{"id":388017,"date":"2025-09-01T08:00:29","date_gmt":"2025-09-01T08:00:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/388017\/"},"modified":"2025-09-01T08:00:29","modified_gmt":"2025-09-01T08:00:29","slug":"experte-selenskyj-schrammte-im-weissen-haus-knapp-an-einer-niederlage-vorbei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/388017\/","title":{"rendered":"Experte: Selenskyj schrammte im Wei\u00dfen Haus knapp an einer Niederlage vorbei"},"content":{"rendered":"<p>Vor rund zwei Wochen trafen sich Putin und Trump in Alaska. Seitdem ist kaum etwas passiert &#8211; so zumindest der Eindruck. Geopolitik-Professor Klemens Fischer sagt, was in der n\u00e4chsten Zeit wichtig wird.<\/p>\n<p>Es war eine Begegnung, die weltweit f\u00fcr Aufsehen sorgte. Am 15. August trafen sich US-Pr\u00e4sident Donald Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin zum pers\u00f6nlichen Austausch in Anchorage, Alaska. <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/ausland\/ukraine-krise\/\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\">Es ging um den Ukraine-Krieg.<\/a><\/p>\n<p>Zwar nannten beide Staatschefs das Treffen &#8222;produktiv&#8220;. Greifbare Ergebnisse blieben jedoch aus. Es kam weder zur international geforderten, unmittelbaren Waffenruhe in der Ukraine noch zu einem Ende n\u00e4chtlichen russischen Luftangriffe, geschweige denn zu einem Treffen zwischen Putin und <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/ausland\/selenskyj-hat-doppeltes-pipeline-problem-das-seinen-gegnern-in-die-karten-spielt_72765539-6db2-4f34-8d5e-cb9c6dcd86c1.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\">dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj.<\/a><\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Klemens Fischer, Geopolitik-Professor an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln, glaubt: Der eigentliche Hintergrund des Alaska-Gipfels war eine Ann\u00e4herung zwischen den USA und Russland. Tage sp\u00e4ter kam es zum Ukraine-Treffen im Wei\u00dfen Haus, sieben europ\u00e4ische Politiker, auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron, waren dabei.<\/p>\n<p>Selenksyj &#8222;sah sich als Gewinner&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Weder die Europ\u00e4er noch Selenskyj scheinen begriffen zu haben, dass sie zwar in Washington antreten durften, dabei aber die gesamte Verantwortung f\u00fcr die Ukraine \u00fcbertragen bekamen&#8220;, sagt Fischer zu FOCUS online.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Was er meint: Die Sicherheitsgarantien f\u00fcr das Land, die im Wei\u00dfen Haus vollmundig versprochen wurden, m\u00fcssen ausschlie\u00dflich die Europ\u00e4er stemmen. &#8222;Die USA gestatten Waffen- und Munitionsk\u00e4ufe im Namen der Ukraine, schlie\u00dfen aber eine eigene Beteiligung aus&#8220;, so Fischer.<\/p>\n<p>Meistgelesene Artikel der Woche<\/p>\n<p>Selenskyj, ebenfalls beim Austausch im Wei\u00dfen Haus anwesend, &#8222;sah sich als Gewinner&#8220;, erkl\u00e4rt er weiter. Der ukrainische Pr\u00e4sident glaubte wohl, ein pers\u00f6nliches Treffen mit Putin erzwungen zu haben.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Trump reagiert &#8222;nicht \u00fcberrascht&#8220; auf russische Angriffswelle<\/p>\n<p>Doch w\u00e4hrend sich Selenskyj sofort bereiterkl\u00e4rt hatte, pers\u00f6nlich mit dem Kreml-Chef zu sprechen, hie\u00df es aus Moskau nur, dass solche Treffen eine langwierige Vorbereitung erfordern w\u00fcrden. Bisher gibt es keinen Termin. <strong>&#8222;Vielleicht ist der ukrainische Pr\u00e4sident an diesem Nachmittag einer Niederlage n\u00e4her gekommen, als er realisieren wollte&#8220;, sagt Fischer.<\/strong><\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Dazu kommen die Reaktionen der USA auf die unvermindert heftigen Angriffe Russlands auf die Ukraine. &#8222;Der j\u00fcngste verheerende Luftangriff auf Kiew mit mehr als drei Dutzend Toten, dem zerst\u00f6rten Geb\u00e4ude der EU-Vertretung und des British Council ist ein neuer negativer H\u00f6hepunkt&#8220;, so der Geopolitik-Professor.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>&#8222;Die USA beginnen, ihre H\u00e4nde in Unschuld zu waschen&#8220;<\/p>\n<p>F\u00fcr Fischer, der rund 30 Jahre der \u00f6sterreichischen EU-Botschaft in Br\u00fcssel angeh\u00f6rte, steht fest, dass seit dem Alaska-Gipfel zwar viel passiert ist &#8211; aber nicht zugunsten der Ukraine oder der Europ\u00e4er.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>&#8222;Die USA beginnen, ihre H\u00e4nde in Unschuld zu waschen und Russland versucht, so viel ukrainischen Boden wie m\u00f6glich zu erobern, ehe man sich doch irgendwann von Trump zu Verhandlungen \u00fcberreden l\u00e4sst.&#8220; Und daf\u00fcr, so sieht es Fischer, kann Russland die Bedingungen setzen &#8211; aus zwei Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>&#8222;Zum einen ist das Momentum am Schlachtfeld eindeutig bei Moskau, das jetzt auch noch einen Br\u00fcckenkopf im n\u00e4chsten Oblast, Dnjepropetrowsk, bilden konnte&#8220;, sagt er. Zum anderen w\u00fcrde der Ukraine und den Europ\u00e4er die geeigneten Hebel fehlen, um Putin zu Kiews Bedingungen an den Verhandlungstisch zu holen.\u00a0<\/p>\n<p>Trump gibt sich zahm gegen\u00fcber Putin<\/p>\n<p>Zumal Trump den Kreml-Chef offenbar gew\u00e4hren l\u00e4sst und keine Konfrontation sucht. Die Androhung h\u00e4rterer Sanktionen gegen Russland, die &#8222;schweren Konsequenzen&#8220;, die der US-Pr\u00e4sident in Aussicht gestellt hatte, sollte Moskau keinen ausreichenden Friedenswillen zeigen &#8211; beim Alaska-Gipfel war davon nichts mehr zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" data-hk=\"00a10450a190a22004010\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/quadro.burda-forward.de\/ctf\/003b76d1-8b89-4403-9155-4da765db7dd7.efdc12f3-82b8-4cb5-8818-24407d05e249.jpg?im=RegionOfInterestCrop%3D%281080%2C720%29%2CregionOfInterest%3D%28572%2C334%29&amp;hash=4cb030c6d1631c04513d988827e88ed64b0165756020ca616f4496710709b7d8\"  alt=\"Trump\" width=\"1080\" height=\"720\"\/> Im Wei\u00dfen Haus traf sich Trump mit europ\u00e4ischen Politikern, auch Merz war anwesend.  Imago <\/p>\n<p>Klar ist auch, dass die USA am Krieg verdienen, &#8222;da sie nur mehr <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/ausland\/ukrainer-loesen-explosive-kettenreaktion-aus-und-zerstoeren-zwei-russische-bruecken_12f927bc-13b3-4153-bf68-bf3f9ef1ba56.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\">Waffen und Munition liefern wollen<\/a>, die die Europ\u00e4er oder die Ukraine auch bezahlen&#8220;, sagt Fischer. Und er erw\u00e4hnt noch einen weiteren, wichtigen Aspekt. &#8222;Selenskyj hat die T\u00fcr vielleicht unbewusst zugeschlagen, als er Bedingungen setzte, die ihn selbst in Zugzwang bringen&#8220;, so der Professor.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>&#8222;H\u00e4tte er Waffenstillstandsverhandlungen angestrebt und nicht einen umfassenden Friedensvertrag, w\u00fcrde er der Frage der Gebietsabtretungen vorl\u00e4ufig entkommen.&#8220; Bei einem Waffenstillstand w\u00fcrden die vom Gegner besetzten Gebiete zumindest vorl\u00e4ufig in der Ukraine bleiben. F\u00fcr einen Friedensvertrag m\u00fcssten die endg\u00fcltigen Grenzen festgelegt werden.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>So kommt es zur eigentlich &#8222;unerkl\u00e4rbaren&#8220; Toleranz zwischen Trump und Putin<\/p>\n<p>Fischer meint: &#8222;Da die Ukraine die Gebiete milit\u00e4risch nicht zur\u00fcckerobern kann und kein Alliierter bereit ist, an der Seite Kiews in einen R\u00fcckeroberungskrieg einzutreten, steht Selenskyj vor dem Dilemma, einen Friedensvertrag mit Gebietsabtretungen zu akzeptieren oder die Verhandlungen abzubrechen und weiter get\u00f6tete Landsleute und Gebietsverluste zu riskieren.&#8220;<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Klar scheint aktuell, dass sich Putin und der ukrainische Pr\u00e4sident nicht so bald pers\u00f6nlich treffen werden. Dass der Austausch nicht zustandekommt, kann Trump, der sich als Friedensstifter inszeniert, in Fischers Augen verkraften.<\/p>\n<p>&#8222;Sein Argument wird sein, dass er alles getan hat, um dem Krieg ein Ende und den Boden f\u00fcr ein Treffen der Kriegsparteien zu bereiten. Wenn nun eine Seite unerf\u00fcllbare Vorbedingungen stellt, ist es &#8211; in Trumps Interpretation &#8211; nicht seine Schuld.&#8220; <strong>Der Geopolitik-Professor betont auch, dass der US- und der russische Pr\u00e4sident wechselseitig voneinander abh\u00e4ngig sind, was zu einer &#8222;ansonsten unerkl\u00e4rbaren Toleranz&#8220; f\u00fchre.<\/strong><\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>&#8222;Putin kommt ohne Trump nicht auf die Weltb\u00fchne der ganz Gro\u00dfen zur\u00fcck und Trump kommt ohne Putin weder an die Rohstoffe der Ukraine heran noch zu seinem hei\u00dfersehnten Friedensnobelpreis.&#8220;<\/p>\n<p>Fischer nennt entscheidende Marke in den kommenden Wochen<\/p>\n<p>Offen bleibt indes, wie es im Ukraine-Konflikt weitergehen wird &#8211; auch aus geopolitischer Perspektive. Fischer h\u00e4lt die Feierlichkeiten anl\u00e4sslich des 80. Jahrestags der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg f\u00fcr eine entscheidende Marke.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Am 3. September soll in Peking n\u00e4mlich eine Parade zum &#8222;Tag des Sieges&#8220; stattfinden, zu der <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/China-Putin-und-Kim-Jong-Un-nehmen-an-Parade-in-Peking-teil-article25993099.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zahlreiche Staatschefs eingeladen<\/a> sind &#8211; unter anderem Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.<\/p>\n<p>&#8222;Gelingt es Putin, nach au\u00dfen zu dokumentieren, dass China, Indien, Nordkorea, immerhin drei Atomm\u00e4chte, und der Globale S\u00fcden hinter ihm stehen, gibt ihm das die notwendige R\u00fcckendeckung, in der Ukraine unver\u00e4ndert weiterzumachen&#8220;, sagt er. Kiews Lage ist in seinen Augen aber noch aus anderen Gr\u00fcnden schwierig.<\/p>\n<p>Das 19. Sanktionspaket, das die EU schn\u00fcren will, wird voraussichtlich kaum wirksamer als seine Vorg\u00e4nger sein, k\u00f6nnte aber Br\u00fcssel &#8222;auf Konfrontationskurs mit Peking und Delhi bringen&#8220;. Dazu kommt eine m\u00f6gliche &#8222;weitere Entfremdung zwischen den USA und Europa auf Grund der unterschiedlichen Positionierung im Nahost-Konflikt, vor allem Israels Vorgehen im Gazastreifen&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vor rund zwei Wochen trafen sich Putin und Trump in Alaska. 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