mehr-fuer-93894303.html\" class=\"id-import-Link id-pageApi-Link--externalDomain\" data-id-ec=\"{&quot;sht&quot;:&quot;Container&quot;,&quot;shn&quot;:&quot;Story&quot;,&quot;p&quot;:{&quot;containerType&quot;:&quot;Paragraph&quot;,&quot;displayType&quot;:&quot;Paragraph InlineLink&quot;,&quot;type&quot;:&quot;INLINE_LINK&quot;,&quot;value&quot;:&quot;hier&quot;,&quot;variant&quot;:&quot;standardLink&quot;,&quot;sponsored&quot;:false,&quot;linkHref&quot;:&quot;https:\/\/www.hna.de\/kassel\/ukrainer-kein-buergergeld-mehr-fuer-93894303.html&quot;,&quot;storyElementPosition&quot;:10,&quot;storyElementCount&quot;:29}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Tamara Bohatyrova<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">In ihrer Heimatstadt Charkiw hat Tamara Bohatyrova Betriebswirtschaftslehre studiert und 15 Jahre als Kauffrau gearbeitet. Jetzt hilft sie in einem Kasseler Restaurant beim Fr\u00fchst\u00fccks- und Abendservice aus. \u201eIch konnte nur diese Arbeit finden, weil ich nicht genug Deutschkenntnisse hatte\u201c, sagt die 39-J\u00e4hrige. Den Job macht sie seit zwei Jahren. Gern w\u00fcrde sie Vollzeit arbeiten und \u201enicht vom Jobcenter abh\u00e4ngig sein\u201c. Eine Erkrankung und das fehlende Deutsch verhinderten dies. Sie lebt mit ihren beiden Kindern in Kassel, der Mann blieb in der Ukraine. \u00dcber das B\u00fcrgergeld sagt sie, es sei \u201enicht genug f\u00fcr das Leben mit zwei Teenagern\u201c. Aber das Geld helfe ihr. \u201eUnd ich bin Deutschland sehr dankbar daf\u00fcr.\u201c<\/p>\n<p>Hanna Miroshnichenko<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Auf die Frage, was sie vom B\u00fcrgergeld halte, antwortet auch Hanna Oleksandrivna Miroshnichenko mit Dankbarkeit \u201ef\u00fcr alles, was Deutschland uns gegeben hat: F\u00fcrsorge, Aufmerksamkeit, Unterkunft, Essen.\u201c Die 49-J\u00e4hrige stammt aus Saporischschja im S\u00fcdosten der Ukraine und lebt mit ihren zwei Kindern in Hofgeismar. Ihren Lebensunterhalt bestreitet sie ebenfalls mit dem B\u00fcrgergeld. Das gr\u00f6\u00dfte Hindernis, eine regul\u00e4re Stelle anzunehmen, sei die Sprachbarriere, sagt Miroshnichenko. \u201eUkrainer sind gut ausgebildet und haben viele berufliche Erfahrungen.\u201c<\/p>\n<p>Andrii Katrych<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Am Willen zum Arbeiten, sagt Andrii Katrych, habe es ihm nie gefehlt. Schon bevor er 2022 mit seiner Frau und vier Kindern nach Kassel kam, habe er im Zug Deutsch gelernt, das er mittlerweile flie\u00dfend spricht. \u201eDas Jobcenter wollte meine Ausbildung erst \u00fcbersetzen und anerkennen lassen, wenn ich B2 bestanden habe\u201c, sagt der 39-J\u00e4hrige. Mittlerweile hat er die Pr\u00fcfung, die fortgeschrittene Deutschkenntnisse bescheinigt, bestanden. Doch w\u00e4hrend der ganzen Zeit bis dahin habe er nur Minijobs machen k\u00f6nnen. \u201eEine richtige Stelle habe ich erst gefunden, als meine Diplome anerkannt waren.\u201c Im September, also drei Jahre nach seiner Ankunft in Deutschland, tritt er eine Vollzeitstelle an.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/37823092-andrii-katrich-39-gruender-des-deutsch-ukrainischen-vereins-in-kassel-43fe.jpg\" loading=\"lazy\"   height=\"619\" width=\"1100\" alt=\"Andrii Katrich, 39, Gr&#xFC;nder des deutsch-ukrainischen Vereins in Kassel \"\/>Andrii Katrich, 39, hat den deutsch-ukrainischen Verein in Kassel gegr\u00fcndet \u00a9\u00a0Foto: Franz Viohl<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">In der Zwischenzeit hat Katrych den deutsch-ukrainischen Verein \u201eDer Kreis \u2013 Kassel\u201c gegr\u00fcndet und steht mit seinen Mitstreitern auf dem Opernplatz, um Geb\u00e4ck zu verkaufen oder Fotos aus seiner Heimat zu zeigen. In der Ukraine, wo zwei weitere erwachsene Kinder von ihm geblieben sind, habe er mit seiner insgesamt achtk\u00f6pfigen Familie \u201ekeine staatliche Hilfe in Anspruch genommen\u201c. <\/p>\n<p>Alina Zakharchuk<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Geht es nach Alina Zakharchuk, dann w\u00fcrde sie eine Arbeit machen, \u201eder ich mich voll widmen kann und die mir Freude bereitet\u201c. Seit ihrem 20. Lebensjahr hat sie verschiedene Berufe ausprobiert. Doch die 38-J\u00e4hrige klingt wenig optimistisch: \u201eAm Ende wird es eine einfache, schlecht bezahlte Arbeit sein, f\u00fcr die keine hohen Sprachkenntnisse oder besonderen Qualifikationen erforderlich sind.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/39140939-schriftzug-am-gebaeude-des-jobcenters-berlin-mitte-3lfe.jpg\" loading=\"lazy\"   height=\"619\" width=\"1100\" alt=\"Schriftzug am Geb&#xE4;ude des Jobcenters Berlin Mitte\"\/>Manche Ukrainer w\u00fcrden liebe ohne B\u00fcrgergeld auskommen. Das Foto zeigt ein Jobcenter in Berlin.  \u00a9\u00a0J\u00fcrgen Ritter\/Imago<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Das B\u00fcrgergeld sieht die Mutter zweier Jungen als \u201evor\u00fcbergehende Unterst\u00fctzung, jedoch nicht als dauerhafte L\u00f6sung\u201c. Es reiche \u201egerade so\u201c, um das N\u00f6tigste zu bezahlen. \u201eWir kaufen einfache Lebensmittel, ich kann meine Kinder kleiden, aber f\u00fcr Urlaub oder Ersparnisse bleibt nichts \u00fcbrig.\u201c Lieber h\u00e4tte sie eine Stelle \u201emit obligatorischer Krankenversicherung\u201c.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Zudem verweist sie auf die fehlende famili\u00e4re Unterst\u00fctzung. Alle Verwandten seien noch in der Ukraine. Ihr \u00e4ltester Sohn Denis (15) besuche in Kassel die Schule, spreche inzwischen gut Deutsch, vermisse aber seine Freunde, sei \u201eviel Zeit allein in seinem Zimmer\u201c. Wenn sie sich etwas w\u00fcnschen k\u00f6nnte, dann w\u00e4re es ein Leben ohne B\u00fcrgergeld: \u201eJeder sollte die M\u00f6glichkeit haben, entsprechend seiner F\u00e4higkeiten zu arbeiten, statt nur L\u00fccken im staatlichen System zu f\u00fcllen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Startseite Hessen Stand: 01.09.2025, 04:41 Uhr Von: Franz Viohl DruckenTeilen W\u00e4re lieber \u201enicht vom Jobcenter abh\u00e4ngig\u201c: Tamara Bohatyrova&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":387732,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,13,14,15,12,317],"class_list":{"0":"post-387731","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115127054845752894","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/387731","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=387731"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/387731\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/387732"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=387731"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=387731"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=387731"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}