{"id":387987,"date":"2025-09-01T07:27:10","date_gmt":"2025-09-01T07:27:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/387987\/"},"modified":"2025-09-01T07:27:10","modified_gmt":"2025-09-01T07:27:10","slug":"sachsen-leisten-millionen-ueberstunden-meist-zum-nulltarif","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/387987\/","title":{"rendered":"Sachsen leisten Millionen \u00dcberstunden &#8211; meist zum Nulltarif"},"content":{"rendered":"<p class=\"bold\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tIn Sachsen haben die Besch\u00e4ftigten im vergangenen Jahr mehr als 53 Millionen \u00dcberstunden geleistet. Experten warnen vor \u00dcberlastung. Die Bundesregierung will hingegen sogar noch mehr Extra-Stunden erm\u00f6glichen.\t\t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tChemnitz.<\/p>\n<p>Viele Sachsen machen h\u00e4ufig \u00dcberstunden &#8211; und zwar zum Nulltarif. Von den rund 53,5 Millionen Stunden Mehrarbeit, die sie 2024 geleistet haben, war mehr als jede zweite unentgeltlich. Das geht aus dem \u201eArbeitszeit-Monitor\u201c hervor, den das Pestel-Institut im Auftrag der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten (NGG) erstellt hat. Grundlage daf\u00fcr waren Daten der Arbeitsagentur und aus dem Mikrozensus 2024, die hochgerechnet worden sind. Ungenauigkeiten von bis zu zehn Prozent sind daher laut Autoren m\u00f6glich. <\/p>\n<p>\tLehrer und Erzieher machen die meisten \u00dcberstunden<\/p>\n<p>Die meisten unbezahlten \u00dcberstunden leisten demnach Lehrer, Erzieher, Dozenten, wissenschaftliche und technische Dienstleister, Freiberufler und Besch\u00e4ftigte in der Informations-, Kommunikations-, Versicherungs- und Finanzbranche ab. \u201eMeist weil die Leute in ihrem Job ambitioniert sind\u201c, erkl\u00e4rt Studienautor Matthias G\u00fcnther. Hinzu kommt: Generell wird in vielen Arbeitsvertr\u00e4gen ein bestimmtes Mehrarbeitskontingent pauschal mit dem Gehalt abgegolten. Bei den bezahlten \u00dcberstunden rangieren indes Lkw- und Busfahrer sowie Lagerfachkr\u00e4fte ganz vorn. Der Hauptgrund: Viele Terminauftr\u00e4ge, die sie trotz Staus einhalten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>\tStudie: Bundesweite \u00dcberstunden entsprechen 750.000 Vollzeitstellen<\/p>\n<p>Insgesamt hat sich laut Studie die Anzahl der \u00dcberstunden in Deutschland seit den 1990er-Jahren um fast 1,7 Milliarden verringert. Urs\u00e4chlich daf\u00fcr seien flexible Arbeitszeitmodelle, die viele Unternehmen eingef\u00fchrt h\u00e4tten, erkl\u00e4rt G\u00fcnther. Dadurch werde Mehrarbeit nicht mehr automatisch als \u00dcberstunden verbucht. Das habe Vor- und Nachteile: Arbeitgeber sparen Zuschl\u00e4ge, Besch\u00e4ftigte k\u00f6nnen im Gegenzug ihre Stunden ausgleichen und abbauen. Tats\u00e4chlich haben die Besch\u00e4ftigten im vergangenen Jahr aber laut Studie immer noch 1,2 Milliarden \u00dcberstunden geschoben. Das entspricht rund 750.000 Vollzeitstellen.<\/p>\n<p>\tBundesregierung will Arbeitszeiten ausdehnen<\/p>\n<p>Die Gewerkschaft NGG warnt. Die Anzahl der \u00dcberstunden k\u00f6nnte demn\u00e4chst sogar wieder deutlich steigen. Die Bundesregierung plant, die Arbeitszeit neu zu regeln &#8211; um international wettbewerbsf\u00e4higer zu werden, wie sie sagt. Zuletzt forderte auch der s\u00e4chsische Hotel- und Gastst\u00e4ttenverband Dehoga eine weitere Flexibilisierung und Ausweitung der m\u00f6glichen t\u00e4glichen Arbeitszeiten, um den W\u00fcnschen der G\u00e4ste \u00fcberhaupt noch entsprechen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\tGewerkschaft warnt vor Burnouts<\/p>\n<p>Die Gewerkschaft NGG warnt hingegen: \u201eSchwarz-Rot will eine w\u00f6chentliche H\u00f6chstarbeitszeit und den 8-Stunden-Tag abschaffen\u201c, sagt Thomas Li\u00dfner von der NGG Dresden-Chemnitz. \u201eBetriebe k\u00f6nnten von ihren Besch\u00e4ftigten dann verlangen, auch zehn, elf oder in der Spitze sogar 12 Stunden und 15 Minuten pro Tag zu arbeiten.\u201c Der Gewerkschaft zufolge w\u00e4ren dann \u201e73,5-Stunden-Wochen m\u00f6glich. Die Gefahr von Arbeitsunf\u00e4llen n\u00e4hme dann rasant zu. \u201eXXL-Arbeitstage bedeuten auf Dauer eine Belastung f\u00fcr den K\u00f6rper und f\u00fcr die Psyche: von Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel-Erkrankungen bis zum Burnout\u201c, so Li\u00dfner. Aktuell betr\u00e4gt die maximale Arbeitszeit 48 Stunden pro Woche. In der Spitze sind auch 60-Stunden-Wochen m\u00f6glich. \u201eDas sind schon jetzt Extrem-Arbeitswochen, selbst wenn so \u201aHammer-Wochen\u2018 innerhalb eines Vierteljahres ausgeglichen werden m\u00fcssen\u201c, sagt Li\u00dfner. (juerg)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Sachsen haben die Besch\u00e4ftigten im vergangenen Jahr mehr als 53 Millionen \u00dcberstunden geleistet. 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