{"id":388054,"date":"2025-09-01T08:31:22","date_gmt":"2025-09-01T08:31:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/388054\/"},"modified":"2025-09-01T08:31:22","modified_gmt":"2025-09-01T08:31:22","slug":"herzinsuffizienztherapie-bei-patientinnen-mit-fortgeschrittener-krebserkrankung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/388054\/","title":{"rendered":"Herzinsuffizienztherapie bei Patient:innen mit fortgeschrittener Krebserkrankung"},"content":{"rendered":"<p class=\"date\">01.09.2025 \u2013 10:01<\/p>\n<p class=\"customer\">\n                        <a class=\"story-customer\" title=\"weiter zum newsroom von Universit\u00e4tsklinikum Essen A\u00f6R\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/nr\/126425\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Universit\u00e4tsklinikum Essen A\u00f6R<\/a>\n                    <\/p>\n<p><b>Studie untersucht Herzinsuffizienztherapie bei Patient:innen mit fortgeschrittener Krebserkrankung <\/b><\/p>\n<p><b>Auf dem europ\u00e4ischen Kardiologenkongress in Madrid wurden die Ergebnisse erstmals vorgestellt: Die EMPATICC-Studie (EMPower the heArt of patients with TermInal Cancer using Cardiac medicines) zeigt, dass eine personalisierte Herzinsuffizienztherapie bei Patient:innen mit fortgeschrittenem Krebs in der Palliativversorgung das Potenzial hat, bestimmte kardiovaskul\u00e4re Marker und die Lebensqualit\u00e4t zu verbessern \u2013 auch wenn ein signifikanter Vorteil beim prim\u00e4ren funktionellen Endpunkt nicht nachgewiesen werden konnte. Die Ergebnisse geben wichtige Impulse daf\u00fcr, wie Therapieentscheidungen am Lebensende gestaltet werden k\u00f6nnen und unterstreichen zugleich die Herausforderungen und Grenzen interventioneller Studien in dieser vulnerablen Patient:innengruppe.<\/b><\/p>\n<p>Das von der Brost Stiftung aus Essen gef\u00f6rderte Forschungsteam unter der Federf\u00fchrung von Prof. Dr. Dr. h.c. Tienush Rassaf markiert einen Meilenstein in der interdisziplin\u00e4ren Behandlung von Patient:innen mit fortgeschrittener Krebserkrankung in palliativer Situation \u2013 und er\u00f6ffnet zentrale neue Perspektiven f\u00fcr die Palliativ- und Herzmedizin.<\/p>\n<p><b>Hintergrund: Herzinsuffizienzsymptome in der Palliativmedizin bisher wenig beachtet<\/b><\/p>\n<p>Patient:innen, die an fortgeschrittenen (soliden) Krebserkrankungen leiden und eine begrenzte Lebenserwartung haben, zeigen h\u00e4ufig Symptome, die an eine Herzinsuffizienz erinnern: Atemnot, Wassereinlagerungen, Schw\u00e4che und reduzierte Selbstst\u00e4ndigkeit pr\u00e4gen den Alltag. Herzmuskelschwund und Funktionsverlust des Herzens sind dabei bislang weitgehend unerforschte \u2013 aber offenbar zentrale \u2013 Komponenten dieser schweren Krankheitsphase. Bislang existierten weder evidenzbasierte Empfehlungen noch randomisiert kontrollierte Studien zum gezielten Einsatz moderner Herzinsuffizienzmedikamente (wie Sacubitril\/Valsartan, Empagliflozin, Ivabradin und intraven\u00f6sen Eisenpr\u00e4paraten) in dieser besonderen Patient:innengruppe.<\/p>\n<p><b>Studienaufbau: Mut zum Unbekannten<\/b><\/p>\n<p>Die von dem Universit\u00e4tsklinikum Essen, der Charit\u00e9 Berlin und weiteren f\u00fchrenden deutschen Zentren durchgef\u00fchrte EMPATICC-Studie ist in mehrfacher Hinsicht einzigartig: Insgesamt 93 Patient:innen mit fortgeschrittener Krebserkrankung, spezialisierter palliativer Betreuung und deutlichen Hinweisen auf eine kardiale Beteiligung wurden im Rahmen einer doppelblinden, Placebo-kontrollierten und individuell angepassten Therapie f\u00fcr 30 Tage randomisiert behandelt. Ziel war es herauszufinden, ob mit modernen Herzinsuffizienz-Medikamenten die Selbstst\u00e4ndigkeit und Lebensqualit\u00e4t verbessert werden kann. Der prim\u00e4re Endpunkt war ein hierarchisch aufgebauter kombinierter Endpunkt:<\/p>\n<p>1.) Tage, an denen die Patient:innen selbstst\u00e4ndig waschen konnten,<\/p>\n<p>2.) Gehf\u00e4higkeit \u00fcber 4 Meter, sowie<\/p>\n<p>3.) die subjektive Einsch\u00e4tzung des Wohlbefindens.<\/p>\n<p><b>Ergebnisse: Kein Unterschied im prim\u00e4ren Endpunkt \u2013 aber entscheidende Signale<\/b><\/p>\n<p>Nach 30 Tagen zeigte sich im Gesamtkollektiv kein signifikanter Unterschied im prim\u00e4ren Endpunkt zwischen Interventions- und Placebogruppe (Win Ratio 0,95; 95%-Konfidenzintervall 0,57\u20131,58; p=0,83). Zu diesem Zeitpunkt waren 32% der Patient:innen bereits verstorben \u2013 ein Ausdruck der hohen Mortalit\u00e4t und Fragilit\u00e4t dieser Population.<\/p>\n<p>Bemerkenswert war jedoch: Bei den Patient:innen, die den kritischen Zeitraum von 30 Tagen \u00fcberlebten, waren in der Interventionsgruppe deutliche Verbesserungen der kardialen Biomarker (NT-proBNP um 41% gesenkt, p=0,040), der linksventrikul\u00e4ren Auswurffraktion (Zunahme um 2,9 Prozentpunkte, p=0,040) und der subjektiven Lebensqualit\u00e4t erkennbar. Die Wahrscheinlichkeit, dass Patient:innen ihre Lebensqualit\u00e4t als besser wahrnahmen, war in der Behandlungsgruppe am Tag 30 bei den \u00dcberlebenden deutlich erh\u00f6ht (Odds Ratio 0,22; p=0,016). Wichtig ist auch, dass aus Sicherheitsperspektive die neue Therapie unauff\u00e4llig blieb: Die Gesamtsterblichkeit unterschied sich nicht zwischen beiden Gruppen.<\/p>\n<p><b>Bedeutung und Konsequenzen: Paradigmenwechsel f\u00fcr die Palliativmedizin?<\/b><\/p>\n<p>Die Autor:innen beschreiben die EMPATICC-Studie als Beweis, dass komplexe, multimedikament\u00f6se und verblindete Studien im palliativmedizinischen Setting nicht nur machbar, sondern auch von Patient:innen und Angeh\u00f6rigen akzeptiert werden. Zwar sei das Therapieziel \u2013 eine signifikante Steigerung der funktionellen Selbstst\u00e4ndigkeit f\u00fcr alle \u2013 im Gesamtkollektiv verfehlt worden. Doch die Ergebnisse bei jenen Patient:innen, die die Initialphase von 30 Tagen \u00fcberlebten, zeigen erstmals, dass gezielte Herzinsuffizienztherapie das Potenzial besitzt, Lebensqualit\u00e4t und kardiale Funktion in der Palliativmedizin f\u00fcr schwer erkrankte Patient:innen mit Krebs zu verbessern. Besonders f\u00fcr Patient:innen mit einer prognostizierten Lebenserwartung ab etwa zwei bis drei Monaten und nach sorgf\u00e4ltiger individueller Auswahl k\u00f6nnte sich das Behandlungskonzept in Zukunft als neuer Standard etablieren.<\/p>\n<p>Gleichzeitig machen die hohen Sterberaten und die Schwierigkeiten bei der Prognoseabsch\u00e4tzung die Notwendigkeit besserer Risikostratifizierungsmodelle und adaptierter Studienpl\u00e4ne deutlich. Zu schwer erkrankte Patient:innen \u2013 bei denen die neue Therapie keine ausreichende Zeit mehr hat zu wirken \u2013 scheinen von der Therapie nicht zu profitieren, und die Selektion geeigneter Kandidat:innen bleibt eine Herausforderung f\u00fcr zuk\u00fcnftige Forschung.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Dr. h.c. Rassaf hebt hervor: \u201eUnsere Ergebnisse zeigen, dass palliative Onkologie und Kardiologie gemeinsam innovative Wege gehen k\u00f6nnen, um Patient:innen auch in dieser oft verzweifelten Lebensphase Lebensqualit\u00e4t zu schenken.\u201c Er betont die Vorreiterrolle der Studie \u2013 und erwartet, dass die Ergebnisse internationale Diskussionen und Folgestudien ansto\u00dfen werden.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse wurden zeitgleich zur Vorstellung auf dem Kongress im renommierten European Heart Journal ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><b>Link zur Originalver\u00f6ffentlichung:<\/b><\/p>\n<p> <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/academic.oup.com\/eurheartj\/advance-article\/doi\/10.1093\/eurheartj\/ehaf705\/8242490\">Heart Failure Therapy in Patients with Advanced Cancer Receiving Specialized Palliative Care (EMPATICC trial)<\/a><\/p>\n<p><b>Pressekontakt <\/b><br \/>\nDr. Milena H\u00e4nisch<br \/>\nDekanat, Referat f\u00fcr Kommunikation und \u00d6ffentlichkeitsarbeit<br \/>\nMedizinische Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Duisburg-Essen<br \/>\nE-Mail: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/126425\/mailto: milena.haenisch@uk-essen.de\" class=\"uri-mailto\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> milena.haenisch@uk-essen.de<\/a><br \/>\nTelefon: 0201\/723-1615<br \/>\nNews-Seite:  <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"http:\/\/www.uni-due.de\/med\">www.uni-due.de\/med<\/a><br \/>\n Social Media:  <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"http:\/\/www.facebook.com\/medessen\">www.facebook.com\/medessen<\/a> |  <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/www.instagram.com\/medizinischefakultaet\/\">https:\/\/www.instagram.com\/medizinischefakultaet\/<\/a><b>\u00dcber die Medizinische Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Duisburg-Essen<\/b><br \/>\nWissenschaft und Forschung auf h\u00f6chstem internationalem Niveau und eine herausragende, exzellente Ausbildung zuk\u00fcnftiger \u00c4rzt:innen: Diese Ziele hat sich die Medizinische Fakult\u00e4t gesteckt und verfolgt sie mit Nachdruck. Wesentliche Grundlage f\u00fcr die klinische Leistungsf\u00e4higkeit ist die Forschung an der Fakult\u00e4t mit ihrer klaren Schwerpunktsetzung in Herz- und Kreislauferkrankungen, Immunologie und Infektiologie, Onkologie, Translationaler Neuro- und Verhaltenswissenschaften sowie Transplantation. Der 2014 bezogene Neubau des Lehr- und Lernzentrums bietet den Studierenden der Medizinischen Fakult\u00e4t exzellente Ausbildungsm\u00f6glichkeiten.<b>\u00dcber die Essener Universit\u00e4tsmedizin <\/b><br \/>\nDie Essener Universit\u00e4tsmedizin umfasst das Universit\u00e4tsklinikum Essen sowie 15 Tochterunternehmen, darunter die Ruhrlandklinik, das St. Josef Krankenhaus Werden, die Herzchirurgie Huttrop und das Westdeutsche Protonentherapiezentrum Essen. Die Essener Universit\u00e4tsmedizin ist mit etwa 1.700 Betten das f\u00fchrende Gesundheits-Kompetenzzentrum des Ruhrgebiets und seit 2015 auf dem Weg zum Smart Hospital. 2020 behandelten unsere rund 10.000 Besch\u00e4ftigten etwa 64.000 station\u00e4re und 300.000 ambulante Patient:innen. Mit dem Westdeutschen Tumorzentrum, einem der gr\u00f6\u00dften Tumorzentren Deutschlands, dem Westdeutschen Zentrum f\u00fcr Organtransplantation, einem international f\u00fchrenden Zentrum f\u00fcr Transplantation, in dem unsere Spezialist:innen mit Leber, Niere, Bauchspeicheldr\u00fcse, Herz und Lunge alle lebenswichtigen Organe verpflanzen, sowie dem Westdeutschen Herz- und Gef\u00e4\u00dfzentrum, einem \u00fcberregionalen Zentrum der kardiovaskul\u00e4ren Maximalversorgung, hat die Universit\u00e4tsmedizin Essen eine weit \u00fcber die Region reichende Bedeutung f\u00fcr die Versorgung von Patient:innen. Wesentliche Grundlage f\u00fcr die klinische Leistungsf\u00e4higkeit ist die Forschung an der Medizinischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Duisburg-Essen mit ihrer Schwerpunktsetzung in Herz- und Kreislauferkrankungen, Immunologie und Infektiologie, Onkologie, Translationale Neuro- und Verhaltenswissenschaften sowie Transplantation.  <\/p>\n<p>                <script async src=\"\/\/www.instagram.com\/embed.js\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"01.09.2025 \u2013 10:01 Universit\u00e4tsklinikum Essen A\u00f6R Studie untersucht Herzinsuffizienztherapie bei Patient:innen mit fortgeschrittener Krebserkrankung Auf dem europ\u00e4ischen Kardiologenkongress&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":386213,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1834],"tags":[3364,29,3688,30,1209,178,180,179,181],"class_list":{"0":"post-388054","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-essen","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-essen","11":"tag-germany","12":"tag-nordrhein-westfalen","13":"tag-presse","14":"tag-pressemeldung","15":"tag-pressemitteilung","16":"tag-pressemitteilungen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115128112407429452","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/388054","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=388054"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/388054\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/386213"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=388054"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=388054"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=388054"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}